Wenn du denkst…

… du stehst an der Kasse, wo nur gerade einer vor dir steht und es deshalb am schnellsten geht.

Dann hast du nicht berücksichtigt, dass dieser Typ

  • seine Bananen nicht gewogen hat
  • ein zwängelndes Kleinkind dabei hat
  • seinen 20fach-Cumulus-Bon für Hosenträger auf dem Handy hat
  • dieses Handy gerade auf einem Selbstfindungs-Trip ist
  • der zweifach-Cumulus-Bon vom letzten Mal irgendwo zerknittert im Portemonnaie steckt
  • und seinen PIN-Code vor lauter Aufregung nicht auf Anhieb richtig eintippt.

Aber du hast ja alle Zeit der Welt, oder?

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Wenn du denkst, du bist schlauer als alle anderen

Ich dachte, ich mache das clever. Cleverer als die anderen, die sich vor dem Kassenhäuschen anstellten, um den Skipass zu kaufen. Ich kaufte ihn online. Der Wetterbericht war derart überzeugend gewesen, dass ich bereits am Vorabend meinen Skipass erstanden hatte. So würde mir der Gang an die Kasse erspart bleiben.

Am Morgen stieg ich aus dem Skibus und ging siegesgewiss die wenigen Schritte bis zur Bergbahn. Ich stieg in die Bindung, stiess mich mit den Stöcken ab und stand vor dem Drehkreuz. Beim ersten Mal am Morgen dauert es jeweils etwa fünf Sekunden, bis der Skipass auf dem Datenträger aktiviert ist. Am Vortag hatte es gut geklappt. Doch das war leider Schnee von gestern. Die Anzeige blieb beharrlich auf rot, das Drehkreuz machte keinen Wank. Ich probierte das zweite Drehkreuz aus – man weiss ja nie.

Nun hatte ich die Gewissheit, dass da etwas nicht geklappt hatte. Ich machte eine 180-Grad-Wende und stellte mich wohl oder übel in die Schlange der Wartenden. Mein ganzer Vorteil war dahin. Ich würde nicht vor allen anderen auf dem Sessellift sein, sondern im Gegenteil so ziemlich als Letzte hochfahren. Als ich endlich an der Reihe war, erklärte ich der netten Dame hinter dem Schalter mein Problem und hielt ihr das Bestätigungs-Mail auf dem Handy entgegen. Sie schaute kurz drauf, gab zwischendurch noch ihrer Kollegin, die den zweiten Schalter bediente, Auskunft, checkte meinen Datenträger, murmelte etwas von “Fehler bei Skidata”, gab nochmals quer durchs Kabäuschen hinweg Auskunft. Frauen können das – Multitasking!

Dann gab sie mir eine Mail-Adresse, an die ich mein Bestätigungs-Mail vom Ticket-Corner weiterleiten musste, es machte BLING bei ihr am PC und sie nickte zufrieden. Sie schob mir einen Wisch zum unterschreiben unter der Glasscheibe durch, stellte mir einen neuen Skipass aus und meinem Skitag stand endlich nichts mehr im Wege. Ausser vielleicht die Horde, die aus dem nächsten Skibus, der soeben angekommen war, entstieg.

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Da das Problem – ausnahmsweise! – mal nicht bei den Brigelser Bergbahnen lag, wagte ich am folgenden Tag nochmals, ein Ticket online zu kaufen. Die Rechnung ging auf und während andere noch am Frühstück sassen, war ich bereits auf der Skipiste. Der dritte perfekte Skitag in Serie war für mich der letzte dieses Jahres. Nun überlasse ich das Feld all denen, die nur an den Wochenenden, Ferien und Feiertagen Skifahren können. Das makellose Winterwetter ist aller Voraussicht nach für die restlichen Tage dieses Jahres ohnehin Geschichte.

Falsches Mischverhältnis

Es kommt mir vor, als hätte es um diese Jahreszeit auch schon mehr Schnee und weniger Leute gehabt.

Aber man muss sich nicht wundern, wenn man bedenkt, dass heute in Ischgl 150 Busse angemeldet waren.

Oder ist doch etwas wahr am Gerücht, dass sich Petrus und Frau Holle zerstritten haben?

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Skifahren ist schön. Ich könnte stundenlang anstehen. Samnaun, heute Sonntag, 7. Dezember 2014.