Herbstboten

Heute sah ich sie wieder. Heute, auf unserer Wanderung, die so herbstlich kühl auf der Schwägalp begann. Dort, wo die Sonne heute erst um zehn Uhr hin kam.

Sie begegneten mir zwar erst später, gegen Ende der Wanderung, kurz vor Urnäsch. Zahlreich standen sie in der Wiese. Reckten ihre Köpfe der Sonne entgegen.

Die ersten ihrer Sorte sah ich zwar bereits vor 10 Tagen auf der Wanderung in Tschiertschen. Doch damals wollte ich es noch nicht wahrhaben, dass der Herbst ins Land zieht. Mittlerweile lässt es sich nicht mehr verleugnen. Am Morgen ist es feucht, später hell, mitunter neblig. Und vor allem nicht mehr so heiss. Darüber bin ich allerdings froh. Für mein Wohlbefinden haben 25 Grad noch immer gereicht.

Der Anblick von Herbstzeitlosen – seufz – er geht immer auch mit einer gewissen Wehmut einher.

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Beschildert geschildert (62)

Wir sind heute im Appenzellerland unterwegs, wo sich das Nacktwandern einst einer gewissen Beliebtheit erfreute und es über die Landesgrenzen hinaus in die Schlagzeilen schaffte. Mittlerweile ist es von oberster Instanz verboten worden, wie HIER nachzulesen ist. 

Deshalb habe ich berechtigen Grund zur Hoffnung, dass ich mir auf der Wanderung keine nackten Füdlis anschauen muss.

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Nackte Füsse dagegen schon, haben wir doch im Sinn, den Barfussweg zu begehen.

Sonne nicht nur im Herzen

Tatort: Heiden im Appenzellerland.
Tatzeit: kurz vor sieben Uhr.
Tatbestand: Sonne auf dem Hintern.
Folgen dieser Tat: Bea hat die Augen aufgemacht und den Tag begrüsst.

Das vergangene Wochenende war in mancher Hinsicht speziell. Nicht nur, dass ich am Sonntag von der Sonne, die mein Hinterteil unvermittelt beheizte, geweckt wurde. Nein, wir waren auch in einer zauberhaften Gegend mit lieben Freunden unterwegs und haben an einem speziellen Ort übernachtet.

Auf unserer Wanderung von St. Gallen über den Fünfländerblick nach Heiden mussten wir uns etwas in Geduld üben, bis wir endlich den Bodensee im Dunst ausmachen konnten. Doch die zahlreichen Segelboote werden wohl kaum durch die Luft gesegelt sein. Ergo: Bodensee.

In Heiden hatten wir uns für ein Bed and Breakfast etwas ausserhalb des Ortszentrums entschieden. Dies bescherte uns einen zusätzlichen Marsch von einer knappen halben Stunde, die sich aber unbedingt gelohnt hat. Das Haus Bischofberg wird von Anita Graf und ihrer Mutter mit viel Herzblut und Leidenschaft geführt. Wir haben uns in dem alten Gemäuer auf Anhieb gut aufgehoben gefühlt. Knarrende Holzböden, schiefe Wände – was für ein Charme strahlt das ehemalige Bürgerheim aus! Das Haus wurde von den Betreiberinnen in Eigenregie umgebaut und jedes Zimmer hat eine andere Inneneinrichtung. Ein Besuch muss dringend empfohlen werden! Wo sonst kann man beim Zähneputzen bis ans andere Ufer des Bodensees blicken!

Der Sonntag stand ganz im Zeichen von „finde den Subaru wieder“. Anfangs noch im Nebel, später wieder mit mehr Weitblick wanderten wir über den Kaienberg oberhalb Rehetobel, über diverse Rücken, Tobel, Brücken und grüne Matten, bis wir wieder am Rande von St. Gallen standen.

Der Subaru übrigens, er stand noch auf dem gleichen Parkplatz, wo wir ihn hinterlassen hatten. Und die Wartezeit hatte ihm ein Marder verkürzt.

Bodensee! Da unten muss er sein.

Haus Bischofberg hoch über Heiden

Quizfrage: In welchem Kanton sind wir?


WIR trugen nicht nur unseren Rucksack.