Velofahren macht alt

Herr und Frau Flohnmobil hatten das gemacht, was man heutzutage so macht, bevor man sich für eine Investition entscheidet: Man surft im Internet und informiert sich über das Angebot. In unserem Fall handelte es sich um einen Veloträger.

Wir wussten einigermassen, was wir wollten, als wir das Geschäft betraten und äusserten unseren Wunsch. „Das wird wohl für E-Bikes sein“, beeilte sich der ohnehin nicht sehr sympathisch wirkende Verkäufer zu fragen.

Ja du verbrännti Zeine! Hatte sich seit meinem letzten Blick in den Spiegel wirklich so viel verändert? Sehen wir wirklich schon sooo alt aus, dass man davon ausgehen muss, dass wir nur noch mit Hilfsmotörli einen Berg rauf zappeln können?

Lieber Herr Verkäufer, lassen Sie sich eines gesagt sein: Sollte es um unsere Fitness dereinst so schlimm stehen, gehen wir lieber nur noch zu Fuss. Und dann brauchen wir auch keinen Veloträger mehr. Jawohl!!!

Gescheidert

Die Einen teilen auf Facebook.

Die Anderen führen einen Blog.

Manche schalten ein Inserat in der Zeitung.

Und nochmals Andere garnieren ihr Auto.

Jeder kommt seinem Mitteilungsbedürfnis auf seine ganz persönliche Art nach.

Man beachte die Hutablage!

BMW für Fortgeschrittene

Es hat sich in den vergangenen Monaten so ergeben, dass mein innig geliebter Mitbewohner und ich seiner von mir nicht immer so innig geliebten Schwester beim Einkaufen unter die Arme greifen. Dies nicht nur, weil die Dame kein Auto hat, sondern auch, weil sie nicht mehr die Jüngste ist. Die folgende Geschichte handelt von so einem Einkauf in einem eher kleinen Supermarkt eidgenössischer Provenienz.

Meine Schwägerin war damit beschäftigt, ihren Einkauf zu bezahlen. Weil so etwas bei ihr immer etwas dauert, karrten der Mitbewohner und ich kurzentschlossen die Einkaufstaschen bereits zum Auto, verstauten sie im Kofferraum und ich schob das Einkaufswägeli wieder in die Einkaufswägelikolonne zurück, damit ich meinen Zweifränkler raus bekam. In der Zwischenzeit, so dachte ich mir jedenfalls, müsste meine Schwägerin zu unserem Auto gewatschelt sein. Der Mitbewohner kam mir entgegen. Er schaute mich so erstaunt an, wie ich ihn. Wo war Emma abgeblieben? Ich ging in den Laden zurück, schaute in jede Regalreihe rein, machte eine Pirouette beim Brot, kratzte die Kurve beim Essig, ging mit erklärenden Worten und leeren Händen an der Kasse vorbei. Nichts. Niemand. Meine Schwägerin schien wie vom Erdboden verschluckt.

Der Mitbewohner und waren ratlos. Wo konnte Emma nur abgeblieben sein?

Plötzlich sahen wir sie. Sie sass bereits auf dem Beifahrersitz und wunderte sich, warum wir nicht einstiegen und so unentschlossen rum standen. Noch mehr wunderten wir uns allerdings über sie, denn sie sass im falschen Auto.

Dass sie in einen BMW statt unseren Subaru einstieg, hätte ich ihr ja noch verzeihen können. Aber dass sie sich in ein Auto mit Aargauer-Nummer setzte, fand ich doch etwas taktlos.

Um eine Illusion ärmer

An einem neuen Auto gibt es gar Vieles zu entdecken. Hier ein Schalter, dort ein Piepsen. Ein völlig neues Display, kein Zündschlüssel mehr, ein Reserverad erst recht nicht. Dafür eine vier Zentimeter dicke Bedienungsanleitung und viele Knöpfe, an denen der Fahrer seinen Spieltrieb ausleben kann.

Wenn man so ein neues Vehikel erklärt erhält, staunt man Bauklötze. Und wundert sich, was heutzutage alles auf vier Räder gebaut wird.

Die Ernüchterung liess nicht lange auf sich warten, als ich entdeckte, dass man uns netterweise einen Reinigungsschwamm fürs Fenster in der Fahrertüre deponiert hatte. Selbstreinigend ist dieses Gefährt allem Anschein nach doch nicht!

Saubere Gütterli und dreckige Hände

Sommerreifen – eigentlich ein harmloses Wort, oder? Nicht so in unserem Haushalt. Wenn der Begriff „Sommerreifen“ fällt, dann ist es mit der Gemütlichkeit vorläufig dahin. Dann heisst es alte Jeans anziehen, sich auf dreckige Hände und vor allem auf ein tagfüllendes Programm einstellen. Das ging heute so:

  • Sommerreifen einladen
  • Landi anfahren, dort Reifen pumpen und in der Waschanlage den Subaru gründlich schrubben
  • Zurück nach Hause, Wagenheber hervorziehen, Winterräder ab, stöhnen ab dem vielen Rost um die Bremsen, deshalb mit der Drahtbürste „das Gröbste“ an Rost entfernen, Rostumwandler hinblasen, Sommerräder drauf, Wagenheber runter. Das vier Mal. Meine Tätigkeit beschränkt sich dabei auf Wagenheber bedienen, Schrauben, Bürste, Spray und Lappen im richtigen Moment reichen (oder auch nicht), Räder anschreiben. Ich bin der geborene Handlanger, der allerdings sehr ungern dreckige Hände hat.

Wer nun gedacht hat, damit sei das Programm „Sommerreifen“ zu Ende, ist auf dem Holzweg. Es warten noch viele Arbeiten auf uns:

  • Auto mit Lack einreiben, polieren und sich freuen, wie schön es glänzt
  • dito mit den Ledersitzen, allerdings mit einer anderen Pampe; die Freude ist weiterhin grenzenlos

Das Wohnmobil, das wir am Sonntag bereits aus seinem Winterschlaf geweckt haben, beschäftigt uns nur noch kurz. Beim Aufhängen der frisch gewaschenen Vorhänge gibt es zum Glück keine schwarzen Pfoten. Ebenso wenig beim Abkratzen der alten Vignette. Alle übrigen Hege- und Pflegearbeiten haben wir im Herbst schon durchgeführt.

Eigentlich seltsam:  wenn ich eine Schmiere fürs Gesicht, eine andere für die Füsse und wieder eine andere für meinen Luxuskörper verwende, muss ich mir von meinem innig geliebten Mitbewohner immer anhören, ich hätte einen „Gütterliladen“. Wenn ich aber in den Kasten in der Garage schaue – oh Mann oh Mann – dann befinden sich dort die Gütterli und Spraydosen gleich dutzendweise. Für die Bremsen, für die Scheibe, für den Kühler, für die Radschrauben, für das Dach, für die Plexiglas-Scheiben, für die Reifen, für den Wassertank, für die Batterie, die Gummis, die Scheibenwischer, die Felgen. Und aus mir völlig unerklärlichen Gründen hat es überall schwarze Tätzli drauf.