Badeurlaub im Supermarkt

Ich musste mir gleich zweimal die Augen reiben, als ich diese Badekristalle im Supermarkt erblickte.

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Waldspaziergang! Zumindest in unserer Gegend hat es im Wald eher wenig Badewannen, in die man die Badekristalle einrieseln lassen könnte!

Das mit den Produkte-Namen ist ohnehin so eine Sache. Gleich neben dem Waldspaziergang wurde ein verlockend tönendes Pülverchen feil geboten.

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Ach wenn es doch mit einer Wanne voll Wasser getan wäre…!

Duschen mit Nebenwirkungen

Im Zuge des Umbaus unseres Badezimmers war das eine und andere Teil zu ersetzen. Nicht aus Gründen mangelnder Funktionalität, sondern weil es farblich nicht mehr reinpasste. So musste unter anderem unsere Wannen-Einlage, die bestimmt ein Viertel-Jahrhundert an den Saugnäpfen hatte, über die Badewannen-Klippe springen. Dieses Leberwurst-Braun wollte so gar nicht mehr in die neu gestaltete Umgebung passen.

Um neutral zu bleiben, wählte ich etwas Neutrales, nämlich eine durchsichtige Wannen-Einlage. Komme was wolle, damit wären wir gerüstet. Gesagt, getan, gekauft, ausgepackt. Und dann ging’s los. Ein ganz übler Gestank nach Kunststoff machte sich breit. Reflexartig tauchte ich das stinkende Ding in eine Seifenlauge. Und badete es. Und es stank noch immer. Und badete es erneut. Und es stank unvermindert weiter.

In meiner Not wendete ich mich an den Hersteller. Die renommierte Firma Spirella ist jedoch nicht Herstellerin, sondern vertreibt die Matten lediglich. Hergestellt wurden sie am anderen Ende der Welt. “Made in P.R.C.” stand in winzigen Lettern auf der Verpackung. Seit “Made in China” seine gute Reputation verloren hat, setzt man offenbar auf diese Abkürzung, um zu retten, was zu retten ist.

In unserem Fall scheint es nicht viel zu retten zu geben. Spirella bemühte sich nicht mal um eine Antwort auf meine Anfrage, welche Giftstoffe ich mir hier wohl ins Bad geholt hätte. Nach gut einer Woche und diversen Tauchgängen stinkt die Matte noch immer. Möglicherweise ein wenig weniger. Aber ich mag diese Duftnote nicht in unserem Bad. Und so verbringt das rutschhemmende PVC-Konstrukt bis es sich eines Besseren besonnen hat, den grössten Teil des Tages draussen an der frischen Luft.

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Die Familienwanne

Beim gestrigen Bade in der hauseigenen Pfütze habe ich mich an eine Begebenheit erinnert, die einige Jahre zurückliegt.

Wir waren im Südwesten Australiens unterwegs. Der Frühling zog ins Land – oder hätte es wenigstens tun sollen. Denn das Wetter gab sich ausgesprochen launig und wurde im Tagesverlauf immer nässer. So beschlossen wir, uns frühzeitig einen Campingplatz zu suchen, denn Weiterfahren wäre bei dem Hundewetter wenig sinnvoll gewesen. Bei einem Aufenthalt auf einem Campingplatz drängt sich – vor allem, wenn man mit einem Wohnmobil ohne Dusche unterwegs ist – stets Körperpflege auf. Mit Entzücken lasen wir, dass es ein „Family Bath“ geben sollte. Wenn das keine Einladung war!

Das Familienbad entpuppte sich als grosszügig konzipiertes Badezimmer, auf Hochglanz poliert, von oben bis unten gefliest und in der Mitte …. eine riesengrosse, freistehende Badewanne. Wir waren hin und weg, liessen die Wanne volllaufen, machten einen Chöpfler rein und schwammen kurzentschlossen ans andere Ufer. Herrlich. Genau das passende Wellness-Programm, das diesen miserablen Tag gerettet hatte.

Mag sein, dass solche Familienbadewannen in Fünfsternehotels zum Standard gehören. Auf einem mittelteuren Campingplatz jedenfalls hätten wir einen solchen Bottich nie erwartet. Doch es war nicht nur die schiere Grösse der ganzen Einrichtung, die uns Eindruck machte.

 Nachdem wir über ein Jahr in Australien umhergereist waren, war es einfach ein sensationelles Erlebnis, dem Ehepartner wieder einmal den Rücken waschen zu können.