Neues aus dem Lande der Elefanten

Höchste Zeit, an dieser Stelle wieder mal auf meinen “Zuchterfolg” aufmerksam zu machen.

Es wird sich hier kaum jemand mehr erinnern, aber im Hause Flohnmobil stand mal eine gaaanz grosse Pflanze, die drohte, durch die Decke zum oberen Nachbarn zu wachsen.

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Die Pflanze, umgangssprachlich “Elefantenfuss” genannt, wurde kurzerhand geköpft. Man harrte fortan der Dinge die da wachsen mögen. Und das taten sie auch.

Nachzulesen ist Teil eins der brutalen Geschichte HIER.

Ein halbes Jahr später zog ich HIER vorsichtig Zwischenbilanz.

Seither sind zwei Sommer ins Land gezogen. Das höchst Erfreuliche an der seinerzeitigen Baumfäll-Aktion: Die Pflanze macht weiterhin uneingeschränkt Freude. Nach einer weiteren Freiluft-Saison sieht sie so aus:

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Demnächst steht meinem Elefantenfuss wieder der Umzug ins warme Wohnzimmer bevor. Ich bin mehr als zuversichtlich, dass wir es noch lange unter dem gleichen Dach aushalten werden.

Botanische Neuigkeiten aus dem Elefantenland

Es ist schon mehr als acht Monate her, da hätte man im Hause Flohnmobil ein Schild “Vorsicht Holzschlag” aufstellen können. Jedenfalls kurzzeitig. Mein innig geliebter Mitbewohner und ich fällten unseren Elefantenfuss. Die denkwürdige Aktion wurde seinerzeit selbstverständlich mit einem eigenen Blogeintrag gewürdigt.

Nach der Radikalkur verblieb der im Vergleich zu vorher sehr übersichtliche Strunk in der Stube, bis es draussen warm genug war. Ich behielt die Schnittstelle gut im Auge. Hier ist sie noch ganz frisch.

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Sie trocknete gut ab und – war da nur der Wunsch Vater des Gedanken? – es schienen sich schon nach 5 Wochen kleine Ausbuchtungen zu bilden.

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Nach weiteren 5 Wochen sah es bereits so aus. Da suchte unverkennbar etwas Grünes seinen Weg ans Tageslicht!!! Schon begann ich zu jubilieren. Es war Anfang Mai und noch stand das karge Überbleibsel des einst so stolzen Elefantenfusses im Wohnzimmer.

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Von Mitte Mai bis Anfang Oktober stand der Elefantenfuss draussen und erhielt täglich bis zu 4 Stunden Sonnenschein. Ich bemühte mich, ihn im Wochentakt um jeweils einen Viertel zu drehen, damit er gleichmässig austreiben konnte.

Nun sieht die Pflanze, die mir in den vergangenen 30 Jahren so sehr ans Herz gewachsen ist, so aus:

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Das Experiment Elefantenfuss kann als 100 Prozent gelungen bezeichnet werden. Sechs Triebe hat der Stamm und ich weiss nun, dass ich diese fast nach Belieben mit einem Messer in die Schranken weisen kann.

Doch es gibt noch eine weitere Erfolgsmeldung. Auch das Stammstück, das ich unmittelbar oben abgesägt hatte, hat ausgetrieben und sieht so aus:

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Einzig der Busch mit dem Grünzeug dran, der im Christbaum-Ständer hätte Wurzeln schlagen sollen, hat den Schirm zugemacht. Das kann ich durchaus verschmerzen.

Die Vorgeschichte zu unserer Baumfäll-Aktion gibt es hier nachzulesen.

Operation Elefantenfuss

Die Geschichte zur heutigen Geschichte begann vor über dreissig Jahren. Damals konnte man mit Bea-Punkten ein Anzuchts-Set tropischer Pflanzen bestellen. Zehn verschiedene Arten von Sämchen befanden sich in zehn winzigen Beutelchen und diese musste man auf die aufgequollenen Torftabletten säen. Dazu gab es ein kleines Mini-Treibhäuschen, nicht grösser als die zehn Torftabletten zusammen. Auf allen zehn Tabletten begann es früher oder später zu spriessen. Cordyline, Musa und Beaucarnea sind die drei Pflanzen, die es am längsten mit mir ausgehalten haben. Mittlerweile gibt es nur noch die Beaucarnea, auch Elefantenfuss genannt.

Aus dem zarten Pflänzchen mit dem winzigen Knöllchen und ein paar wenigen Blättern ist eine stattliche Erscheinung geworden. Ich habe sie gehegt und gepflegt wie meinen Augapfel. Im Sommer habe ich mich an ihrem Wachstum gefreut, wenn sie weitere Blätter entwickelt hat, im Winter habe ich mitgelitten, wenn die Triebspitzen braun wurden und der Austrieb nur noch in blassem Grün erfolgte. Immer wieder musste ich ihr einen grösseren Topf besorgen. Mittlerweile steht sie im grösstmöglichen Hydro-Gefäss und schon längst nicht mehr auf einem Sockel wie in früheren Jahren.

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Ich kann die Pflanze nicht mehr umtopfen, denn ich müsste mich in der Aquarium-Abteilung nach einem geeigneten Gefäss umschauen. Da die Knolle weiterhin an Umfang zulegt und sich die Steinchen allmählich in sie hineinbohrten, musste ich im letzten Sommer Platz schaffen und etliche Hydro-Kügelchen unter den weissen Steinchen entfernen. Das Teil hält mich ganz schön auf Trab! Aber ich hänge daran, es begleitet mich schon so lange.

Schon vor Jahren hatten mein innig geliebter Mitbewohner und ich gerätselt, was wir wohl dereinst machen würden, sollte die Pflanze die Decke erreichen. Viel davon entfernt ist sie nicht mehr. Und dort oben ist die Luft nicht nur dünn, sondern auch dunkel. Die Folgen davon sieht man auf dem Bild. Der Trieb und einzige Wachstumspunkt ist hellgrün und schwach.

Die zündende Idee kam mir in einer Gärtnerei. Dort sah ich ein ganzes Sortiment an Elefantenfüssen in allerlei Gestalt. Ihnen allen war gemein, dass ihr Stamm irgendwann mal gekappt wurde und sie dort frisch austrieben. Das hatte mich zu einer brutalen Radikalkur inspiriert. Vor einigen Tagen haben mein innig geliebter Mitbewohner und ich den Elefantenfuss ca. auf der Höhe des Fenstersimses abgeschnitten. Mit einem scharfen Küchenmesser ging das relativ einfach. Den oberen Teil mit dem (noch?) grünen Gestrüpp versuche ich als eigene Pflanze weiterzuziehen. Dazu steckt der Stängel jetzt im Christbaum-Ständer, den ich mir von einer Nachbarin ausgeliehen habe. Bis Weihnachten ist das Grünzeug entweder kompostiert oder es hat Wurzeln getrieben – es dürfte also keine Terminkollisionen geben.

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Zu guter Letzt habe ich ein knapp 30 cm langes Stammstück eine Vase gestellt und mit einem Plastiksack eine Art Mini-Treibhaus gemacht.

Nun harren wir der Dinge, die da kommen sollen.