Lieber tschumple als humple

Der Fürstensteig. Wer ihn noch nicht kennt, hat etwas verpasst. Dieser kühne Bergweg hoch über dem Rheintal durch die Westflanke des Alpspitz war Teil unserer gestrigen Wanderung.

Los geht’s, nachdem uns das giftgrüne Liechtensteiner Büssli bis nach Gaflei hochgekurvt hat.

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Der Weg verwandelt sich vom befahrbaren Strässchen zum Waldweg,

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bis es schliesslich zur Sache geht.

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Wovon der Einstieg vergleichsweise eine Autobahn ist, gemessen an dem, was noch folgt.

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Ein finsterer Geselle am Wegesrand.

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Es geht zünftig “s’Loch ab”. Die Talsohle liegt 1’300 m tiefer.

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Geschafft!

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Aber die Musik spielt weiter.

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Dem Chemi hat ein Unwetter vor wenigen Tagen zugesetzt.

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Es ist aber trotzdem gefahrenlos zu begehen. Ein Bergwanderweg bleibt immer noch ein Bergwanderweg. Und ein solcher setzt Trittsicherheit voraus. Kritisch ist es hier nirgends. Und die Instandsetzungs-Arbeiten haben von oben her bereits begonnen.

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Der Alpspitz ist mit 1’996 m der höchste Punkt unserer heutigen Wanderung.

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Der Blick in den Talkessel von Steg, wo auch unser Ziel liegt.

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Nochmals ein kurzer Aufstieg.

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Der obere

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und der untere der beiden Stauseen bei Steg.

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Hier hat man Enten und Gänsen ein eigenes Inselchen errichtet. Man beachte die Begrünung…

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Bei der Busstation “Hotel Steg” endet unsere Wanderung. Welches dieser der Strasse entlang aufgereihten Häuser das Hotel sein soll, bleibt uns ein Rätsel.

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Ich habe den Fürstensteig vor 6 Jahren schon einmal zusammen mit meinem Mann begangen. Ich war damals wie heute restlos begeistert von der kühnen Routenführung durch die nicht immer von bester Felsqualität geprägten Flanke.

Im Sinne meines immer noch leicht lädierten Fusses bin ich gestern sorgfältiger als sonst aufgetreten. Die knapp fünf Stunden Wanderung scheinen ihn nicht weiter beeinträchtigt zu haben. Ich schaue frohgemut in den Wandersommer.

Herzlichen Dank an Beat für die wahnsinnsgute Idee zu dieser Wanderung und allen Anderen für die gefreute Begleitung.

Mehr Infos und Bilder zu dieser Wanderung finden sich HIER.

Karte

Resümierendes Madeira

Tja, Madeira ist Geschichte. Lange drauf gefreut, war die Woche nur allzu schnell vorbei. Eigentlich habe ich alles Wesentliche schon in den vorangegangenen Blog-Beiträgen geschrieben. Drum hier nur noch so etwas wie ein Best-of.

Die schroffen Gebirge:

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Die wahnsinnige Vielfalt an Pflanzen am Wegesrand:

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Die spektakulären Ausblicke:

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Das üppige Pflanzenwachstum in den Gartenanlagen:

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Die feuchten Wanderungen:

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Das Ganze hat einen kleinen Haken. Das Wetter auf Madeira ist etwas launig. Gemäss unserer Leiterin war die Woche punkto Wetter durchschnittlich und eher kühl. So mussten wir am letzten Wandertag auch auf den höchsten Gipfel, den 1’862 m hohen Pico Ruivo, verzichten. Kein Mensch hätte bei so garstigem Wetter wandern wollen! Aber unser Goldschatz hatte noch einen Trumpf im Ärmel und so vermisste niemand den windumtosten, wolkenverhangenen Gipfel.

Ich kann jetzt nicht sagen: “Madeira, ich komme wieder!” Denn dazu gibt es noch zu viele Wander-Destinationen, die mich auch reizen. Aber jeder bergtüchtige Wanderer sollte sich diese gebirgige Insel einmal vornehmen.

Wandern auf dem schwimmenden Blumentopf

Es gibt diverse Bezeichnungen für diese Insel weit draussen im Atlantik. “Blumeninsel” wird sie oft genant, auch “Garteninsel” oder „Insel des ewigen Frühlings“. Am besten gefällt mir “Schwimmender Blumentopf”.

Und fürwahr, Madeira verfügt besonders jetzt im Frühling über eine immense Blütenpracht. Einerseits als Pflanzungen in den Gärten. Was da nicht alles blüht, was bei uns teilweise mit grösster Sorgfalt meist nur eine Saison hält. Ganze Hecken von Hibiskus, Beete von Rittersternen (Amaryllis), regelrechte Geranien-Bäume. Umwerfend! Sehr eindrucksvoll, und leider schon fast vorbei, blühen die violetten Jacaranda (Palisanderbäume).

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So schön all diese Bepflanzungen sein mögen, viel mehr interessieren mich die wild wachsenden Pflanzen. An diesen kann ich ich kaum satt sehen.

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Dieser Hahnenfuss ist übrigens mindestens doppelt so gross wie bei uns daheim.

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Der Natternkopf gilt als die Blume Madeiras schlechthin.

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Und wie findet man all diese begeisternd schönen Blumen? Klar doch: auf Wanderungen. Und das sieht dann beispielsweise so aus:

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Frau Flohnmobil, frisch behutet, hat allen Grund zum Strahlen.

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Dieses Madeira ist so traumhaft schön, ich könnte heulen vor Freude.

See, Seeli und wieder See

Die gestrige Wanderung beginnt mit einem zackigen Marsch vom Bahnhof Brunnen zur Schiffs-Anlegestelle. Wer nicht mit des Wanderleiters langen Beinen mithalten kann, muss sich etwas einfallen lassen.

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Die MS Brunnen wartet schon.

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Und kaum gestartet, geht es auch schon los mit der tollen Aussicht.

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Diese drei Engel musste man offensichtlich festmachen, sonst wären sie dem himmlischen Panorama entgegen geflogen.

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Es geht durch den Wald und unter einer felsigen Flue obsi und nidsi, stets sieht man zwischen den Bäumen weit unter uns den Vierwaldstättersee.

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Ausgucke am Weg sind nicht so zahlreich. Aber man muss sich ja schliesslich auf den Weg konzentrieren.

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Exponierte Stellen sind gut gesichert.

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Wir überqueren die Risleten-Schlucht.

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Was es da wohl zu sehen gibt?

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Wasser! Tosendes Wasser.

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Die Geräuschkulisse wird uns noch eine Weile erhalten bleiben. Denn wir steigen auf der anderen Seite der Schlucht steil wieder hoch. Kurzer Halt nach dem schweisstreibenden Aufstieg, der glücklicherweise vollständig im Schatten liegt.

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Wir werden wieder in die Freiheit entlassen.

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Und finden uns bald darauf in einer völlig anderen Landschaft wieder bei Emmetten.

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Bei einer gut unterhaltenen Grillstelle mit Unterstand machen wir Mittagshalt. Man beachte die “Bergwander-Garette”.

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Nachdem wir uns vom Vierbeiner und seinem Frauchen verabschiedet haben, gelangen wir bald aufs offene Feld. Dort blühen unter anderem prächtigen Knabenkraut-Orchideen. Da kann ich nicht dran vorbeigehen.

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Das “Seeli”. Analog “Huhn oder Ei” kann man sich auch hier fragen, was erhielt seinen Namen zuerst, der Ort Seelisberg oder das nur Seeli genannte Naturidyll?

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Ohne jeglichen Schatten kommen wir auf dem letzten nennenswerten Anstieg des Tages ordentlich ins Schwitzen.

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Allgemeines Bestaunen der prächtigen Akalei, die hier in verschiedenen Farben blühen.

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Über zahlreiche Treppenstufen vernichten wir innert kürzester Zeit viel Höhe auf dem Weg runter nach Bauen. Immerhin: Das Trittmass ist ideal (ämel für meinen einen Meter mit seinen achtundsechzig Zentimetern …)

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Bauen in Sicht!

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Unser Ziel ist erreicht. Wir sind wieder am See und haben genügend Zeit, um uns dort im gut besuchten Restaurant eine Erfrischung zu gönnen.

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Das Schiff wird uns nach Flüelen bringen.

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Stellen wir das Bild noch etwas schräg in die Landschaft, damit niemand merkt, dass ich beim Fotografieren wieder den See hab auslaufen lassen.

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Eine wunderbare Wanderung mit viel Aussicht auf See und Berge. Total sind wir 17 km gewandert, 1’000 Höhenmeter rauf und runter.

Vielen Dank an Beat für die Planung und Durchführung dieser abwechslungsreichen Wanderung.

Mehr Bilder und Infos dazu gibt es HIER.

Karte

Die Baumwanderung

Ab Unterwasser führt die Wanderung von gestern schnurstracks zu  den Thurfällen. Die Thur kommt hier als harmloses Wässerchen daher.

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Hinten in der Schlucht allerdings da rauscht es, auch wenn es angeblich gar nicht sooo viel Wasser hat.

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Nix Paparazza…

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… ich will nur dieses Prachtsexemplar von einem Seidelbast fotografieren, der sich oben an der Schlucht angesiedelt hat. Schliesslich ist es der erste, den ich dieses Jahr zu Gesicht bekomme.

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Wir verlassen die Schlucht und nehmen beiläufig zur Kenntnis, dass hier mal ein Sturm gewütet haben muss. Wie hätten wir auch ahnen können, dass sich uns dieses Ereignis bis am Abend noch ziemlich nachhaltig einprägen wird.

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Wir gehen unbehelligt weiter. Über geschotterte Wege,

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mit Blick auf den Säntis und die Wiesen, auf denen der Mist ausgetragen wurde.

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Es lässt sich nicht vermeiden, dass wir auf asphaltierten Strassen gehen. Die Autos nerven mitunter.

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Die Alternative zu Asphalt sind matschige Wiesen, Schneefelder, Dreck

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und ganze Wiesen voller blühender Krokusse.

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Gute Ideen bedürfen Redner in guten Positionen.

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Nach der Mittagspause wird’s ruppig. Sturm Burglind hat hier ganze Arbeit geleistet. Immer wieder müssen wir uns über, unter und neben umgefallenen Tannen den Weg bahnen.

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Nicht alle Schneefelder lassen sich umgehen.

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Am Ende dieses Schneefeldes wartet ein weiteres, steiles Schneefeld, das wir mehr oder weniger in der Diretissima überwinden. Der nicht ausmachbare Weg führt vermutlich in einem weiten Bogen drum herum.

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Es fehlt nicht an Show-Einlagen.

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Der absolute Brüller ist dieses Video (aber vermutlich nur, wenn man selber mit vor Ort war).

Während sich ein Teil der Gruppe noch mehr oder weniger vorsichtig auf dem Schneefeld nach unten hangelt, habe ich schon die nächsten Blumen entdeckt. Wie hübsch ist das denn!

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Wir glauben, nun das Schlimmste hinter uns zu haben und freuen uns am Bergweg.

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Es wird heute keine Mühe gescheut, um selbst auf etwas absonderliche Vorlieben einzugehen.

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So wird auch die dringend nötige Versorgung mit Sonnencreme sichergestellt.

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“So, jetzt no de lingg Arm.”

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Selbstverständlich haben wir die Badewanne nicht mitten im Weg stehen lassen!

A propos Weg, der bleibt weiterhin abenteuerlich,

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auch wenn das eine oder andere gut passierbare Stück dazwischen liegt.

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Der Sturm hat wirklich ganze Arbeit geleistet. Mitgezählt hat niemand von uns, aber es dürften an die zwanzig Bäume gewesen sein, die uns den Weg versperrt haben. Die einen Bäume, wie diese mächtige Tanne, sind ohne gross den Kopf einziehen zu müssen passierbar.

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Andere müssen umständlich überklettert werden. Und jeder von uns stellt sich früher oder später die bange Frage, ob wir auf ein Hindernis treffen werden, das uns zur Umkehr zwingt.

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Zur Abwechslung mal ein Laubbaum. Dieser ist dann auch tatsächlich unser letztes Hindernis des Tages, sieht man mal von dem Lawinenkegel ab, den wir noch überqueren müssen.

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Geschafft! Kein Wald mehr zu queren. Keine Lawinenkegel. Wir können unsere volle Aufmerksamkeit auf den bevorstehenden Besuch im Café Zieler lenken.

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Nomal es Blüemli. Diesmal Goldsterne.

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Was für eine Enttäuschung, Zieler hat Betriebsferien! Kein Wort davon im Internet, das wir noch konsultiert hatten. Als eher schwacher Trost muss ein Glacé vom Kiosk in Nesslau herhalten. Dabei hätten wir uns angesichts diverser akrobatischer Einlagen wahrlich etwas Edleres verdient!

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Die Wanderung wäre in vier Stunden zu schaffen. Aber erst wieder, wenn das Sturmholz beseitigt ist. Was noch eine Weile dauern dürfte. Wir sind rund fünf Stunden rumgeturnt.

Mein Dank gebührt Barbara für die gute Idee und Organisation dieser Wanderung und allen Mitwanderern für den lustigen Tag.

Mehr Informationen und Bilder zu diesem unvorhergesehenen Abenteuer gibt es HIER.

Karte

Auf der anderen Seite der Berge

Man mag als Schweizer(in) geneigt sein zu glauben, die eigenen Berge seien die einzig wahren Berge. Als Folge dessen mag man geneigt sein zu glauben, dass Skifahren auch nur im eigenen Land möglich und richtig sei.

Touristikfachleute mögen diese Aussagen mögen. Aber sie stimmen nicht. Ganz wunderbare Berge gibt es in so manchem Land. Immerhin spannt sich alleine schon der Alpenbogen über sieben Länder. Ganz zu schweigen von weiteren Gebirgsmassiven in Europa, von denen ich insbesondere die Pyrenäen relativ gut kenne.

Nun lerne ich ein mir bekanntes Gebirgsmassiv in einer anderen Jahreszeit kennen. Und ich muss sagen, was ich bis jetzt von diesen Skipisten in den Dolomiten gesehen habe, lässt mein verwöhntes Skifahrer-Herz durchaus aus dem Takt geraten.

Skigebiet Gitschberg

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Skigebiet Obereggen

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Weder hier noch dort

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Du hättest Freude gehabt. Freude am Schnee. Deinem Element.

Du hättest auch Freude an diesem Spaziergang gehabt. Diesem Spaziergang, den wir so oft zusammen unternommen hatten. Mit dem Blick auf den See, wo du so viele Stunden verbracht hast, und in die Berge.

Aber du wärst gar nicht hier gewesen. Wie alle Jahre im Dezember hättest du deinem Hobby gefrönt. Und hättest verpasst, dass es über Nacht auch vor der Haustüre weiss geworden ist.

Jetzt bist du weder hier noch dort. Und ich vermisse dich so schmerzlich.

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Fast zu schön

Es schrammte haarscharf am Kitsch vorbei, was sich die Natur heute wieder hatte für uns einfallen lassen. Föhnig, mild, die verschneiten Berge zum Greifen nah und gestochen scharf. Zwar hatte ich auf dem Nachmittags-Spaziergang den idealen Zeitpunkt fürs Fotografieren verpasst, dennoch:

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Wie dankbar bin ich doch, hier zu leben.

Meine Schweiz. Mein sicherer Hafen. Meine Heimat.

Der Traum einer Wanderung

Es war mehr zufällig, dass ich auf diese Wanderung aufmerksam wurde. Selbst in Zeiten von diversen Planungstools, mein Favorit übrigens Schweiz Mobil, entdeckt man ja gerade auf einer Wanderung eine neue Wanderung. Das war im Fall des Val Curciusa nicht anders.

Während andere Leute ihre Wander-Projekte sorgsam aufschreiben, habe ich meine “Liste” im Kopf. Und früher oder später kommen diese Projekte wieder ans Tageslicht. Über die Wanderung durchs Val Curciusa fand ich zu wenig verlässliche Angaben und beschloss daher, dass diese Tour eher ungeeignet sei, um sie alleine anzugehen.

Natürlich habe ich mich gefreut, dass der Leiter meiner neuen Wandertruppe meine arglos gestellte Frage so schnell in die Tat umsetzte, aber hinter meiner Erkundigung vor einer Woche lag also höchstens ein bisschen Absicht, gäll Beat.

Wie auch immer, am letzten Sommertag dieses Jahres, also gestern, startete unsere Wanderung in San Bernardino.

Der Anstieg zur Bocchetta de Curciusa war mitunter ziemlich direkt,

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nicht selten auch etwas abschüssig

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und von nicht mehr wirklich sommerlichem Wetter begleitet.

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Auf der 2’388 m hohen Bocchetta de Curciusa verzogen sich die Nebelbänke allmählich.

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Viel Gras wächst auf dieser Höhe wahrlich nicht. Nimmt mich bloss wunder, wovon diese eher scheuen Rinder leben.

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Allmählich wird der Blick ins obere Val Curciusa frei,

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und wir sehen den langen, aber nicht allzu steilen Abstieg vor uns.

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An Wegzeichen fehlt es wahrlich nicht. Den Weg muss man sich zwischen den Felsblöcken oftmals selber suchen.

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Ist das nicht ein Traum? Das Val Curciusa wird wohl nicht allzu häufig begangen. Im zeitigen Sommer oder nach Regenfällen dürfte die Überquerung der zahlreichen Wasserläufe mitunter etwas schwierig sein.

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Das abgelegene Tal wird im Sommer von zahlreichen Tieren bewohnt. In der Fläche weiden Rinder und Pferde, an den steilen Hängen blökende Schafe.

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Die Alp de Rog befindet sich relativ weit vorne im Tal. Hätten sich in den Neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts Umweltschutz-Verbände nicht vehement dagegen gewehrt, wäre das Tal unter Wasser gesetzt worden und wohl auch diese Alp unter den Fluten verschwunden.

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Auch unterhalb der Alp de Rog gibt es nur einen Fusspfad. Es ist somit eine der wenigen bewirtschafteten Alpen, die nicht mit einem Fahrzeug zu erreichen sind.

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Es war eine wunderschöne Wanderung in landschaftlich einmaliger, ursprünglicher Umgebung. Leider war die Zusammensetzung der Gruppe diesmal nicht so harmonisch. Die Giftpfeile, die laufend abgeschossen wurden, taten dem Anlass Unrecht. Wäre dies meine erste Wanderung mit den FF gewesen, wäre meine Beurteilung dieser Wandertruppe wahrscheinlich nicht so euphorisch ausgefallen.

Für trittsichere, geübte Wanderer ist das Val Curciusa eine überaus lohnende Tour, die in sechs Stunden zu machen ist.

Vielen Dank fürs Organisieren, Beat!

Weitere Infos zur Tour gibt es hier.

Alleine oder gar nicht?

Ich stand vor einer Entscheidung, die ich in Zukunft wohl häufig, wenn nicht gar täglich, werde fällen müssen. Lieber alleine oder gar nicht?

Am letzten Freitag wollte ich unbedingt eine Wanderung unternehmen. Und es sollte keine Flachland-Tschalperei werden, dafür war das Wetter zu gut, die Temperaturen vor der Haustüre zu heiss, meine Lust auf Neues zu gross. Also: ab in die Berge! Da sich keine geeignete Begleitung fand, zog ich halt alleine los.

Mit dem Zug fuhr ich bis nach Spinas, die erste Haltestelle im Engadin auf der Albula-Strecke. Dort kommt man von Zürich aus nicht vor 9.35 Uhr an. Der Weg führte durchs Val Bever. Was für ein herrliches Fleckchen Erde mit diesem rauschenden Bergbach!

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Es tat mir beinahe Leid, dass mein Weg mich schon bald von der Talsohle weg am rechten Hang bergauf zur Fuorcla Crap Alv führte.

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Das muss ein besonderer Spassvogel gewesen sein, der hier diese Tafel angebracht hat. Wo wohl die Autos durch müssen…?

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Auf der 2’465 m hohen Fuorcla Crap Alv änderte sich die Vegetation schlagartig. Auf der Nordseite war der Bewuchs viel spärlicher, kaum Blumen blühten. Schon konnte man die Albula-Passstrasse ausmachen. Die Berge dahinter gehören nicht gerade zum Schönsten, was dieses Land zu bieten hat.

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Von den malerischen Lais digl Crap Alv ertönte Alphorn-Gebläse bis zur Fuorcla hinauf.

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Hier rechts auf dem Halbinselchen kann man den Musikanten erkennen.

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Für mich führte der Weg nur noch bergab. Und schliesslich kam ich an einer der grössten Augenweiden des Albula-Tals an: dem türkisfarbenen Lai dal Palpuegna. Dieser war für mich ganz klar zu bevölkert. Ganze Sippschaften lagerten an seinen Ufern. Fotografieren und nichts wie weg!

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Mein ursprünglicher Plan hatte vorgesehen, von Preda aus wieder heim zu fahren. Doch hatte ich meine Marschtabelle massiv unterboten und so beschloss ich, damit das Verhältnis von Anreise und Wanderung etwas ausgeglichener ist, weiter nach Bergün zu wandern. Preda mit seiner Baustelle für den Tunnel-Neubau wirkte ohnehin nicht sehr einladend.

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Gute 1 1/2 Stunden wanderte ich noch neben, über und unter der berühmten Albula-Bahnstrecke (Unesco Weltkulturerbe!) talauswärts.

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In Bergün hatte ich gerade noch genügend Zeit, meine Füsse im Dorfbrunnen zu kühlen, ein Glacé zu schlecken und schon kam das rote Züglein wieder angebraust. Nach 5 Stunden reiner Wanderzeit stand eine 3 1/2-stündige Heimfahrt auf dem Programm. Meine SBB-Tageskarte habe ich sehr gut ausgenützt.

Fazit: Lieber alleine wandern als gar nicht wandern.

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