Alvier zum zweiten

Man schaut ihn immer wieder an, wenn man vom Bündnerland heim fährt. Aber man weiss nicht, wer er ist. Ausser, man sei schon mal oben gewesen. Ich war gestern bereits das zweite mal oben. Auf dem Alvier. Als ich das erste Mal den 2’341 m hohen Gipfel bestieg, war die Palfries-Seilbahn noch nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Mein Mann und ich nahmen damals den Aufstieg vom Tal aus in Angriff und übernachteten in der Gipfelhütte. Mann, muss ich gut gewesen sein!

Nach etwas verzettelter Anreise finden wir uns alle bei der Gipfelstation der Palfries-Bahn ein.

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Es empfängt uns der blauste Himmel, den man sich vorstellen kann.

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Durch die nahezu kahlgefressene Weide-Landschaft geht es anfänglich sanft aufwärts.

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Dann folgt der steile Teil des Aufstiegs, der um diese Jahres- und Tageszeit im Schatten liegt.

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Durch die vielen Kehren arbeiten wir uns hoch. Der Weg ist anspruchsvoll, verlangt wegen dem vielen losen Geröll Vorsicht und Trittsicherheit.

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Unschwer zu erkennen, weshalb dieser Wegabschnitt “Leiterli” heisst.

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Wir sind begeistert – sowohl vom Weg als auch vom Panorama.

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Auch im oberen Wegabschnitt hat es nochmals Passagen, die mit Drahtseilen abgesichert sind.

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Geschafft! Der Barfussmann macht ein Gipfelfötteli von uns.

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Der Alvier-Hütte liegt wenige Meter unterhalb des Gipfels.

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Dieses Bild hat Beat nicht etwa am Strandbad Mythenquai gemacht, sondern auf dem Alvier-Gipfel. Ein ca. 75-jähriger Mann ist die Strecke, die wir gleich im Abstieg gewältigen werden, barfuss hochgelaufen. Unglaublich!

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Nach ausgiebiger Rast und Einkehr in der Hütte machen wir uns an den Abstieg.

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Der Barfussmann – für den Abstieg mit Trekking-Sandalen aufgerüstet – hat uns wieder eingeholt.

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Der Beweis: Ein Ross kann nicht lesen.

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Nach fast 1’000 Metern Abstieg geht es wieder bergan.

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Aber nicht nur. Unterhalb der Felsen von Flidachöpf wird der Weg nochmals richtig anspruchsvoll und interessant. Genau das Terrain von Frau Flohnmobil!

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Doch auch der anspruchsvollste Weg endet einmal und wir finden uns wieder auf einem breiteren Weg – wo das Fotografieren nicht mehr unter Absturzgefahr stattfindet.

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Der Weg führt noch etwas durch den Wald, zwischendurch kurz auf der Fahrstrasse Richtung Palfries, dann über offene Weiden.

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Nach rund fünf Stunden Wandern freut uns der Anblick der Seilbahn-Station. Was wir zu dem Zeitpunkt noch nicht wissen: Wir müssen über eine Stunde warten, bis wir runterfahren können. Was lernen wir daraus: Das nächste Mal unbedingt auch die Talfahrt reservieren!

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Das war eine anspruchsvolle, lohnende Wanderung bei perfektem Wetter mit perfekter Begleitung.

Vielen Dank an Beat für die Planung und Durchführung dieser Tour. Ich bin immer wieder gerne mit dabei!

Mehr Infos und Bilder gibt es HIER.

Karte

Freistil-Wandern in Flims

Es gibt Blog-Beiträge, die sind längst geschrieben. und ich hirne immer noch an einem passenden Titel rum. Heute ist es umgekehrt. Ich habe noch nichts Gescheites geschrieben, kein Bild eingefügt, wüsste aber X Titel.

Über sieben Brücken
Singing in the Rain
Ausgeschlafen wandern
Freistil-Wandern

Da ich die letzten Tage in Brigels bei meiner Mutter verbrachte, war der Anfahrtsweg zur Wanderung in Flims, die ich selber initiiert hatte, erfreulich kurz. Mein Wecker klingelte, da sassen die Wander-Kollegen schon im Zug nach Chur. Ausgeschlafen wandern.

Nach einer Irrfahrt durch das neu erstellte, noch gespenstisch anmutende Parkhaus in Flims gelangte ich durch einen ebenso gespenstisch anmutenden Lift, vorbei an künftigen Ladenlokalen, wo noch emsig gearbeitet wurde, zum vereinbarten Treffpunkt. Und da kamen sie auch schon.

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Mit dem Sessellift fuhren wir hoch nach Naraus. Kurzes umschauen. Durchstarten. Und nach ein paar Hundert Meter kam Beat und machte mich drauf aufmerksam, dass wir nicht auf der von mir vorgesehenen Route wanderten. Huch, das wird wohl Abzug geben, Frau Tourenleiterin. Disappointed smile  Nach kurzem Kartenstudium war auch mir klar, dass wir einen Weg zu tief unterwegs waren. Dabei wäre es hier so gemütlich gewesen.

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Was dann kam, wird unter der Bezeichnung Freistil Wandern in die Annalen eingehen.

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Und dann hatten wir ihn wieder, den richtigen Weg.

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Kurz vor Erreichen der Schwemmebene Plaun Segnas Sut.

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Boah!

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Wir machten einen kurzen Abstecher über die Ebene, denn…

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… ihn wollten wir uns nicht entgehen lassen.

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Auf dem gleichen Weg ging es wieder zurück.

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Chan ich im Fall au!!!

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Wer hätte gedacht, dass man am Rande der Schwemmebene Segnes Honig chrömle kann? Okay, dem Preis nach ist da zwar eher flüssiges Gold in den Gläsli. Ich verbuche es unter “Entwicklungshilfe”.

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Der eigentliche “Flimser Wasserweg” hat noch nicht begonnen. Hier nimmt das Wasser allmählich Fahrt auf.

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Tief hat sich die Flem in die Landschaft eingefressen…

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… und die Felsen geformt.

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Es Natur-Brüggli.

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Und da kommt das erste Designer-Brüggli des, Zitat, “berühmten Bündner Brückenbauers Jürg Conzett” zum Vorschein.

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Wahnsinnig, zu was die Natur fähig ist! Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus.

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Bei der Mittagspause ging plötzlich das Gerücht um, es beginne zu regnen…

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… was sich bald als Wahrheit herausstellen sollte. Zum Glück war die Ustria Startgels schon in Sichtweite. Bevor es wie aus Eimern schüttete, waren wir bereits am Trockenen.

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Nach intensivem und wiederholtem Studium aller verfügbarer Wetterberichts-Quellen, einem Kaffee bzw. rekordverdächtig teuren Cappuccino, entschieden wir uns, die Wanderung trotz leichtem Regen fortzusetzen. Der ausgelassenen Stimmung tat das Wetter keinen Abbruch. Singing in the Rain.

An dieser Stelle nochmals besten Dank an Beat, dass du mir deinen Schirm geliehen hattest. Ich war froh drum, auch wenn er farblich nicht 100 % zu meinem T-Shirt passte. Be right back

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Der Weg führt weiter am Rande der teils wilden Schlucht. Über sieben Brücken.

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Längst hatte es aufgehört zu regnen. Die Schirme waren nur noch zum Trocken aufgespannt.

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Gegen Ende des Wasserwegs kamen wir an einem beinahe zu perfekt eingerichteten Picknick-Platz mit Wasserspiel und Grillstellen vorbei.

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Ich habs schon lange geahnt, dass Internet-Zugang früher oder später ein Menschenrecht wird.

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Das nächste Wegstück führt durch ein wahres Labyrinth an Felsblöcken und Bäumen. Ohne Markierung hätten wir hier nie mehr rausgefunden!

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Furchterregende Gestalt am Wegesrand.

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Ein letzter Blick auf die wilde Flem. So viel Wasser wie an diesem Tag hatten wir Alle schon lange nicht mehr gesehen.

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Nach 4 1/2 Stunden reiner Wanderzeit und viel herumschauen und staunen waren wir wieder zurück in Flims, wo ich meine Wandergspänli verabschiedete und – ausnahmsweise – mit dem Auto heim fuhr.

Danke euch Allen, das ihr mit mir den Trutg dil Flem gewandert seid. Nun kann ich wieder eine Wanderung aus meiner Wunschliste abhaken.

Weitere Infos und Bilder zur gestrigen Unternehmung gibt es HIER.

Karte

Panoramaweg mit und ohne Panorama

Ich wollte schon lange mal auf die Griesalp. Um die steilste Postauto-Strecke der Schweiz zu befahren, hätten wir im gäle Wägeli sitzen bleiben müssen. Doch unser Ziel ist ein anderes. Begleitet vom herrlichen Anblick der Blüemlisalp fahren wir mit dem Sessellift von Kiental nach Ramslauenen.

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Der Sessellift erschreckt wahrhaftig niemanden. Ich gehe davon aus, dass wir alle ausgeschlafen sind, bis wir oben ankommen.

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Kurzes Studium von Karte und Wegweiser und es kann losgehen. Unsere Route ist mit 6 Stunden 10 Minuten angegeben. Das ist eine Stunde mehr als SchweizMobil. Wenn das stimmt, wird meine Planung über den Haufen geworfen.

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Wir folgen dem gut ausgeschilderten Weg, der anfänglich etwas ansteigt, aber keine grossen Gümpe macht.

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Blick auf meinen Heimatort. Ich war noch immer nie dort. Ich muss mir Aeschi wohl mal als baldiges Wanderziel vormerken.

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Etwas ganz Neues: Nach unzähligen Wanderungen, in denen es vor Trockenheit gestoben hat, waten wir hier etwas im Dreck umher (Variante Bea),  bzw. versuchen, dem Morast auszuweichen (alle Anderen) …

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… denn die Rindviecher haben dem Weg zugesetzt.

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Der Anblick von Tau – und erst noch auf Augenhöhe – versetzt mich in Entzücken.

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Längere Passagen des Lötschberg Panoramawegs verlaufen unspektakulär und – vor allem ohne Aussicht – durch den Gebirgswald,

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ganz kurze Passagen auch auf asphaltierter Strasse.

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An den Abhängen über uns hängt plötzlich Nebel. Ist das bereits die erste Herbst-Wanderung?

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Ein paar wenige ausgesetzte Meter sind mit Drahtseilen gesichert.

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Zum exakt richtigen Zeitpunkt taucht der Rastplatz am Bundergrabe auf.

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An den besonnten Hängen wird es ganz schön warm. Wir begrüssen jedes einzelne Lüftchen mit Handkuss.

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Mitten auf der Wanderung erfährt Lia, dass sie zum ersten Mal Grossmutter geworden ist.

Herzlich willkommen, kleine Eva!

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Die paar Bäche, die wir bis anhin überquert haben, sind allesamt ausgetrocknet. Der Stägebach bildet eine Ausnahme.

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Wir blicken auf die Höger, wo das Aushub-Material des Lötschberg-Basistunnels deponiert wurde.

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Der Weg führt hartnäckig immer wieder mal ein paar Meter bergauf.

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Dieser Abschnitt der Wanderung wäre in Sachen “Idylle” durchaus zu toppen. Wir sind kurz vor Kandersteg.

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Geschafft! Während wir uns noch an riesengrossen Eiskaffees laben, füllt sich der Bahnsteig unaufhaltsam mit Leuten. Im Zug nach Bern gibt es anschliessend ein ziemliches Gstungg. Ich schreibe es mir mal wieder hinter die Ohren: An einem Sonntag sollte man eigentlich nicht wandern gehen.

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Das war sie, unsere Wanderung auf dem Lötschberg Panoramaweg. Wir haben fünf Stunden benötigt für die 17 km, 660 m Auf- und 925 m Abstieg.

Vielen Dank an meine Mitwanderinnen und Mitwanderer. Ich hoffe, ihr kommt wieder mal mit auf eine meiner Wandertouren.

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Hei….. die Heidelbeeri!

Fast jede Wanderung beginnt …. mit einem Pipi. Das weiss man auch in der Göscheneralp und hat deshalb die entsprechende Infrastruktur errichtet.

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Nix mit einlaufen, vom ersten Meter an geht es bergauf.

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Der Postauto Chauffeur hat den Passagieren geraten, die Göscheneralpsee Umrundung von links her anzugehen. Es sei einfacher. Diesen Rat schlagen wir in den Wind und halten uns an den ursprünglichen Plan, sind uns aber nicht einig, ob linksum nicht doch das ist, was wir machen. Ich bin der Ansicht: Wir sind rechtsum unterwegs.

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Letzte Wolkenreste vom Regen der vergangenen Nacht hängen noch an den Berggipfeln.

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Noch ist die ganze Gruppe zusammen.

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Im hinteren Bereich des Sees hat es viel Heidelbeeren, denen niemand widerstehen kann. Man könnte sich allerdings bequemere Stellungen vorstellen, um die Ernte einzufahren.

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Zu viert verbleiben wir – wie vorgesehen – in den sich verfärbenden Heubbeeri-Stüdeli und weiden diese mehr oder weniger systematisch ab. Nicht jedes mitgebrachte Schäleli wird voll. Das erklärt sich einerseits mit der Grösse derselben und andererseits mit der Ausdauer der Pflückerinnen. Mein Schäleli wird mir für drei Desserts reichen.

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Weit unter uns ist im See gerade eine Enten-Regatta im Gang. Oder üben die Viecher Synchronschwimmen?

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Wir überqueren die Chelenreuss

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und geraten kurz darauf in eine Ziegenherde, der wir einige Zeit zuschauen.

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Über Stock und Stein geht es weiter. Der Weg verlangt Aufmerksamkeit.

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Vor bombastischer Kulisse machen wir vier Frauen Mittagshalt.

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Dort, wo der Weg zur Dammahütte abzweigt, erhält unser Trüppli männliche Verstärkung. Der Rest unserer neunköpfigen Gruppe dürfte schon bald bei der Hütte oben sein. Diesen steilen Aufstieg schenken wir uns.

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Diese Wanderung bietet so viele begeisternd schöne Fotomotive, ich kann mich kaum festlegen, welche Bilder ich hier veröffentlichen soll.

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Der Weg bleibt anspruchsvoll. Auch wieder mal schön, nicht ständig Mountain-Bikern ausweichen zu müssen. Winking smile

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Unverkennbar ein Gletschertal mit der rund ausgeschliffenen Talsohle. Der Chelengletscher (rechts) und der Maasplanggfirn haben sich weit zurückgezogen.

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Was mal ewiges Eis war, dümpelt nun im Göscheneralpsee und wird früher oder später zu Elektrizität verarbeitet.

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Blick talauswärts. Das Göscheneralptal ist stark frequentiert. Ich war das letzte Mal vor 30 Jahren hier. Da gab es den Campingplatz (in der Bildmitte beim Seelein) noch nicht, dafür herrschte im ganzen Tal Campingverbot.

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Das war’s. Eine lohnende Tour in wilder Natur (auch ohne den Aufstieg zur Dammahütte).

Danke an alle Mitwanderer für die tolle Kameradschaft.

Mehr Informationen und haufenweise Bilder gibt es HIER anzuschauen.

Karte

Basislager Pontresina

Und schon wieder bin ich zusammen mit meinen Wanderfreunden unterwegs gewesen. Im Gegensatz zur letzten mehrtägigen Wanderung waren wir diesmal nicht von einer Unterkunft zur nächsten unterwegs, sondern haben in Pontresina unser Basislager etabliert. Wenn ich zurückblicke, fällt es mir schwer, zu sagen, welches denn nun die schönste Tagesetappe war.

War es der erste Tag

an dem wir nach der Anreise aus dem heissen Unterland erst mal tief durchatmeten, bevor es los ging?

Dies geschah auf der Bernina-Passhöhe. Den Weg dem Lago Bianco entlang mussten wir uns mit vielen Radfahrern und gemächlich spazierenden Mitgenossen teilen.

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Bei der Abzweigung zu Sassal Mason trennte sich die Spreu vom Weizen.

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Hinter dem Berghaus mit seinen mich an Trulli erinnernden Steinbauten öffnet sich der Blick zum Palü Gletscher.

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Weiter ging es zur Alp Grüm, von wo aus der Gletscher sich nicht minder spektakulär präsentiert.

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Spätestens jetzt weiss Anita sicher, um welche “Autobahn” es sich hier handelt.

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Am Lago Bianco erwischte uns ein kurzer Regenschauer. Gerade lange genug, dass wir uns genötigt sahen, einen Regenschutz hervorholen.

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Das war also unser erster Wandertag. Bereits sehr spektakulär. Mit 16 km Streckenlänge, 430 m Aufstieg und 610 m Abstieg eher von der gmögigen Sorte.

Karte Tag 1

Würde Tag zwei mein Favorit werden?

Wir fuhren mit der 111 Jahre alten Muottas Muragl Bahn auf den berühmten Oberengadiner Aussichtsberg.

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Was für ein Wetter, nachdem am Vorabend noch ein zünftiges Gewitter die 1.-August-Feier gespült hatte!

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Die Panoramen folgen Schlag auf Schlag.

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Der Weg führt an der Segantini-Hütte vorbei (die mit dem patriotischen WC-Häuschen….), unterhalb des Piz Languard durch bis zur Fuorcla Pischa.

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So viele Steine an einem Tag hatte ich schon lange nicht mehr gesehen.

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Bemerkenswertes am Wegesrand. Mal in Form von Rhätischem Alpenmohn.

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Mal als Steinskulptur. Je nach Fantasie kann man sie als Fackel, Empire State Building, Kirchenturm oder Zipfelmütze interpretieren.

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Nach langem Abstieg standen wir unten an der Talstation der Diavolezza-Bahn. Die Zeit reichte für einen Abstecher zum 2’973 m hohen Berghaus.

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Dort ist man voll auf Touris eingestellt. Sogar Schnee wurde extra deponiert.

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Der Ausblick – ein bedenklicher. Apere Gletscher. Das ewige Eis auf dem Weg in die Endlichkeit.

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Das war dann also Tag zwei. Mit 16 km Streckenlänge, 740 m Höhenmeter im Aufstieg und 1’100 im Abstieg wesentlich weniger gemütlich als am Vortag.

Karte Tag 2

Ich dachte, der dritte Tag würde das Filetstück unserer Touren sein.

Da wusste ich allerdings noch nicht, dass ich meinen schlechten Tag einziehen würde. Mit flauem Magen setzte ich mich am Morgen ins Postauto. Die kurvenreiche Fahrt über den Berninapass und durchs Val da Camp trug in keinster Weise zu meinem Wohlbefinden bei.

Bei der Ankunft bei der Saoseo Hütte muss ich wohl etwas blass um die Nasenspitze gewesen sein.

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Aber zu diesem Saoseo-See hoch wollte ich schon lange. Und bis dorthin schaffte ich es auch. Doch dann musste ich die Anderen ziehen lassen.

Meine “Mühen” hatten sich gelohnt. Ein märchenhaft schöner See lag mir zu Füssen.

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Nach ausgiebigem Staunen und Fotografieren ging ich zurück zur SAC-Hütte und entschied mich dort, den Weg an die Passstrasse zu Fuss anzugehen. Es wurde eine der längeren Stunden meiner Wanderkarriere.

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Es sollte sich herausstellen, dass meine “Wanderung” doch noch 8 km lang wurde. Zum Glück ging es vorwiegend bergab. Mehr hätte ich in meinem Zustand nicht geschafft.

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Tag drei wird also definitiv nicht als Königsetappe in mein Palmares eingehen.

Wird der vierte Tag den Sprung zuoberst aufs Podest schaffen?

Dieser Tag begann an der schweizerisch-italienischen Grenze, an der Forcola di Livigno.

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Unverzüglich ging es bergan. Trotz leerem Magen konnte ich gut mithalten.

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Nach 240 Höhenmeter Anstieg öffnete sich bei La Stretta der Blick ins Val da Fain.

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Wir folgten dem Weg, der anfänglich nur ein Pfad, später eine Fahrstrasse ist, talauswärts. Unterwegs trafen wir viele Murmeltiere an.

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Beats Geduld wurde belohnt. Hier eines seiner tollen Fotos:

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Bei Bernina Suot erreichten wir die lärmige Bernina-Passstrasse.

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Es gab dennoch auch Sehenswertes am Wegesrand.

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Und wo Wasser fliesst, ist es ohnehin immer spektakulär. Badefreuden (aus der Zuschaueroptik) inklusive.

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Nach der Einkehr bei der Station Morteratsch hatten die meisten von uns noch nicht genug und nahmen den Weg nach Pontresina gleich auch noch (im Laufschritt!) unter die Füsse.

So wurde eine 20 km lange Etappe daraus, die uns 240 m bergauf und 780 m bergab führte.

Karte Tag 4

Bleibt noch Tag fünf

Da die Männer gestern den Heimweg angetreten hatten, gönnten wir vier Frauen uns am letzten Wandertag eine Ausplämperli-Tour.

Bei herrlich frischen Temperaturen starteten wir vor 9.00 Uhr ins Val Roseg. Wie würden wir in den kommenden heissen Tagen zu Hause diese Frische vermissen! Alle vier? Mitnichten, eine Dame griff nach kurzer Zeit zu Handschuhen und Ärmeli! Ich kommentiere das lieber nicht.

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Ein angenehmer Weg mit diversen Kinder- und Touristen-Beschäftigungs-Posten führt 7 km ins Val Roseg hinein.

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Das Hotel/Restaurant Roseg ist berühmt für sein Dessertbuffet. Bei unserer Ankunft wurde es gerade aufgebaut.

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Wer hätte da widerstehen können? Bei solcher Aussicht können wir so schnell nicht wieder Kaffee und Kuchen geniessen.

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Und weil wir heute gänzlich auf der Touristen-Schiene fuhren, liessen wir uns gemütlich in der Kutsche zurück nach Pontresina schaukeln.

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Der Weg ins Val Roseg ist 7 km lang und steigt 270 m an. Er ist SEHR stark frequentiert, sei es von Spaziergängern, Wanderern, Velofahrern oder Pferdegespannen. Für letztere zwei steht eine separate Fahrstrasse zur Verfügung.

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Das waren sie dann, diese fünf Touren im Oberengadin. Ich will und kann hier nicht werten, welches die schönste Tour war. Auf ihre Art war jede schön.

Mein herzlicher Dank geht an Barbara für die Idee und Organisiation dieser Touren. Ebenso an Margrit, die uns mit ihrem Lokalwissen zur Seite stand. Und natürlich auch an Klara, Beat und Georges, die alle auf ihre Art zum Gelingen dieses Mehrtägers beigetragen haben.

Ich freue mich schon aufs nächste Jahr!

Zahlreiche weitere Fotos und Informationen zu diesen Wanderungen finden sich unter diesen Links:

Tag 1 ***  Tag 2 *** Tag 3 *** Tag 4

 

Auf zum musikalischen See

Weiter geht’s! Dies sind Tag drei und vier unserer Mehrtages-Wanderung.

Nach einem Gewitter in der Nacht sieht das Wetter am Morgen wieder einigermassen freundlich aus.

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Morgens um halb Acht ist ein Pflug talwärts gefahren. Kein Witz! Wir vermuten, dass das nach jedem Regen Programm ist, um die losen Steine, die sich zweifelsohne vom seltsam anmutenden Gestein immer wieder lösen, zur Seite zu schieben.

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Die Hochspannungsleitung begleitet uns auf dem Weg zum Sanetsch-Pass.

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Mit dem Sanetschpass haben wir auch die Wasserscheide überquert. Dieses lammfromme Bächlein – es hört auf den Namen Sarine (Saane) –  fliesst dereinst in die Nordsee.

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Der Weg führt dem Ufer des Sanetschsees entlang und ist schon beinahe übertrieben gut gesichert.

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Die Ernüchterung an der Staumauer: Das Restaurant ist geschlossen. Wie wir später erfahren werden schon längere Zeit. Kein Kafi! Sad smile

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Was wir dagegen bereits gewusst haben: Der anvisierte Weg ist nach einem Felssturz gesperrt.

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Es bleibt keine Wahl: Wir müssen mit der Seilbahn runter.

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In Gsteig empfängt uns die einzige Regenzelle über dem ganzen Land. Wir stehen bei der Kraftwerkszentrale unter, erhalten von einem sehr aufgeschlossenen Mitarbeiter eine private Werksführung und lassen es draussen schiffen.

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Schon wieder drängt sich eine Änderung auf. Wir visieren zuerst Gsteig an, wo wir kurz einkehren und es ausregnen lassen.

Die Regentrachten sind sehr variantenreich. Am besten gefällt mir Barbaras Dööh-Piäss.

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In drückender Wärme, begleitet von letzten Tropfen, packen wir den Aufstieg zur Chrine an.

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Blick zurück zum Col du Pillon.

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Nach der Chrine ein weiterer kurzer Anstieg und dann geht es nur noch bergab.

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Und endlich kommt er in Sicht. Der See, der uns schon so lange nachläuft.

…. Note Note Note  L o u e n e – S e e e e e e h  Note Note Note 

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Unterwegs fallen nochmals ein paar Tropfen, aber als wir am Ufer des kleineren der beiden Seen stehen, scheint die Sonne. Badefreuden steht nichts mehr im Weg.

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Das Postauto bringt uns nach Lauenen, wo wir im Hotel Wildhorn bestens einquartiert sind. Wir sind uns einig, dass wir uns mit jedem Tag, sowohl was die Übernachtung als auch die Verpflegung betrifft, gesteigert haben.

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Es finden einige Rochaden statt und so starten wir den vierten und letzten Tag nur noch zu sechst und mit zwei total frischen Wanderern.

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Der Aufstieg nach Chüetungel übers Tungeltrittli ist teilweise ausgesetzt, aber gut abgesichert.

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Und immer wieder der Blick zurück zum….   Note Note Note 

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Bei Chüetungel öffnet sich die Landschaft.

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Im sehr sympathischen Alpbeizli Stieretungel kehren wir ein.

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Es gilt nochmals 300 Höhenmeter zu bewältigen.

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Auf 2’378 m haben wir den höchsten Punkt aller vier Tage erreicht. Unser Zwischenziel, der Iffigsee, ist auch zum Vorschein gekommen.

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Baden ist einmal mehr freiwillig.

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Es folgt noch der Abstieg zur Iffigenalp und eine laaaange Heimfahrt.

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Den genauen Routenverlauf von Tag drei kann man HIER und HIER nachlesen.

Denjenigen des vierten Tages HIER.

Schweiz Mobil behauptet, wir seien in diesen vier Tagen 54,15 km weit gelaufen, hätten 4’144 Höhenmeter im Aufstieg und 2’913 im Abstieg bewältigt.

Ich dagegen behaupte, unabhängig dieser nackten Zahlen war es einfach nur schön. Und Wetterglück hatten wir auch. Aber in erster Linie habe ich die Erkenntnis gewonnen, dass eine Wanderung nur so toll sein kann, wie die Leute, die mitwandern.

Ich danke allen Mitwanderinnen und Mitwanderern für ihren Einsatz und ihr Vertrauen in mich als Tourenleiterin. Auf ein ander Mal!

Weitere Fotos und Informationen zu den ersten drei Tagen dieser Wanderung gibt es HIER.

Und wer den Anfang verpasst hat: HIER geht es zum Bericht von Tag eins und zwei.

Und es werde Derborence!

Lange geplant, am 23. Juli umgesetzt. Wir sitzen zu siebt im Zug ins Wallis und starten das Unternehmen “Viertageswanderung”. Die lange Fahrt endet in einer Region, wo wir sonst für Tageswanderungen nicht hinkommen: im Waadtland. In Bex besteigen wir das altertümliche Züglein Richtung Villars-sur-Ollon.

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Die Euphorie über die Nostalgie-Fahrt auf dem Schmalspur-Trassee mit Zahnstangen verpufft rasch, als wir feststellen, dass der Bus nach Solalex den um etwa 10 Minuten verspäteten Zug nicht abgewartet hat. Der nächste Bus fährt erst in vier Stunden. Rolf setzt sich ins Zeug und so können die drohenden zwei Zusatzstunden Wanderzeit immerhin halbiert werden.

In Les Ernets geht es also los und wir sind eigentlich ganz entzückt vom Weg.

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Nach weniger als einer Stunde kommt Solalex in Sicht. Bis dorthin ist die Strasse öffentlich befahrbar, es hat mehrere Ferienhäuser und zwei Restaurations-Betriebe.

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Der Aufstieg nach Anzeinde ist mitunter etwas ruppig und quert mehrere Gräben.

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Schon fast ein kleines Dorf, dieses Anzeinde. Auch hier könnte man einkehren und/oder übernachten.

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Ist das nicht einfach nur traumhaft schön?

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Am Pas de Cheville beginnt der Abstieg nach Derborence.

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Erst bei genauerem Hinsehen entpuppt sich das grüne Etwas auf der verblühten Anemone als Doppelpack. Wer ist hier was und was machen die genau?

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Lac de Derborence. Wie lange wollte ich schon hierhin! Mit meinem Mann zusammen habe ich das leider nie geschafft; dieses Tal ist einfach zu abgelegen, zu weit weg von daheim.

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Meine Erwartungen werden nicht enttäuscht. Dieser See, der erst durch einen Felssturz vor 300 Jahren entstanden ist, ist ein wahres Idyll. Die ganze Gegend strahlt auf mich eine unbeschreibliche Magie aus.

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Nachdem wir uns in der Refuge du Lac einquartiert haben, unternehmen wir einen Rundgang um den See

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und in den See. Die Meisten von uns allerdings höchstens bis zu den Knien.

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Skulpturelles am Wegesrand. Die Natur erweist sich einmal mehr als begnadete Künstlerin.

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Nach einer mittelprächtig guten Nacht im Massenlager starten wir in der Kühle des Morgens zur zweiten Etappe.

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Es ist gut auszumachen, wo vor dreihundert Jahren die Felsmassen ins Tal gestürzt sind.

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Der Weg schlängelt sich im Bergsturzgebiet um die Felsblöcke. Mal auf, mal ab, zahlreiche Rinnen querend.

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Ein vermeintlicher Muni, der mitten im Weg steht, erweist sich als stämmiges Ehringer Rind. Clara rettet unseren Tag und lotst das Rindvieh zurück zur kleinen Herde.

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Irgendwo im linken Teil des Bildes muss der Weg weiter führen. Wir können uns im Moment nicht so ganz vorstellen, wo es durchgehen soll.

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Es darf gekraxelt werden.

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Wir überwinden die mit Ketten, dicken Tauen, Eisenbügeln und Leitern abgesicherte Passage und erfreuen uns oben nicht nur unserer Leistung, sondern eines prächtigen Panoramas in den Kessel von Derborence.

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Was nun folgt, kann uns nicht mehr erschüttern.

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Weder das kurze Schneefeld, über das wir auf 2’300 m absteigen müssen

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Noch die Karrenfelder, die es am Col de Sanetsch zu queren gilt.

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Wir haben unsere Tagesziel beinahe erreicht.

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Im Hotel du Sanetsch auf 2’046 m beziehen wir Quartier

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und bestaunen das Panorama auf der anderen Seite des Rhone-Tals.

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Das wären die ersten zwei von insgesamt vier Tagen.

Die Details der ersten Etappe gibt es hier nachzuschauen.

Die zweite Etappe kann man hier bequem vom PC aus mitwandern.

Wen die Geschichte von Derborence interessiert, wird hier fündig.

Fortsetzung folgt HIER.

Über Stock und Stein zum steinigen Stockhorn

Getreu unserem Motto “Lieber gemeinsam statt einsam wandern” sind wir heute nicht nur ein stattliches 9-köpfiges Grüppchen, sondern es hat auch sonst viele Leute unterwegs. Das Postauto verkehrt ab Thurnern im Doppelpack. Auf der Wasserscheidi beim Gurnigelpass geht die Völkerwanderung los.

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Vom Leiterlipass aus sehen wir in weiter Ferne unser Ziel.

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Ab hier hat es schlagartig weniger Leute.

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Wir arbeiten uns über den prächtig angelegten Panoramaweg vor.

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“Ui, das isch aber immer no wiet ewäg!”

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In den steilen Abhängen, wo keine Kühe gegrast haben, blühen wunderschöne Blumen.

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Was für ein Prachtsexemplar von einer Büschel-Glockenblume!

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Davor geht sogar Frau Flohnmobil in die Knie.

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Der Weg, so aussichtsreich er ist, hat auch seine garstigen Seiten. Von links her stechen Disteln, rechts muss man an den Brennnesseln vorbei zirkeln.

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Stillschweigendes Mampfen.

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Wir nähern uns dem Felsaufbau des Stockhorns.

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Es erinnert irgendwie an die Schwägalp mit dem Säntis.

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Aber das Panorama von der Baachegg aus belehrt uns eines Besseren.

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Noch fehlen fast 300 Höhenmeter.

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Geschafft! Ein Blick auf die Schuhe der Anwesenden offenbart schnell, dass die Meisten mit der Seilbahn hochgefahren sind.

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Blick hinunter zur Mittelstation. Zwei unserer Gruppe werden diesen Weg noch unter die Füsse nehmen, der Rest wählt die gelenkschonende Variante mit der Stockhornbahn.

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Die Attraktion ist die kleine Aussichtsplattform mit luftigem Blick nach unten.

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Auf der Website ist die Rede von “Nervenkitzel”. Mich kitzelt rein gar nichts. Ich kann dieser “Attraktion” nicht allzu viel abgewinnen. Immerhin kostet sie nicht noch extra.

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Aus der Ferne sieht das so aus.

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Genehmigen wir uns lieber nochmals einen Blick aufs umwerfende Panorama und die Richtung, in der wir in einer Woche unterwegs sein werden.

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Vielen Dank, Beat, für die Planung und Durchführung dieser fantastischen Wanderung.

Mehr Infos und Bilder zur Wanderung finden sich HIER.

Karte

Die Polenta-Kur (2)

Ich habe bis anhin gar nicht gewusst, dass es dieses Cimalmotto gibt. Es ist – wie jeder noch halbwegs zivilisierte Krachen dieses Landes – mit dem Postauto erreichbar. Allerdings ist der Fahrplan doch recht spärlich.

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Nach einer geruhsamen Nacht und einem reichlichen Frühstück laufen wir die knappe Viertelstunde runter ins Dörfchen, sehen uns dort noch etwas um, und besteigen dann das Postautöli.

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Der Chauffeur erzählt uns, dass in früheren Jahren hier bis zu 300 Leute gewohnt haben, heute wohnt nur noch eine Familie ganzjährig hier. Aber in den kommenden Wochen werde es hier aussehen “wie in der Stadt”. Alles zuparkiert, jedes Ferienhaus besetzt.

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Mitten im Nirgendwo eine Postautohaltestelle. Und wir.

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Es geht los. Aufwärts. Ohne Umschweife. Gnadenlos steil auf einem Weg, der manchmal kaum mehr als solcher erkennbar ist.

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Angesichts des knöcheltiefen Buchenlaubs kommt Vorfreude auf die Lärchenwälder auf. Wir müssen uns den Weg ertasten oder erstochern.

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Wir schwitzen und fluchen und wünschen uns eine Machete, um all dem Gestrüpp Herr zu werden. Immerhin: Es hat keine Brennesseln.

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Bei der verlassenen Alpe Orsalii folgt der angenehmere Teil des Wegs.

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Dort vorne, am tiefsten Punkt des Grates, sind die 1’400 Höhenmeter Aufstieg endlich geschafft.

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Nach der Bocchetta Cansgéi ein kleiner Vorgeschmack auf den grossartigen

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Lago d’Alzasca.

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Noch trennt uns eine halbe Stunde von diesem Naturidyll.

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Den ganzen Tag ist uns kein Mensch begegnet.

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Diesen Fluten kann auch ich nicht widerstehen, selbst wenn das Seelein vor zwei Tagen angeblich wärmer war. In den Militär-Badehosen stürzen wir uns ins kühle Nass.

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Erfrischt und darauf bedacht, nicht mehr ins Schwitzen zu kommen, nehmen wir die letzten Meter unter die Füsse.

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Endlich: die Capanna d’Alzasca! Um sie hat sich unsere ganze Wanderung gedreht. Nur weil der Koch ein guter Freund meiner beiden Begleiter ist, sind wir überhaupt hier gelandet. Die dreitägige Wanderung haben wir regelrecht um dieses Ziel herum drapiert.

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Zum Nachtessen gibt es – nein, keine Polenta – Brasato mit Risotto. Und selbstverständlich ein Glas Merlot. Eigentlich müsste ich den Titel dieses Blogbeitrags umschreiben. Aber wir hatten im Vorfeld dieser Mehrtages-Wanderung immer von der “Polenta-Kur” gesprochen.

Am anderen Morgen folgt der Teil der Wanderung, vor dem wir uns alle gefürchtet hatten: 1’400 Höhenmeter Abstieg in die Hitze des Maggiatals.

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Unterwegs wiederum viele verlassene Alphütten, teils total überwuchert, teils wieder hergestellt und zum Ferienhaus umfunktioniert.

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Einer der wenigen ebenen Flecken am Weg. Man beachte den Hintergrund.

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Gehen wir noch etwas näher ran. Kein See weit und breit!

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Und weiter geht’s bergab.

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Das Tal ist noch fern.

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Der Weg ist gut ausgebaut und lässt sich gefahrenlos begehen.

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Glücklicherweise liegt praktisch der ganze Abstieg im Schatten.

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Normalerweise würde ich mich ab solcher Landschaft freuen. Doch als wir unten im Tal ankommen, fressen mich, verschwitzt wie ich bin, die Mücken beinahe auf. Im Laufschritt geht’s weiter.

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Bei Someo überquert eine 300 m lange Hängebrücke die Maggia und ihr Schwemmgebiet.

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Wer könnte angesichts der Hitze diese Einladung ablehnen? Kristallklares Wasser sorgt für eine nicht sehr lange anhaltende Abkühlung; es dürfte nahezu 30 Grad heiss sein. Die Bushaltestelle nach Locarno liegt nur wenige Hundert Meter weiter. Ziel erreicht.

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Hier noch der Link zur Wanderung

des brutal steilen Aufstiegs und des wider Erwarten recht angenehmen Abstiegs.

Und zur Capanna d’Alzasca.

Die ersten beiden Tage dieser Wanderung habe ich HIER beschrieben.

Die Polenta-Kur (1)

Wanderungen beginnen häufig mit einer Reise. Diese Wanderung war geprägt von einer besonders langen Reise. Zuerst mit dem Zug bis nach Locarno, dann mit Postauto weiter ins Valle Vergeletto. Ich kenne mein Land ja gut, bin schon viel in abgelegenen Krächen unterwegs gewesen, aber die Fahrt dorthin stellt alles in den Schatten. Schmale Strasse, abschüssig, kaum bewohnte Gegend, Häuser am Hang klebend. Das Tessin so ganz anders als am Lago Maggiore oder auf dem San Salvatore.

In Russo müssen wir in ein kleineres Postauto umsteigen.

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Für einen Besuch in diesem Ristorante bleibt leider keine Zeit.

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Hinter Vergeletto führt dieses Vierer-Kabinchen hoch zur Alpe Salei.

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Dort ist auch unser Quartier. Nach der langen Anreise entwickeln wir Bewegungs-Drang.

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In einem grossen Bogen laufen wir auf den Lago di Salei zu. Unterwegs treffen wir aufgegebene Alpen und verfallene Gebäude an. Es sollten längst nicht die Einzigen bleiben.

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Nach einer guten Stunde kommt der Lago di Salei in Sicht. Man spricht von “baden”.

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Frau Flohnmobil schaut sich dieses auf 1’923 m gelegene Naturidyll lieber aus sicherer Entfernung an.

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Beim Nachtessen ist sie aber wieder ganz vorne dabei. Menu: Mit Gorgonzola überbackene Polenta-Schnitten und Salat. Dazu standesgemäss ein Glas Merlot.

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Die Nacht ist ruhig. Wir sind nur zu fünft in der Hütte und das erst noch auf zwei verschiedene Räume aufgeteilt. Das Hüttenwart-Paar schläft im Nebengebäude.

Nach einer herzlichen Verabschiedung (selbst der Hund gibt Pfötli) schultern wir Drei unsere Rucksäcke und marschieren los.

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Über diese Art von Steinplatten-Wegen laufen wir kilometerlang. Was muss das für eine Mühsal gewesen sein in früheren Jahren, diese Wege zu erstellen. Mittlerweile sind so gut wie alle Alpen aufgegeben und die Lärchenwälder haben die Weiden abgelöst.

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Die Alpe Arena stellt eine Ausnahme dar. Ein paar Kühe, Ziegen, Pferde, Hühner und zwei Esel können wir ausmachen. Ausserdem raucht der Kamin. Sicheres Anzeichen für menschliches Wirken.

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Es ist eine grossartige Wanderung, die in den Kessel von Fornale di Portaresc führt. Leider bleibt das Panorama weitgehend verborgen.

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Am Lago della Cavegna gibts Mittagsrast. Den ganzen Tag schon hat die Sonne nur vereinzelt zwischen den Wolken und Nebelbänken hindurch geschaut. Hier oben auf 1’958 m ist eher etwas kühl, der See nur zum Anschauen.

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Den höchsten Punkt haben wir erreicht. Der Weg führt nun praktisch nur noch bergab in Richtung Cimalmotto, wo uns ein kleiner Gegenanstieg erwartet.

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Dort fragen wir uns nach unserer Unterkunft durch. Das Refugio La Reggia liegt etwas oberhalb des verlassenen Dorfs.

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Den besten Moment zum Fotografieren habe ich hier wohl verpasst. Bei unserer Ankunft kurz vor 17.00 Uhr hatte es nämlich noch Gäste auf der aussichtsreichen Terrasse.

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Die Speisekarte ist klein aber fein. Ich entscheide mich für Ossobucco (ausgezeichnet!!!). Und schon wieder Polenta (mit Pfefferminz verhunzt). Und erst recht Merlot.

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Wer es genauer wissen will, hier ein paar Links:

Seeumrundung am ersten Tag.

Übernachtungsort Alpe Salei.

Wanderung zweiter Tag. Bestens markiert!

Übernachtung im Rifugio La Reggia in Cimalmotto.

Die Fortsetzung liest sich HIER.