Wandern zwischen Himmel und Erde

Nach einer vierstündigen Fahrt quer durchs Land kommen wir in Grimentz an. Husch die Koffer im Hotel deponiert und schon geht es mit der Gondelbahn hoch nach Sorebois.

IMG_7889

Das Wetter ist okay um nicht zu sagen ideal zum wandern, doch mein besorgter Blick gilt in schöner Regelmässigkeit dem Radarbild. Wird es noch vier Stunden halten?

IMG_7890

Die erste halbe Stunde befinden wir uns noch im Bereich der Skipisten, dem entsprechend langweilig planiert ist auch das Gelände.

Das ändert sich schlagartig, als wir beim Col de Sorbois ins nächste Tal blicken können. Wow! Der kitschig türkisfarbene Stausee Lac de Moiry war mir gleichentags einen kurzen Blog-Beitrag wert.

IMG_7895IMG_7898IMG_7901

Die Wanderung auf dem Chemin 2500 ans Ende des Stausees begeistert mit ihren Blumenwiesen, der Aussicht und der Linienführung.

IMG_7911IMG-20190806-WA0001IMG_7915Karte-DI

Wir kommen trocken zurück ins Hotel. Erst in der Nacht beginnt es kräftig zu schütten, begleitet von Blitz und Donnern. Am nächsten Tag ist ein Alternativprogramm angesagt, die vorgesehene Wanderung würde niemandem Spass machen unter dem Regenschirm.

Wir schlendern zuerst durch das malerische Dorf Grimentz. Das tat ich übrigens im letzten Herbst schon einmal und beschloss damals, hier mal mehrere Tage zu verbringen. (-> Blogbeitrag).

IMG_7928IMG_7930IMG_7931

Obschon es von Anfang an regnet, beschliessen wir zu sechst, eine kurze Wanderung zu machen.

IMG_7937

Der Weg nach Vissoie auf der anderen Talseite ist auch bei Regenwetter gut zu begehen. An seinem Ende werden wir mit einer amächeligen Bäckerei/Café belohnt.

IMG_7939

Karte-MI

Am dritten Tag können wir durchstarten. Nach einer Fahrt im vollgestopften Postauto (unsereins komfortabel im Sitzen) besteigen wir bei Chandolin die Sesselbahn nach Le Tsapé.

IMG_7946

Kaum sind wir oben, bleibt die Bahn – aus welchem Grund auch immer – für längere Zeit stehen. Wir möchten nicht tauschen mit all denen, die noch auf den Sesseln sitzen!

Obschon noch etwas Feuchtigkeit in der Luft hängt, sind wir auf Anhieb begeistert von den Ausblicken, die sich uns bieten.

IMG_7948

Der Weg – kurze Zeit noch im Bereich der Skipisten – schlängelt sich dem Hang entlang.

IMG_7952IMG_7954

Im Bereich der Standseilbahn von St. Luc nimmt die Personendichte rapide zu.

IMG_7962

Im historischen Hotel Weisshorn auf 2’337 m genehmigen wir uns eine Kaffeepause.

IMG_7965

Danach wird der Weg schmaler, abwechslungsreicher und noch aussichtsreicher.

IMG_7967IMG_7973IMG_7975

Nach 19 Kilometern, 5 1/2 Stunden und einem finalen Abstieg über mehrere hundert Höhenmeter mit glühenden Bremsmuskeln erreichen wir Zinal. Dort wird morgen auch der Zieleinlauf sein des berühmt-berüchtigten Bergrennens von Sierre nach Zinal. Wir haben schon mal vorgegriffen und sind über weite Strecken auf dieser Route gelaufen.

Karte-DO

Nach dieser herrlichen Wanderung, auf der ich vor Freude die ganze Welt hätte umarmen können, hätte ich nicht gedacht, dass noch eine Steigerung möglich ist. Weit gefehlt!

Am vierten und letzten Tag lassen wir uns von der Gondelbahn nach Bendolla fahren. Anfänglich geht es relativ flach auf einer Fahrstrasse immer knapp im Bereich der Waldgrenze entlang, dann wird der Weg schmaler und steigt an.

IMG_7980IMG_7983

Es ist nahezu wolkenlos. Was sind wir doch für Glückspilze, an so einem Prachtstag wandern zu können!

IMG_7986IMG_7989IMG_7995

Bei La Brinta beginnt der absolut begeisternde Abschnitt dem Grat entlang zum Roc d’Orzival.

IMG_7998P1200527IMG_8001IMG_8004IMG_8010

Blick zurück. Über weite Teile sind wir dem Grat von rechts her gefolgt.

IMG_8014

Es folgt der Abstieg, teilweise über Skipisten, zurück nach Bendolla.

IMG_8016IMG_8030IMG_8034

Wir machen eine regelrechte Ziellandung und huschen ohne jegliche Wartezeit in eine der Gondeln, die nur alle Stunden fahren.

Karte-FR

Nach vier erlebnisreichen Tagen machen wir uns – gesättigt von vielen Eindrücken – auf den langen Heimweg.

Danke allen Mitwanderern für die tolle Kameradschaft. Ihr seid eine so pflegeleichte Truppe, dass es eine wahre Freude ist, mehrtägige Touren zu organisieren. Bis bald!

IMG_8006

Mehr Infos und Bilder zu diesen vier Wandertagen im Val d’Anniviers gibt es HIER.

Verflixt und zugewandert

Nach langer Anreise begannen die Wanderfreuden auf der Alp Flix. Das Wetter zeigte sich anfangs noch etwas zugeknöpft.

IMG_7765

Als geübte Wanderer erkannten wir jedoch rasch, was die Gegend für ein optisches Potential hat.

IMG_7769

Nicht ganz klar war dagegen, wo hier ein Weg durchführen sollte.

IMG_7773

Aus der Nähe erwies sich dieser aber als gut erkennbar.

IMG_7775

Unterhalb der Fuorcla dil Leget wurde es immer karger.

IMG_7777

Doch selbst auf 2’700 m wachsen noch Pflänzchen.

IMG_7783

Nichts für zarte Pflänzchen war ein Bad in diesem See. Frau Flohnmobil verzichtete leicht fröstelnd.

IMG_7792

Der höchste Punkt war erreicht.

IMG_7791
IMG_7794

Am Julierpass endete der erste Wandertag und wir bestiegen das Postauto nach St. Moritz.

IMG_7797

In der Jugendherberge waren wir preisgünstig und verkehrstechnisch relativ gut untergebracht. Der nächtliche Lärm der Zimmernachbarn war im Preis inbegriffen.

Der zweite Wandertag begann mit einer Postauto-Fahrt über den Julier. In Bivio folgten wir der alten Handelsstrasse bis zum Septimerpass. Schon zu Römers Zeiten wurde dieser Pass begangen. Damals sah es wohl hier noch etwas weniger technisch aus.

IMG_7800
IMG_7802
IMG_7807
IMG_7812

Statt dem Septimer weiter ins Bergell zu folgen,

bogen wir zum Pass Lunghin ab.

IMG_7813
IMG_7817
IMG_7815

Auf der einzigen dreifach Wasserscheide Europas tummelten sich derart viele Leute, man hätte meinen können, der nächste Parkplatz liege nur ums Eck.

IMG_7819
IMG_7820

Auf 2’485 m lockte der Lägh dal Lunghin zum Bade.

IMG_7831
IMG_7843

Frau Flohnmobil – bei derartigen Wassertemperaturen bekennend wasserscheu – freute sich derweil lieber an der winzigen Flora.

IMG_7827
IMG_7828

Das Panorama beim Abstieg nach Maloja war absolut begeisternd schön.

IMG_7859

Und so endete dieser Tag wie er begonnen hatte: mit einer Postautofahrt.

IMG_7862

Am dritten Tag wollte das Wetter nicht mehr so recht. Improvisationstalent bei der Routenwahl war angesagt.

IMG_7864
IMG_7866
IMG_7867

Die immergleichen Unentwegten liessen sich auch im Regen nicht von einem Bad im Lägh da Cavloc abhalten.

IMG_7873

Hier entschieden wir aufgrund des Radarbildes, die Tour abzubrechen und nach Maloja zurückzukehren.

IMG_7881
IMG_7883

Während die Einen noch einen Abstecher nach Chiavenna machten um violette Teigwaren zu kaufen

IMG-20190731-WA0012

entschied ich mich für den direkten Heimweg, der auch so noch lang genug wurde.

Ein lustiges Trüppchen waren wir. Vielen Dank an Barbara für die Idee und Organisation dieser dreitägigen Wanderung und allen Mitwanderern für die tolle Kameradschaft.

IMG-20190730-WA0021

Mehr Infos und Fotos zu den Wanderungen gibt es HIER.

Auf dem Schoggi-Grat

Was für ein spezielles Datum es war, sah ich erst, als ich uns im Gipfelbuch eintrug. 19.7.19. Der Tag würde mir für immer in Erinnerung bleiben.

Die Wanderung, sie war wunderschön, anstrengend und emotional. Erstmals, seit ich die Asche meines Mannes verstreut hatte,  war ich wieder zu dem Ort aufgestiegen. Zu meiner Freude war alles noch so da, wie wir die Stätte vor gut einem Jahr arrangiert hatten.

IMG_7672

Es lag noch mehr Schnee als letztes Jahr. Weiter als bis zum See war ich in den vergangenen Jahren nie gekommen, wir hatten immer eine andere Route gewählt. Gestern stiegen wir auf zum Gufelstock

IMG_7682

und folgten der neuerdings als “Schoggigrat” bezeichneten Route zum Schwarzstöckli.

IMG_7679

Ein Weg ganz nach meinem Geschmack. Mitunter etwas luftig, aber gut zu begehen und lückenlos markiert.

IMG_7685

Die Route liegt am Rande der Tektonik Arena Sardona. Notabene Unesco Welterbe.

IMG_7690

Das verschieden farbene Gestein erzählt eine eigene Geschichte.

IMG_7692

Am Schluss unserer rund 6-stündigen Runde wartete noch eine Überraschung auf uns. Nach der Alpegligen fanden wir uns in einem Felslabyrinth wieder, aus dem wir wohl ohne Wegmarkierungen nicht mehr herausgefunden hätten!

IMG_7694

Die Natur wird hier sich selber überlassen.

IMG_7698

Wer gerne ein paar Kraxelstellen überwindet, über die nötige Kondition verfügt, unberührte Natur und viel Aussicht schätzt, wird an dieser Route Freude haben.

Prächtige Wandertage und ein paar herrlich kühle Nächte

Es beginnt heiss. Sehr heiss. In Château-d’Oex herrschen gegen die Mittagszeit nahezu 30 Grad. Und wir hätten gemäss ursprünglichem Plan fast vier Stunden laufen sollen. Buah! Nach der Halbzeit streichen wir die Segel und besteigen das Postauto zum Col des Mosses.

IMG_7313

Nach etlichem Donnergrollen und gewittrigen Regengüssen erwartet uns anderntags ein stahlblauer Himmel.

IMG_7322

Wow, auf dem Lac Lioson schwimmen noch immer Eisberge!

IMG_7325

Bei genauerem Hinsehen entpuppen sich diese jedoch als Fake. Gelungener Gag!

IMG_7323

Prächtiges Panorama vom Pic Chaussy (2’351 m) aus.

IMG_7343

IMG_7350

Wir können uns kaum satt sehen.

IMG_7346

Der Abstieg durch die steile, aber trockene Grasflanke verlangt etwas Aufmerksamkeit.

IMG_7358

Der markierte Weg führt mitten durch die Lawinen-Verbauungen.

IMG_7363

Der Blick zurück zum Gipfel (ganz links). Es ist kaum zu glauben, dass durch diese steile Flanke ein relativ einfach zu begehender Weg führt.

IMG_7366

Nach einer unruhigen Nacht in Les Diablerets mit starken Gewittern, Sturmböen, die beinahe das Hoteldach abdecken und entsprechender Abkühlung gehen wir den dritten Tag gemütlich an. Der Wander-Klassiker führt vom Col du Pillon über den Arnensee nach Feutersoey.

IMG_7372

IMG_7374

IMG_7376

IMG_7378

IMG_7380

Nach der dritten Gewitternacht in Folge scheint am Morgen wiederum die Sonne, während noch viel Feuchtigkeit in der Luft liegt. Nach wenigen hundert Metern dampft es bei uns aus allen Poren.

IMG_7389

IMG_7392

Zahlreiche Alpensalamander, die man nur bei solch feuchtem Wetter zu Gesicht bekommt, säumen unseren Weg.

IMG_7394

Auf dem Col de La Croix wird nicht aus dem Rahmen gefallen!

IMG_7402

Wir turnen im Labyrinth der Gips-Pyramiden herum

IMG_7410

und müssen auf dem gleichen Weg wieder zurück.

IMG_7407

Im Wandergebiet von Villars sur Ollon ist noch nicht viel los.

IMG_7415

IMG_7419

Wir nehmen die bequeme Variante und fahren ab Col de Bretaye mit dem Bähnli runter.

Am fünften Tag fahren wir ein Stück mit dem Bus, bevor wir in Solalex starten. In mir werden Erinnerungen wach.

IMG_7422

Ab Anzeide schlagen wir den Weg über den Col des Essets ein, der uns durch prächtige Alpenlandschaft nach Pont de Nant führt.

IMG_7427

IMG_7435

IMG_7445

IMG_7455

In Pont de Nant kann man nicht nur übernachten, sondern dem Vernehmen nach auch gut essen. Bei unserer Halbpension ist der Koch jedoch nicht über sich hinausgewachsen.

IMG_7460

Der sechste und letzte Tag startet einmal mehr in angenehmer Kühle. Das Vallon de Nant liegt morgens um halb Neun noch im Schatten.

IMG_7462

IMG_7464

Auf das, was nach dem eher langweiligen Aufstieg auf der ruppigen Fahrstrasse folgt, habe ich mich schon die ganze Zeit tierisch gefreut. Der Zugang zum Trou à l’Ours ist mit Ketten gesichert.

IMG_7475

IMG_7482

Der Weg scheint fertig zu sein.

IMG_7485

Es gibt nur noch dieses Bärenloch, und da müssen wir alle durch. Wir ziehen die Rucksäcke ab und reichen sie hoch.

IMG_7488

Geschafft!

IMG-20190705-WA0004

Nach der originellen Einlage ein Blick zurück ins Tal.

IMG_7492

Es folgt der Abstieg nach Les Plans-sur-Bex und die fünfstündige Heimreise. Noch einmal ein Blick zurück, bevor es ab ins Postauti nach Bex geht.

IMG_7495

In sechs Tagen bin ich zusammen mit dem lieben Bergler, dessen Schwester und deren Mann von Château-d’Oex nach Les Plans-sur-Bex gelaufen, habe zwischendurch mal von unserem hervorragend ausgebauten öffentlichen Verkehrsnetz profitiert und insgesamt 66 Kilometer zu Fuss zurückgelegt. Und weil es in unserem schönen Land nur ganz ausnahmsweise flach ist, kamen 3’935 Höhenmeter im Aufstieg und 4’261 im Abstieg dazu.

Schön isch’s gsi!

Freud hät’s gmacht!

Danke eu villmal für die toll Wuche!

Wo sind die Gipfel?

Früher bestieg man einen Gipfel, atmete kurz durch, beglückwünschte sich gegenseitig zum erfolgreich bestiegenen Berg, setzte sich hin, packte das Futter aus, blickte in die Ferne und versuchte, das aufgereihte Panorama zu sortieren. Man erblasste vor Neid, wenn irgend so ein Dahergelaufener alle Gipfel kannte (man hatte es ihm allerdings irgendwie angesehen, dass er schon auf jedem Hoger gewesen sein musste).

Heute besteigt man einen Gipfel, atmet kurz durch, beglückwünscht sich gegenseitig zum erfolgreich bestiegenen Berg, setzt sich hin, packt das Futter aus und blickt statt in die Ferne aufs Handy. Das aufgereihte Panorama zu sortieren versucht man schon gar nicht erst, weil das elektronische Allerweltsteil auch das besser kann.

„Peak Finder“ heisst die App, die einem das Panorama auseinanderbeint. Zack, App öffnen und wenige Sekunden später weiss man mit Sicherheit, dass das dort drüben nicht das Matterhorn sein kann.

Bei meinen Handy funktioniert das auch. Irgendwann. Gar nichts mit ZACK. Meistens habe ich nicht die Geduld, so lange zu warten, bis das Panorama auf meinem Bildschirm sortiert ist.

Aber wenn es dann mal endlich sortiert ist, ist dieser Peak Finder durchaus eine gute Sache.

Alvier zum zweiten

Man schaut ihn immer wieder an, wenn man vom Bündnerland heim fährt. Aber man weiss nicht, wer er ist. Ausser, man sei schon mal oben gewesen. Ich war gestern bereits das zweite mal oben. Auf dem Alvier. Als ich das erste Mal den 2’341 m hohen Gipfel bestieg, war die Palfries-Seilbahn noch nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Mein Mann und ich nahmen damals den Aufstieg vom Tal aus in Angriff und übernachteten in der Gipfelhütte. Mann, muss ich gut gewesen sein!

Nach etwas verzettelter Anreise finden wir uns alle bei der Gipfelstation der Palfries-Bahn ein.

IMG_3282

Es empfängt uns der blauste Himmel, den man sich vorstellen kann.

IMG_3283

Durch die nahezu kahlgefressene Weide-Landschaft geht es anfänglich sanft aufwärts.

IMG_3286IMG_3287IMG_3288

Dann folgt der steile Teil des Aufstiegs, der um diese Jahres- und Tageszeit im Schatten liegt.

IMG_3289IMG_3290

Durch die vielen Kehren arbeiten wir uns hoch. Der Weg ist anspruchsvoll, verlangt wegen dem vielen losen Geröll Vorsicht und Trittsicherheit.

IMG_3292

Unschwer zu erkennen, weshalb dieser Wegabschnitt “Leiterli” heisst.

IMG_3293IMG_3296IMG_3299

Wir sind begeistert – sowohl vom Weg als auch vom Panorama.

IMG_3304IMG_3305

Auch im oberen Wegabschnitt hat es nochmals Passagen, die mit Drahtseilen abgesichert sind.

IMG_3306IMG_3312

Geschafft! Der Barfussmann macht ein Gipfelfötteli von uns.

WhatsApp Image 2018-09-05 at 17.37.39(1)IMG_3315

Der Alvier-Hütte liegt wenige Meter unterhalb des Gipfels.

IMG_3320

Dieses Bild hat Beat nicht etwa am Strandbad Mythenquai gemacht, sondern auf dem Alvier-Gipfel. Ein ca. 75-jähriger Mann ist die Strecke, die wir gleich im Abstieg gewältigen werden, barfuss hochgelaufen. Unglaublich!

P1060569

Nach ausgiebiger Rast und Einkehr in der Hütte machen wir uns an den Abstieg.

IMG_3321IMG_3323

Der Barfussmann – für den Abstieg mit Trekking-Sandalen aufgerüstet – hat uns wieder eingeholt.

P1060614

Der Beweis: Ein Ross kann nicht lesen.

IMG_3325

Nach fast 1’000 Metern Abstieg geht es wieder bergan.

IMG_3326IMG_3328

Aber nicht nur. Unterhalb der Felsen von Flidachöpf wird der Weg nochmals richtig anspruchsvoll und interessant. Genau das Terrain von Frau Flohnmobil!

IMG_3329IMG_3335IMG_3336IMG_3338P1060649IMG_3344IMG_3345

Doch auch der anspruchsvollste Weg endet einmal und wir finden uns wieder auf einem breiteren Weg – wo das Fotografieren nicht mehr unter Absturzgefahr stattfindet.

IMG_3346 

Der Weg führt noch etwas durch den Wald, zwischendurch kurz auf der Fahrstrasse Richtung Palfries, dann über offene Weiden.

IMG_3347IMG_3348

Nach rund fünf Stunden Wandern freut uns der Anblick der Seilbahn-Station. Was wir zu dem Zeitpunkt noch nicht wissen: Wir müssen über eine Stunde warten, bis wir runterfahren können. Was lernen wir daraus: Das nächste Mal unbedingt auch die Talfahrt reservieren!

IMG_3350

Das war eine anspruchsvolle, lohnende Wanderung bei perfektem Wetter mit perfekter Begleitung.

Vielen Dank an Beat für die Planung und Durchführung dieser Tour. Ich bin immer wieder gerne mit dabei!

Mehr Infos und Bilder gibt es HIER.

Karte

Freistil-Wandern in Flims

Es gibt Blog-Beiträge, die sind längst geschrieben. und ich hirne immer noch an einem passenden Titel rum. Heute ist es umgekehrt. Ich habe noch nichts Gescheites geschrieben, kein Bild eingefügt, wüsste aber X Titel.

Über sieben Brücken
Singing in the Rain
Ausgeschlafen wandern
Freistil-Wandern

Da ich die letzten Tage in Brigels bei meiner Mutter verbrachte, war der Anfahrtsweg zur Wanderung in Flims, die ich selber initiiert hatte, erfreulich kurz. Mein Wecker klingelte, da sassen die Wander-Kollegen schon im Zug nach Chur. Ausgeschlafen wandern.

Nach einer Irrfahrt durch das neu erstellte, noch gespenstisch anmutende Parkhaus in Flims gelangte ich durch einen ebenso gespenstisch anmutenden Lift, vorbei an künftigen Ladenlokalen, wo noch emsig gearbeitet wurde, zum vereinbarten Treffpunkt. Und da kamen sie auch schon.

IMG_3112

Mit dem Sessellift fuhren wir hoch nach Naraus. Kurzes umschauen. Durchstarten. Und nach ein paar Hundert Meter kam Beat und machte mich drauf aufmerksam, dass wir nicht auf der von mir vorgesehenen Route wanderten. Huch, das wird wohl Abzug geben, Frau Tourenleiterin. Disappointed smile  Nach kurzem Kartenstudium war auch mir klar, dass wir einen Weg zu tief unterwegs waren. Dabei wäre es hier so gemütlich gewesen.

IMG_3114

Was dann kam, wird unter der Bezeichnung Freistil Wandern in die Annalen eingehen.

IMG_3115IMG_3116

Und dann hatten wir ihn wieder, den richtigen Weg.

IMG_3119

Kurz vor Erreichen der Schwemmebene Plaun Segnas Sut.

IMG_3122

Boah!

IMG_3124IMG_3128

Wir machten einen kurzen Abstecher über die Ebene, denn…

IMG_3137

… ihn wollten wir uns nicht entgehen lassen.

IMG_3148IMG_3143

Auf dem gleichen Weg ging es wieder zurück.

IMG_3151IMG_3133

P1050927

Chan ich im Fall au!!!

IMG_3134

Wer hätte gedacht, dass man am Rande der Schwemmebene Segnes Honig chrömle kann? Okay, dem Preis nach ist da zwar eher flüssiges Gold in den Gläsli. Ich verbuche es unter “Entwicklungshilfe”.

P1050950IMG_3153

Der eigentliche “Flimser Wasserweg” hat noch nicht begonnen. Hier nimmt das Wasser allmählich Fahrt auf.

IMG_3156IMG_3158IMG_3159IMG_3162

Tief hat sich die Flem in die Landschaft eingefressen…

IMG_3161

… und die Felsen geformt.

IMG_3163

Es Natur-Brüggli.

IMG_3166

Und da kommt das erste Designer-Brüggli des, Zitat, “berühmten Bündner Brückenbauers Jürg Conzett” zum Vorschein.

IMG_3167P1050979P1050980IMG_3172IMG_3173IMG_3175

Wahnsinnig, zu was die Natur fähig ist! Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus.

IMG_3177

Bei der Mittagspause ging plötzlich das Gerücht um, es beginne zu regnen…

IMG_3178

… was sich bald als Wahrheit herausstellen sollte. Zum Glück war die Ustria Startgels schon in Sichtweite. Bevor es wie aus Eimern schüttete, waren wir bereits am Trockenen.

IMG_3179

Nach intensivem und wiederholtem Studium aller verfügbarer Wetterberichts-Quellen, einem Kaffee bzw. rekordverdächtig teuren Cappuccino, entschieden wir uns, die Wanderung trotz leichtem Regen fortzusetzen. Der ausgelassenen Stimmung tat das Wetter keinen Abbruch. Singing in the Rain.

An dieser Stelle nochmals besten Dank an Beat, dass du mir deinen Schirm geliehen hattest. Ich war froh drum, auch wenn er farblich nicht 100 % zu meinem T-Shirt passte. Be right back

P1060003IMG_3182

Der Weg führt weiter am Rande der teils wilden Schlucht. Über sieben Brücken.

IMG_3183IMG_3186

Längst hatte es aufgehört zu regnen. Die Schirme waren nur noch zum Trocken aufgespannt.

P1060021IMG_3189IMG_3194

Gegen Ende des Wasserwegs kamen wir an einem beinahe zu perfekt eingerichteten Picknick-Platz mit Wasserspiel und Grillstellen vorbei.

P1060037

Ich habs schon lange geahnt, dass Internet-Zugang früher oder später ein Menschenrecht wird.

IMG_3196

Das nächste Wegstück führt durch ein wahres Labyrinth an Felsblöcken und Bäumen. Ohne Markierung hätten wir hier nie mehr rausgefunden!

IMG_3197

Furchterregende Gestalt am Wegesrand.

IMG_3199

Ein letzter Blick auf die wilde Flem. So viel Wasser wie an diesem Tag hatten wir Alle schon lange nicht mehr gesehen.

IMG_3201

Nach 4 1/2 Stunden reiner Wanderzeit und viel herumschauen und staunen waren wir wieder zurück in Flims, wo ich meine Wandergspänli verabschiedete und – ausnahmsweise – mit dem Auto heim fuhr.

Danke euch Allen, das ihr mit mir den Trutg dil Flem gewandert seid. Nun kann ich wieder eine Wanderung aus meiner Wunschliste abhaken.

Weitere Infos und Bilder zur gestrigen Unternehmung gibt es HIER.

Karte

Panoramaweg mit und ohne Panorama

Ich wollte schon lange mal auf die Griesalp. Um die steilste Postauto-Strecke der Schweiz zu befahren, hätten wir im gäle Wägeli sitzen bleiben müssen. Doch unser Ziel ist ein anderes. Begleitet vom herrlichen Anblick der Blüemlisalp fahren wir mit dem Sessellift von Kiental nach Ramslauenen.

IMG_3019

Der Sessellift erschreckt wahrhaftig niemanden. Ich gehe davon aus, dass wir alle ausgeschlafen sind, bis wir oben ankommen.

IMG_3018

Kurzes Studium von Karte und Wegweiser und es kann losgehen. Unsere Route ist mit 6 Stunden 10 Minuten angegeben. Das ist eine Stunde mehr als SchweizMobil. Wenn das stimmt, wird meine Planung über den Haufen geworfen.

IMG_3024

Wir folgen dem gut ausgeschilderten Weg, der anfänglich etwas ansteigt, aber keine grossen Gümpe macht.

IMG_3025IMG_3026IMG_3027IMG_3028

Blick auf meinen Heimatort. Ich war noch immer nie dort. Ich muss mir Aeschi wohl mal als baldiges Wanderziel vormerken.

IMG_3030

Etwas ganz Neues: Nach unzähligen Wanderungen, in denen es vor Trockenheit gestoben hat, waten wir hier etwas im Dreck umher (Variante Bea),  bzw. versuchen, dem Morast auszuweichen (alle Anderen) …

IMG_3029

… denn die Rindviecher haben dem Weg zugesetzt.

IMG_3031

IMG_3034

Der Anblick von Tau – und erst noch auf Augenhöhe – versetzt mich in Entzücken.

IMG_3039

Längere Passagen des Lötschberg Panoramawegs verlaufen unspektakulär und – vor allem ohne Aussicht – durch den Gebirgswald,

IMG_3041

ganz kurze Passagen auch auf asphaltierter Strasse.

IMG_3046

IMG_3043

An den Abhängen über uns hängt plötzlich Nebel. Ist das bereits die erste Herbst-Wanderung?

IMG_3045IMG_3047IMG_3048

Ein paar wenige ausgesetzte Meter sind mit Drahtseilen gesichert.

IMG_3049IMG_3051

Zum exakt richtigen Zeitpunkt taucht der Rastplatz am Bundergrabe auf.

IMG_3055IMG_3056IMG_3057IMG_3059IMG_3060IMG_3063

An den besonnten Hängen wird es ganz schön warm. Wir begrüssen jedes einzelne Lüftchen mit Handkuss.

IMG_3064

Mitten auf der Wanderung erfährt Lia, dass sie zum ersten Mal Grossmutter geworden ist.

Herzlich willkommen, kleine Eva!

IMG_3066

Die paar Bäche, die wir bis anhin überquert haben, sind allesamt ausgetrocknet. Der Stägebach bildet eine Ausnahme.

IMG_3068

Wir blicken auf die Höger, wo das Aushub-Material des Lötschberg-Basistunnels deponiert wurde.

IMG_3070IMG_3069

Der Weg führt hartnäckig immer wieder mal ein paar Meter bergauf.

IMG_3071

Dieser Abschnitt der Wanderung wäre in Sachen “Idylle” durchaus zu toppen. Wir sind kurz vor Kandersteg.

IMG_3074

Geschafft! Während wir uns noch an riesengrossen Eiskaffees laben, füllt sich der Bahnsteig unaufhaltsam mit Leuten. Im Zug nach Bern gibt es anschliessend ein ziemliches Gstungg. Ich schreibe es mir mal wieder hinter die Ohren: An einem Sonntag sollte man eigentlich nicht wandern gehen.

IMG_3078

Das war sie, unsere Wanderung auf dem Lötschberg Panoramaweg. Wir haben fünf Stunden benötigt für die 17 km, 660 m Auf- und 925 m Abstieg.

Vielen Dank an meine Mitwanderinnen und Mitwanderer. Ich hoffe, ihr kommt wieder mal mit auf eine meiner Wandertouren.

image