Gastfreundschaft

Angesichts meiner grenzenlosen Begeisterung für den derzeit blühenden Kaktus hätte ich beinahe vergessen, euch zu beichten, dass ich wieder mal fremdgegangen bin.

Ich durfte einen Gastbeitrag im Blog „Reisen aus Leidenschaft“ schreiben und so fast gar nicht beabsichtigt mal wieder etwas Werbung für mein Buch machen.

Herzlichen Dank, Elke!

Ihr wollt doch sicher lesen, was ich geschrieben habe. Darf ich vorangehen?

Mach den Schnabel wieder mal zu!

Der Ausflug führte meinen innig geliebten Mitbewohner westwärts. Noch bevor wir losgefahren waren, hatte er seine Zweifel zu diesem Unterfangen geäussert. „Eigentlich hättest du diese Weiberrunde auch ohne mich absolvieren können.“ Können schon, mein Lieber, aber wollen nicht.

Dort, wo wir zum ersten Mal anhielten, sprachen sie bereits etwas komisch. In Langetu trafen wir Miss Chatterbox. Und was macht man mit so einer Chatterbox wenn es draussen grau, trübe und insgesamt einfach etwas ungemütlich ist? Genau – man geht in ein gemütliches Lokal, bestellt sich etwas Flüssiges und plappert, bis sie auf die Uhr schaut und sagt: „So, jetzt mueni go.“

Langetu war nur Zwischenstation auf unserem eigentlichen Ziel, Burdlef. Hüben wie drüben ging es in der Nebensache darum, mein Buch persönlich zu überbringen. Rückblickend muss ich sagen, dass die beiden Ortschaften denn so ab der Welt auch wieder nicht wären, dass der Pöstler nicht zumindest alle 14 Tage mal vorbeischauen würde.

In Burdlef wurden der Mitbewohner und ich von der wilden Henne (die entgegen unseren Befürchtungen handzahm ist) ganz himmlisch und ganz aufwändig bekocht. Ich würde fast wetten, dass die Welt zumindest einen Teil des Menus bald mal hier nachlesen kann.

Wir lernten drei Viertel der Belegschaft des Hühnerhofs kennen und gackerten uns einen geschlagenen Abend lang gegenseitig die Ohren voll. Der anfänglich so skeptische Mitbewohner hielt übrigens wacker mit.

Wer behauptet hier noch, dass vor dem Computer sizten einsam macht? Ohne meinen Blog wäre ich diesen spannenden Persönlichkeiten garantiert nie begegnet. Das wäre jammerschade!

Angenagelt

Täglich gibt es etwas Neues am Blog-Firmament. Mal sind es neue Themen, mal Ankündigungen betreffend Neuerungen, die in erster Linie die Blog-Schreiber, weniger aber die Leser kümmern. Täglich entstehend hunderte, wahrscheinlich tausende von neuen Blog-Einträgen in allen möglichen Sprachen. Und mit Sicherheit auch täglich entschliessen sich Schreiberlinge, ihr Geschreibsel, ihre Fotos oder gleich beides in einem Blog zu veröffentlichen und so einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass es am Anfang eine gehörige Portion Mut und auch Anstrengung braucht, mit seinen Texten öffentlich zu gehen. Der Lohn für die Mühen sind – im Idealfall – steigende Leserzahlen und Kommentare, die einen motivieren weiterzumachen.

Da ich nicht ganz unschuldig dran bin, dass vor wenigen Tagen ein neuer Blog das Licht der Welt erblickt hat, möchte ich euch die Lektüre des Notiznagels ans Herz legen.

Wenn der Schreiber weiterhin so unterhaltsam schreibt, wie er lange gebraucht hat, um ans Licht der Öffentlichkeit zu treten, könnt ihr euch auf einiges gefasst machen.

Preiswerte Geheimnisse

Wie hätte ich damals, als ich auf meinem allerersten Viertausender und dem zweithöchsten Gipfel der Schweiz stand, ahnen können, dass ich dereinst nicht nur alpinistische sondern auch literarische Höhenflüge machen würde? Zu verdanken habe ich letztere einer geliebten und geschätzten Freundin, die mir von ihrer Schreibschaukel aus nun sogar einen Preis zugeworfen hat. Über diesen Preis bin ich ehrlich gesagt nicht sonderlich überrascht. Eigenlob? Nein, das ist mir grundsätzlich fremd. Vielmehr versuche ich, mich im Leben durchzuschlängeln ohne gross aufzufallen oder mit meiner Leistung egal welcher Art auch immer anzugeben.

Der wahre Grund, warum mir dieser

verliehen wurde, liegt wohl eher darin, dass jeder Blogger, der diese Auszeichnung erhält, fünfzehn weitere Blogger damit auszeichnen muss soll. Dieses Krebsgeschwür arbeitet sich nun systematisch durch die Bloggerszene fort, bis früher oder später auch der hinterletzte Schreiberling erreicht ist.

Unter diesem Aspekt bin ich also realistisch genug, um einzusehen, dass ich den Award so viel oder wenig verdient habe, wie alle vor und nach mir auch. Aber ich will keine Spielverderberin sein, deshalb mache ich hier mit und zermartere mir das Hirn, wie ich in Anbetracht der soeben erhaltenen Auszeichnung meinen Blog in ein möglichst gutes Licht rücken kann. Dies unter dem schrägsten aller möglichen Blicke meines innig geliebten Mitbewohners, der dem Flohnmobil bedauernswert wenig Sympathien entgegen bringt.

Wie hätte ich an jenem denkwürdigen 3. Juni 1983, als ich auf dem 4’609 m hohen Nordend stand, ahnen können, dass ich auf den Tag genau 15 Jahre später meinen innig geliebten Mitbewohner heiraten würde? Zwar nicht auf einem Berg, aber doch wenigstens mit Blick auf viele, viele Berge, die von oben herab doch so viel einfacher zu erklimmen erschienen, als aus den Niederungen des Alltags. Die Freudentränen auf den Sommersprossen, denen ich auf dem Standesamt hemmungslos Lauf liess, sind längst weggetrocknet. Und auch wenn ich in die Jeans von damals mit Sicherheit noch reinpassen würde, so ist doch der Schnitt hoffnungslos veraltet. Rüeblihosen – pah!

Nun muss ich aber langsam die Katze aus dem Sack lassen. Wem soll ich die Ehre zuteil kommen lassen, aus meinen virtuellen Händen den Pokal für den Versatile Blogger Award zu empfangen? Ich passe die Spielregeln an und ernenne nur noch einen Blogger statt deren fünfzehn. Es soll jemand sein, dem ich grosse Sympathien entgegen bringe. Jemand, mit dem ich viele Lieblingsfeinde teile. Jemand, von dem ich gerne mehr erfahren würde. Und da kommt für mich definitiv und eindeutig nur

Miss Chatterbox

in Frage. Vielleicht kann ich die vielbeschäftigte Dame dazu bringen, von ihrem sturen Grundsatz, jede Woche nur einen Beitrag zu posten, abzuweichen. Wenigstens einmal. Auch wenn es nichts mit dem Wallis zu tun hat.

Somit habe ich die Verpflichtung, die mit der Verleihung des Awards einhergeht, eingelöst. Ja gar übertroffen. Die Geheimniskrämerei hat ein Ende. Ich kann euch hier und jetzt verraten, dass ich nebst den geforderten sieben Geheimnissen über mich ein Achtes gelüftet habe. Nämlich das, dass ihr die gelüfteten Geheimnisse im obigen Text selber finden müsst.

Das anonyme Ich

Ich bin ja für manchen Unfug zu haben – auch für diese Schnapsidee von Frau Müller.

Sie hat in ihrem Blog angeregt, man/frau möge doch im eigenen Blog ein Foto von sich selbst veröffentlichen. Eines, bei dem man trotzdem anonym bleibe. Frau Müller hat nämlich festgestellt, dass die wenigsten Autoren ein Bild von sich im Blog haben. Und wenn, dann ist es stark ver … ähm … unstaltet. Oder bei Mondfinsternis aufgenommen. Oder stammt aus der Kindergartenzeit.

Wo sie Recht hat, hat sie Recht. Zwar veröffentliche ich in meinem Blog ab und zu ein Bild von mir, zum Beispiel hier, aber ich habe ganz bewusst keine Nahaufnahmen von mir drin. Schliesslich verdiene ich mein Geld lieber am Schreibtisch als auf dem Catwalk.

Das untenstehende Bild habe ich zwar schon mal veröffentlicht, aber glaubt mir – Zufälle gibt es – ich war gerade heute wieder beim Coiffeur. Ausser, dass ich in einer anderen Ecke sass und vielleicht etwas anderes an hatte, wäre ein heute geknipstes Bild genau gleich ausgefallen – und ein neueres Handy habe ich auch noch nicht.

Etwas anders und garantiert nicht beim Friseur entstanden ist dieses Bild. Ich trage hier übrigens keine Perücke, das silberne Ding auf meinem Haupte ist ein Skihelm und der Knirps, der sich in meiner Brille spiegelt, ist mein standesamtlich aufgeschwatzter Ehemann, der mit klammen Fingern als Fotograf geamtet hat.

Wer selber einen Blog hat und Lust hat, bei Frau Müllers Idee mitzumachen, soll das doch bitte tun. Frau Müller freut sich selbst über das hässlichste Bild. Und so wie es ausschaut, hat die Müllerin auch massenhaft Zeit, um anschliessend sowas wie eine Hitparade zu erstellen.

Also, worauf wartet ihr noch?