Es ist Sommer geworden

… sobald meine Kakteen wieder an der Sonne stehen. Also seit gestern.

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Sie haben den Winter – mit einer verschmerzbaren Ausnahme – gut überstanden. Viele haben schon deutlich sichtbare Knöpfe. Einem üppigen Blütenwachstum scheint nichts im Wege zu stehen. Und einem tollen Sommer eigentlich auch nicht.

Oh Mamma mia!

Ist es nicht wahnsinnig, was so ein Kaktus hervorzubringen vermag?

Gestern waren es noch drei Blüten und heute – trotz ausgiebiger Beduschung über Nacht – haben sich fast zwanzig Blüten geöffnet. Der pure Wahnsinn! Und alles an einem einzigen, kaum faustgrossen Kaktus.

Diese Mammillaria longimamma macht mir wirklich Freude.

Vor drei Wochen sah der Kaktus übrigens noch wesentlich unspektakulärer aus (guckt hier). Aber er hat meine grossen Erwartungen nicht enttäuscht.   

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Ob da noch was draus wird?

Das Projekt hat einen Namen: Amaryllis erneut zum Blühen bringen.

Das Projekt ist schon im letzten Jahr gescheitert. Ob dieses Jahr noch etwas draus wird?

Ich weiss nicht so recht. Die meisten Leute behandeln diese Knollen wohl als Wegwerf-Objekt. Nach dem Blühen – und das tut eine Amaryllis zweifellos in einer grandiosen Üppigkeit – hat sie ausgedient. Gezüchtet, damit sie an Weihnachten blüht, erleben die wenigsten Pflanzen den Frühling.

Ich wollte es versuchen. Vor zwei Jahren schon. Die Amaryllis blühte dermassen schön, dass ich beschloss, einen Versuch zu wagen. Im Sommer durfte das Gewächs, das mittlerweile aus ein paar nahezu einen Meter langen, schmalen Blättern bestand, im Freien stehen. Ich konvertierte den Knollen zum Hydro-Kultur-Gewächs und gab regelmässig Wasser. Im Herbst stellte ich die Wassergabe ein und wartete. Worauf? Dass sich gut sichtbar ein Blütenansatz entwickelt. Ab dann, so die Theorie, durfte, ja musste ich wieder Wasser geben.

Irgendwie verpasste ich den richtigen Moment; das, was dann mutmasslich eine Blüte geworden wäre, verdorrte kümmerlich. Dennoch, die Knolle war noch nicht zu Tode gepflegt. Im Gegenteil, sie entwickelte einmal mehr prächtiges Grünzeug.

Im vergangenen Herbst erhielt die Pflanze Ende September zum letzten Mal Wasser. Ihre Blätter verdorrten daraufhin wie vorgesehen. Und nun sieht das Ganze dergestalt aus:

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Ich warte. Und warte. Und warte. Nicht mehr ganz so geduldig wie auch schon. Aber ich warte immer noch. Vielleicht wird ja doch mal noch etwas draus.

Hat jemand hier Erfahrung mit dem Wiederbeleben von Amaryllis?

Prima Ballerinas

Ich bin ganz vernarrt in diese Fuchsie.

“White Eyes” heisst sie und beglückt mich mit einer Unmenge an grossen, gefüllten Blüten.

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Sehen sie nicht aus wie durch die Lüfte schwebende Ballett-Tänzerinnen mit gerafften Röcken?

Be-flie-dert

Hatte ich vielleicht am falschen Ort gespart? In erster Linie war mir eingebläut worden, ein möglichst dunkles Exemplar heim zu bringen (“heller werden sie von selbst”). Die preislichen Unterschiede zwischen bereits blühenden Pflanzen und solchen, die nur Blätter hatten, waren beträchtlich.

Als wir unseren Flieder letzten Frühling frisch einpflanzten, hatte er nur wenig Blätter, aber er wirkte gesund und stark. Im Verlauf des Sommers tat sich nicht mehr viel, aber er schien gut anzuwachsen. Dennoch rechnete ich damit, dass das Gestrüpp diesen Frühling blühen würde. Einem üppigen Blattwuchs folgte – nichts. Ich begann, in anderen Gärten Fliederbüsche genauer anzuschauen. Wo wuchsen überhaupt die Blüten?

Auf einmal schien mir, als ob die ganze Welt aus Flieder bestehen würde. Echt, in jedem Garten wächst so ein Gestrüpp! Und natürlich blüht es jetzt, wie es sich gehört. Überall. Flächendeckend. Ja geradezu wuchernd. Auf einem Strassenabschnitt im Nachbardorf habe ich auf zweihundert Meter garantiert zwanzig Fliederbüsche gezählt.

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Überall blüht es von weiss über lila zu violett. Bloss bei uns schaut es so unfarbig aus:

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Übrigens habe ich bei einer alten Bäuerin, die jetzt bald 90 wäre, mal den Begriff Pfingstglesli für Flieder gehört. Ist das jemandem geläufig? Oder kennt ihr andere Wörter für dieses weitverbreitete (und manchmal blühende…) Gewächs?

Das volatile Feiertags-Geschöpf

Vor Weihnacht gehen sie als Weihnachtskaktus über den Ladentisch, ein paar Monate später tauchen sie als Osterkakteen wieder auf. Ihre Blüten sind rot, rosa, weiss oder gelb, die Triebe mal mehr, mal weniger länglich, mal mit Rotstich, mal in sattem Grün.

Egal, wie sie heissen, diese Blattkakteen sind mitunter spottbillig zu haben und nicht tot zu bringen. Mein Exemplar habe ich Anfang Jahr mit Blütenansätzen bei Aldi gekauft. Mittlerweile blüht der Oster-Herbst-Weihnachts-Kaktus schon zum dritten Mal. Seit er bei mir ist, hat er an jedem Trieb mindestens zwei neue Glieder gemacht. Weitab jeglicher Feiertage geniesst er nun die letzten Sonnenstrahlen, bevor er endgültig ins Haus muss. Würde mich nicht wundern, wenn er bis Weihnachten erneut zu Höchstform auflaufen würde. Dauert zwar nur noch zwei Monate, aber wer weiss.

Ach ja, ein Vorteil hat mein volatiles Feiertags-Pflänzchen gegenüber allen anderen Kakteen, die ich gerade noch rechtzeitig vor dem ersten Kälteeinbruch in die Winterruhe verbannt habe: Es ist absolut handzahm und es würde ihm im Traum nie einfallen, mich zu stechen.

Schach für grüne Daumen

Als ich es geschenkt erhalten habe, hat es in vornehmer Zurückhaltung zwar schon Blütenansätze gezeigt, aber noch nicht geblüht. Mein Entzücken war gross, als ein paar Tage später die erste Blume – vorerst nur in der weissen Version – aufging. Als dann auch noch das farblich markantere dunkle Schachbrett-Blüemli aufging, war ich nicht mehr zu halten.

So schön!

Natürlich habe ich es nur fürs Bild an die pralle Sonne gestellt, die Fritillaria meleagris zieht einen eher schattigen Platz vor. Wenn sie verblüht ist, werde ich sie in den Garten pflanzen. Vorläufig aber ziert sie mit ihren hübschen Blumen mein Fensterbrett.