Mein Versicherungsberater

… versucht offenbar verzweifelt, mich zu erreichen. Seit Tagen, Wochen, ja gar Monaten.

Ich bin mir unschlüssig, ob ich mit jemanden, der keinen fehlerfreien Brief schreiben kann und der mir Anfang Januar einen erneuten Hilferuf („ich habe vergeblich versucht, sie zu erreichen“) mit Datum vom April 2019 geschickt hat, meine Versicherungsdeckung überdenken will.

Gewonnen!

Den Lottoschein gibt es schon ziemlich lange in meinem Haushalt. Mein Mann hatte ihn noch ausgefüllt und sporadisch hatten wir den Obolus für den vermeintlichen Reichtum einbezahlt. Selbstverständlich hielt sich der Vermögenszuwachs in überschaubaren Grenzen. Um genau zu sein, litt unser Lottokonto unter ständigem Schwund.

Heute stand ich am Postschalter – selbstverständlich erst, nachdem ich das Nümmerchen gezogen hatte – wollte meinen Lottoschein neu einlösen und einen Brief aufgeben. Ich hatte mir nicht die Mühe gemacht, die Lottozahlen zu kontrollieren. Wenn ein unerwarteter Geldsegen auf mich herabprasseln sollte, würde man mir das schon von entscheidender Stelle her schonend mitteilen. Ich hielt bereits das Zwanzigernötli in der Hand. Nach meiner Kalkulation hätte es reichen müssen, 17 Stutz Lotto, 2 für den Brief, als die Postbeamtin verkündete: “Sie haben Fr. 21.75 gewonnen.”

“Oh”, war alles, was ich in meinem initialen Entzücken von mir geben konnte. “Da kriege ich ja sogar noch Geld heraus.” Mein Vis-à-vis schmunzelte. Und weil die Post schon längst nicht mehr nur die Post, sondern ein Gemischtwarenladen ist, stellte sie mir die Frage, die sie offenbar allen Kunden momentan stellen muss: “Nehmen sie noch diese Zeitschrift mit?” Es war ein Gesundheits-Magazin, das gratis abgegeben wird. Normalerweise hätte ich der Frau auf der anderen Seite des Schalters einen Korb erteilt. Aber durch meinen Lottogewinn leicht euphorisiert, brach ich in schallendes Lachen aus, als sie ganz trocken sagte: “Das ist Ihr Hauptgewinn.”

Solchen Humor mag ich. Solche Überraschungen auch.

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