Es bleibt alles unter uns allen

Mein lieber Bergler informierte sich auf seinem Tablet über Dusch-WCs. Einen Tag später blendete mir mein Handy Werbung für ebensolche Dusch-WCs ein.

Als ich mich auf dem Handy schlau machte über das Kaffee-Angebot bei Tchibo, erschien tags darauf eine Tchibo-Anzeige auf dem Tablet des  Berglers.

Mir wurde ganz anders, denn grundsätzlich sind mir Dusch-WCs buchstäblich scheissegal und der Bergler hatte sich bis anhin noch nie für Kaffee  aus dem Hause interessiert.

Trotzdem glaube ich nicht daran, dass die angezeigte Werbung Zufall war.

Aber wieso? Woher? Wer? Warum?

20160520_092506

Durchsichtig? Vorsichtig!

„Grüezi Herr Jung, grüezi Frau Jung, haben Sie einen schönen Tag gehabt?“ Mein innig geliebter Mitbewohner und ich schauten uns mit erhobenen Augenbrauen an. Wir konnten uns nicht erinnern, uns diesem Typen, der uns so überschwänglich zu seinem Wohnmobil-Fenster heraus begrüsste, vorgestellt zu haben. Es ging noch weiter, er behauptete, er hätte sich in unserem Wohnmobil umgesehen, es hätte ihm gefallen. Und in unserem Haus wohne jemand, der gleich heisse wie er, ob das ein netter Mensch sei. Wie bitte? Der Kerl war uns von Anfang an unsympathisch gewesen. Wir taten vorderhand alles als dummes Geschwätz ab und gingen zu unserem eigenen Wohnmobil zurück.

Die Auflösung folgte einen halben Tag später. Der irre Typ kam zu uns und entschuldigte sich für sein Verhalten. Ihm sei langweilig gewesen und da hätte er halt etwas im Internet rumgesurft. Nun kam Licht in die Sache. Der Kerl hatte aufgrund unseres Nummernschilds unseren Namen rausgefunden, hatte übers elektronische Telefonbuch nachgeschaut, ob wir an einer gutbetuchten Adresse wohnen und den Einblick in unser Wohnmobil hatte er sich über die Website von Adria verschafft.

Das darf ja wohl nicht sein. Wenn ich mich jemandem vorstellen will, dann mache ich das in der Regel persönlich. Aber zum mich ausspionieren lassen, habe ich nun wirklich keine Lust. Mit wenigen Klicks im Internet hatten wir daraufhin beim Strassenverkehrsamt den öffentlichen Zugriff auf unsere Adressdaten gesperrt. Wenn man sich das genauer überlegt, muss es ja nicht bei diesem harmlosen Zwischenfall bleiben. Man könnte sich durchaus vorstellen, dass Diebesbanden im Ausland ganz bewusst die Nummernschilder von Fahrzeugen notieren und dann ihre Komplizen losschicken. In aller Seelenruhe könnten die Wohnungen und Häuser ausräumen, wenn sie wissen, dass die Bewohner weit weg in den Ferien sind.

Der ganze Zwischenfall hat noch weitere Diskussionen ausgelöst. Beispielsweise über Sinn und Unsinn, wenn man in Foren veröffentlicht, wann man wohin fährt und für wie lange man von zu Hause fern sein wird. Solches Zeugs habe ich noch nie mitgemacht. Natürlich bin ich mir bewusst, dass ich mit diesem Blog auch so manches Preis gebe, das im Extremfall kriminalistische Energie provozieren könnte. Aber ich vermeide es tunlichst, hier anzugeben, wann wir nicht zu Hause sind. Sonst kann ich ja gleich schreiben, unter welchem Blumentopf ihr den Hausschlüssel findet.