Montenegrinische Berge?

Es gibt gleich zwei Sachen, die mir beim Anblick dieses Bilds ziemlich sauer aufgestossen sind.

a) dass man ein Glace in einem Gomfiglas versenkt.

b) die Marke „Cermat“ und insbesondere das Logo mit unserem weltbekannten Berg.

Nichts desto trotz: Es hat gescheckt nach der Wanderung.

Heimvorteil mit Glatteis

Für einmal war der Anfahrtsweg für mich erquickend kurz. Und das erst noch zu einer sehr christlichen Tageszeit. Daraus resultierte eine verhältnismässig kurze, dreistündige Wanderung, aber das war ja auch erst der Anfang.

Bei unserem Start in Turbenthal sind die Temperaturen zwar schon deutlich im Plusbereich, doch am Eingang zum Hutzikertobel liegt nicht nur Schatten, sondern auch Eis. Dieser lässt die Einen wie auf rohen Eiern gehen, die Anderen ihre Schuhkrallen montieren.

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Am Ende des schattigen Tobels wird es schlagartig besser. Wohl liegt noch Schnee, aber diesen haben die Temperaturen bereits so weit aufgeweicht, dass es keine Rutschpartie mehr gibt.

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Was, schon der Gipfel in Sicht?

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Aber es ist doch noch viel zu früh für den Mittagshalt! Gefuttert wird trotzdem.

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Was für ein beeindruckendes Panorama von diesem verhältnismässig tief gelegenen Hoger. Merke: Der Schauenberg – Ausflugsziel vieler Schulreisen im Sommer aber auch im Winter gut besucht – liegt auf 890 m.

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Im Abstieg auf der Nordseite ist der Schnee noch pulvrig – zumindest dort, wo ihn nicht hunderte von Schuhsohlen über die vergangenen Tage poliert haben.

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Je tiefer wir kommen, desto grösser werden die aperen Flecken.

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Beat wird plötzlich von Heimatgefühlen gepackt. Wir überschreiten in einem feierlichen Moment die Grenze zum Kanton Thurgau.

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In diesem Kanton allerdings erleben wir gar Seltsames. In der anvisierten Kneipe in Ettenhausen wird geraucht! Nach einer kurzen Kaffee- und Pippi-Runde flüchten wir wieder an die frische Luft.

Unser Tagesziel, das Areal des ehemaligen Zisterzienserinnen-Klosters in Tänikon, erreichen wir nach wenigen Minuten.

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Dort erwarten uns nicht nur prächtige Gebäude sondern ein Museum, in dem ich eine Führung organisiert habe.

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In höchst unterhaltsamer Art und Weise werden wir von unserem Führer durch die Sammlung alter landwirtschaftlicher Gerätschaften und Maschinen begleitet.

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Wer sich für den Arbeitsalltag unserer oft bäuerlichen Vorfahren interessiert oder generell der Landwirtschaft etwas abgewinnen kann, dem sei eine solche Führung im Agrotechnorama im thurgauischen Tänikon wärmstens ans Herz gelegt. Das Museum ist nicht öffentlich zugänglich und kann nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden.

Mein Dank gilt Herrn Stadler, der uns 90 Minuten lang durchs Museum begleitet hat, Beat, der die passende Wanderung herausgesucht hat und Allen, die einmal mehr durch ihre Anwesenheit zu einem unvergesslichen Tag beigetragen haben.

Mehr Infos und Bilder zu diesem Anlass gibt es HIER.

Karte

Beschildert geschildert (100)

Da es absehbar war, dass meine Schilder-Bilder-Serie früher oder später die Hunderter-Marke erreichen würde, hatte ich mir schon einige Gedanken gemacht, wie ich dieses Jubiläum gebührend huldigen konnte.

Die Entscheidung wurde mir heute auf dem Sonntags-Spaziergang abgenommen, denn dieses Schild hat einen derartigen Raritäten-Charakter, dass es sich bestens für die Jubiläums-Ausgabe eignet.

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Der Weiher in der Nähe unseres Wohnortes ist seit Mittwoch offiziell von den Behörden freigegeben worden. Diese Mini-See-Gfrörni hat Jung und Alt aus dem Haus gelockt. Der Uferbereich im Naturschutz-Gebiet wurde abgesperrt und zwei offizielle Zugänge für die Eiswanderer und Pirouetten-Dreher geschaffen.

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Der Weiher liegt in einer Senke, wo um diese Jahreszeit nur wenig Sonne hinkommt. Mal schauen, wie lange das Eis den Plustemperaturen der kommenden Tage standzuhalten vermag.

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Blogbeitrag mit Seltenheitswert

Angesichts dieses seltsamen, sehr seltsamen Winters, in dem es noch nie so richtig und andauernd kalt war, ist man natürlich versucht, die Klimaerwärmung zu bemühen. Dass sich das Klima verändert, wird wohl niemand mehr abstreiten wollen. Dennoch erstaunt es (mich!) umso mehr, dass vor genau vier Jahren der Pfäffikersee zugefroren und freigegeben war. Nun, die grosse Freude ab dem über 3 Quadratkilometer grossen Natureisfeld herrschte zwar nur wenige Tage, aber immerhin. Von Nah und Fern kam das Volk angekarrt, um das seltene Naturereignis zu geniessen.

Und dieses Jahr? Schneeglöckchen im Januar, Frühlingsgefühle im Februar. Und im März stehen wir wohl bereits Schlange für die Saison-Eröffnung der Schwimmbäder. Mitnichten! Ich kann und will nicht glauben, dass das schon der Winter gewesen sein soll. Für eine Seegfrörni wird es nie und nimmer mehr reichen. Für ein paar frostige Tage alleweil – davon bin ich felsenfest überzeugt.

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PS: Diesen eisigen Rückblick habe ich IHR zu verdanken. Im Gegensatz zu mir, hat sie noch viel mehr in den Geschichtsbüchern gegraben als ich. Und wie es vor vier Jahren ausgeschaut hat, lässt sich in diesem Blogbeitrag nachlesen. Er wird wohl früher oder später mit dem  Prädikat “Seltenheitswert” ausgezeichnet werden.

Auf den Fischen unterwegs

Als ich die Szenerie erblickte, glaubte ich, ich hätte mich an ein Eskimo-Treffen verirrt. Lauter dick eingemümmelte Leute. Allerdings wollte der penetrante Gestank nach Knoblauchbrot genauso wenig dazu passen, wie die Bratwurst-Wolke, die sich breit machte.

Und was da alles unterwegs war! Die halbe Schweiz schien sich eingefunden zu haben. Eine für unser Volk eher aussergewöhnliche Ausgelassenheit hatte trotz eisigen Temperaturen Oberhand. Aus allen Himmelsrichtungen kamen sie und wollten sich das Ereignis der Sonderklasse nicht entgehen lassen. Der See, er war kein See mehr, sondern ein riesiges Natureisfeld. Schlittschuhe waren ein gebräuchliches Fortbewegungsmittel, aber wegen den paar Zentimetern Schnee, die auf dem Eis lagen, konnten auch Bewegungs-Tubbeli gefahrenlos die Eisfläche betreten. Etwas befremdend muss es für die Hunde gewesen sein. Auf über 3 km2 Fläche weit und breit kein Baum zum dranpinkeln! Es wurde Hockey gespielt, Pirouetten gedreht, Kinder auf dem Schlitten über die endlose Weite gezogen. Ganz Mutige befuhren die Eisfläche mit dem Fahrrad.

Wenn es zu einer Seegfrörni kommt, kann so manches Gfrüür-Füdli dem Winter doch noch etwas Positives abgewinnen.