Basislager Pontresina

Und schon wieder bin ich zusammen mit meinen Wanderfreunden unterwegs gewesen. Im Gegensatz zur letzten mehrtägigen Wanderung waren wir diesmal nicht von einer Unterkunft zur nächsten unterwegs, sondern haben in Pontresina unser Basislager etabliert. Wenn ich zurückblicke, fällt es mir schwer, zu sagen, welches denn nun die schönste Tagesetappe war.

War es der erste Tag

an dem wir nach der Anreise aus dem heissen Unterland erst mal tief durchatmeten, bevor es los ging?

Dies geschah auf der Bernina-Passhöhe. Den Weg dem Lago Bianco entlang mussten wir uns mit vielen Radfahrern und gemächlich spazierenden Mitgenossen teilen.

IMG_2565IMG_2568

Bei der Abzweigung zu Sassal Mason trennte sich die Spreu vom Weizen.

IMG_2576

Hinter dem Berghaus mit seinen mich an Trulli erinnernden Steinbauten öffnet sich der Blick zum Palü Gletscher.

IMG_2583

Weiter ging es zur Alp Grüm, von wo aus der Gletscher sich nicht minder spektakulär präsentiert.

IMG_2578IMG_2584IMG_2585

Spätestens jetzt weiss Anita sicher, um welche “Autobahn” es sich hier handelt.

IMG_2587IMG_2600IMG_2591

Am Lago Bianco erwischte uns ein kurzer Regenschauer. Gerade lange genug, dass wir uns genötigt sahen, einen Regenschutz hervorholen.

IMG_2604IMG_2610

Das war also unser erster Wandertag. Bereits sehr spektakulär. Mit 16 km Streckenlänge, 430 m Aufstieg und 610 m Abstieg eher von der gmögigen Sorte.

Karte Tag 1

Würde Tag zwei mein Favorit werden?

Wir fuhren mit der 111 Jahre alten Muottas Muragl Bahn auf den berühmten Oberengadiner Aussichtsberg.

IMG_2615

Was für ein Wetter, nachdem am Vorabend noch ein zünftiges Gewitter die 1.-August-Feier gespült hatte!

IMG_2618

Die Panoramen folgen Schlag auf Schlag.

IMG_2620IMG_2623IMG_2635IMG_2647

Der Weg führt an der Segantini-Hütte vorbei (die mit dem patriotischen WC-Häuschen….), unterhalb des Piz Languard durch bis zur Fuorcla Pischa.

IMG_2643IMG_2652IMG_2662

So viele Steine an einem Tag hatte ich schon lange nicht mehr gesehen.

IMG_2665

Bemerkenswertes am Wegesrand. Mal in Form von Rhätischem Alpenmohn.

IMG_2670

Mal als Steinskulptur. Je nach Fantasie kann man sie als Fackel, Empire State Building, Kirchenturm oder Zipfelmütze interpretieren.

IMG_2675IMG_2676IMG_2686IMG_2688IMG_2690

Nach langem Abstieg standen wir unten an der Talstation der Diavolezza-Bahn. Die Zeit reichte für einen Abstecher zum 2’973 m hohen Berghaus.

IMG_2706

Dort ist man voll auf Touris eingestellt. Sogar Schnee wurde extra deponiert.

IMG_2700

Der Ausblick – ein bedenklicher. Apere Gletscher. Das ewige Eis auf dem Weg in die Endlichkeit.

IMG_2702

Das war dann also Tag zwei. Mit 16 km Streckenlänge, 740 m Höhenmeter im Aufstieg und 1’100 im Abstieg wesentlich weniger gemütlich als am Vortag.

Karte Tag 2

Ich dachte, der dritte Tag würde das Filetstück unserer Touren sein.

Da wusste ich allerdings noch nicht, dass ich meinen schlechten Tag einziehen würde. Mit flauem Magen setzte ich mich am Morgen ins Postauto. Die kurvenreiche Fahrt über den Berninapass und durchs Val da Camp trug in keinster Weise zu meinem Wohlbefinden bei.

Bei der Ankunft bei der Saoseo Hütte muss ich wohl etwas blass um die Nasenspitze gewesen sein.

IMG_2724

Aber zu diesem Saoseo-See hoch wollte ich schon lange. Und bis dorthin schaffte ich es auch. Doch dann musste ich die Anderen ziehen lassen.

Meine “Mühen” hatten sich gelohnt. Ein märchenhaft schöner See lag mir zu Füssen.

IMG_2709IMG_2713IMG_2717IMG_2720

Nach ausgiebigem Staunen und Fotografieren ging ich zurück zur SAC-Hütte und entschied mich dort, den Weg an die Passstrasse zu Fuss anzugehen. Es wurde eine der längeren Stunden meiner Wanderkarriere.

IMG_2728IMG_2741IMG_2743IMG_2744

Es sollte sich herausstellen, dass meine “Wanderung” doch noch 8 km lang wurde. Zum Glück ging es vorwiegend bergab. Mehr hätte ich in meinem Zustand nicht geschafft.

image

Tag drei wird also definitiv nicht als Königsetappe in mein Palmares eingehen.

Wird der vierte Tag den Sprung zuoberst aufs Podest schaffen?

Dieser Tag begann an der schweizerisch-italienischen Grenze, an der Forcola di Livigno.

IMG_2746

Unverzüglich ging es bergan. Trotz leerem Magen konnte ich gut mithalten.

IMG_2748

Nach 240 Höhenmeter Anstieg öffnete sich bei La Stretta der Blick ins Val da Fain.

IMG_2749IMG_2752

Wir folgten dem Weg, der anfänglich nur ein Pfad, später eine Fahrstrasse ist, talauswärts. Unterwegs trafen wir viele Murmeltiere an.

IMG_2755

Beats Geduld wurde belohnt. Hier eines seiner tollen Fotos:

P1040749

Bei Bernina Suot erreichten wir die lärmige Bernina-Passstrasse.

IMG_2758

Es gab dennoch auch Sehenswertes am Wegesrand.

IMG_2759

Und wo Wasser fliesst, ist es ohnehin immer spektakulär. Badefreuden (aus der Zuschaueroptik) inklusive.

IMG_2761IMG_2788

Nach der Einkehr bei der Station Morteratsch hatten die meisten von uns noch nicht genug und nahmen den Weg nach Pontresina gleich auch noch (im Laufschritt!) unter die Füsse.

So wurde eine 20 km lange Etappe daraus, die uns 240 m bergauf und 780 m bergab führte.

Karte Tag 4

Bleibt noch Tag fünf

Da die Männer gestern den Heimweg angetreten hatten, gönnten wir vier Frauen uns am letzten Wandertag eine Ausplämperli-Tour.

Bei herrlich frischen Temperaturen starteten wir vor 9.00 Uhr ins Val Roseg. Wie würden wir in den kommenden heissen Tagen zu Hause diese Frische vermissen! Alle vier? Mitnichten, eine Dame griff nach kurzer Zeit zu Handschuhen und Ärmeli! Ich kommentiere das lieber nicht.

IMG_2789

Ein angenehmer Weg mit diversen Kinder- und Touristen-Beschäftigungs-Posten führt 7 km ins Val Roseg hinein.

IMG_2793IMG_2797IMG_2808

Das Hotel/Restaurant Roseg ist berühmt für sein Dessertbuffet. Bei unserer Ankunft wurde es gerade aufgebaut.

IMG_2809IMG_2816

Wer hätte da widerstehen können? Bei solcher Aussicht können wir so schnell nicht wieder Kaffee und Kuchen geniessen.

IMG_2811

Und weil wir heute gänzlich auf der Touristen-Schiene fuhren, liessen wir uns gemütlich in der Kutsche zurück nach Pontresina schaukeln.

IMG_2817IMG_2818IMG_2820

Der Weg ins Val Roseg ist 7 km lang und steigt 270 m an. Er ist SEHR stark frequentiert, sei es von Spaziergängern, Wanderern, Velofahrern oder Pferdegespannen. Für letztere zwei steht eine separate Fahrstrasse zur Verfügung.

image

Das waren sie dann, diese fünf Touren im Oberengadin. Ich will und kann hier nicht werten, welches die schönste Tour war. Auf ihre Art war jede schön.

Mein herzlicher Dank geht an Barbara für die Idee und Organisiation dieser Touren. Ebenso an Margrit, die uns mit ihrem Lokalwissen zur Seite stand. Und natürlich auch an Klara, Beat und Georges, die alle auf ihre Art zum Gelingen dieses Mehrtägers beigetragen haben.

Ich freue mich schon aufs nächste Jahr!

Zahlreiche weitere Fotos und Informationen zu diesen Wanderungen finden sich unter diesen Links:

Tag 1 ***  Tag 2 *** Tag 3 *** Tag 4

 

Wandern mit Freu(n)den

Es ist kaum zum glauben. Fast auf den Tag genau vor einem Jahr schrieb ich diesen Blog-Beitrag und verkündete darin, ich hätte herausgefunden, dass ich lieber alleine als gar nicht wandern gehen würde.

Kurz darauf habe ich Unterschlupf gefunden bei einer Wandergruppe, bei der ich mich wohl, saumässig wohl fühle.

Und nun bin ich mit dieser Truppe zum zweiten Mal innert zwei Wochen mehrere Tage unterwegs am wandern.

Super, solche Freunde gefunden zu haben! Oder?

IMG_2586

Helvetisches Scheissen

Gleich zu Beginn ein “Entschuldigung”. Es ist sonst nicht meine Art, hier mit Fäkalsprache um mich zu werfen. Aber der Anblick dieser luftigen Toilette entlockte mir eben genau diesen Begriff.

IMG_2641

Da kann mir wohl niemand widersprechen. Dieses luftige WC-Häuschen steht bei der Segantini-Hütte im Engadin auf 2’731 m und dürfte schon tausendfach fotografiert worden sein.

Passend zum Thema haben wir im Verlauf der Wanderung diese dekorierte Wanderweg-Markierung gefunden.

IMG_2672

Kein weiterer Kommentar.

Zuverlässige Wiederholungstäter

Es ist eine unbestrittene Tatsache: Früher oder später räumt der Winter das Feld um dem Frühling Platz zu machen. Ebenso unbestritten ist, dass mein innig geliebter Mitbewohner und ich trotz Frühlingsgefühlen im Flachland gerne nochmals in die Berge fahren um unserem Hobby zu frönen. Und ebenso zuverlässig wie inhaltlich unbestritten erreichen mich seit Jahren von einer Freundin Mails mit folgendem und ähnlichem Inhalt:

Mannohmann …wie KANN man nur Skifahren gehen, wenn es endlich Frühling geworden ist.

Ich neide dir deine Skiferien nicht. Nichts desto weniger wünsche ich dir eine schöne Zeit und viele Sonnenstunden.

Ich kann meine Freundin und alle Anderen verstehen. Wirklich. Ich kann gut nachfühlen, dass man sich nach dem Winter wieder Sonne und Wärme wünscht. Sich am Flöten der Amseln erfreut und gierig aufsagt, wie sich die Natur zu entwickeln beginnt. Mir macht das auch Spass und ich begrüsse jeden Krokus im Garten einzeln, suche Bärlauch und überlege mir ernsthaft, meine Fensterscheiben zu putzen.

Dennoch, ab so einem Anblick kann ich nicht anders. Da geht mir einfach das Herz auf.

DSC09027

Zum Niederknien schön, oder?

DSC09034

Heimweg in den Winter

Die Alpensüdseite, und damit auch das Engadin, wurden diesen Winter von Frau Holle besonders gut bedacht. Bis zu zwei Meter Schnee lagen noch Anfang März im auf 1’800 m gelegenen Hochtal, auf den umliegenden Bergen drei Meter und mehr. Dann kam die Frühlings-Hitzewelle und buk den ganzen Schnee zusammen. Noch immer liegt im Engadin überdurchschnittlich viel Schnee, auch wenn wir im Verlauf der vergangenen Woche fast zuschauen konnten, wie die einst weisse, nun doch eher gräulich-beige-weisse, Pracht weniger wurde.

Als Anschauungs-Beispiel dieser Hubbel, den ich am Mittwochvormittag von der Ferienwohnung aus fotografiert hatte:

Drei überdurchschnittlich warme Tage später bot sich mir dieses Bild:

Der Hubbel entpuppte sich allmählich als Föhre (Latsche), der allerdings der viele Schnee schlecht bekommen war.

Mittlerweile dürfte auf dem abgebrochenen Ast wieder frischer Schnee liegen. Heute Morgen, bei unserer Abfahrt, schneite es bereits leicht. Da wir keine Ambitionen hatten, in ein allfälliges Verkehrschaos am Julierpass involviert zu werden, fuhren wir bereits um 8.30 Uhr los. Der Wetterbericht verspricht in den Bergen einen halben Meter Neuschnee, im Flachland immerhin noch Schneegestöber. Die Julier Passstrasse war zwar bereits nass, die Temperaturen unter Null, aber noch ohne Probleme zu befahren.

Eine Skiwoche, die wettermässig kaum zu übertreffen ist, ist unfallfrei über die Bühne gegangen. Dass wir offenbar vom Winter heim in den Winter gefahren sind, obschon bereits erste Rasenmäher im Betreib waren – nun ja, Ironie des Schicksals halt. Irgendwann wird es sicher wieder Frühling werden.

Internationales Eierkochen

„Wie lange muss man denn hier die Frühstückseier kochen?“ fragte mich meine Freundin Gabi vor einigen Tagen. Die Frage mag seltsam anmuten, ist aber nicht ganz unbegründet, erreicht doch Wasser in der Höhe den Siedepunkt bereits vor 100 Grad. Mit „hier“ war Silvaplana gemeint, das auf 1’800 m über Meeresspiegel liegt und wo wir zu viert in den Skiferien waren. Gabi kocht ihre Frühstückseier in der Regel 1’500 m tiefer, in Nürnberg, wo es nach unserem Verständnis – trotz anderslautender Ortsbezeichnung – weit und breit keine Berge gibt.

„Drei oder vier Minuten, je nachdem wie weich du sie magst und wie gross die Eier sind“, war meine Antwort, die prompt mit einem „das langt nett“ quittiert wurde. Ihr Mann und sie mochten keine schlabbrigen Eier zum Frühstück. Sie werde es mal mit fünf Minuten versuchen. „Fünf Minuten, dann sind sie ja schon fast hartgekocht“, gab ich zu bedenken, „Ostern ist doch erst in sechs Wochen.“ Wie schwere Eier sie denn gekauft habe, war nun meine nächste Frage. „Keine Ahnung, woher soll ich denn das wissen!“ „Steht doch auf jeder Schachtel.“ „Sowas steht bei uns in Deutschland nicht auf der Schachtel. Da steht bloss M oder L.“ Mir dämmerte allmählich, dass das mit dem Eierkochen ein gröberes Problem werden könnte.

Am nächsten Morgen verkündete Gabi, ihre Frühstückseier seien nach fünf Minuten kochen noch zu weich gewesen. Zum Glück hatte sie einen Sechserkarton gekauft, so boten sich ihr noch zwei weitere Chancen, perfekte Frühstückseier zu kochen.

Damit ich nicht aus dem hohlen Bauch heraus sprach, kaufte ich auch Eier, 63+ (das ist, für alle Unwissenden, nicht das Alter der Eier, sondern deren Gewichtsklasse), kochte sie viereinhalb Minuten lang und sie waren … PERFEKT.

Gabi jedoch liess ihre Eier am folgenden Morgen sechs Minuten im kochenden Wasser und war – zu unser aller Erleichterung – glücklich. Für Verwirrung sorgte nur noch, dass sie ihre Eier grundsätzlich ins kochende Wasser gibt, während ich sie seit eh und je kalt aufgesetzt habe. Dass etwas so Banales wie Eier kochen derart kompliziert sein kann! Die Frühstückseier haben für viel Gesprächsstoff aber auch viel Gelächter gesorgt. Fast wie bei Loriot, denn Gabi beteuerte, sie koche ihre Eier in erster Linie nach der Fernseh-Uhr und in zweiter Linie nach Gefühl.

Wer fundierte wissenschaftliche Fakten zum Eierkochen in der Höhe nachlesen will, bitte HIER entlang.

Und wer jetzt immer noch nicht weiss, wie lange er seine Eier kochen muss, findet beim WEICHEI RECHNER Hilfe.

Skifahren wie in Afrika

Es ist warm für die Jahreszeit. Viel zu warm. Zum Skifahren grundsätzlich angenehm, weil man nicht frieren muss. Und wenn man nicht Skifahren und trotzdem ausschlafen will, sind die Pisten in den Vormittagsstunden ein Hammer. Der berühmte ausgerollte Teppich mit ein paar Zentimetern Sulzschnee. Traumhaft!

Es sind jedoch nicht nur die warmen Temperaturen, die mich an Afrika erinnern, sondern auch die Hinterlassenschaften aus eben diesem Kontinent. Der Sahara-Staub, der im Februar daher geweht kam, ist überall sichtbar und hinterlässt vielfältige Muster im Schnee.

Schneeweiss war gestern. Sand im Getriebe ist heute.

Abfahrt von der Diavolezza. Im Hintergrund gut sichtbar die Ablagerungen aus Nordafrika.

Auch am Piz Lagalb, dem Frühlings-Skiberg am Bernina-Pass, hat der Sahara-Staub seine Spuren hinterlassen.

Wunschlos glücklich

Ja, das bin ich nach dem heutigen Prachtstag. Wunschlos glücklich.

Tolle Skiabfahrten an der Diavolezza und Lagalb. Und Wetteraussichten, die noch weitere schöne Skitage im Oberengadin versprechen.

Weil ich den knurrenden Magen meines innig geliebten Mitbewohners nicht mehr länger ignorieren kann, lasse ich für den Rest dieses Blog-Beitrags Bilder sprechen und stürze mich in die Küche. Auf dem Menü steht Pilzrisotto. Bekanntlich nicht gerade des Mitbewohners Leibgericht, aber selbst in der bescheidenst ausgestatteten Ferienwohnungs-Küche einfach zuzubereiten.


Na, ist das schön oder schön?

Sperrzone Engadin

Es ist ein teurer Parkplatz, auf dem mein innig geliebter Mitbewohner und ich einige Tage verbracht haben. Die Auswahl war indes nicht sehr gross. Im gesamten Engadin gibt es meines Wissens keinen einzigen Wohnmobil-Stellplatz, dafür massenhaft Verbotstafeln. Diese begrüssen einen schon auf der Julier-Passhöhe („Campieren auf dem gesamten Gemeindegebiet von Silvaplana verboten“), gleichfalls auf dem Flüelapass (selbiges, einfach mit „Susch“ anstelle von Silvaplana) und vermutlich auch auf dem Albula. Die Verbotsschilder sind flächendeckend und unübersehbar aufgestellt. Man will uns hier auf einen Campingplatz verbannt wissen.

Wir haben es vor Jahren schon erfahren und versuchen erst gar nicht, ein Schlupfloch zu finden. Der besagte teure Parkplatz (25.-/Nacht) ist in Tat und Wahrheit ein Campingplatz im Münstertal. Wir standen auf einer Wiese, in gebührender Entfernung gab es die einschlägige Infrastruktur wie Steckdose (deren Gebrauch noch extra kosten würde), Sanitäre Anlagen (Duschen ebenfalls extra), Abfalleimer (keine Extra-Gebühr, ach hätte ich doch meinen Güsel von zu Hause hier entsorgt), Spielplatz (zu dem Alter sind wir raus), ein kleines geheiztes Schwimmbad, in dessen Fluten die ganze Talschaft baden darf.

Normalerweise suchen wir keine Campingplätze auf. Normalerweise sind wir aber auch nicht im eigenen Land unterwegs. Vielleicht haben wir deshalb etwas den Kontakt zu helvetischen Campingplatztarifen verloren. Wir finden den Preis jedenfalls für das Gebotene sackteuer.

Nicht ganz so edel wie der Preis fällt übrigens die Quittung aus. Auf einen Hüüsliblock A6 kariert wurde ein Stempel gedonnert und mit Datum, Unterschrift und Betrag versehen. Ich fress einen Besen samt Putzfrau, wenn der Betrag ordentlich versteuert wird.