Fehlalarm

Für einmal war ich froh, dass es Fake News waren. Wovon – Fake News waren es nicht. Und somit keine mutwillige Streuung von Unwahrheiten.

Heute morgen um sechs Uhr wurde in Samnaun ein Erdbeben registriert. Zwar nur Stärke 3,3, was mich bestenfalls wieder in den Schlaf gewiegelt hätte. Aber ein Erdbeben ist ein Erdbeben und damit eine latente Bedrohung. Stunden später wurde bekannt: Es war ein Fehlalarm.

Die Meldung wurde auf den Newskanälen in Windeseile verbreitet, sogar aus Österreich erhielt ich ein SMS, ob wir das Erdbeben gespürt hätten.

Ich find’s irgendwie peinlich. Aber natürlich bin ich froh, dass es ein Fehlalarm war.

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Eine stark beschädigte Kirche in der Region L’Aquila. Aufgenommen im Juli 2009, drei Monate nach dem starken Erdbeben.

Schüttelfrost

Ein Erdbeben hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt. Dramatischer. Vor Jahren in Seattle, als ein Erdbeben mit Stärke 5,6 die Erde beben liess, kam immerhin der Kronleuchter über dem Esstisch etwas in Schwung und das Ganze dauerte einige Sekunden.

Was sich gestern Abend um 23.45 Uhr ereignete, war mehr so ein heftiger Ruck, der mich auf dem Sofa lümmelnd ereilte. Mein innig geliebter Mitbewohner und ich schauten uns etwas ratlos an. Da aber weder ein lauter Knall zu hören war noch sonst etwas weiter passierte, legten wir die Geschichte ad acta und uns schlafen.

Heute Morgen dann die Erklärung: Der Mann am Radio liest vor, dass sich in der Schweiz ein Erdbeben der Stärke 4,2 ereignet habe. 30 Kilometer unter der Erdoberfläche, Epizentrum zwischen dem Zuger- und dem Zürichsee. Schäden soll es keine gegeben haben.

Wir sind dankbar, dass unsere Welt nicht aus den Fugen geraten ist.

Hier lief es nicht so glimpflich ab. In den Abruzzen bebte im 6. April 2009 die Erde heftig. Wir bereisten die Region wenige Monate später.