Beweisstück Unterhose (1)

Dem Bergler schien es irgendwie nicht ganz wohl bei der Sache. Er erwägte allen Ernstes, die Mission in der Nacht zu erledigen. Er wollte nicht vor den Nachbarn als – na was eigentlich, durchgeknallt vielleicht? – darstehen.

20210502_172112_resized

Wir erledigten es dann trotzdem am helllichten (Sonn)Tag und niemand hat uns – jedenfalls bis jetzt – in die Klapsmühle einliefern lassen. Immerhin haben wir im Dienste der Wissenschaft gehandelt ….

…. und UNTERHOSEN eingegraben.

Ja, Unterhosen vergraben! Zwei Paar Baumwoll-Unterhosen in Bio-Qualität sollen Aufschluss geben über die Qualität unseres Bodens. Für diese schweizweite Studie vergraben in diesen Tagen noch weitere 999 Durchgeknallte nach genauer Anleitung zwei Paar (ungebrauchte!) Unterhosen und 12 Teebeutel.

20210502_172646_resized

In einem Monat sollen wir das erste Paar Unterhosen samt sechs Teebeuteln wieder sorgfältig ausgraben und trocknen lassen. Einen weiteren Monat später dasselbe Procedere mit dem zweiten Paar. Und dann wird alles zurückgeschickt an die Uni Zürich. In der Zwischenzeit sollen die Bodenlebewesen fleissig sein und sich über die Unterhosen her machen, sodass im Idealfall am Schluss nur noch das Gummiband und die Nähte übrig sind. Man darf gespannt sein.

20210502_173418_resized

Und wer immer noch glaubt, wir seien durchgeknallt, hat vielleicht nicht ganz unrecht, kann sich jedoch hier vergewissern, dass es das Projekt tatsächlich gibt.

Des Gärtners Edelmetalle

Der Bergler und ich hatten über den Winter genügend Gelegenheit, neue Projekte im Garten auszuhecken. Mittlerweile ist die Zeit gekommen, um diese eins ums andere umzusetzen.

Der Kompost wird landläufig auch als das Gold des Gärtners genannt. Als derart preziös hätten wir den umzingelten Dreck zwar nicht bezeichnet. Aber da das Gitter übervoll zu werden drohte und wir parallel dazu in naher Zukunft Hummus brauchen werden, hatten wir uns entschlossen, den gesamten Kompost durchzusieben und umzuschichten.

In so einem Kompost leben bekanntlich ganz viele Kleinstlebewesen, die das laufend zugefügte Rohmaterial umwandeln und abbauen. Nachdem wir uns bis auf die unterste Schicht des Haufens, die gemäss Bergler über 10 Jahre alt sein dürfte, vorgearbeitet hatten, kennen wir nun diesen Mikrokosmos etwas besser. Er besteht nicht nur aus Springschwänzen, Regenwürmern und Käfern, sondern gleichermassen aus Teebeuteln, Knochen, Steinen und allerhand prähistorischen Tonscherben.

20210303_132850_resized

Biologisch bewehrt

Ich habe schon immer behauptet, dass die Bio-Welle mitunter absurde Formen annimmt. Das jüngste Beispiel ist Kakteenerde in Bio Qualität. Ich habe sie sowohl bei Migros als auch Coop entdeckt.

Bio Erde für Kakteen? Hallo!

DSC01265

Der erste Kandidat, der in den Genuss der edlen Bio-Erde gekommen ist (etwas anderes ist beim Grossverteiler offenbar gar nicht mehr zu kaufen), ist dieser Säulenkaktus, dem ich einen grösseren Topf verpasst habe. Letzterer übrigens aus hundskommunem, unbiologischem Plastik.

DSC01267

Ehrlich gesagt glaube ich, dass es meinen Kakteen mindestens so egal ist wie mir, ob biologisches Substrat oder konventionelle Erde ihre Wurzeln umgibt. Viel lieber wäre es ihnen, sie würden nicht mehrmals täglich dauergeduscht. Langsam aber sicher beginne ich mr nämlich, mir um meine Kakteen, die ungeschützt im Freien stehen, Sorge zu machen.