Im Vorhof des veganen Olymps

Ich habe Verständnis für vegetarische Ernährung und respektiere diese Einstellung. Wer mir aber Mühe bereitet, sind die Veganer. Mir kommt das ganze Getue als Religion rüber. Und wieso muss es für alles ein Ersatzprodukt geben? Veganer Reibkäse. Vegane Wurst. Veganer Aufschnitt. Veganes Schnitzel. Wer gänzlich auf tierische Produkte verzichten will, soll es mit allen Konsequenzen machen. Dann gibt es halt kein Raclette und auch keine Wurst vom Grill, auch wenn sie noch so pflanzlich ist!

Nichts desto trotz, damit wir nicht zum hohlen Bauch heraus tröten, haben der liebe Bergler und ich heute einen Selbstversuch unternommen. Einfach so gwunderhalber. Mit relativ geringer Erwartungshaltung.

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Die Zutatenliste tönte jedenfalls nicht gerade Appetit anregend.

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Wir brieten das pflanzliche Konstrukt gemäss Anleitung, richteten es an, als sei es ein veritables Stück Fleisch, wünschten uns tapfer “En Guete” und bissen rein.

Unsere Erwartungen wurden übertroffen. Bei weitem! Der Geschmack, der sich in unseren Mündern ausbreitete, hätte ebensogut von Holzspänen, gewürzt mit Bahnbord dritter Schnitt, Strassenstaub und einer Portion Tapetenkleister stammen können. Die ökologische Mehrweg-Gabel aus 100 Prozent Holzfasern, die ich vor kurzem an einem Take-Away erhielt, hätte sicher nicht schlechter gemundet.

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Fazit: Soll dieses vegane Zeugs essen, wer will. Wir bleiben bei richtigem Fleisch vom glücklichen Metzger.

Zum Glück gabs noch Pilzrisotto dazu. Nach altbewährtem Rezept von Frau Flohnmobil und mit selbstgesuchten Steinpilzen.

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Flüssiges Fleisch

Im Revolverblatt, das mir gestern zugetragen wurde, prangte auf der Titelseite die folgende Schlagzeile:

“Jetzt gibts den Fleisch-Smoothie”

Ich wollte den Artikel zuerst gar nicht lesen, denn für mich stand zum vornherein fest, dass ich ganz bestimmt nie flüssiges Fleisch konsumieren würde, es sei denn, ich hätte keinen einzigen Zahn mehr im Mund. Aus lauter Langeweile (ich habe angefangen, wenn ich allein am Tisch sitze, während dem Essen zu lesen) las ich schliesslich den Artikel doch noch.

Da soll also ein deutscher Metzger auf die Idee gekommen sein, einen Fleisch-Smoothie zu basteln. Die grösste Schwierigkeit lag offenbar darin, das Fleisch so flüssig zu machen, dass man keine Fleischfasern mehr auf der Zunge spürt.

So weit haben wir es jetzt also gebracht! Die Menschheit ist fortan nicht mehr nur gehfaul, nun soll sie auch noch kaufaul werden. Was kommt als nächstes, ein Forellen-Smootie?

Etwas hat der deutsche Metzger bei seiner “Erfindung” aber ausser acht gelassen: Flüssiges Fleisch gibt es bereits. Als Babynahrung. Und zwar in vielen „gluschtigen“ Variationen, wie man bei leichtem Hungergefühl hier nachlesen kann. Ich wünsche allseits guten Appetit!

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