Gartenprojekte (4)

Meine Freundin war skeptisch, als wir ihr davon erzählten. Sie meinte, das sei doch nur ein Gag des Gartencenters, daraus würde sicher nichts werden. Der liebe Bergler und ich aber waren wild entschlossen, es zu versuchen. Die Vorstellung, einen Pilzrisotto mit Safran im Teller zu haben, dem nicht nur die selber gesuchten Steinpilze sondern auch eigener Safran zum kulinarischen Hochgenuss gereichten, fanden wir zu verlockend.

So kauften wir im Spätsommer diese 12 Zwiebelchen Safran-Krokusse und verhalfen ihnen zu einer standesgemässen Unterkunft. Wir sahen das Wohl darin, einen Topf in die Erde zu buddeln, damit wohl immer schön das Wasser abfliessen möge, aber bei Trockenheit auch Wasser von unten gezogen werden konnte, da wir ja nicht ständig präsent sind, um den Wasserhaushalt zu steuern. Wir scheuten keine Mühe und holten sogar einen Kübel voll Sand aus einem Bachbett, damit das Substrat ja schön durchlässig wurde.

Nach vollzogener Pflanzung ging selbstverständlich zuerst mal gar nichts. Auch als wir vier Wochen später wieder im Garten im Misox waren, war noch nichts zu sehen. Kein Halm! Bestenfalls Unkraut. Schon tauchten erste Fragezeichen auf. Da es aber erst zweite Hälfte September war, rechneten wir uns noch Chancen auf ein üppiges Wachstum aus.

Als wir vor zehn Tagen wieder gen Süden fuhren, waren wir sehr gespannt, was wir antreffen würden. Hurra! Was sich da dem Licht entgegen reckte, war diesmal kein Unkraut, sondern unzweifelhaft ein Krokus-Gewächs.

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Und schon am nächsten Tag öffnete sich die erste Blüte. Ganz ähnlich wie bei den Frühlings-Krokussen. Am Vorabend sieht man bereits etwas Farbe und am nächsten Morgen ist die Blüte offen. Wir waren begeistert, konnten allerdings beim besten Willen nur dieses eine Blümchen ausmachen.

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Die drei roten Fäden, die das teuerste Gewürz der Welt darstellen, sind gut auszumachen. Wir ernteten und trockneten sie. Davon alleine wird es zwar noch keinen Risotto geben, aber theoretisch steht uns ja noch mehr Blütenpracht bevor. In der Praxis allerdings ist leider so, dass wir vermutlich einige Blüten verpassen, weil wir nicht immer vor Ort sind. Dennoch, die Operation Safran ist erfolgreich angelaufen. Und schliesslich sind die Zwiebelchen, wie alle anderen Krokusse auch, mehrjährig.

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Von rot/weiss zu blau

Da in meinem letzten Ratespiel niemand von euch auch nur annähernd die richtige Anzahl Radiesli erraten hat, kann ich euch nicht schon wieder mit einer neuen Aufgabe bombardieren.

Ich wäre selber ohnehin zu faul, um all die Feigen zu zählen. Tatsache ist aber, dass ich gestern auf dem Feigenbaum vor „unserem“ Haus herumgestiegen bin. Was ihr hier seht, entspricht vielleicht einem Fünftel aller Feigen, die der Baum trägt. Grob geschätzt dürften in diesen zwei Schüsseln an die hundert Feigen sein.

Etwas mehr als Radiesli, das waren nämlich präzise deren vierundfünfzig.