Mit Musse müssen

Als unser Auto kürzlich für den Jahres-Service in der Garage war, erhielten wir einen Ersatzwagen in Form eines Subaru Outback. Mein innig geliebter Mitbewohner zeigte sich ganz begeistert über all die neumodischen Möglichkeiten des für uns viel zu grossen Autos. Alpott piepste es ab irgendwas. Sensor hinten, Sensor vorne, Sensor überall – die komplette Überwachung. Wie von Zauberhand verlangsamte das Auto plötzlich, wenn auf der Autobahn ein Fahrzeug vor uns zu nahe war, beschleunigte wieder auf die vorherige Geschwindigkeit, wenn die Bahn frei war.

Die Zeiten, wo ich mich mit Vergnügen in ein Auto setze, um zu fahren, sind längst passé. Der viele Verkehr macht das Autofahren für mich nicht zur Musse sondern nur noch zum Müssen. Doch selbst wenn ich noch eine begeisterte Automobilistin wäre, käme diese Familienkutsche nicht in Frage. Vom Beifahrersitz aus konnte ich nämlich nicht ohne Verrenkungen ablesen, mit welchem Tempo der Mitbewohner durch die Gegend bretterte. Ergo konnte ich auch nie intervenieren, wenn des Mitbewohners Fuss zu schwer wurde. Ein Auto, bei dem ich von nebenan nicht auf den Tacho sehe – was für eine Fehlkonstruktion!

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