Wie zu Grossmutters Zeiten

Man nehme:

einen Ofen
genügend Holz-Scheiter
einen ambitionierten Heizer
500 Gramm Mehl
Hefe
3,5, dl Flüssigkeit
Salz
eine unerschrockene Bäckerin
genügend Zeit

Im Idealfall wird aus solchen Ingredienzien ein Brot. Ein Holzofenbrot.

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Die grosse unbekannte Komponente in dieser Zutatenliste ist der Ofen. Wie heiss wird so ein Teil? Und wie lange bleibt die Hitze erhalten? Inegüxle wie daheim im Backofen geht ja nicht.

Nach 25 Minuten wurde das Brot, das längst zur vollen Grösse aufgegangen war, gedreht. Nach total 40 Minuten nahmen wir es aus dem Ofen. Prädikat: gut, aber noch verbesserungsfähig. Das nächste Mal – und es wird bestimmt ein nächstes Mal geben –  werde ich das Brot mind. 45 Minuten backen.

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Unweigerlich wurden Erinnerungen an Experimente mit Brot backen im Wohnmobil wach.

Znacht mit zwei Barberas

“Da muesch es Fotti mache und in Blog stelle. Läck, das gseht so guet us!” Der liebe Bergler zeigte sich wahrlich euphorisch über unser bevorstehendes Nachtessen.

Gesagt, getan. Bittesehr:

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Was auf dem Bild (zugegeben nicht wahnsinnig professionellen Bild) nicht erkenntbar ist… vor lauter fotografieren, drapieren und Kerze anzünden zwecks Stimmung, wäre unser Festmahl beinahe kalt geworden. Aber nur beinahe. Profis wie wir richten selbstverständlich auf vorgewärmten Tellern an.

Dem Genuss der über Nacht in Barbera eingelegten und fast zwei Stunden lang geschmorten Lammhaxe stand nichts mehr im Weg. Himmlisch war nicht nur sie, sondern auch das edle Tröpfchen im Glas. Zum Wohl und en Guete!

Wo ist die Ferienlaune hin?

Ich habe heute zum Kaffee das Edelweiss Biberli vertilgt, das auf dem Heimflug verteilt wurde.

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Mag sein, dass es die meisten Passagiere auf 11’000 Metern Höhe gegessen haben. Ich habe es als nette Geste entgegengenommen und in den Rucksack gesteckt.

Beim Kauen musste ich feststellen, dass der Ferieneffekt bereits verpufft ist.

Wen wundert’s beim gegenwärtigen Huddelwetter!


Welche Federn hatte das Vieh?

Im Rahmen des alljährlichen Treffs der Bergler-Sippschaft, der ich nun auch angehöre, gab es einiges Rätselraten. Nicht nur, wo der Ausflug hinführen würde (nämlich jedes Jahr in eine andere Kantonshauptstadt), sondern auch bezüglich der Verpflegung.

Bekannt war lediglich, dass das Essen Federn lassen musste. Die Spekulationen schossen daraufhin wild ins Kraut. Von Ente über Schwan, Pfau, Papagei bis Fleischvogel geisterte alles im Gruppen-Chat herum. Niemand jedoch tippte richtig.

Denn zum Essen gab es:

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Einen Kapaun. Wohl wusste ich, dass das ein kastrierter Hahn ist, nie jedoch hatte ich jemals so einen impotenten Gockel auf dem Teller gehabt. Fazit: Es war sehr lecker. Und dies, obschon ich bei Fleisch sehr kritisch bin. Es war ausgezeichnet gewürzt und überhaupt nicht trocken.

Gegessen haben wir diese Spezialität im altehrwürdigen Restaurant Blasenberg oberhalb von Zug. Es Besuch dort ist nicht nur wegen dem Gockel, sondern grundsätzlich auch wegen der Aussicht zu empfehlen.

Wenn der Zucker zuckt

Ohne Zucker geht gar nichts. Es gäbe weder Kuchen noch Ketchup (obschon ich auf Letzteres problemlos verzichten könnte). Manchmal staunt man, wo und vor allem wie viel Zucker in den Lebensmitteln ist. Aber was wäre unsere gute Schweizer Schoggi ohne Zucker?

Zucker kennt auf diesem Planeten verschiedene Daseinsformen. Ganz konventionell in Ein-Kilo-Säcken. In den Varianten weiss, braun, Bio, gemahlen, pulverisiert. Oder gestampft. Ich kann mich zwar nicht erinnern, wann ich das letzte Mal einen Würfelzucker gesehen habe. Und in allen möglichen Formen mehr oder weniger adrett in Beutelchen verpackt. Nett portioniert, mit keiner anderen Bestimmung, als im Kaffee zu landen.

Es gibt Leute, die sammeln Zuckerbeutelchen. Mir ist dieses Los verwehrt, schmeisse ich doch auswärts etwas Zucker in meinen Kaffee. Das Beutelchen kann noch so originell bedruckt oder in einer fantasievollen Form daherkommen, es wird nie den Weg vom Café zu mir nach Hause finden.

Anders bei den Kafirähmli. Es gab mal eine Zeit, da sammelte ich diese bunt bedruckten Deckelchen. Und dies, obschon ich seit Jahrzehnten meinen Kaffee schwarz trinke. Man begeht ja so manche Dummheit in seinem Leben. Noch immer staune ich ab der Vielfalt der Kaffeerahm-Deckelchen und darüber, dass sich die Hersteller auch nach mehreren Jahrzehnten immer noch mehrmals pro Jahr Neues einfallen lassen.

Ich könnte mein Haushalts-Budget massiv aufpeppen, indem ich jeweils das Kafirähmli, das ich nie brauche, mit heim nehme. Seit mir mal so eines in der Handtasche ausgelaufen ist, bin ich von dieser Idee nicht mehr zu begeistern. Vielleicht sollte ich damit beginnen, Kafilöffeli zu sammeln. Die Vorteile liegen auf der Hand: Sauber, pflegeleicht, kein Verfalldatum und auch sonst sehr robust.

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Lachs aus den Schweizer Bergen

Etwas vom Besseren, das in diesem Land produziert wird – sieht man mal ab von den leckeren Pilzen, die derzeit in den Wäldern wachsen – ist Lachs aus Lostallo.

Lachs aus einem Binnenland wie der Schweiz? werden sich nun fachkundige Leserinnen und Leser fragen. Zuchtlachs kommt üblicherweise aus grossen Käfigen irgendwo vor den Küsten Norwegens oder Chiles.

Lostallo Lachs dagegen wird in einem geschlossenen Indoor-System produziert. Er ist zwar nicht Bio zertifiziert, kommt aber ohne Chemikalien und Antibiotika aus.

Es darf kein Geheimnis draus gemacht werden: Der Lachs ist teuer. Aber er schmeckt hervorragend. Sei es als Frischfisch oder geräuchert. Besonders der Rauchlachs hat es mir angetan, er ist wesentlich weniger gesalzen als wie man es sonst beim Lachs vom Grossverteiler kennt.

Wann immer der liebe Bergler und ich im Misox sind, leisten wir uns eine solche Delikatesse. Solltet ihr mal Gelegenheit haben, Lostallo-Lachs zu probieren (diesem kulinarischen Erlebnis kann man ja durchaus etwas nachhelfen) – unbedingt!

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Gwundrig gmacht? Hier geht es zur Website.

Neuentdeckung eines kulinarischen Erbes

Die Rubrik “Chuchichästli” wurde an dieser Stelle lange vernachlässigt. Völlig zu Unrecht! Nicht nur, dass mein lieber Bergler und ich gerne etwas Gutes essen und einem feinen Tropfen auch nicht abgeneigt sind. Nein, wir finden grossen Gefallen darin einzukaufen, spezielle Lebensmittel zu entdecken und gemeinsam zu kochen.

Letzthin entdeckte ich im Einkaufsrevier des Berglers ein altertümlich aussehendes Gewürzbeutelchen, das zumindest für mich kulinarisches Neuland war. “Das hat schon meine Mutter gebraucht”, verkündete dagegen der Bergler.

Wir kauften so ein “Magenträs” und streuten es daheim in homöopathischer Dosis über unser Erdbeer-Dessert. Es schmeckte undefinierbar, exotisch. Und es regte in höchstem Masse meine kulinarische Fantasie an.

Und so rührte ich tags darauf einen Teig zusammen aus:

250 g Mehl
180 g Zucker
1 TL Backpulver
1 Päckchen Vanillezucker
1 Beutel (30 g) Magenträs
30 g Butter
2 Eier
2 Prisen Salz
180 g ganzen Mandeln

Daraus entstanden Cantucci. Man merkt ihnen an, dass da etwas “Fremdes” drin steckt. Aber damit das Aroma des Magenträs richtig zur Geltung kommt und das Sandelholz seine Farbe entfalten kann, müsste wohl die Menge mindestens verdoppelt werden. Ich bleib dran – und probiere vielleicht als nächstes mal dieses Rezept aus.

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Infos zu diesem altehrwürdigen Gewürzzucker, der Eingang ins Kulinarische Erbe der Schweiz gefunden hat, gibt es HIER.