Neue beste Freunde

Putzen ist nicht gerade mein liebstes Hobby. Nichts desto trotz schätze ich es, wenn es sauber ist. Und sehe deswegen eine gewisse Notwendigkeit ein, Zeit ins Putzen zu investieren. Kommt hinzu, dass ich ein wahnsinniges Talent habe, Dreck zu finden, der seit Jahren darauf gewartet hat, entdeckt zu werden. Doch dazu vielleicht ein anderes Mal.

Heute war Scheibenreinigung im grossen Stil angesagt. Mehrere Quadratmeter Glas warteten darauf, wieder durchsichtig zu werden. Wohl hat der liebe Bergler den grösseren Teil der zu durchsichtigenden Arbeit erledigt, doch am Schluss kam ich auch noch zum Zug. Und dabei habe ich – ich traue mich kaum, dies hier zu schreiben – beinahe so etwas wie Begeisterung gespürt. 

Denn mit diesen beiden Teilen geht das Fensterputzen wirklich ratz-fatz vonstatten.

IMG_0408

Wenn’s denn wirklich sein muss

Die Zeitung war gelesen. Von vorne nach hinten und wieder zurück. Die Freundin, die mich anrief, wollte partout keine Zeit haben für einen Kaffee. Die eigens zu diesem Zweck kontaktierte Nachbarin war schon gar nicht erst zu Hause. Das Bad erstrahlte im Glanz, die Wäsche war gebügelt und das Essen vorbereitet.

Es schien kein Zurück mehr zu geben. Nur die Flucht an den Computer brachte noch einen kleinen Aufschub. Welcher mit diesem Blogbeitrag auch Geschichte ist.

Nun kann ich mich endgültig nicht mehr länger vor dem Fensterputzen drücken.

DSC02195

Durchblickend

Es gibt garantiert Arbeiten, die mir mehr liegen, die ich mit weniger Abscheu verrichte. Und es gibt Leute, die mich davon überzeugen wollten, dass diese Arbeit unter meiner Würde sei. Dass ich mich – schönes Haus hin oder her – nicht so weit herablassen solle.

Aber als mich unsere Hausbesitzerin fragte, ob ich die Fenster putzen würde, konnte ich nicht gut nein sagen. Was ist schon ein halber Tag Arbeit, wenn man vier Wochen Zeit dafür hat? Und ehrlich gesagt finde ich durchaus, dass ich mich so weit herablassen kann, wenn man bedenkt, dass wir ohne viel Verpflichtungen gratis und franko in diesem herrlichen Haus wohnen konnten, das im Sommer für 4’000 Pfund pro Woche vermietet wird. Oder?

DSC09402

“Unser” Haus in der Provence – mit sauber geputzten Fenstern nach Schweizer Methode.