Wenn’s denn wirklich sein muss

Die Zeitung war gelesen. Von vorne nach hinten und wieder zurück. Die Freundin, die mich anrief, wollte partout keine Zeit haben für einen Kaffee. Die eigens zu diesem Zweck kontaktierte Nachbarin war schon gar nicht erst zu Hause. Das Bad erstrahlte im Glanz, die Wäsche war gebügelt und das Essen vorbereitet.

Es schien kein Zurück mehr zu geben. Nur die Flucht an den Computer brachte noch einen kleinen Aufschub. Welcher mit diesem Blogbeitrag auch Geschichte ist.

Nun kann ich mich endgültig nicht mehr länger vor dem Fensterputzen drücken.

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Durchblickend

Es gibt garantiert Arbeiten, die mir mehr liegen, die ich mit weniger Abscheu verrichte. Und es gibt Leute, die mich davon überzeugen wollten, dass diese Arbeit unter meiner Würde sei. Dass ich mich – schönes Haus hin oder her – nicht so weit herablassen solle.

Aber als mich unsere Hausbesitzerin fragte, ob ich die Fenster putzen würde, konnte ich nicht gut nein sagen. Was ist schon ein halber Tag Arbeit, wenn man vier Wochen Zeit dafür hat? Und ehrlich gesagt finde ich durchaus, dass ich mich so weit herablassen kann, wenn man bedenkt, dass wir ohne viel Verpflichtungen gratis und franko in diesem herrlichen Haus wohnen konnten, das im Sommer für 4’000 Pfund pro Woche vermietet wird. Oder?

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“Unser” Haus in der Provence – mit sauber geputzten Fenstern nach Schweizer Methode.