Messerscharf

Es ist weder eine gänzlich neue Erkenntnis, noch ist sie auf meinem Mist gewachsen. Aber es soll einfach mal wieder gesagt sein:

Es geht nichts über das richtige, scharf geschliffene Messer.

Jeder Koch wird das bestätigen können. Und auch am Tisch ist das richtige Messer von entscheidender Wichtigkeit. Selbst das perfekt gegarte Rindsfilet fühlt sich nämlich nicht ganz so perfekt gegart an, wenn man mit einem stumpfen Messer daran sägt.

Bei einer Freundin von mir brauchte es mehrere, durchaus als unzimperlich zu bezeichnende Vorstösse, bis sie endlich einsah, dass die Investition in gute Steakmesser lohnend ist. “Soll ich dir welche von Frankreich heim bringen”, hatte ich seinerzeit noch gefragt. Wohlwissend, dass sie einen sehr eigenen Geschmack hat und ich mit ziemlicher Sicherheit die falschen Hegel gebracht hätte. Mittlerweile hat sie Steakmesser angeschafft und wir lachen jedes Mal darüber, wenn sie sie aus der Schublade holt. Es ist nämlich erwiesen, dass man das Fleisch als wesentlich zarter empfindet, wenn das Klinge wie durch Butter schneidet.

Langfristig gesehen zahlt sich die Investition aus, weil man durchaus etwas zäheres Fleisch servieren kann und es keiner merkt….

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Bocke wer wolle

Auch auf die Gefahr hin, dass dies hier bald als Food-Blog ausgelegt werden könnte – ich muss nochmals zurückkommen auf unser Ostergitzi. Dieses erreichte bekanntlich den Teller in unzureichendem, um nicht zu sagen ungeniessbarem Zustand.

Ich gönnte der Ziege weitere 60 Minuten an der Wärme und probierte zwischendurch mal die Sauce, in der es ziemlich viel Rahm hatte. Da auch die Sauce – wie kaum anders zu erwarten war – ziemlich stark “mäggelete”, gab ich gut zwei Esslöffel weissen Balsamessig rein. So wurde sie geniessbar. Was wohl aus dem Fleisch geworden war nach insgesamt fast zwei Stunden Kochzeit? Jetzt musste es zumindest weich sein. Dachte ich.

Leider wurde ich eines Besseren belehrt. Das Fleisch roch nicht nur nach Ziegenbock, es schmeckte auch so, als ob sich die sterblichen Überreste eines prämierten Zuchtbocks in unseren Tellern eingefunden hätten. Zäh wie sonst was!

“Damit kannst du machen, was du willst, ICH esse das nicht”, ertönte es von der anderen Seite des Tisches. Trotzdem schob mein innig geliebter Mitbewohner gleich eine gute Idee hinterher, was mit dem Fleisch anzufangen sei. “Das Goldschätzchen hätte dein Ostermenü bestimmt gefressen.” Daran zweifelte niemand. “Oder vielleicht kannst du das Fleisch vom Knochen schaben, es durch den Fleischwolf drehen und einen Hamburger draus machen.” Wie sehr ich auch wusste, dass dieser Vorschlag nicht ernst gemeint war, ich musste dem Mitbewohner dennoch vehement widersprechen. “Du glaubst doch nicht etwa, dass ich daraus noch einen McMäck mache!”

Gitzifleisch ist für mich gestorben. So gerne ich in der Küche auch etwas Neues ausprobiere, DAS werde ich garantiert nie mehr kochen. Komme was wolle. Auf so etwas habe ich im wahrsten Sinn des Wortes keinen Bock.

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Vom Ende einer Kuh

Den Anfang nahm dieses Ende – wie schon so oft – mit dem Lesen eines Blogbeitrags. Das Rezept, das ich darin fand, fand ich gar köstlich und es animierte mich vom Fleck weg, so etwas mal nachzukochen. Allerdings fehlte es mir an der kulinarischen Grundlage. Denn…

… Ochsenschwanz – wo gibt es so was? Ich war felsenfest davon überzeugt, das in der Migros noch nie gesehen zu haben. Bis zu dem Tag, wo ich einen Suppenknochen suchte und plötzlich ein paar Stücke Ochsenschwanz in der Hand hielt. Aha!

Seit einigen Jahren bin ich auf den Geschmack von Schmorgerichten gekommen. Nicht zuletzt deshalb habe ich mir im letzten Herbst in Frankreich mein blaues Prachtstück erstanden, denn mein bisheriges Pfannensortiment liess nur kleinere Stücke/Mengen Fleisch zu. Kommt hinzu, dass ich zwar nicht gerade eine hundert prozentige Verfechterin von Nose-to-Tail bin, aber gerne einen Beitrag dazu leisten will, dass auch eher minderwertige Fleischstücke auf dem Teller landen. Ein Rind besteht nun mal nicht nur aus dem Filet, auch wenn die unten abgebildeten Charolais-Rinder zweifellos über relativ grosse Filetstücke verfügen dürften.

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Auf der Suche nach einem geeigneten Rezept für ein Ochsenschwanz-Ragout wurde ich in einem Kochbuch von Annemarie Wildeisen fündig. Dazu musste ich die Fleischstücke zuerst mit fein geschnittenem Gemüse im Salzwasser eine Stunde garen. Ich vermute, dass dies dazu dient, das Ganze etwas weniger fettig zu machen. Ich fing die Brühe auf und als sie erkaltet war, war die Pet-Flasche oben mit einem ein Zentimeter dicken Fettpfropfen verschlossen. Einem Risotto als Nebenprodukt steht nichts mehr im Wege.

Die verschiedenen Rezepte, die ich miteinander verglichen habe, ähneln sich in der Folge. Mal besteht die Sauce aus mehr oder weniger Rotwein, mal Tomatenpüree anstelle einer Dose Pelati, mal variieren die Gemüse oder die Gewürze. Ich bin aber überzeugt, dass alle Gerichte ausgezeichnet schmecken, wenn man

a) genügend Zeit hat, denn ein Ochsenschwanz-Ragout benötigt rund dreieinhalb Stunden Kochzeit, bis das Fleisch so weich ist, dass es von alleine vom Knochen fällt.

b) keine Abneigung gegen Knochen auf dem Teller hat.

Fast Food ist so ein Ochsenschwanz-Ragout ganz bestimmt nicht. Aber sehr, sehr schmackhaft und relativ günstig. Schade eigentlich, dass selbst der Fachverband Proviande Ochsenschwanz offenbar als Abfallprodukt behandelt. Ich habe dort weder einen Hinweis auf dieses Fleischstück noch ein Rezept gefunden.  Da ich nun aber weiss, dass unser Supermarkt dieses „Abfallprodukt“ im Sortiment hat, steht einer Wiederholung des kulinarischen Abenteuers nichts mehr im Wege.

Danke, Nicole, dass du mich mit deinem Blogbeitrag über einen Kalbsschwanz auf die Idee gebracht hast.

Unsere fleissigen Männer zur Sommerzeit

Die Grillsaison hat endlich wieder angefangen und es ist daher wichtig, dass wir uns ein paar Punkte in Erinnerung rufen über die Regeln des Kochens draussen, da dies das einzige Kochen ist, das echte Männer unternehmen, weil damit ja immer eine gewisse Gefahr verbunden ist.

Wenn ein Mann sich dazu bereit erklärt, das Grillieren zu übernehmen, wird die folgende Kette von Ereignissen in Bewegung gesetzt:

1) Die Frau kauft das Essen.

2) Die Frau macht den Salat, bereitet das Gemüse und den Nachtisch.

3) Die Frau bereitet das Fleisch fürs Grillieren vor, legt es auf ein Tablett, zusammen mit allen notwendigen Utensilien und trägt es nach draußen, wo der Mann schon mit einem Bier in der Hand vor dem Grill sitzt.

Und hier kommt der ganz wichtige Punkt des Ablaufs.

4) DER MANN LEGT DAS FLEISCH AUF DEN GRILL.

5) Danach mehr Routinehandlungen, die Frau bringt die Teller und das Besteck nach draussen.

6) Die Frau informiert den Mann, dass das Fleisch am anbrennen ist.

7) Er dankt ihr für diese wichtige Information und bestellt gleich noch mal ein Bier bei ihr, während er sich um die Notlage kümmert.

Und dann wieder ein ganz wichtiger Punkt!!!!!

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8) DER MANN NIMMT DAS FLEISCH VOM GRILL UND GIBT ES DER FRAU.

9) Danach wieder mehr Routine. Die Frau arrangiert die Teller, den Salat, das Brot, den Besteck, die Servietten und Saucen und bringt alles zum Tisch raus.

10) Nach dem Essen räumt die Frau den Tisch ab, wäscht das Geschirr und wieder ganz wichtig!!!!! :

11) ALLE LOBEN DEN MANN FÜR SEINE KOCHKÜNSTE UND DANKEN IHM FÜR DAS TOLLE ESSEN.

12) Der Mann fragt die Frau, wie es ihr gefallen hat, mal nicht kochen zu müssen  und wie er dann sieht, dass sie leicht eingeschnappt ist, kommt er zum Schluss, dass man es den Weibern sowieso nie Recht machen kann.

Das Kleingedruckte:

Der Text stammt nicht von mir. Im Original schliesst er so:

Sende diese Nachricht an fünf wundervolle, kluge Frauen und mache sie glücklich.
Es passiert wie immer – nichts! –  aber du bringst sie wenigstens zum Lachen

Als wundervolle, kluge Frau habe ich mich selbstverständlich auch bestens amüsiert.
Und es wäre doch wirklich schade gewesen, wenn ich die Nachricht nur an fünf meiner Freundinnen weitergeleitet hätte.

Dafür ist die Geschichte wahrhaftig viel zu wahr!!!

Fragestunde – reloaded

Vielleicht sollte ich endlich mal damit aufhören, mit Schriften zu experimentieren. Nicht zum ersten Mal konnte ich den Text im Blog-Beitrag problemlos lesen, während meine Leser nur mit Sonderzeichen bombardiert wurden. So auch in meinem letzten Beitrag.

Drum hier nochmals der Original-Text in garantiert unverfänglicher Schriftart und der Zusatz-Frage:
Konntet ihr den Text lesen?

 

Was mich seit kurzem beschäftigt:

Gibt es eigentlich eingefleischte Vegetarier?