Wo ist die Ferienlaune hin?

Ich habe heute zum Kaffee das Edelweiss Biberli vertilgt, das auf dem Heimflug verteilt wurde.

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Mag sein, dass es die meisten Passagiere auf 11’000 Metern Höhe gegessen haben. Ich habe es als nette Geste entgegengenommen und in den Rucksack gesteckt.

Beim Kauen musste ich feststellen, dass der Ferieneffekt bereits verpufft ist.

Wen wundert’s beim gegenwärtigen Huddelwetter!


Hier verfliegt gar nichts!

Es gibt Redewendungen, die machen Sinn. Andere weniger. Ich bin letzthin ins Grübeln geraten ab der Redewendung “Die Zeit verging wie im Fluge”.

Wer jemals auf einem Langstreckenflug über Stunden hinweg eingepfercht war, weiss: Hier vergeht gar nichts wie im Fluge!

Ich wünsche dem lieben Bergler, der heute Abend so eine fliegende Sardinen-Büchse besteigt, dass er gut heim kommt. Und dieser Afrika-Alptraum endlich ein Ende hat!

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Potentielle Waffen

Natürlich sah ich den Hinweis am Check-In-Schalter. So unübersehbar wie er war, so geflissentlich ignorierte ich ihn. Wanderstöcke, das ging unmissverständlich daraus hervor, waren im Handgepäck nicht erlaubt. Und wo befanden sich meine Wanderstöcke auf dem Heimweg von La Palma? Genau!

Ich hatte absolut keinen Bock, vor versammelter Meute meinen Koffer zu öffnen und die faltbaren Wanderstöcke irgendwie dort hinein zu versenken. Und schliesslich hatte ich auf einem früheren Flug mal gesehen, dass eine Passagierin ihre Wanderstöcke mit in die Kabine nahm. Dessen ungeachtet: Ich blieb in der Sicherheitskontrolle hängen. Und war nicht gewillt, meine 200 Franken teuren, praktisch neuen Stöcke kampflos aufzugeben.

Man bot mir an, ich könne meinen Rucksack, den ich mit in die Kabine hätte nehmen wollen, als Fluggepäck aufgeben. Das tat ich dann auch. Ich zerpflückte meinen Rucksack, nahm das Notebook und was ich auf dem vierstündigen Flug sonst noch zu gebrauchen trachtete, heraus und eilte einen Stock tiefer zurück ans Check-In. Zum Glück ist der Flughafen in La Palma sehr übersichtlich! Nebst den Nerven, die ich an der Sicherheitskontrolle schon abgeraspelt hatte, ging das Aufgeben eines weiteren Gepäckstücks flott über die Bühne. Zu solch fortgeschrittener Zeit war niemand mehr am Anstehen. Gleichzeitig konnte so auch das Taschenmesser eines Mitwanderers heim gerettet werden.

Irgendwo über dem Atlantik blickte ich mal in eine andere Richtung als immer nur zu meinen beiden Kolleginnen, mit denen ich die ganze Zeit tratschte. Ich traute meinen Augen kaum – die Passagierin schräg vor mir war tatsächlich am Stricken!

Kann mir bitte mal jemand plausibel erklären, weshalb meine faltbaren Carbon Wanderstöcke gefährlicher sein sollen, als Stricknadeln aus Metall?

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17A

Es dauerte lange, sehr lange, genau genommen fast bis zur letzten Minute, bevor ich einen Nachbarn erhielt. Ich sah ihn von weitem und wusste: Das Unheil naht. Als er auf meiner Höhe sein Handgepäck versenkte, rutschte sein T-Shirt in der Grösse Einmann-Zelt hoch und gab einen Blubberbauch frei. Igitt!

Mir wurde bange. Wenn dieser Sumo-Ringer sich unmittelbar neben mir nieder liess, würde es eng werden. Denn genau genommen passte er nie und nimmer in einen einzelnen Sitz rein. Weder in der Länge und erst recht nicht in der Breite.

Der Koloss liess sich plumpsen. Glücklicherweise blieb zwischen uns ein Sitz frei. Doch diesen nahm er bis zur Hälfte in Beschlag. Als das Frühstück serviert wurde, klappte er das Tischchen neben sich runter. Quer zu essen erwies sich aber für den Fleischberg als zu beschwerlich. So klappte er das Tischchen vor sich runter, hievte seine Wampe drauf und auf den bescheidenen Streifen Platz, der noch blieb, stellte er das Tablett. Das alles betrachtete ich mit einer nicht zu geringen Portion Abscheu, während ich noch locker Platz hatte, eine Serviette in meinem Schoss zu entfalten, bevor ich mich über mein Frühstück hermachte.

Dieses widerliche Geschöpf neben mir, das der Kategorie Ü150 angehört, verbrachte die Reise mehr oder weniger quer zur Flugrichtung. Und zu seinem grossen Übel musste die halbe Portion von Sitz 17A auch noch vor der Landung aufs Klo. Wie unsensibel!

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Morgenstund

Morgenstund ist aller Laster Anfang, heisst es.

Da muss was dran sein! Als heute um 4.00 Uhr der Wecker klingelte, konnte ich dem Tag noch nicht viel Positives abgewinnen. Auch nicht, als mein innig geliebter Mitbewohner und ich zusammen mit meiner Mutter im Stockfinsteren zur Tiefgarage wackelten. Im strömenden Regen notabene! In unserem Dorf waren um diese Zeit noch nicht mal die Strassenlaternen an. Grässlich!

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Der Flug meiner Mutter via Lissabon nach Brasilien wäre eigentlich erst am 1. Mai gegangen. Doch da sich das Personal der TAP entschlossen hatte, vom 1. bis 10. Mai zu streiken, musste umgebucht werden. Der “gemütliche” Flug mit guten Anschlusszeiten mutierte zur gefühlten Weltumrundung. Um 6.20 hätte meine Mutter abfliegen sollen. Um 8.00 rief sie an, sie hätte jetzt einen Gutschein für ein Frühstück erhalten. In Lissabon? Nein, immer noch in Zürich, der Flieger habe ein technisches Problem. Sie fliege nun am Mittag mit Swiss. Da der Weiterflug nach Brasilien ohnehin erst gegen 17.00 vorgesehen war (zur Zeit ist noch offen, wie dieses Reisedrama ausgeht), dürfte sie zum Umsteigen genügend Zeit gehabt haben. In Brasilien ankommen wird sie übrigens gegen 20.00 Uhr Lokalzeit. Und ziemlich auf dem Hund sein.

Dagegen ist das, was der Mitbewohner und ich uns für den heutigen Tag vorgenommen haben, direkt ein Sonntagsspaziergang.

Fünfundzwanzig Rappen

Es war mir schon einmal aufgefallen, dass am Tischrand Münzen lagen. Fünf fein säuberlich aufgereihte Fünfräppler. Ich dachte mir nichts dabei. Oder vielleicht auch doch. Man sieht ja in seinem Leben vieles, das man nicht kommentieren mag, aus welchem Grund auch immer.

Als ich das nächste Mal neben dem Tisch stand, waren die fünf Münzen immer noch da. Und da eine davon im Begriff war, runter zu fallen, wurde sie doch noch Gesprächsthema. So vernahm ich, dass die fünf Fünfräppler Fliegen abhalten sollten. Fünf müssten es sein, nicht mehr und nicht weniger. Die Berichterstatterin versicherte mir glaubhaft, dass der Trick funktioniere. Zumindest auf der Terrasse. Ins Innere des Hauses würden die Fliegen ungeachtet der monetären Abschreckung weiterhin ungeniert fliegen.

In meinem Hirn begann es zu rotieren. Ich hatte schon gehört, dass mit Wasser gefüllte Plastiksäcke, vor den Fenstern aufgehängt, die Fliegen irritieren sollten. Aber Geld? An was könnte das liegen?

Am Schimmer der Kupfer-Aluminium-Nickel-Legierung?
Am Gewicht von 1,8 Gramm?
Dem Durchmesser von 17,15 mm oder gar der Dicke von 1,25 mm?

Ich bin noch immer ratlos, aber eines weiss ich mit Sicherheit: Bei mir daheim nützen die Geldstücke nichts. In einer hohen Vase sammle ich nämlich seit Jahren Fünfräppler. Zu Hunderten. Vielleicht vermag eine Fliege tatsächlich nicht mehr als bis auf fünf zu zählen.

Von Pferde-, Hühner- und anderen Füssen

Nachdem sich unsere erste Euphorie etwas gelegt hatte, folgte die Ernüchterung. Mein innig geliebter Mithüter und ich finden unseren Housesit in Schweden noch immer erste Sahne, aber mit der Zeit sind doch diese und jene Sachen ans Tageslicht getreten, die wir nicht unbedingt so toll finden.

„Hab ich mir’s doch gedacht – irgend einen Pferdefuss muss es ja geben“, werdet ihr jetzt denken. Weit gefehlt! Selbst wenn wir alles gewusst hätten, wären wir nach Schweden gereist. Die Lage hier ist einmalig, ja unbezahlbar, wenn man hier ein Ferienhaus mit so viel Umschwung mieten wollte. Aber das Wohnen in einem alten Haus, das so konsequent mit alten Sachen eingerichtet ist, muss verstanden sein. Ich schreibe diesen Post grad an einem Tisch, der eine bemalte, unebene Oberfläche hat. Meine Computermaus schätzt das gar nicht und macht entweder Sprünge über den Bildschirm oder keinen Wank. Und weder mein Rücken noch mein Fudi finden Gefallen an den samt und sonders antiken Stühlen, die um den Esstisch herum stehen. Diverse Schränke benötigen ein Feingefühl zum Öffnen, das mir mitunter etwas abgeht. Es gibt kaum ein Fenster, keine Türe, die nicht klemmen würde.

Unser Bett sieht zwar aus, als hätte schon Gustav Vasa drin geschlafen, aber es verfügt über eine tadellose Matratze und stellt sich süssen Träumen nicht in den Weg. Auch das Gästebad, das wir benützen, ist mit alten Einrichtungsgegenständen bestückt. Die Installationen dagegen sind erst fünf Jahre alt.

Mit den Möbeln haben wir uns arrangiert, auch wenn wir es nach wie vor jammerschade finden, dass es an einem so malerischen Ort keinen Platz gibt, wo bequeme Gartenmöbel stehen, in denen man so richtig entspannen könnte. Entweder sind die Hausherren der Ansicht, dass moderne Gartenmöbel nicht hierher passen oder (und das vermuten wir eher) sie haben im Sommer gar keine Zeit um derartige Annehmlichkeiten zu nützen.

Man geht hier konstant rein und raus. Raus in den Garten zum Gemüse holen, wieder zurück in die Küche. Raus zum Komposthaufen, zurück mit dem leeren Eimer. Raus zum Hühnerhof, zurück ins Haus, das Wassergeschirr auffüllen, weil es nirgends einen Aussenwasserhahn hat. Raus, um ein paar Erdbeeren zu pflücken, um zu Giessen oder einfach, weil man sich an der ganzen wilden Schönheit nicht sattsehen kann. Als allererstes haben wir uns deshalb  in Schweden diese eleganten Treter gekauft. Der Preis von je knapp 10 Franken hat unser Budget nicht übermässig strapaziert.

Mit diesen Gurken gehen wir sogar schwimmen, die paar Meter bis zum Floss reichen in der Regel aus, um die Hühnerscheisse wegzuwaschen. Wenn der Mithüter auf dem Rücken schwimmt, sieht es aus, als paddle ein Laubfrosch.

Es gibt auch noch das eine oder andere Haustier. Nebst einer Katze, die den ganzen Tag in einem der Kinderzimmer schläft, lassen sich Spinnen nicht gänzlich aus dem Haus verdammen. Hatte ich ursprünglich angenommen, es wären die Mücken, die mich in Schweden in den Wahnsinn treiben würden, sind es in Tat und Wahrheit die zahlreichen Fliegen. Diese sprechen natürlich in erster Linie für gute Luft und in zweiter Linie für die Hühnerscheisse, die überall rumliegt. Drum bin ich hier im Haus auch auf alte Bekannte gestossen:

Und weil wir hier in einem halben Museum leben, grad noch eine vorchristliche Version einer Fliegenklatsche, die hier zur Dekoration herumliegt:

Verglichen mit dieser Behausung mitten in der Natur ist unsere Dreizimmerwohnung geradezu steril. Aber damit ich mich dann daheim auch wieder gut einlebe, werde ich mich bestimmt auf die eine oder andere Fliege helvetischer Provenienz verlassen können.

Und es gibt sie immer noch….!!!

Manchmal waren ihre Bewegungen flink, manchmal verliefen sie fast im Zeitlupentempo. Ganz egal, welche Technik sie anwandte, meist war sie erfolgreich damit. Hatte sie ein paar Mal erfolgreich zugeschlagen, wischte sie die kaputten Viecher mit der Fliegenklatsche gegen den Tischrand hin zusammen und beförderte die nie mehr fliegenden Fliegen auf den Boden.

Dann ging das Schauspiel von vorne los. Denn in der Stube meiner Grosseltern hatte es unzählige Fliegen. Meine Grossmutter konnte entspannt nach einem harten Arbeitstag auf dem Bauernhof am Tisch sitzen und mir etwas erzählen, begab sich eine Fliege in ihre Reichweite, wurde die herzensgute Frau und achtfache Mutter zur Mörderin. Mitten im Gespräch – zack – eine Fliege weniger. Ich sehe es, als ob es gestern wäre, wie sie mit einem gezielten Schlag aus dem Handgelenk einen dieser lästigen Störenfriede eliminierte.

Damit es den Fliegen tagsüber, wenn meine Grossmutter anderweitig beschäftigt war, nicht zu wohl wurde, hingen in der Stube mehrere dieser hässlichen Fliegenfänger. Jämmerlich angeklebt zappelten sie am Leimstreifen, bis sie ihr Leben ausgehaucht hatten. Der Leimstreifen wurde irgendwann mal heruntergenommen und durch einen Neuen ersetzt, aber erst wenn er von Fliegen gänzlich schwarz war. Wääääk – was für ein widerlicher Anblick!


Bildquelle: Wictionary.org

Leimstreifen scheinen sich über die Jahrzehnte trotz allem bewährt zu haben. Sonst gäbe es sie heute nicht mehr zu kaufen. Es gibt aber Situationen, wo sie herzlich wenig ausrichten könnten. Zum Beispiel auf dieser Wanderung in Australien.

Wie wehrt ihr euch gegen die Plagegeister?

Schrecken in Uniform (7)

Irgendwann hat alles sein Ende und so flogen auch wir im Juni 2001 nach über zwei Jahren Reise durch Nordamerika wieder nach Hause. Der Flug stand unter keinem guten Omen, mussten wir doch bereits vor 6.00 Uhr am Flughafen in Seattle sein und flogen dann – gähn – mit über einer Stunde Verspätung erst los. Unsere Chancen, den Anschlussvogel in die Heimat zu erwischen, waren verschwindend klein, denn wir kamen erst 15 Minuten vor dem geplanten Weiterflug in Atlanta an.

Da wir kein gesteigertes Interesse daran hatten, unseren USA-Aufenthalt zu verlängern, legten wir den Turbogang ein. Atlanta ist ein immens grosser Flughafen. Und natürlich kamen wir im alleräussersten Gate an und mussten exakt ans andere Ende des Flughafens für unseren Weiterflug. Zwischen zwei olympiareifen Sprints konnten wir im Züglein kurz durchatmen. Hechelnd und mit einem Pulsschlag nahe 200 erreichten wir das Abfluggate, wo unser Flug auf dem Monitor bereits als „departed“ angegeben war. Das Abfertigungspersonal begrüsste uns aber freudig so nach dem Motto: Genau, auf euch haben wir noch gewartet.

Unsere beiden Sitzplätze waren selbstverständlich bereits von Yankees belegt (okay, es war auch ein Yankee-Flug), die Flugbegleiter wollten uns an zwei verschiedenen Orten platzieren. Ja sonst noch was?!? Mein innig geliebter Mitreisender legte seine ganze Kratzbürstigkeit an den Tag und machte ultimativ klar, dass wir auf zwei Sitzplätzen nebeneinander bestanden. Ja er sehe doch, jammerte die Flugbegleiterin, das gehe nicht. Die Reisenden hätten sich alle längst eingerichtet, sie könne doch nun nicht mehr die ganze Sitzordnung über den Haufen werfen.

Der Mitreisende blieb stur. „Keine Bange“, sagte er zu mir voller Zuversicht, „so lange wir noch stehen, fliegt der da vorne nicht ab.“ Schweizer Passagiere sagten uns, die Flight Attendants seien „ganz selber schuld“, schliesslich hätten sie selber angefangen, die Sitzplätze zu mischeln. Dann kam Bewegung in die Sache. Unter Protesten wechselten einige Passagiere ihren Sitzplatz. Hätten Blicke töten können, hätten der Mitreisende und ich Zürich nur noch im Bleisarg erreicht. Wovon ich mir bis heute nicht ganz sicher bin, ob die Blicke von den Passagieren oder der Besatzung tödlicher gewesen wären.

In Zürich warteten wir unverrichteter Dinge vor dem Gepäckband. Vier Kartonschachteln voller Reiseerinnerungen und zwei Fahrräder wurden anderntags gratis und franko vor die Haustür gebracht. Von einem ausserordentlich freundlichen Pensionierten im Privatauto. Ohne Uniform.

Plagegeister

Sommerzeit ist auch Insektenzeit. Es summt und brummt an jeder Ecke. Ein bunter Schmetterling flattert vorbei, die Biene sammelt fleissig Blütenstaub, damit wir wieder Honig essen können, bestäubt Blüten, damit Früchte wachsen. Ist ja alles schön und nett. Meine Toleranzgrenze gegenüber der fliegenden und krabbelnden Natur wird aber strapaziert, sobald es um Plagegeister wie Ameisen oder Wespen geht. Und überschritten wird die besagte Toleranzgrenze definitiv, wenn es um Fliegen geht.

Wieso musste Gott Fliegen erschaffen? Diese Nervensägen scheinen wirklich nur einen Zweck zu verfolgen: mich zu ärgern und sämtliche Fensterscheiben am Haus zu verscheissen. Sei es auf dem Schlagrahmtupfer zuoberst auf dem Eiskaffee, auf der frisch hergerichteten Antipasti Platte oder auf dem PC-Bildschirm – sie sind überall anzutreffen. Allein schon durch ihr hektisches Herumgesause können sie mich in den Wahnsinn treiben. Suchen sie sich aber als Landeplatz meine Nase aus, ist es mit meiner Friedfertigkeit ein für allemal vorbei. Dann werde auch ich zum potentiellen Mörder.

Den Biestern Herr zu werden ist nicht ganz einfach, wenn man sich nicht konsequent hinter Fliegengittern verbarrikadieren oder in einer Wolke aus Chemie leben möchte. Wer schon einmal Australien bereist hat, wird bestätigen können, dass es dort mit der Fliegenplage um ein Vielfaches ärger ist. Die Fliegen treten dort nicht nur stets als gesamte Sippe auf, sie scheinen auch eine besondere Vorliebe dafür zu haben, in Ohren, Nasenlöcher und Augen zu krabbeln. Dagegen hilft oftmals nur noch ein feines Netz über den Kopf gestülpt. Das sieht zwar nicht besonders chic aus, aber ist wenigstens wirkungsvoll. Schwierig wird es erst, wenn man Hunger oder Durst verspürt. Daran gewöhnen kann man sich nicht. Und so geht man – ist man nicht benetzt – halt wedelnd und fuchtelnd durch die Gegend.

Eines weiss ich seit der Reise durch Australien mit Sicherheit: Die Gebrüder Grimm haben den Roten Kontinent nie bereist. Sonst hätte nämlich das Tapere Schneiderlein nicht sieben sondern mindestens siebzig Fliegen auf einen Streich erledigt.