Fluchen im Dienste der Weiblichkeit

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In meinem kürzlich erschienenen Beitrag Fluchen für Quereinsteiger habe ich mich mehr oder weniger darauf beschränkt, euch einen Link mit angeblichen Fluchwörtern unterzujubeln. Das ist mir auch einigermassen gelungen. Allerdings, und da muss ich diversen Kommentierenden Recht geben, sind es doch eher harmlose Schimpfwörter. Und ausserdem beziehen sie sich mehr oder weniger auf das männliche Geschlecht.

Ob Sürmel oder Habasch, richtig derbe Kraftausdrücke waren nicht darunter. Aber je länger ich darüber nachdenke, desto mehr Nettigkeiten fallen mir ein, die meinem Geschlecht schmeicheln.

Da wäre mal die Scheese, Schachtle, Tschädere, Schälle oder Schreckschruube. Auch Zwätschge wird gerne ausgeteilt, nicht nur im Herbst. Nicht mehr sehr gebräuchlich ist die Gurre, ganz im Gegensatz zu Häx und dem für meine Ohren doch sehr derben Wiib.

Mit Lise und Griite werden Vornamen zu Schimpfwörtern verhunzt. Im entsprechenden Zusammenhang ist auch einer Tante nichts Positives abzugewinnen.

Aus der Tierwelt stammen Geiss, Chue oder Chatz. Während viele Begriffe auch von Frauen für Frauen verwendet werden, wird der letzte Ausdruck vorwiegend von Männern gebraucht. Aber bevor ich mich weiter darüber auslasse und daraus ein Ausflug ins horizontale Gewerbe wird, frage ich euch:

Was gibt es in eurem Dialekt für Nettigkeiten, um eine Frau zu beschimpfen?

Fluchen für Quereinsteiger

Wie war das nochmals mit den Fremdsprachen? Man beherrscht sie erst, wenn man fremdsprachig träumt?

Für einige Leute mag das zutreffen. Ich beginne mich erst ab dem Moment in einer Fremdsprache wohl zu fühlen, wo ich Witze machen kann. Witze verstehen ist dann allerdings eine andere Liga…

Und dann gibt es noch die Leute, die finden, dass man unbedingt in einer Fremdsprache das Fluchen beherrschen muss.

Wie auch immer, wenn einer meiner Leserinnen und Leser von ausserhalb der Schweiz etwas Nachhilfe in helvetischem Fluchen in Anspruch nehmen will, sei ihm ein Blick auf diese Website empfohlen.

Selbstverständlich kann auch einheimischen Lesern ein Blick dorthin nicht schaden.

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Gopfer-Deckel!

Ich sah mich mit einem grossen runden Problem konfrontiert: In der Ferienwohnung gab es zwar eine tolle, gänzlich unverbeulte, unzerkratzte Bratpfanne, die fast alles übertraf, was ich je an Bratpfannen in Ferienwohnungen antraf. Aber es gab leider keinen Deckel dazu. Und ich war drauf und dran, einen Hackbraten schmoren zu wollen. Ein Deckel musste her.

Mein Blick glitt suchend durch unser temporäres Zuhause. Was passte auf die Pfanne?

  • Das Schneidebrett? Brauchte ich anderweitig.
  • Ein Teller? Etliche Zentimeter zu klein.
  • Der runde Gartentisch? Zu umständlich.
  • Der Klo-Deckel? Zu … ähm … kompliziert zum abmontieren.
  • Ein Stück Alufolie? Keins da.
  • Das Backofen-Blech? Schlimmstenfalls ja.

Da Not erfinderisch macht, schaute ich nochmals in allen Schubladen nach und fand schliesslich etwas Passendes, das man als beinahe perfekt bezeichnen könnte. Unser Nachtessen war gerettet.

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Gopferdeckel ist übrigens ein beliebter, harmloser Kraftausdruck hierzulande. Mir rutscht er über die Lippen, wenn etwas nicht so geht, wie ich will. Ob ich über Gebühren lange warten muss, bis der Computer hochgefahren ist, oder mir im dümmsten Moment der Zucker ausgeht: Gopferdeckel!

Welches Fluchwort braucht ihr in so einem Fall?