Ein Tag der Überraschungen

Ich geb’s zu, eine leise Ahnung hatte ich, was mich erwarten könnte an meiner Geburtstags-Überraschungs-Runde. Zumindest in kulinarischer Hinsicht. Das – notabene vegane – Badesalz und der Hinweis, ich würde vielleicht von einem Vorurteil abkommen, liess mich darauf schliessen, dass ich möglicherweise mit veganem Essen abgefüttert werden würde. Aber schön der Reihe nach.

Als erstes unternahmen wir einen Stadtspaziergang in Zürichs verrufenstem Quartier. Dieser bot Einblicke in Hinterhöfe, spezielle architektonische Perlen und dank Verkehrsberuhigung aufgewertete Siedlungen. Wir vier Frauen waren uns einig, dass dies ein sehr lohnenswerter Rundgang durch den Kreis 4 ist, insbesondere, wenn er ohne Männer durchgeführt wird, die die Runde einfach nur abspulen. Aber die veranschlagte Zeit reichte uns nie und nimmer.

Dennoch kamen wir pünktlich im Restaurant Marktküche an, wo meine Freundinnen einen Tisch reserviert hatten und wir in den Genuss eines fünfgängigen Überraschungs-Menus kamen. Was es dort zu essen gab war nicht nur sehr kreativ, alles andere als alltäglich und wie ein Kunstwerk angerichtet.  Oh nein, es schmeckte auch sehr gut.

Als krönenden Abschluss des Überraschungs-Tages durfte musste ich noch eins paffen. Und zwar keine Zigi, sondern eine Niele. Sehr stilgerecht am Rande der Bäckeranlage, wo sich seit jeher Alkis und Randständige treffen. Jetzt bin ich auch im hehren Kreis der Nielen-Qualmerinnen aufgenommen. Wäääk!

Herzlichen Dank an Rita, Eveline und Andrea für den gelungenen Tag. Es ist so wertvoll für mich, in eurem Kreis aufgenommen zu sein.

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Hier der Link zu den  sehr empfehlenswerten Stadtwanderungen durch Zürich.

Und das Restaurant Marktküche.

Frühlingserwachen im Tessin

Unser strammes Frauen-Wandergrüppchen, das sich einmal im Monat trifft, war gestern im Tessin unterwegs.

Ich will hier nicht die Wanderung im Detail weitergeben, sondern meine Eindrücke, die da nämlich waren:

Der anfängliche Dunst über dem Lago di Lugano.

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Der tiefblaue Himmel.

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Ganz, ganz, ganz viele Krokusse in den dürren Wiesen und mitten im Wald.

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Ein von Märzenbechern übersäter Waldboden.

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Blausternchen als weitere Farbtupfer.

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Diese farbige Ansammlung irgendwelcher Wanzen.

Die blühenden Magnolienbäume vor dem Kurhaus Cademario.

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Und natürlich die heitere Runde, mit der ich unterwegs war.

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Immer wieder gerne, liebe Wanderfrauen!

Tatzeit: 13.51 Uhr

Man stelle sich vor: Eine Frau am Steuer. Ein Aufgebot zum Auto vorführen in ihrer Handtasche.

Weiter im Auto:
Freundin A
Freundin B
Freundin C
Freundin D
Freundin E

Die Frau am Steuer wartet vor dem grossen Tor, das sich rechtzeitig wie von Zauberhand öffnet. Das Abenteuer “Auto vorführen auf Bahn 4 um 13.51 Uhr” geht in die entscheidende Phase (im grossen Kanton nennt man das TÜV Fahrzeugprüfung oder so ähnlich).

Der nichtsahnende Experte schreitet auf das grosse Fahrzeug zu. Die Lenkerin steigt aus. Und mit ihr fünf weitere Frauen im völlig überdrehten Quassel-Modus. “Grüezi, mir chömed nu schnäll cho s’Auto vorfüehre und gönd nachher all zäme in Usgang.” Man stelle sich den Experten vor, der sich der mitleidigen Blicke aller anderen Anwesenden in der grossen Halle sicher sei kann!

Es ist leider nicht so weit gekommen. Meine Freundin bzw. ihr Auto hat die Fahrzeugprüfung ohne unsere Unterstützung bestanden. Aber die Idee … diese Idee … müsste man weiterverfolgen. Und dann unbedingt das Handy bereithalten, um den Gesichtsausdruck des Experten festzuhalten.

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Wo sind denn all die Männer?

Ich gehe regelmässig wandern mit einer Gruppe, die regelmässig aus mindestens 3/4 Frauen besteht. Ich war auf einer Wanderreise in Madeira. Die Gruppe bestand aus neun Frauen und drei Männern, zwei davon waren mit ihrer Partnerin angereist.

Der Verdacht drängt sich auf, dass Männer gar nicht gerne wandern. Ich weiss aber, dass das nicht stimmt, dass Männer durchaus des Wanderns fähig sind und Freude daran entwickeln können. Ich war 19 Jahre mit so einem Vorzeige-Exemplar verheiratet.

Aber wo sind denn all die Männer? Was machen sie, während wir Frauen anspruchsvolle Wanderungen unternehmen, die grundsätzlich Allen offen stehen?

Mir wurde erzählt, dass nicht nur bei uns, also bei Wandern mit Freunden, kaum Männer dabei sind, sondern auch bei Wanderungen, die die Sektionen des Schweizerischen Alpenclubs ausschreiben. Diesem Club, der ironischerweise bis vor wenigen Jahrzehnten die Frauen von der Vereinstätigkeit ausschloss.

Gehen Männer nur im geschützten Rahmen auf Wanderschaft? Haben sie Angst vor wandernden Frauen?

Wandern Männer vorsichtshalber nur mit Männern? Können sich Männer nur gemischten Gruppen anschliessen, wenn sie selber in einer Partnerschaft leben?

Gehen Männer lieber alleine auf Wanderschaft, statt Gefahr zu laufen, neue Leute kennen zu lernen, die vielleicht sogar nett sein könnten?

Einer einzigen Ausnahme in Sachen Missverhältnis von Frauen- und Männeranteil bin ich begegnet. Da waren anstelle von Wanderschuhen Skischuhe involviert. Und wir Frauen krass in der Minderzahl. Doch wer denkt schon mitten im Sommer ans Skifahren? Ausser mir.

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Hey Männer – und auch Frauen – unsere Wandergruppe steht grundsätzlich allen offen. Probiert uns doch mal aus!

Fluchen im Dienste der Weiblichkeit

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In meinem kürzlich erschienenen Beitrag Fluchen für Quereinsteiger habe ich mich mehr oder weniger darauf beschränkt, euch einen Link mit angeblichen Fluchwörtern unterzujubeln. Das ist mir auch einigermassen gelungen. Allerdings, und da muss ich diversen Kommentierenden Recht geben, sind es doch eher harmlose Schimpfwörter. Und ausserdem beziehen sie sich mehr oder weniger auf das männliche Geschlecht.

Ob Sürmel oder Habasch, richtig derbe Kraftausdrücke waren nicht darunter. Aber je länger ich darüber nachdenke, desto mehr Nettigkeiten fallen mir ein, die meinem Geschlecht schmeicheln.

Da wäre mal die Scheese, Schachtle, Tschädere, Schälle oder Schreckschruube. Auch Zwätschge wird gerne ausgeteilt, nicht nur im Herbst. Nicht mehr sehr gebräuchlich ist die Gurre, ganz im Gegensatz zu Häx und dem für meine Ohren doch sehr derben Wiib.

Mit Lise und Griite werden Vornamen zu Schimpfwörtern verhunzt. Im entsprechenden Zusammenhang ist auch einer Tante nichts Positives abzugewinnen.

Aus der Tierwelt stammen Geiss, Chue oder Chatz. Während viele Begriffe auch von Frauen für Frauen verwendet werden, wird der letzte Ausdruck vorwiegend von Männern gebraucht. Aber bevor ich mich weiter darüber auslasse und daraus ein Ausflug ins horizontale Gewerbe wird, frage ich euch:

Was gibt es in eurem Dialekt für Nettigkeiten, um eine Frau zu beschimpfen?

Mitteilungsbedürfnis, ganz akut

Ach sie hätte sich so schlapp gefühlt. Einfach schlapp. Unerklärlich schlapp. Dann sei sie zum Arzt gegangen, dieser hätte sie auf alle möglichen Krankheiten untersucht, Schilddrüse, Vitaminmangel, Blutwerte, bis er herausgefunden habe: Sie sei in den Wechseljahren. In den Wechseljahren! Mit vierundvierzig!

Diese Geschichte musste ich mithören, als ich vor zwei Tagen im Fitness-Center unter der Dusche stand.

Und die genau gleiche Geschichte durfte ich auch heute wieder im Fitness-Center vernehmen, diesmal nur noch etwas wortreicher ausgeschmückt, vielleicht einen Tick dramatischer noch.

Die Wechseljährige lässt offenbar nicht locker, bis sie der ganzen Welt von ihrem Schicksal erzählt hat.

Früher oder später wird sie wohl auch mich erwischen. Sie mit der Geschichte von ihrem Leiden. Ich harre meiner persönlichen Abreibung!

Wir Frauen

Für einmal etwas, das nicht meiner Schreibe entsprungen ist. Gefällt mir aber trotzdem ausnehmend gut.

Ich lese keine Anleitungen. Ich drücke Knöpfe bis es klappt.
Das bin ich zu 200 Prozent.

Ich brauche keinen Alkohol um peinlich zu sein. Das krieg ich auch so hin!
Wär ja schad um den guten Rotwein.

Wenn ich ein Vogel wäre, wüsste ich ganz genau, wen ich als Erstes anscheissen würde.
Und treffen würde ich auf Anhieb!

Ich bin nicht zickig, ich bin emotionsflexibel.
Da müsste man vielleicht mal meinen innig geliebten Mitbewohner beziehen.

Ich habe keine Macken. Das sind Special Effects!
Und zwar hollywood-reife!!!

Frauen müssen wie Frauen aussehen, nicht wie tapezierte Knochen!
Doch auch Frauen mit Dispersionsanstrich sind nicht ganz knitterfrei.

Vergeben und vergessen? Ich bin weder Jesus, noch habe ich Alzheimer.
Ähm, wie ging das nun schon wieder?

Das ist kein Speck, sondern erotische Nutzfläche.
Hat man denn hier gar keine Intimsphäre!!!!

Als Gott die Männer schuf, versprach er, dass ideale Männer an jeder Ecke zu finden sein werden. Dann machte er die Erde rund.
… und sandte mir das einzig gelungene Exemplar dieser Gattung.

Auf meinem Grabstein soll stehen: „Guck nicht so doof, ich läge jetzt auch lieber am Strand!“
Also am Strand jetzt vielleicht nicht gerade, aber vielleicht an einem schönen Bergseelein.

Tja, wir sind eben einzigartig.
Und ich sowieso. Jawohl.

Noch mehr Zeugs

Bei meiner kleinen Recherche über das „Zeugs“ bin ich auf ein paar ganz abstruse Sachen gestossen. Nicht nur, dass die menstruierende Frau in vielen Kulturen abgesondert wurde – für die moderne Frau undenkbar! – es rankt auch eine zünftige Portion Aberglaube um diesen monatlich wiederkehrenden Zustand.

Dem „Handbuch des Aberglaubens“ (Reclam Verlag) entnehme ich beispielsweise, dass dem Menstrualblut besondere Kräfte zugesprochen wurden. Es sollte unter anderem Messer stumpf machen und Wein verderben, aber auch Raupen und Schädlinge des Getreides vernichten und Hagel abwenden. Über die passende Dosis, damit die erhoffte Wirkung einsetzte, konnte ich leider nichts in Erfahrung bringen. Ebenso wenig über die konkrete Anwendung im Falle dieser speziellen biologischen Schädlingsbekämpfung.

Der Blick einer menstruierenden Frau sollte Spiegel eine blutige Trübung verpassen, bei Gurken und Kürbissen Fäulnis verursachen. Wahrscheinlich auch gleich noch die Milch sauer werden lassen und das Pferd zum Erlahmen bringen, oder was?

Immerhin wurde dem Menstruationsblut auch gewisse heilsame Wirkung zugesprochen. Bäder aus Gundermann und Mens-Blut sollten bei Aussatz hilfreich sein. Dieser Auffassung war zumindest Hildegard von Bingen, die als Äbtissin immerhin um ein Haar heiliggesprochen worden wäre.

Auf einer Internet-Seite bin ich auf noch viel mehr Informationen gestossen.

Mitte des 18. Jahrhunderts glaubte man noch daran, dass ein in der Erde vergrabenes Haar einer menstruierenden Frau sich in eine Schlange verwandeln würde.

Bis in das 20. Jahrhundert hinein beurlaubten Weinkellereien und Brauereien die dort tätigen Frauen während ihrer Regel, weil man fest davon überzeugt war, dass der Wein oder das Bier durch ihre Mitarbeit sauer würden.

Noch 1970 durften menstruierende Frauen kein Blut spenden, weil man annahm, dass ihr Blut zu dieser Zeit den Abbau der roten Blutkörperchen fördern würde.

Auch sollten Frauen während ihrer Monatsblutung keinen Teig machen oder Brot backen, da das, was sie zu dieser Zeit täten, erfolglos bleiben würde.

In manchen Krankenhäusern mit Röntgenlaboratorien herrschte bis in die 1980er Jahre die Auffassung, dass Assistentinnen, die ihre Periode haben, nicht zum Entwickeln von Röntgenfilmen herangezogen werden sollten. Dasselbe galt für Fotolabore: Man war der Meinung, dass die Regel der Frauen die Qualität der Filme beeinträchtigen würde.

Auch wurde den Frauen vom Schlittschuhlaufen und Tanzen abgeraten. Außerdem sollten sie während ihrer Regel keine Pflanzen und Blumen berühren, da diese sonst verwelken würden.

Zum Glück glaubt, zumindest in der modernen Welt, niemand mehr an solche Ammenmärchen. Sonst könnte euch dieser Blog-Beitrag auch verwelken lassen, hätte ich ihn denn zu meiner persönlichen Unzeit geschrieben.

Das Zeug mit dem Zeugs

Dies ist kein Männerthema .
Weiterlesen mit männlicher Optik erfolgt ausdrücklich auf eigene Gefahr.
Folgeschäden, die aus Nichtbeachtung dieses Warnhinweises entstehen, sind nicht auszuschliessen, werden aber von der Krankenkasse nicht übernommen.

Da wir das nun geklärt hätten und unter uns Frauen sind, kann ich loslegen. Also eigentlich bin ich schon bald am Ende dieses Beitrags angelangt, aber ich konnte ja nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen. Ich wollte unter meinen Leserinnen nämlich eine kleine Umfrage starten, wie sie der P sagen. Oder der Mens, dem Zeugs, ihren Tagen oder dem „Besuch von Tante Rösli“. Es gibt doch bestimmt noch mehr Be- und Umschreibungen dieses Zustands.

Lasst doch bitte mal hören.

Hier übrigens der nüchterne wissenschaftliche Text aus Wikipedia:

Die Menstruation (von lat. menstruus, „monatlich“ zu lat. mensis, „Monat“, da sowohl der Menstruationszyklus als auch der Mondmonat ungefähr 28 Tage dauern), auch als Menorrhö wissenschaftlich, Periode, Zyklus, Menses, die Tage oder Regel bezeichnet, ist die periodisch wiederkehrende Blutung aus der Gebärmutter.

So ihr Männer, ab morgen dürft ihr auch wieder mitlesen.