Wir gratulieren

Liebe Rosmarie

Seepferdchen Susi ist ganz übermütig vor Freude, dir zum Geburtstag gratulieren zu dürfen. Am liebsten würde es direkt in deine Arme schwimmen, um dich zu knuddeln. Aber dort, wo du bist, hat es ja eher wenig Wasser…

… und Öhrli hat Susi halt auch keine. 

Wir wünschen dir alles Gute zum Geburtstag und hoffen, dass wir noch ganz oft miteinander in dein ansteckendes Lachen einstimmen können. 

Alles Liebe

Bea…

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… und Susi

Wandern mit Freu(n)den

Es ist kaum zum glauben. Fast auf den Tag genau vor einem Jahr schrieb ich diesen Blog-Beitrag und verkündete darin, ich hätte herausgefunden, dass ich lieber alleine als gar nicht wandern gehen würde.

Kurz darauf habe ich Unterschlupf gefunden bei einer Wandergruppe, bei der ich mich wohl, saumässig wohl fühle.

Und nun bin ich mit dieser Truppe zum zweiten Mal innert zwei Wochen mehrere Tage unterwegs am wandern.

Super, solche Freunde gefunden zu haben! Oder?

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Ostern, ob ich will oder nicht

Im Laden wünscht man mir an der Kasse “schöne Ostern”. Im Fitness-Center werde ich mit den gleichen Worten verabschiedet. Die Migros prophezeit schon seit Wochen “Ostern wird jööö”. Magazine sind voll von oppulenten Osterrezepten mit schweinisch teuren Zutaten.

Was bedeutet Ostern? Als Kind – ganz klar – da bestand Ostern vorwiegend aus schoggigen Osterhasen. Als Jugendliche und junge Erwachsene war es in erster Linie ein langes Wochenende. Mit dem selber auferlegten Druck, diese vier Tage möglichst gut zu nutzen. Im meinem Fall hiess das, irgendwo hin zu fahren, wo es sich für ein normales Wochenende nicht lohnte, und irgendeine verrückte alpinistische Unternehmung durchzuziehen. Mit dem älter und vernünftiger Werden hat sich das längst erledigt.

Seit Jahren schon ist Ostern nur noch der Termin, den es schadlos zu überstehen gilt. Ja nicht ins Getümmel stürzen! Weder am Karsamstag “noch schnell” einkaufen gehen, noch einen Fünfgänger an Ostern einplanen. Und schon gar nicht eine Reise in den Süden mit dem Auto! Alle Leute, mit denen ich in letzter Zeit ins Gespräch gekommen bin, haben mir versichert, sie würden an Ostern daheim bleiben.  Wer sind denn all die Wahnsinnigen, die seit Gründonnerstag am Gotthard angestanden sind?

Ich will gar keine Ostern. Ich harre aus, bis die vier Tage des einst christlichen Festes vorbei sind. Bis wieder der normale Alltag regiert und nicht dieser Konsum-Wahnsinn.

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Nichts desto trotz geht auch an mir Ostern nicht spurlos vorbei. Von verschiedener Seite wurde ich mit Osterhasen beschenkt. Jeder hat seine eigene Geschichte, wie er den Weg zu mir gefunden hat. Jeder wurde mit Sorgfalt ausgewählt. Und ich bin dankbar, dass ich so viele liebe Leute in meinem Umfeld habe, die mir damit eine Freude bereitet haben.

Vakuum in der Agenda

Als mein Mann starb, hatte ich Angst, geradezu Panik, vor einer leeren Agenda. Ich schaute auf meinen Kalender, und da war … nichts. Leer, keine Termine mehr. In den letzten vier Monaten hatte es praktisch alle Tage einen Termin gegeben, der mit der Krankheit meines Mannes in Verbindung stand. Für mich und meine Bedürfnisse blieb keine Zeit mehr.

Aber auch als mein Mann noch gesund war, war unsere Agenda nicht wirklich ausgefüllt. Wir machten nicht gerne Verabredungen auf lange Sicht. Das gab uns zwar die Flexibilität, bei schönem Wetter sofort durchstarten zu können. Allerdings fanden wir dann so kurzfristig nur selten Begleitung für unsere Wanderungen und sonstigen Aktivitäten. So waren wir häufig nur zu zweit unterwegs. Auf der Skipiste, dem Wanderweg, der Veloroute. Das Gspänli war ja immer da. Der Partner verfügbar mit gleichen Interessen. Lange und langwierige Absprachen erübrigten sich.

Nach dem 4. Juli 2017 – ich hatte es auf mich zukommen sehen – musste ich mich völlig neu orientieren. Nicht nur für meine Freizeitaktivitäten, aber für die auch. Ich habe weder Familie noch Geschwister. Es taten sich Türen auf, mit denen ich nie gerechnet hätte. Sicher, es hängt auch mit meiner Art, wie ich auf die Leute zuging, zusammen. Daheim warten, bis jemand anklopft, und mich für eine Wanderung oder nur schon für einen Kaffee auffordert, das war nicht meine Art. Für gewisse Leute mag ich etwas forsch ans Werk gegangen sein. Für mich jedoch hat es so gepasst.

Acht Monate später habe ich die Gewissheit: Selbst wenn am Sonntagabend noch kein Eintrag in der Agenda für die kommende Woche steht, ich werde nicht die ganze Woche alleine verbringen. Es sei denn, ich will das. Was für ein gutes Gefühl! Und sollte es Leute in meinem Umfeld geben, die denken, die lustige Witwe dürfte ruhig noch etwas mehr Zurückhaltung üben, dann ist mir das sowas von Wurst!

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Quizfrage: Welche dieser gackernden Hennen bin ich?

Es wohnt wieder

Frau Flohnmobils Idee von “schöner Wohnen” hatte ihrem Umfeld einiges abverlangt. In Ermangelung nahezu sämtlicher handwerklicher Fähigkeiten seitens der Auftraggeberin wurden professionelle Maler aufgeboten, um das Wohnzimmer zu streichen. Währenddessen durfte sich Mutter Flohnmobil mit mehreren Metern Stoff herumschlagen, aus denen zu gegebener Zeit Vorhänge werden sollten. Frau Flohnmobil liess sich, als ihre Bleibe am unbewohnbarsten war, bei lieben Freunden zum Nachtessen einladen. Und nicht zuletzt brauchte es ein fachkundiges Paar Hände hinter der Bohrmaschine eines weiteren, hochgeschätzten Freundes, damit die neuen Vorhangstangen überhaupt und im Idealfall nicht schief an den frisch bepinselten Wänden hingen.

Es war ziemlich anstrengende Tage, auch für mich, und ich möchte allen Beteiligten, die mir mir Rat und vor allem Tat zur Seite gestanden sind, herzlich danken für ihren Einsatz. Ich bin sehr froh, dass ich euch habe.

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Noch stinkt es bei mir daheim nach Farbe. Aber unter dem kritischen Blick meines einstigen und noch immer innig geliebten Mitbewohners ist es nun wieder wohnlich geworden.

Das Wander-Experiment

Als ich meinem Freundeskreis verkündete, ich würde eine neue Art des Wanderns ausprobieren, fragte eine meiner Freundinngen, ob ich barfuss wandern gehen würde. Eine andere fragte mit erhobenen Augenbrauen: “Nacktwandern?”. Letzteres käme schon nicht in Frage, weil es viel zu viel Sonnencreme brauchen würde. Und mit Barfusswandern habe ich keine guten Erfahrungen gemacht.

Meine “neue Form des Wanderns” bezog sich nicht auf die Ausrüstung, sondern auf die Begleitung. Weil wandern alleine zwar möglich, jedoch nicht allzu spassig ist, schloss ich mich einer Gruppe von Leuten an, die ihre Wanderungen jeweils kurzfristig im Internet publiziert und keine langwieriges Eintrittsverfahren für Neumitglieder kennt. Treffpunkt ist jeweils spätestens am Ausgangsort, jeder reist auf eigene Faust an. Im gestrigen Fall konnte ich einen Teil meiner neuen Wanderkollegen bereits im Zug kennenlernen. Und das bereits relativ ausgiebig, fuhren wir doch von Zürich bis nach Lauterbrunnen, wo wir uns unter den vielen asiatischen Touristen schon bald als Ausländer vorkamen.

Die Wanderung führte in einer Achterschleife von der Grütschalp zur Lobhornhütte und wieder an den Ausgangspunkt zurück. Total waren wir 5 1/2 Stunden unterwegs. Es war ein Traumtag in herrlicher Umgebung, zusammen mit Gleichgesinnten, bei denen ich mich auf Anhieb wohl fühlte.

Ein paar Impressionen von unterwegs. Wir trafen auf Prominenz. Ich erblickte ihn als Erste: ELVIS PRESLEY.

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Ihr hättet ihn nach all den Jahren nicht mehr erkannt? Er lebt hier unter dem Decknamen “Lobhorn”.

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Im Soustal.

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Das herrliche Panorama mit Eiger, Mönch und Jungfrau von der Lobhorn-Hütte aus.

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Alp Suls.

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Das malerische Sulsseewli, wo einer der Gruppe sogar baden ging. Er schätzte das Wasser auf 18 Grad.

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Die Blumen sind gegen Ende des Sommers nicht mehr so zahlreich. Aber von diesen Schwalbenwurz-Enzian blühten noch ganze Büschel.

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Der steile Abstieg entlang des Chantbachs zurück ins Soustal.

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Für mich war es eine gelungene Einstiegstour, die mir in Zukunft im wahrsten Sinne des Wortes viele (Wander)Wege eröffnen wird.

Mehr Bilder und Infos zur Tour gibt es hier.

Eine wird schon passen

Heute ist wieder wandern angesagt. Einmal mehr wird Familie Flohnmobil im Beisein von Herrn und Frau F. die Schweizer Bergwelt stürmen.

Ihr erinnert euch doch an Herrn F.?
Den Herrn mit dem desolaten Schuhwerk.
(sonst dürft ihr die Geschichte noch so gerne hier nachlesen)
Es werden Gerüchte herumgereicht, Herr F. habe sich in der Zwischenzeit neue Wanderschuhe angeschafft.

Mein innig geliebter Mitbewohner und ich trauen der Sache noch nicht so ganz. Wir haben deshalb vorgesorgt und für alle Fälle ein Reparatur-Set eingepackt.

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Als kleiner Trost für Herrn F.:
Auch Frau Flohnmobil hat in der Vergangenheit das eine oder andere Malheur mit ihren Wanderschuhen erlebt, wie hier nachzulesen ist.

O Sohle mio!

Öfters schon hatte ich von solchen Begebenheiten gehört. Stets hatte ich mich darüber amüsiert. Und alles mit einem abschätzigen Winken abgetan. Nein, mir könnte so etwas nicht passieren. Und es ist mir auch bis heute nicht passiert. Aber ich bin Augenzeugin eines solchen Spektakels geworden. Was mich wiederum bestärkt hat in der Meinung, dass mir das nie passieren wird. Oder zumindest nie passieren sollte.

Im Mittelpunkt des heutigen Beitrags steht einmal mehr Herr F. Dieser behauptete bis vor kurzem stets mit Nachdruck, ihm könne so etwas nie passieren. Das hätten wir ihm ja auch alle gewünscht. Das Schicksal jedoch hatte sich für ihn etwas anderes ausgedacht. Und so musste Herr F. am jüngsten Wandertag nach Verkündigung seines Missgeschicks nicht mehr länger für den Spott sorgen. Das besorgten seine drei Mitwanderer gerne und ausgiebig. Allen voran mein innig geliebter Mitbewohner, aber auch Frau F. und meine Wenigkeit.

Er hätte es ja vielleicht noch eine Weile vor uns verborgen halten können. Aber sein schleppender Gang hätte ihn früher oder später verraten. Und so entschied sich Herr F. für die Flucht nach vorne. “Das glaub ich ja nöd, mir löst sich d’Sohle ab.” So oder ähnlich tönte es nach weniger als einer Stunde Wanderzeit vom Schlusslicht unseres Wandergrüppchens. Unsere ungeteilte Aufmerksamkeit war ihm und seinem rechten Wanderschuh mit dieser Bemerkung gewiss.

Sofort ging die grosse Fragerei los. Ob er daheim noch nichts davon gemerkt hätte. Wie alt die Schuhe seien. Ob er bereits die Nässe spüre zwischen den Zehen. Ob er das extra gemacht habe. Ob er überhaupt noch weitergehen könne. Tapfer und mit viel Galgenhumor beantwortete Herr F. unsere nicht immer ernst gemeinten Fragen und schliesslich entfuhr es ihm mit einem lauten Seufzer “Und ich habe die Schuhe daheim noch sauber geputzt. Wenn ich das gewusst hätte…”

Der Hüttenwart der Spitzmeilen-Hütte funktionierte als ah-hoc-Schuhmacher und drehte dem armen Herrn F. drei beängstigend grosse Schrauben rein. Also genauer gesagt Herrn F.’s Wanderschuhen. Derart versorgt und mit vielen guten und noch mehr gut gemeinten Ratschlägen unsererseits eingedeckt, machte sich Herr F. auf den Rückweg.

An dieser Stelle können wir die Geschichte etwas abkürzen. Die drei Schrauben erfüllten ihren Zweck. Herr F. schaffte es ohne Probleme und mit sämtlichen Sohlen bis zurück zum Auto. In einer nüchternen Zeremonie verabschiedete er sich für immer von seinen Wanderschuhen und schmiss sie in den nächstbesten Abfalleimer. Als einziges Souvenir nahm er die Schuhbändel mit nach Hause.

Der Mitbewohner und ich empfehlen Herrn F, fortan statt “Das Wandern ist des Müllers Lust” das Lied “O Sohle mio” anzustimmen. Und ein Paar neue Wanderschuhe wäre wohl auch nicht schlecht.

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Ihr Wunsch sei mir Befehl

Wir sollen NÜÜT mitbringen, hatte meine Freundin mir eingebläut.

Sie würde sich freuen, wenn wir ihr am Geburtstag einen Besuch abstatten würden, das sei für sie Geschenk genug.

Nein wirklich, wir sollen NÜÜT bringen.

Diesen Wunsch respektierten wir selbstverständlich. Auf unsere Weise.

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PS: Nüüt heisst bei uns nichts. Als wirklich nichts.