Im Schlotter-Modus

Ich habe mich nicht eingehender mit dem Wetterbericht befasst. Aber ich gehe schwer davon aus, dass es nicht nur in der Schweiz, sondern zumindest auch in den nördlich angrenzenden Ländern schweinekalt ist.

Es ist nicht einfach, dieser Kälte, die durch den Wind noch unerträglicher wird, etwas Positives abzugewinnen, wenn man ein Weichei wie ich ist. Ich bin mir sehr wohl bewusst, dass die Natur gerade in diesen Tagen vergängliche Schönheiten bereithalten würde, die ich ab meiner Stubenhockerei glatt verpasse. Das nehme ich weitestgehend in Kauf.

Immerhin, ich habe heute locker und entspannt den Gefrierschrank abgetaut. Und sooo kalt war es heute ja auch wieder nicht. Morgen wird’s nämlich noch eine Spur kälter! Der Schlotter-Modus hält noch weitere zwei Tage an.

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Donald würde einmal mehr behaupten, es gäbe keine Klima-Erwärmung. Da lachen ja die Hühner. Oder in diesem Fall die Enten auf den Stockzähnen. Denn richtig kalt war es diesen Winter noch gar nie. Und vielleicht putzt es ab den sibirischen Temperaturen ja mal wieder die Holzböcke so richtig. Das wäre dann ein weiterer positiver Aspekt.

Kalt war es immer mal wieder, das beweist dieser Post aus meinen Bloggerinnen-Anfangszeiten. 

Versöhnung

Schon ein einziger, von der Morgensonne erleuchteter Berggipfel versöhnt uns mit allem, was in der Ebene darniederliegt.

Woher dieser Spruch stammt, weiss ich nicht. Aber er gefiel mir damals so gut, dass ich ihn auf die vorderste Seite meines Bergsteiger-Tagebuchs schrieb, in dem ich in meiner Jugend sehr gewissenhaft die ersten Jahre meiner bergsteigerischen Aktivitäten festhielt.

Der Spruch gefällt mir zwar immer noch, auch wenn ein einziger Berggipfel nicht mehr ausreicht, um mich mit dem zu versöhnen, was in den Niederungen des Alltags abgeht. Heute jedoch, heute war ich für einmal wieder milde gestimmt ab dem Anblick der verschneiten Gipfel im Morgenlicht.

Vergessen war die schreckliche Anfahrt auf der schneebedeckten Autobahn, die meine Nerven blank scheuerte.

Auch der Anblick des Thermometers brachte mich nicht aus der Fassung. Bei minus 20 Grad war die Nadel unseres Flachländer Thermometers am Anschlag, vielleicht war es sogar noch kälter heute morgen.

Mein absoluter Lichtblick dieses eisig-kalten Januartages: endlich wieder mal anständig Skifahren! Auf dem, was ich mal als Unwort des Jahrhunderts deklariert habe. Auf Naturschnee!

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Abrupter Wechsel

Ein seltsamer Winter drohte sich anzubahnen. Vor wenigen Tagen noch konnte man auf dem Schlittelweg in Brigels mit dem Rad zu Tale donnern. Die Skipisten waren grün, die Mienen der Tourismus-Verantwortlichen finster. Im Skigebiet Laax/Flims wurden die Einheimischen aufgerufen, den Touris den Vorrang zu lassen, weil die Talabfahrten noch nicht beschneit waren und man Probleme kommen sah, alle Schneewütigen am Ende des Tages wieder mit den Bahnen zu Tale befördern zu können.

Frau Holle hat sich in der Zwischenzeit eines Besseren besonnen. Zwar zu spät für weisse Weihnacht, aber immer noch rechtzeitig genug für ein Verkehrschaos. Sie hat auch das Flachland mit Schnee eingedeckt. Und für einmal nicht zu knapp. Am Schlittelhoger im Nachbardorf herrschte heute Nachmittag jedenfalls Hochbetrieb und die 30 Zentimeter Schnee wurden nach Kräften bearbeitet.

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Wesentlich gemächlicher ging es wenige hundert Meter weiter am Weiher zu und her. Zu meiner Überraschung ist er bereits von einer hauchdünnen Eisschicht bedeckt. Diese wird in den kommenden Tagen mit Sicherheit anwachsen, denn gestern hat der Wetterfrosch verkündet, Frau Holle habe sich mit Väterchen Frost verbündet. Das Thermometer wird in den nächsten Tagen nicht mehr über Null klettern. Da werde ich wohl am besten gleich mein längsten langen Unterhosen aus der Schublade buddeln.

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Macht’s euch warm und gemütlich und erzählt mir bei Gelegenheit mal, ob bei euch auch Schnee liegt.