Mutter Natur auf Abwegen (7)

Bevor es nun langsam aber unaufhaltsam Winter wird, will ich endlich mal dieses Bild veröffentlichen, das schon über ein Jahr in meinem Fotoarchiv vor sich hin dümpelt.

Ich mag Zwetschgen ihres säuerlichen Aromas wegen. Der Zwetschgen-Kuchen, der mir nicht schmeckt, wurde noch nicht gebacken.

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Dieses herzhafte Exemplar brachte ich jedoch beinahe nicht über mich zu essen.

Serienkiller

Sie nerven. Sie treiben mich in den Wahnsinn. Sie lassen mich wild um mich schlagen.

Dabei sind sie so winzig. Und doch so eine grosse Plage.

Zumindest in meinen Augen.

!!! Fruchtfliegen !!!

Die Falle aus Rotwein und einem Spritzer Spülmittel – okay, ganz nett – aber auch sie ist nicht wirklich der Renner. Deshalb werde ich, wenn sie auftauchen, regelmässig zum Serienkiller. Nicht sehr zum Vorteil meines Küchenfensters.

Hat jemand ein Patentrezept gegen Fruchtfliegen?

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Möblierte Früchte

Ich gebe es zu, ich stand ihr etwas ratlos gegenüber. Ratlos, aber auch ziemlich neugierig. Und weil ich als Frau generell und gegenüber Lebensmittel im Besonderen neugierig bin, packte ich dieses Möbel von einer Frucht kurzerhand in den Einkaufswagen. Irgend etwas würde sich damit schon anstellen lassen, war ich überzeugt.

Daheim dann, als ich mich mit der Ver- und Bearbeitung dieses Möbels befasste, war ich noch einmal so ratlos wie seinerzeit im Supermarkt. Nach dem Motto “was habe ich denn schon zu verlieren” holte ich mein grösstes Küchenmesser hervor und halbierte das Möbel kurzerhand. Was danach folgte war ein regelrechtes Sezieren. Ich war überzeugt, dass ich früher oder später auf etwas Geniessbares stossen musste.

Und so war es dann auch. Als ich endlich die dicke Schale überwunden hatte, gelangte ich – über ein paar nicht erwähnenswerte Umwege – ans Fruchtfleisch. Und dieses war schliesslich mein wahres Ziel. Hatte ich die erste Hälfte noch mühsam an den Fruchtstücken herumgeklaubt, erinnerte ich mich für die zweite Hälfte an die grosse Pause auf dem Schulhof. Und wie ich früher Orangen geschält hatte.

Und genau so funktionierte es perfekt. Die einzelnen Schnitze waren von einer so zähen Haut umgeben, dass diese sich mühelos und ohne Werkzeug ablösen liess. Natürlich könnte man einmal mehr zuerst im Internet nachschauen, wie man so einer Honigpomelo zu Leibe rückt. Aber wie heisst doch der altbewährte Spruch:

Selbst ist die Frau.

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Und diese Frau hat beschlossen, dass Honigpomelos etwas ganz, ganz Leckeres sind (zum Beispiel als fruchtiges Dessert nach einem deftigen Käsefondue) und die Mühen des Schälens sich alleweil lohnen.