Gruss aus der Sahara

Genau, das wäre wohl der passende Titel für dieses Bild. Und der ist nicht etwa gaga. Genauso wenig wie ich, auch wenn mich gewisse Kreise für verrückt erklären, bei diesem fast schon frühsommerlichem Wetter freiwillig den Schnee aufzusuchen.

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Die Aussicht am heutigen sehr sonnigen Tage wurde tatsächlich getrübt durch Sahara-Staub, den der starke Südwind herangeweht hatte.

Das war allerdings die einzige Trübung, die ich an diesem Sonntag in Kauf nehmen musste. Ansonsten war es ein perfekter Skitag. Mit überraschend wenig Leuten, perfekten Pistenverhältnissen und sehr charmanter Begleitung.

Das Beste am Schluss

So, mein lieber Stöckli, nun beginnt ein anderes Leben. Ab sofort haben du und deine beiden Kumpels Sommerferien.

Ihr habt nochmals alles gegeben, habt mich begleitet, mich in Schwung gehalten. Zusammen mit euch habe ich eine weitere Skisaison sturz- und unfallfrei über die Bühne gebracht. Die letzten fünf Tage hielten für euch wie für mich nochmals einige Überraschungen bereit. So viel Neuschnee und tolle Pistenverhältnisse habe ich um die Jahreszeit schon lange nicht mehr gesehen. Das ging leider einher mit nicht immer ganz wolkenlosem Wetter. Von den frostigen Temperaturen reden wir schon gar nicht. Doch Petrus (oder war es diese schrullige Frau Holle?) sparte sich den schönsten Tag fürs Finale auf. Heute:

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Und damit ist nun auch für meinen innig geliebten Mitbewohner und mich die Skisaison zu Ende. Wirklich, wahrhaftig und definitiv. Nach dem allgemeinen Abtaucher in den Winter, der nicht nur uns auf dem Hintertuxer Gletscher betroffen hat, freuen wir uns auf den Sommer.

Die Qual der Wahl

Der Frühling – oder das was sich der moderne Mensch gemeinhin darunter vorstellt – bietet mannigfaltige Möglichkeiten, sich im Freien zu betätigen, ohne Frostbeulen einzufangen. Man kann wandern, zwar eher nur im Flachland, aber das hat unbedingt auch seinen Reiz. Man kann sich aufs Rad schwingen. Man kann im Garten buddeln. Für alles braucht es schönes Wetter und alles macht unheimlich Spass.

Im Hause Flohnmobil sieht man sich jedes Jahr im Frühling mit Interessenskonflikten konfrontiert, kommt doch zu den oben erwähnten, durchaus reizvollen Tätigkeiten, noch mehr dazu, das nach schönem Wetter ruft und Spass bereitet. Im Falle von Herrn Flohnmobil ist es das Angeln. Im Falles des Ehepaars Flohnmobil ist es etwas, dem nicht alle Leser und schon gar nicht zu dieser Jahreszeit, etwas abgewinnen können.

Aber nun mal ehrlich, wenn ihr dieses Bild seht, geht euch da nicht auch das Herz auf? Kaffee und Kuchen auf einem sonnigen Balkon mit Blick auf die Skipiste, die man noch vor wenigen Minuten befahren hat. Für uns das Nonplusultra!

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Damit angesichts der leeren Skipiste niemand denkt, das Skigebiet werde extra für uns offen gehalten, noch Folgendes: In der Samnaun fand über dieses Wochenende der Silvretta Schüler-Cup statt. Über 800 Kids mitsamt Gefolge haben sich an drei Renntagen in verschiedenen Disziplinen gemessen. Gut die Hälfte kam aus der Schweiz, doch es hatte auch Teilnehmer aus halb Europa, u.a. Österreich, Deutschland, Tschechien, Littauen, Holland (!!!), Norwegen, Italien und Liechtenstein dabei.  Der jüngste Teilnehmer hatte übrigens Jahrgang 2012. Dass es an Material nicht fehlte, konnten wir uns bei der Überfahrt des Zielgeländes vom Sessellift aus vergewissern. Die Teilnehmer konnten Skis  aller gängigen Marken testen. Als Vorfahrer amtierten u.a. die Weltcup-Siegerinnen Tina Maze und Fränzi Aufdenblatten.

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Mein innig geliebter Mitbewohner und ich hielten uns von dem ganzen Rummel so fern wie möglich. Denn sind die Kids erst mal im Rennmodus, machen sie keinen grossen Unterschied zwischen der abgesperrten Rennstrecke und den übrigen Pisten. Und von einem übermotivierten Dreikäsehoch über den Haufen fahren lassen wollten wir uns am Ende der Saison ganz bestimmt nicht.

Seppi-Tag

Kein Mensch konnte mir heute sagen weshalb. Alle wussten nur dass. Das mussten wir so zur Kenntnis nehmen. Und damit leben. Wenn’s weiter nichts ist! Heute war offenbar ein Feiertag. St. Josef-Tag. Katholisches Irgendwas.

Immerhin, eines konnte ich herausfinden: Der heilige Josef geht heute nicht einkaufen. Der Volg in Brigels war den ganzen Tag geschlossen.

Mein innig geliebter Mitbewohner und ich machten an diesem Tag das, was wir schon in den letzten zwei Tagen gemacht hatten: Wir kurvten über die perfekt präparierten Skipisten. Heute hatte es zwar ein paar Leute mehr, aber eng wurde es noch lange nicht.

Die folgenden Bilder widme ich all Jenen, denen das Herz beim Anblick von Schnee, Bergen und blauem Himmel auch aufgeht. Und ganz besonders Trudy und Anita, die in Sachen Berge derzeit etwas unterversorgt sind.

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Berge. Blauer Himmel. Schnee. In alle vier Himmelsrichtungen.

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Leider ist die Luft heute, wo ich den Fotoapparat dabei habe, nicht mehr ganz so klar wie in den beiden vorangegangenen Tagen. Ich hoffe, Trudy, du übst ausreichend Nachsicht.

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Und zum Abschluss des gelungenen Tages gab es noch eine Einlage im Pflüder-Gumpis. Das auf dem Bild wäre eigentlich die Talabfahrt nach Brigels. Unsere Stil- und Haltungsnoten liessen vermutlich etwas zu wünschen übrig.

Luuter nüüt

Ich könnte jetzt schwärmen. Könnte euch neidisch machen. Indes, nicht alle Flohnmobil-Leser fahren auf Skifahren ab. Nicht alle können dem Winter so viel abgewinnen wie mein innig geliebter Mitbewohner als ich.

Dennoch, ich kann nicht anders, ich muss schwärmen. Heute war wieder ein sooo prächtiger Tag. Und wir haben ihn auf den Skis erlebt. Und das Schönste: Die Pisten waren leer. Absolut menschenleer. Lauter nichts. Oder wie wir zu sagen pflegen: Luuter nüüt.

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Alp Dado/Brigels, 17. März 2016, 10.15 Uhr

Wo sind nur all die Leute? An Weihnachten wollten alle Skifahren. Schnee gab es keinen. Jetzt ist die weisse Pracht in Hülle und Fülle vorhanden, die Verhältnisse perfekt. Aber die Skifahrer bleiben aus. Ich kann nur jeden ermuntern, der ein paar Skis im Keller hat, jetzt, JETZT!, in die Berge zu fahren. Frühlingsskifahren ist traumhaft.

Das will auch Schweiz Tourismus mit diesem Werbespot unterstreichen:

 

Zuverlässige Wiederholungstäter

Es ist eine unbestrittene Tatsache: Früher oder später räumt der Winter das Feld um dem Frühling Platz zu machen. Ebenso unbestritten ist, dass mein innig geliebter Mitbewohner und ich trotz Frühlingsgefühlen im Flachland gerne nochmals in die Berge fahren um unserem Hobby zu frönen. Und ebenso zuverlässig wie inhaltlich unbestritten erreichen mich seit Jahren von einer Freundin Mails mit folgendem und ähnlichem Inhalt:

Mannohmann …wie KANN man nur Skifahren gehen, wenn es endlich Frühling geworden ist.

Ich neide dir deine Skiferien nicht. Nichts desto weniger wünsche ich dir eine schöne Zeit und viele Sonnenstunden.

Ich kann meine Freundin und alle Anderen verstehen. Wirklich. Ich kann gut nachfühlen, dass man sich nach dem Winter wieder Sonne und Wärme wünscht. Sich am Flöten der Amseln erfreut und gierig aufsagt, wie sich die Natur zu entwickeln beginnt. Mir macht das auch Spass und ich begrüsse jeden Krokus im Garten einzeln, suche Bärlauch und überlege mir ernsthaft, meine Fensterscheiben zu putzen.

Dennoch, ab so einem Anblick kann ich nicht anders. Da geht mir einfach das Herz auf.

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Zum Niederknien schön, oder?

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Beschauliche Bergwelt


Alp Trida, Samnaun


Idalp, Ischgl


Konzert auf der Alp Trida (Frühlings-Skifest am 14.4.13)

Wer nun auch Lust verspürt, sich ins Getümmel zu stürzen, hat noch Zeit bis am 4. Mai. Und wer sich erst so richtig wohl fühlt, wenn er vor lauter Leuten keinen Schnee mehr sieht: Am 30. April treten Deep Purple auf der Idalp auf. Da wird die Post abgehen!

Doch zuerst sind nun die Schweizer Schneesportlehrer mit ihrer Meisterschaft dran.

Frühling im Schnee

Wintermüde mögen es mir nicht abnehmen, aber Skifahren im April hat absolut seinen Reiz. Mein innig geliebter Mitbewohner und ich sind bei weitem nicht die Einzigen, die um diese Jahreszeit noch Wintersportfreuden frönen. Familien mit Kindern verbringen ihre Frühlingsferien im Schnee, mittlere und ältere Semester wie unsereins freuen sich ganz einfach daran, dass man nicht frieren muss und die Pisten nicht so überbevölkert sind wie noch vor einem Monat. Sogar der eine oder andere Skilehrer hat noch Arbeit gefunden und kann blutigen Anfängern die Fortbewegung auf Skiern beibringen. Oder das zumindest versuchen.

Zugegeben, die Schneeverhältnisse sind nicht eben einfach. In den Morgenstunden ist die nicht mehr überall ganz so weisse weisse Pracht knallhart, während der Schnee am Nachmittag so weich und pampig wird, dass auch die Schwünge des professionellsten Skifahrers ihre Verwandtschaft mit Sackhüpfen nicht abstreiten können. Die Kunst des Frühlings-Skifahrens besteht unter anderem darin, sich die richtigen Hänge zur richtigen Zeit auszusuchen, denn je nach Exposition sind die einen Hänge schon am Morgen am aufweichen, während andere am Nachmittag noch relativ hart sind.

Mit zunehmender Tageszeit hat es auf den Skipisten zunehmend weniger Leute. Das war heute nicht anders, denn bei diesen Temperaturen tun es sich nicht mehr viele an, bis kurz vor der Pistenkontrolle auf dem weichen Schnee rumzugurken. Einige Pisten wurden heute sogar frühzeitig wegen Lawinengefahr gesperrt, so warm war es. Um 13.00 wurden vom Heli aus Nassschnee-Lawinen gesprengt, sehr zur Ergötzung des aus sicherer Distanz zusehenden Publikums.

Der Winter war zwar, selbst für meine Verhältnisse, lang. Aber bei solchem Wetter macht eine Verlängerung der kalten Jahreszeit trotzdem Spass.

Und kaum ist der Schnee weg, beginnen schon die Krokusse zu blühen. Hier unmittelbar neben der Piste.

Mutige Pistenbully-Fahrer fürchten selbst die Dunkelheit nicht, um für den nächsten Tag wieder eine mehr oder weniger glatte Piste zu präparieren. Im Verlauf des Tages werden die Skifahrer  wieder für die Sackgumpis-Einlagen sorgen und alles beginnt wieder von vorne.

Sprichwörtlich?

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.

Diese Aussage ist sicher fundiert auf langjährigen Beobachtungen der Vogelwarte Sempach, von Meteo Schweiz, den Zünftern des Zürcher Sechseläutens und diverser Gastronomen in Tourismusgebieten.

Dass ich die erste Schwalbe des Sommers 2013 ausgerechnet an dem Tag sehe, wo mein innig geliebter Mitbewohner und ich der einsetzenden Frühlingseuphorie im Flachland für ein paar Tage nach Samnaun entflohen sind, hat meinen Denkapparat in Wallung versetzt.

Was will mir da das Schicksal mit dem PistenZaunpfahl zuwinken?

Jetzt reicht’s aber wirklich!

Man mag uns für Spinner halten, und ich kann diese Ansicht sogar ein Stück weit nachvollziehen. Aber Skifahren im Mai hat durchaus einen gewissen Reiz, denn das Schönste am Frühlingsskifahren ist: Man muss nicht frieren.

Natürlich sieht man – selber mit 2 x 2,5 Kilo Skischuhen an den Füssen – neiderfüllt auf die federleichten Trekkingschuhe, wenn man Wanderern an der Bergbahn begegnet, aber es ist ja nicht immer im Mai grad so heiss wie dieses Jahr. Auf plus 5 Grad stieg gestern das Thermometer auf 3’200 Metern. Da gibt natürlich die kürzeste lange Unterhose noch mehr als warm genug.

Leute hatte es – im Gegensatz zu früheren Jahren, als wir zur gleichen Zeit am gleichen Ort am Skifahren waren – so gut wie keine. Man hätte sich schon sehr anstrengen müssen, wenn man jemanden hätte über den Haufen fahren wollen. Unser favorisiertes Skimodell für den nächsten Winter konnten wir auch bereits einen Tag lang testen.

Somit bleibt uns nur noch, die alten Skier mit einer sommerlichen Wachsschicht zu versehen (à Mitbewohner) und die Skianzüge zu waschen (ich). Wenn sich die Farbe meiner Nase wieder ihrem Normalzustand annähert, können wir den Winter 2011/2012 endgültig und unfallfrei ad acta legen.