Ein Tag der Überraschungen

Ich geb’s zu, eine leise Ahnung hatte ich, was mich erwarten könnte an meiner Geburtstags-Überraschungs-Runde. Zumindest in kulinarischer Hinsicht. Das – notabene vegane – Badesalz und der Hinweis, ich würde vielleicht von einem Vorurteil abkommen, liess mich darauf schliessen, dass ich möglicherweise mit veganem Essen abgefüttert werden würde. Aber schön der Reihe nach.

Als erstes unternahmen wir einen Stadtspaziergang in Zürichs verrufenstem Quartier. Dieser bot Einblicke in Hinterhöfe, spezielle architektonische Perlen und dank Verkehrsberuhigung aufgewertete Siedlungen. Wir vier Frauen waren uns einig, dass dies ein sehr lohnenswerter Rundgang durch den Kreis 4 ist, insbesondere, wenn er ohne Männer durchgeführt wird, die die Runde einfach nur abspulen. Aber die veranschlagte Zeit reichte uns nie und nimmer.

Dennoch kamen wir pünktlich im Restaurant Marktküche an, wo meine Freundinnen einen Tisch reserviert hatten und wir in den Genuss eines fünfgängigen Überraschungs-Menus kamen. Was es dort zu essen gab war nicht nur sehr kreativ, alles andere als alltäglich und wie ein Kunstwerk angerichtet.  Oh nein, es schmeckte auch sehr gut.

Als krönenden Abschluss des Überraschungs-Tages durfte musste ich noch eins paffen. Und zwar keine Zigi, sondern eine Niele. Sehr stilgerecht am Rande der Bäckeranlage, wo sich seit jeher Alkis und Randständige treffen. Jetzt bin ich auch im hehren Kreis der Nielen-Qualmerinnen aufgenommen. Wäääk!

Herzlichen Dank an Rita, Eveline und Andrea für den gelungenen Tag. Es ist so wertvoll für mich, in eurem Kreis aufgenommen zu sein.

IMG-20190329-WA0004

Hier der Link zu den  sehr empfehlenswerten Stadtwanderungen durch Zürich.

Und das Restaurant Marktküche.

Voll banger Erwartungen

Heute um 8.00 Uhr muss ich antraben. Antraben zu einem Tag ins Ungewisse. Eine Spätfolge meines Geburtstags.

Ich habe keine Vermutung, kann höchstens spekulieren, was meine drei Freundinnen mit mir anstellen werden. Als Einstimmung habe ich diese Hinweise erhalten:

IMG_6008

Und die Bemerkung, dass ich über etwas, das mich nervt, danach meine Meinung revidiert haben könnte.

Was erwartet mich da bloss???

Ich als Ingwer

Jemandem etwas Duftendes schenken finde ich grundsätzlich heikel. Etwas Duftendes geschenkt bekommen ist eine nicht minder delikate Angelegenheit.

Ich erhielt vor kurzem – noch immer eine Folge meiner Schnapszahl – eine reichlich grosse Flasche mit Duschgel. Ich weiss sehr wohl, dass die Person, die mir damit eine Freude machen wollte, die Flasche in erster Linie wegen dem Spruch drauf gekauft hat. Mit etwas Glück würde ich nicht nur den Spruch dufte finden, sondern auch den Inhalt.

20190306_085624

Das ist, hochverehrte Frau S., leider nicht der Fall. Ich weiss, du hast es gut gemeint. Aber als Ingwer kann ich beim besten Willen nicht durchs Leben gehen.

Kleingedrucktes zum Geburtstag

Sie meinten es gut mit mir. Dachten an mich. Von verschiedenen Seiten erhielt ich Geschenke.

Galaxus, Transa, Ochsner Sport, Möbel Pfister, Mr. Lens, Esprit, Tchibo – alle standen sie auf der virtuellen Matte und überreichten mir ein Geschenk zum Geburtstag.

Der Haken daran: Mit wenigen Ausnahmen sind es Gutscheine. Diese – meist in der der Höhe von zwanzig Franken – sind erst gültig ab einem Mindesteinkauf von hundert Franken.

Da lobe ich mir die wahren Geschenke, die ich zum Geburtstag erhielt. Ein Überraschungstag mit Freundinnen, etwas für die Schönheit, Rubbellose mit der Aussicht auf einen mehr oder weniger grossen Gewinn, ein Nachtessen nach Wahl und viele gute Wünsche und wertvolle Begegnungen.

Merke: Freundschaften kommen ohne AGBs aus.

IMG_3866

Wir gratulieren

Liebe Rosmarie

Seepferdchen Susi ist ganz übermütig vor Freude, dir zum Geburtstag gratulieren zu dürfen. Am liebsten würde es direkt in deine Arme schwimmen, um dich zu knuddeln. Aber dort, wo du bist, hat es ja eher wenig Wasser…

… und Öhrli hat Susi halt auch keine. 

Wir wünschen dir alles Gute zum Geburtstag und hoffen, dass wir noch ganz oft miteinander in dein ansteckendes Lachen einstimmen können. 

Alles Liebe

Bea…

IMG_3080

… und Susi

Der ominöse (Geburts)Tag

Der 8. Januar war für mich seit jeher ein spezieller Tag. Es war der Geburtstag meiner Grossmutter, auch wenn wir ihn nicht immer mit ihr feierten, weil sie häufig unterwegs war, so dachten wir doch zumindest an sie. In den letzten Jahren jedoch, da legte meine Mutter immer grössten Wert darauf, für ihre Mutter am Geburtstag etwas Besonderes zu inszenieren. Das rief jeweils auch nach meiner Anwesenheit.

Meine Grossmutter war ein besonderer Mensch. Als Kind habe ich sie verehrt, weil sie mit mir Sachen unternahm, für die meine Mutter keine Zeit hatte. Diese Meinung änderte sich, als ich älter wurde. Meine Grossmutter war sehr willensstark, egoistisch und von sich selbst überzogen. Wie sonst liesse es sich erklären, dass sie in den Fünfzigerjahren ihren Mann zum Teufel jagte und es vorzog, ihre beiden minderjährigen Kinder, zumindest für ein paar Jahre, alleine gross zu ziehen.

In einer Hinsicht war meine Grossmutter mir Vorbild. Sie hatte sich im relativ hohen Alter von über fünfzig Jahren erst dem Alpinismus verschrieben. Zuvor gänzlich unsportlich, begann sie eine alpinistische Laufbahn, die sie bis auf zwei alle Viertausender der Schweiz bestiegen liess. So gab es einige Jahre, in denen wir gemeinsam die Berge erklommen. Bei meinen ersten Klettertouren war sie dabei, wenn auch nicht am gleichen Seil wie ich. Mit über fünfzig machte sie den Führerschein und das Skifahren eignete sie sich zur gleichen Zeit auch noch mehr schlecht als recht an.

Eitel war sie, wahnsinnig eitel. Wenn sei vom Coiffeur kam, schlief sie ein paar Tage lang mehr oder weniger sitzend, damit ihre Frisur etwas länger hielt. Immer hatte sie einen kleinen Taschenspiegel dabei und stürzte sie beim Skifahren, ging ihr Griff in den Hosensack zum Spiegeli noch bevor sie sich wieder aufgerappelt hatte. Bis ins hohe Alter trug sie Stögeli-Schuhe. Hosen begann sie übrigens – ausser beim Sport – erst mit über sechzig zu tragen. Das ziemte sich ihrer Meinung nach nicht.

Meine Grossmutter stand gern im Mittelpunkt, suchte ihn regelrecht auf Biegen und Brechen. Das hat ihr, auch in unserer Familie, nicht immer nur Sympathien eingebracht. Als sie am 23. Dezember 2014 verstarb, konnte sie sich ein letztes Mal vollumfänglich der Aufmerksamkeit ihrer Famiile über die Festtage sicher sein.

Das Bild zeigt meine Grossmutter an ihrem neunzigsten Geburtstag. Heute wäre sie hundert Jahre alt geworden.

DSC01016

Ihr Wunsch sei mir Befehl

Wir sollen NÜÜT mitbringen, hatte meine Freundin mir eingebläut.

Sie würde sich freuen, wenn wir ihr am Geburtstag einen Besuch abstatten würden, das sei für sie Geschenk genug.

Nein wirklich, wir sollen NÜÜT bringen.

Diesen Wunsch respektierten wir selbstverständlich. Auf unsere Weise.

DSC01243

PS: Nüüt heisst bei uns nichts. Als wirklich nichts.

Neunundfünfzig Würstli

Und da war vorgestern noch der 59. Geburtstag unseres Freundes Peter. Was mitbringen?

Die Antwort lieferte uns seine Frau. Zwar nicht direkt, aber ich griff ihre Bemerkung dankbar auf. Genau genommen war es mehr ein Zeichen der Resignation, als sie uns erzählte, dass ihr Mann abends vor dem Fernseher problemlos ein ganzes Pack Würstchen futtern könne. Sie habe deshalb aufgehört, diese zu kaufen, da sie beide ja stets mit der Waage auf Kriegsfuss stünden. Mit wenig Erfolg, denn Peter gehe nun einfach selber zu Aldi, um sich die besagten Kalorien zu besorgen.

Hm. Darauf liess sich aufbauen, dachte ich mir, ging zu Aldi und stand reichlich ratlos vor einem Angebot an Würstchen, das meinen kulinarischen Horizont übersteigt. Welche waren es denn nun? Ich entschied mich für die Tiroler Bergluft Stangerl, nicht wissend, was aus der Bergluft auf dem Weg in die Aldi-Filiale geschehen sein mochte.

Und aus den Würstchen bastelte ich dann zusammen mit meinem innig geliebten Mitbewohner diese kulinarische Collage.

DSC09073

Zehn Würstchen mit und 49 ohne Kalorien. Ganz im Interesse von Peters Frau. Und durchaus auch zur Freude des Geburtstagskindes.

So hat sich auf ganz wunderbare Weise der Kreis zu diesem Beitrag beinahe geschlossen.