Gegensätze

Die Geborgenheit unserer Wohnung gegen das riesige Haus in der Provence.

Unsere paar Quadratmeter Garten, auf denen mehr Unkraut wächst, als auf dem gesamten Areal unseres gesitteten Hauses mit seinem perfekt manikürierten Rasen und den wie mit einer Schablone geschnittenen Hecken.

Die eigene Küche, die, obschon wesentlich kleiner, halt eben meine Küche ist. Mit einer gut sortierten Besteckschublade statt einer unübersichtlichen Ansammlung von Küchenhelfern, mit denen ich nichts anzufangen wusste (Austernstecher, Schneckenzange).

Am Freitagnachmittag noch im T-Shirt Kaffee in der Sonne getrunken, keinen Tag später viel, viel Schnee von viel zu nah gesehen.

Das Tränchen, das ich wegwischen musste, als ich mich vom Goldschätzchen verabschiedete. Und doch war ich irgendwie erleichtert, Conrad wohlbehalten los zu werden.

Der Schuhkasten, in dem die aus Frankreich zurückgebrachten Flip-Flops ziemlich weit unten verstaut wurden.

Die Kaffeemaschine, die auf Anhieb genau das produziert, was ich mir unter Kaffee vorstelle.

Die diversen Wintersport-Kataloge, die schon ins Haus geflattert sind, während ich geistig noch nicht mal im Herbst angelangt bin.

Das gechlorte, aufbereitete Wasser Südfrankreichs gegen unser herrlich frisches Quellwasser.

Die Freunde wieder in der Nähe und nicht nur am Computerbildschirm.

Die Temperaturen. Brrrrrh!!!

Der Herbst hat auch in der Provence Einzug gehalten. Gestern um 6.00 Uhr mussten wir – wer hätte das gedacht – eine hauchdünne Schicht Eis von der Autoscheibe abkratzen, bevor wir den Heimweg antreten konnten.