Illegales Dessert

Kann ein Dessert illegal sein? Vielleicht eine Kalorien-Sünde, aber illegal?!?

Nun ja, bis vor einigen Jahren, genauer gesagt bis 2005, wäre die Schoggi-Mousse mit Absinthe, die ich fürs Weihnachtsessen zubereitet hatte, illegal gewesen. Aber sie hätte uns sicher schon damals gemundet.

Vor ein paar Jahren hatte ich mal ein Gütterli Absinthe gekauft. Aus reinem Gwunder. Nach einer ersten Verkostung wusste ich nichts mehr mit dem Gesöff anzufangen. Bis ich in der Ausgabe 03.18 von “Le Menu” ein Rezept entdeckte, das ich vorsichtshalber mal aufhob. Und so geht es:

Absinthe-Schokoladen-Mousse

100 g Bisquit, z.B. Schoggicake, in kleine Würfel schneiden und in 6 Schälchen verteilen
je 1 EL Absinthe darüber träufeln. Etwas stampfen, damit nur wenig Zwischenraum bleibt

Schoggi-Mousse
100 g dunkle Schokolade im Wasserbad schmelzen
2 Eigelb, 1 EL Zucker, 1 TL Vanillezucker und 2 EL Absinthe gut verrühren, mit der Schoggi mischen
2 Eiweiss mit 1 Prise Salz steif schlagen, 2 EL Zucker einrieseln lassen, weiterschlagen, bis die Masse glänzt
2 dl Vollrahm steif schlagen, alles zusammen sorgfältig mischen.

Die Mousse über das getränkte Bisquit verteilen, zugedeckt 3 bis 4 Stunden kühl stellen oder tiefkühlen. Im letzteren Fall knapp eine Stunde vor dem Servieren im Kühlschrank auftauen lassen.

Dieses Dessert lässt sich perfekt schon Tage zum voraus zubereiten. Und schmeckt saumässig gut und nicht allzu süss!

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Weitere Infos zu Absinthe habe ich HIER ausgegraben.

Eulen nach Basel tragen

Eines der wahrlich berühmten und klassischen Weihnachtsguezli ist das Brunsli. In unserem Heim erhielt es einst den eher unrühmlichen Namen “Brunzli”. In Wahrheit aber heisst es “Basler Brunsli”.

Insofern ist es eine Anmassung, wenn man als Zürcherin einer Baslerin Brunsli schenkt. Ich vertraue aber darauf, das mein altbewährtes Rezept auch bei ihr gut ankommt. Wenn mich die SBB nicht im Stich gelassen haben, hat die Guezli-Übergabe in dem Moment, wo dieser Beitrag veröffentlicht wird, bereits stattgefunden.

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Sonniges Getreide

Am vergangenen Samstag  packte ich die Gelegenheit am Ende der Wanderung beim Schopf, kaufte ein richtiges Walliser Roggenbrot und stopfte das robuste Teil in meinen Rucksack. Ich liebe den Geschmack dieses Getreides. Zusammen mit den eingebackenen Nüssen – einfach himmlisch! Und obschon dieses Brot monatelang haltbar ist, dürfte mein Einpersonen-Haushalt mit den fünfhundert Gramm Backerzeugnis sehr viel früher fertig werden.

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Als ich das kompakte Brot heute Morgen anschnitt, lachte mir buchstäblich die Walliser Sonne entgegen. Was für ein Lichtblick an einem Tag, an dem es bei uns vor der Haustüre grau und trübe ist.

Ich wünsche euch Allen einen schönen Tag mit Sonne am Himmel, im Herzen oder als absolutes Minimum auf dem Teller.

Lust auf mehr Infos über Walliser Roggenbrot?

Flüssigpizza

Der letzte Beitrag zu dieser seltsamen Joghurt-Kreation mit Linzertorten-Aroma hat meine Fantasie beflügelt, um nicht zu sagen, ich bin wahnsinnig kreativ geworden. Wobei man das “wahnsinnig” durchaus wahnsinnig ernst nehmen darf.

Was für Joghurts könnte die Lebensmittel-Industrie sonst noch kreieren? Es ging schon mal ein ganz passabler Vorschlag für ein Bündner-Nusstorten-Joghurt ein. Ich schrieb es mir auf die Fahne, dieser Frage seriös auf den Grund zu gehen. Und ich stiess auf das ultimative Joghurt, auf das die Menschheit garantiert sehnlichst gewartet hat.

Wie wär’s mal mit einem Pizza-Margherita-Joghurt? Bei der grossen Beliebtheit, die Pizzen geniessen, müsste das der absolute kulinarische Knaller werden. Stellt euch vor, kein kräfteraubendes Herumsägen auf dem Pizzarund mehr. Die Joghurt-Margherita würde in leicht flüssiger Form im Plastik-Quetschbeutel daher kommen. WEISCH WIE PRAKTISCH! Viel faster kann Fast Food nicht sein.

Und ausserdem: die ultimative Wanderer-Verpflegung! Dank grosszügiger Bestückung mit Konservierungsstoffen und E-Nummern ist so eine Flüssigpizza monatelang haltbar. Und sie wäre auch in veganer Version absolut denkbar, denn Givaudan hat bestimmt schon Mozzarella im Sortiment.

Ich bin mir ganz sicher, ein solches Pizza-Margherita-Joghurt hat gewaltiges Potential….

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… fragt sich nur, für was…!

Die Zähne ausbeissen

Ich habe ja nicht mehr waaaahnsinnig oft Gäste. Aber wenn ich Freunde zum Essen einlade, dann lasse ich mich nicht lumpen. Denn eigentlich koche ich ja immer noch gerne, es macht einfach für mich alleine nicht mehr überaus viel Spass. Und gewisse Gerichte lassen sich beim besten Willen nicht auf eine Person herunterbrechen.

Was mir auch nicht abhanden gekommen ist, ist die Freude, etwas  Neues auszuprobieren und/oder in der Küche meine Kreativität auszuleben.

Das Rezept von Tanja Grandits in der Coop Zeitung kam mir gerade recht. Herzhafte Cantucci? Ich liebe dieses harte Gebäck, kannte es bis anhin nur in diversen süssen Varianten. Nichts wie ran!

Das Rezept:

80 g weiche Butter und 150 g Zucker gut verrühren.
2 Eier dazugeben und mit 230 g Mehl, 1/4 TL Backpulver, der abgeriebenen Schale von 1 Zitrone, 2 EL Thymian, und 1/2 TL Fleur de Sel zu einem Teig verarbeiten.

Dann 60 g geriebener Parmesan, 50 g Pistazien, 40 g Kürbiskerne, 40 g Sonnenblumenkerne und 80 g ganze Mandel leicht anrösten und dazugeben.

Den Teig im Kühlschrank eine Stunde ruhen lassen, dann zu vier langen Stangen von 3 cm Durchmesser rollen. Die Menge reicht präzis für ein Blech. Die Rollen mit Eigelb bestreichen und bei 180 Grad 18 Minuten backen. Die Stangen auskühlen lassen, bei Bedarf einen Teil davon einfrieren (habe ich gemacht, so habe ich die nächsten Cantucci im Nu zubereitet).

Die Stangen leicht schräg in 1 cm dicke Scheiben schneiden und bei 150 Grad ca. 10 Minuten fertig backen.

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Die Kombination aus süss und salzig begeistert vermutlich nicht Jedermann, aber wie man der ziemlich leeren Guezlibüchs entnehmen kann, hat es zumindest meinem Besuch geschmeckt.

Im Original-Rezept wird noch Kreuzkümmel dazugegeben. Den mag ich nicht und hab ihn deshalb weggelassen. Ich studiere an alternativen Gewürzen rum. Vielleicht ein, zwei gepresste Knoblauchzehen, Bockshornklee-Samen, Curry.

Sonst noch gute Ideen?

Cremeschnitte mit Aussicht

Der Patisserie-Klassiker hat viele Anhänger. Er wird auch vielerorts hergestellt. So wundert es wenig, dass es viele “beste Cremeschnitten” gibt auf diesem Planeten.

Ich kam gestern in den Genuss der besten Cremeschnitte von, na sagen wir mal grosszügig, Graubünden.

Das Drum und Dran jedoch, das war es wohl, das den wahren Genuss des Tages ausmachte. Und immerhin habe ich mit der Cremeschnitte noch ein Geburtstagsgeschenk eingelöst.

Danke für den lässigen Tag, liebe Rita.

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Cremeschnitte mit Aussicht auf der Terrasse der Confiserie Gadient in Arosa.

Fleischlos lachen

Veganer furzen nicht. Sie lassen einen Farn.

Veganer haben keinen Sex. Sie pflanzen sich fort.

Veganer sterben nicht. Sie beissen ins Gras.

Es gibt so viele Witze und Videos, ja ganze Websites, die sich über Veganer lustig machen. Mal ganz abgesehen davon, dass ich vegan auch Schwachsinn finde, frage ich mich schon:

Finden Veganer die Witze, die Allesfresser über sie machen, auch lustig? Oder sind sie so einsilbig wie ihr Speiseplan?

© Til Mette

Geflatter im Teller

Mit der Zeitumstellung dürfte allmählich auch die Saison fürs Vögel füttern abgelaufen sein. Anstelle von Meisenknödeln und Sonnenblumenkernen türmen sich in den Läden mittlerweile verweichlichte Primeln und eingeschüchterte Begonien.

Das Vogelfutter, das ich selber gekauft hatte, die hiesigen Vögel aber verschmähten, habe ich vor ein paar Wochen schon meiner Mutter nach Brigels gebracht. Die Bündner Meisli und Spatzen sind weniger wählerisch.

Beim Betrachten dieses Futter-Konstrukts durchflossen mich gar bitterböse Gedanken. Erdnüsse? Rosinengeschmack? Ich wette, diese amächeligen Vogelfutterstäbli liessen sich als Basis für Guezli verwenden. Ich bin sogar überzeugt davon, dass mit weiteren, etwas edleren Zutaten (mal sicher genügend Zucker, optional einige Schoggistückli, wahlweise in der Form überdrüssiger Osterhasen) kein Mensch merken würde, dass er da Vogelfutter frisst isst.

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Keine Bange, meine lieben Freunde, ihr könnt weiterhin zu mir zum Kafi kommen. Ich werde es nicht ausprobieren!