Kleingedrucktes zum Geburtstag

Sie meinten es gut mit mir. Dachten an mich. Von verschiedenen Seiten erhielt ich Geschenke.

Galaxus, Transa, Ochsner Sport, Möbel Pfister, Mr. Lens, Esprit, Tchibo – alle standen sie auf der virtuellen Matte und überreichten mir ein Geschenk zum Geburtstag.

Der Haken daran: Mit wenigen Ausnahmen sind es Gutscheine. Diese – meist in der der Höhe von zwanzig Franken – sind erst gültig ab einem Mindesteinkauf von hundert Franken.

Da lobe ich mir die wahren Geschenke, die ich zum Geburtstag erhielt. Ein Überraschungstag mit Freundinnen, etwas für die Schönheit, Rubbellose mit der Aussicht auf einen mehr oder weniger grossen Gewinn, ein Nachtessen nach Wahl und viele gute Wünsche und wertvolle Begegnungen.

Merke: Freundschaften kommen ohne AGBs aus.

IMG_3866

Andere Länder – andere Sitten (8)

Der Valentins-Tag neigt sich in unseren Breitengraden dem Ende entgegen. Nicht so in Amerika. Dort hat der Valentins-Tag dank der Zeitverschiebung den Zenit noch nicht erreicht. Und wird auch sonst ganz anders als bei uns zelebriert. Bei uns ist es eine Angelegenheit zwischen Liebenden. Paaren.

In Amerika, also den USA, grassiert am Valentins-Tag eine regelrechte Karten-Epidemie. Da werden Karten verschickt für “die liebste Tante, “den besten aller Brüder”, „die netteste Arbeitskollegin“, “die süsseste Enkelin” und natürlich auch “an den allerliebsten aller Ehemänner”.

Ich fand das damals ziemlich absurd. Von der Geschäftsidee “Valentins-Tag” profitieren in den USA anders als bei uns nicht nur die Floristen und Schokolade-Produzenten, sondern in mindestens genauso grossem Ausmass die Anbieter von Grusskarten.

Nun ist das ja so, dass es schon ein paar Jährchen her ist, seit ich in den USA war. Vielleicht ist es seither noch schlimmer geworden mit dieser Karten-Versand-Epidemie. Vielleicht ist Facebook in die Bresche gesprungen und die Post hat das Nachsehen. Wie auch immer, es wird niemanden erstaunen, dass mich das ganze Getue gänzlich kalt lässt. Und meinen innig geliebten Mitbewohner auch. Und wir lieben uns trotzdem innig. Und sind heute auf den Tag genau seit 24 Jahren ein Paar. Was nichts, aber auch gar nichts mit Valentin zu tun hat, sondern lediglich auf unsere damaligen Terminkalender zurückzuführen ist.

Wer hat heute einen Blumenstrauss verschenkt oder geschenkt erhalten?

Bildergebnis für be my valentine

Das Advents-Rätsel

Es waren einmal ein perfekter Mann und eine perfekte Frau. Sie begegneten sich, und da ihre Beziehung perfekt war, heirateten sie. Die Hochzeit war einfach perfekt. Und ihr gemeinsames Leben war selbstverständlich ebenso perfekt.

An einem verschneiten, stürmischen Weihnachtsabend fuhr dieses perfekte Paar eine kurvenreiche Strasse entlang, als es am Strassenrand jemanden bemerkte, der offenbar eine Panne hatte.

Da sie das perfekte Paar waren, hielten sie an, um zu helfen. Es war der Weihnachtsmann mit einem riesigen Sack voller Geschenke. Da sie die vielen Kinder am Weihnachtsabend nicht enttäuschen wollten, lud das perfekte Paar den Weihnachtsmann mitsamt seiner Geschenke in sein Auto. Und bald waren sie daran, die Geschenke zu verteilen. Unglücklicherweise verschlechterten sich die ohnehin schon prekären Strassenbedingungen, und schliesslich hatten sie einen Unfall.

Nur einer der drei überlebte. Wer war es?

Erst überlegen und dann nach unten scrollen!

DSC04606
Es war die perfekte Frau. Sie war die einzige, die überhaupt existiert hatte. Wie jeder weiss, gibt es keinen Weihnachtsmann. Und erst recht keinen perfekten Mann.

Für Frauen endet die Geschichte hier. Männer dürfen weiter lesen und nach unten scrollen.

DSC01883

Wenn es also keinen Weihnachtsmann und keinen perfekten Mann gibt, muss die perfekte Frau am Steuer gesessen haben. Das dürfte die Erklärung sein, warum es einen Unfall gegeben hat.

Wenn du übrigens eine Frau bist und dies liest (obwohl du schon oben aufhören solltest weiter zu lesen), wird dadurch noch etwas bewiesen: Frauen tun nie das, was man ihnen sagt.

Trotzdem oder gerade deswegen: Schöne Adventszeit!

PS: Die Adventsgeschichte stammt nicht aus meiner Feder, da war der Osterhase am Werk.

Im noch lustleereren Raum

Eins vorneweg: Auch wenn ich im letzten Beitrag gejammert habe: Der Setzkasten ist in der Zwischenzeit abgestaubt. Und damit keine falschen Ideen über allfällige übergalaktische Abstaub-Ambitionen aufkommen: Dieses Teil hatte es bitter nötig und war in diesem Jahrzehnt wohl noch keiner gründlichen Entstaubung unterzogen worden.

Während ich Figürchen um Figürchen aus dem Setzkasten nahm und es vom angesammelten Staub befreite, kam so manche Erinnerung hoch.

Einen Setzkasten zu besitzen war nämlich seinerzeit ein inniger Wunsch von mir gewesen, der an Weihnachten neunzehnhundertsiebenundichweissauchnichtmehrsogenauwann in Erfüllung ging. Richtige Setzkasten waren schon damals rar und teuer, drum erhielt ich dieses gebeizte, neuzeitliche Konstrukt. Meine Vorstellung wäre ja gewesen, dass ich den Setzkasten ganz allmählich mit kleinen Dingern bestücke, die mir grad in die Finger fallen. Stattdessen erhielt ich von der Verwandtschaft zu Weihnacht dermassen viele Figürchen, dass der Setzkasten schon mehr als halbvoll war. Eine leise Enttäuschung für mich aber eine praktische Sache für meine Mutter, die alle Geschenk-Anfragen mit „öppis für de Setzchaschte“ beantworten konnte.

Trotzdem hat sich über die Jahre noch das eine und andere Erinnerungsstück angesammelt. Das Haus im Bild oben bekam ich von den Kindern meiner Au-Pair-Familie in England zum Abschied geschenkt als Erinnerung ans „mad house“. Den Boccalino oben links hatte ich mir in den Herbstferien selber vom Taschengeld im Tessin gekauft. Das Tessin war damals für mich sehr, sehr weit weg von zu Hause und so exotisch wie heute für Andere Florida. Das knapp sichtbare Ei oben rechts ist mit Gianduja gefüllt und von Hand bemalt. Ich erhielt es als Lehrtochter von einer Vorgesetzten, die ich nicht besonders mochte (und daran war nicht nur ihr Basler Akzent schuld, sondern mindestens so sehr die Tatsache, dass sie in der Buchhaltung arbeitete). Dass ich es trotzdem behalten habe, lag einerseits daran, dass die Schokolademasse in der zerbrechlichen Eierschale nicht wirklich zum Verzehr vorgesehen war, andererseits fand meine Mutter, es sei schade, das zweite Ei auch noch kaputt zu machen. Schliesslich sei es so kunstvoll bemalt. Eine kleine Vase brachte mir eine Freundin aus Tunesien mit und die Holzschuhe stammen von einer anderen Freundin, die eine Konfirmationsreise nach Holland machen durfte.

Noch immer hängt der Setzkasten in meiner Wohnung, auch wenn ich dem Sammelsurium seit bald dreissig Jahren nichts mehr hinzugefügt habe. Daran schuld ist nicht nur der mangelnde Platz, sondern auch meine geänderte Einstellung. Seit geraumer Zeit schleppe ich nur noch kulinarische Souvenirs an. Diese haben einen gewaltigen Vorteil: Das Abstauben erübrigt sich.

Lächelnd putzen

So sanft auf der Haut, so berührend im Ton. Irgendwie ist er einfach zu schön zum Brauchen.

Ein Tausendsassa soll er sein. Fürs Fahrrad, Auto, Büro oder für unerwartete Fälle unterwegs. Als humoristisches Mitbringsel für Erschöpfte, Begeisterte, Putzmänner und Putzfrauen, Anfänger und Fortgeschrittene. So die Verpackungsaufschrift.

Für mich ist er deutlich mehr. Ein Geschenk von einer ganz lieben Freundin. „22 Gramm schwer. 30 x 30 cm. Perfekt verarbeitet. Waschbar bis 60°.“ Definitiv mehr als der 23. Mikrofaser-Putzlappen in meinem Schrank. Er wird einen Ehrenplatz erhalten. Vielleicht im Wohnmobil, damit ich auch im entferntesten Winkel Europas an meine Freundin erinnert werde. Wenn ich für einen klaren Durchblick meine Brille putze. Oder die Frontscheibe des Womis, das Display des Fotoapparats oder den Monitor des Notebooks poliere.

Sie wird es sich selber in die Schuhe zu schieben haben, dass sie mitputzen muss. Aber Schuhe werde ich damit garantiert nicht putzen!

Einem geschenkten Gaul…

Schenken macht Freude. Schenken ist eine Gratwanderung. Schenken zerbreitet Kopfzerbrehen.

Ein Parfüm für die Dame von Welt, eine Krawatte für den modischen Herrn. Für den Nachbarn eine gute Flasche Wein, der Tochter das lang ersehnte Buch, dem verwöhnten Sohnemann den Laptop. Die Schwiegermutter beglückt man mit einem Kaktus und der Schwager muss sich mit einem Päckli Kirschstängeli begnügen. Oma erhält etwas Wolle zum Stricken und Opa gleich die fertige Mütze auf das kahle Haupt. Tante Olga freut sich über den Kräutertee und Onkel Johann über eine CD, die er schon hat.

Ist ja alles gut und recht. Doch was schenkt man seinem Blog? Einen Duden, auf dass er stets von Korrektheit strotze? Ein paar Kommas, die man nach Belieben einstreuen und damit den Sinn eines Satzes verändern kann? Ein paar nette Bilder, damit die Beiträge nicht so trocken daher kommen? Keine einfache Aufgabe.

Ich habe mich entschlossen, meinem Blog ein neues Aussehen zu schenken. Dazu brauche ich weder eine Krawatte noch Make-up, sondern etwas Zeit für den digitalen Umbau. Wenn ihr also spontan den Eindruck habt, das Flohnmobil sei auch schon schicker daher gekommen, schaut einfach später wieder rein. Die Architektin könnte nämlich gerade auf der Baustelle sein und ihr Unwesen treiben.