Wandern mit den Kanarienvögeln

Wie angedeutet war ich (einmal mehr) eine gute Woche auf Wanderschaft. Diesmal in weiter Ferne, auf La Gomera.

Die zweitkleinste der kanarischen Insel würde locker auf einer Landeskarte 1:50’000 Platz finden. Wäre sie von unserer Landestopografie vermessen worden, sähe man entsprechend gut, dass sie aus über 50 Schluchten (“Barrancos”) besteht, die sternförmig von der Mitte aus gen Meer ziehen. Nur im Zentrum ist La Gomera grün, weil dort die Passatwolken für Feuchtigkeit sorgen. Sehr anschaulich wird dies anhand dieses Reliefs. Die roten Striche stehen für die wenigen, dafür umso kurvenreicheren Strassen, die immer übers Zentrum führen. Entsprechend sassen wir jeden Tag für eine Stunde oder auch mehr im Bus (pro Weg!), was mitunter etwas mühsam wurde, sich aber nicht vermeiden lässt, will man die Insel erkunden.

IMG_8889

Auf sechs offiziellen und einer inoffiziellen Wanderung führte uns unsere Reiseleiterin durch die schönsten Gegenden der Insel.

Hier ein Querschnitt aus mehreren hundert Fotos:

IMG_8516IMG_8550IMG_8566IMG_8573IMG_8579IMG_8629IMG_8652IMG_8676IMG_8733IMG_8740IMG_8747IMG_8753IMG_8762IMG_8777 - KopieIMG_8811IMG_8803IMG_8804IMG_8858IMG_8878IMG_8892IMG_8952IMG_8960

Letztes Jahr war ich auf La Palma, das grösser und grüner als La Gomera ist. Es wäre falsch, die beiden Inseln gegeneinander in die Waagschale werfen zu wollen. Jede hat ihren besonderen Reiz.

IMG_8560IMG_8576IMG_8657IMG_8660IMG_8664IMG_8845IMG_8898IMG_8965

Bye-bye, La Gomera! Es hat mir gefallen, dich zu erwandern, aber mich wirst du wahrscheinlich nicht mehr sehen. Es gibt auf dieser Welt noch zu viel zu entdecken.

IMG_8975

Nicht mehr fremdbestimmt

Eine Woche hat gereicht, war genau richtig. Ich hätte nicht länger gewollt.

Sie war toll, diese Wanderwoche auf La Palma. Organisiert von Imbach Reisen, wurden wir von unserer kundigen, mit allen erforderlichen Wässerchen gewaschenen Reiseleiterin an verborgene landschaftliche Perlen herangeführt, in die einheimische Küche eingeweiht, über das Entstehen der Kanarischen Inseln, deren Besiedlung, Eroberung, wirtschaftliche Bedeutung aufgeklärt.

Eine geballte Ladung an Informationen kam jeden Tag auf uns zu, sei es während der Fahrt im Bus oder unterwegs auf den Wanderungen. Das kann man beim besten Willen nicht alles behalten!

Auch wenn täglich nur etwa drei bis vier Stunden gewandert wurde, die Tage waren voll, manchmal fast übervoll. Einerseits bedurfte es täglich einer Anfahrt von vierzig Minuten bis zu eineinhalb Stunden. Andererseits wurden wir fast jeden Tag in eine kulinarische Spezialität eingeweiht, sei es in Form eines speziellen Getränks (Barraquito hat absolutes Suchtpotential), eines Versüecherlis des auf den Lavafeldern angebauten Malvasias oder gar eines kompletten Mittagessens.

Ich hätte mir manchmal etwas mehr Zeit zur freien Verfügung gewünscht. Mitunter blieb gerade noch eine Stunde zwischen Rückkehr und Nachtessen.

IMG_4343

Das war für mich das dritte Mal, dass ich mit einer organisierten Wandergruppe unterwegs war. Solche Wanderungen sind absolut nicht zu vergleichen mit den (teils mehrtägigen) Wanderungen, die ich selber für unsere Wandergruppe organsiert habe bzw. an denen ich sonst mitmache. Aber eine Gemeinsamkeit, so heterogen die Zusammensetzung der Imbach-Gruppe auch war, war offenkundig, um nicht zu sagen absolut unüberhörbar: Wir hatten es immer lustig. Ein Käferfest jagte das andere. Und so sehr ich mich auch bemühte, ich konnte keinen Walter ausfindig machen.

IMG-20181103-WA0009

 

Wanderferien auf dem Mond

… stelle ich mir in etwa so vor:

IMG_4458IMG_4469IMG_4491

Vielleicht mit dem kleinen Unterschied, dass hier die Sonne scheint, man nicht in einem Neil-Armstrong-Outfit wandern muss, sich ab und zu ein Baum behaupten kann und Anfangs November ideale Wander-Temperaturen herrschen.

IMG_4495IMG_4502IMG_4504

Die Wanderung entlang der zahlreichen Vulkane der Cumbre ist der Hammer!

IMG_4506IMG_4511IMG_4519

Die Mond-Wanderwoche fand auf La Palma/Kanarische Inseln statt.

IMG_4579

Und Frau Flohnmobil musste sich vor lauter Begeisterung farblich bestens kontrastierend ins schwarze Lava-Gestein legen.

IMG-20181101-WA0015

Wo sind denn all die Männer?

Ich gehe regelmässig wandern mit einer Gruppe, die regelmässig aus mindestens 3/4 Frauen besteht. Ich war auf einer Wanderreise in Madeira. Die Gruppe bestand aus neun Frauen und drei Männern, zwei davon waren mit ihrer Partnerin angereist.

Der Verdacht drängt sich auf, dass Männer gar nicht gerne wandern. Ich weiss aber, dass das nicht stimmt, dass Männer durchaus des Wanderns fähig sind und Freude daran entwickeln können. Ich war 19 Jahre mit so einem Vorzeige-Exemplar verheiratet.

Aber wo sind denn all die Männer? Was machen sie, während wir Frauen anspruchsvolle Wanderungen unternehmen, die grundsätzlich Allen offen stehen?

Mir wurde erzählt, dass nicht nur bei uns, also bei Wandern mit Freunden, kaum Männer dabei sind, sondern auch bei Wanderungen, die die Sektionen des Schweizerischen Alpenclubs ausschreiben. Diesem Club, der ironischerweise bis vor wenigen Jahrzehnten die Frauen von der Vereinstätigkeit ausschloss.

Gehen Männer nur im geschützten Rahmen auf Wanderschaft? Haben sie Angst vor wandernden Frauen?

Wandern Männer vorsichtshalber nur mit Männern? Können sich Männer nur gemischten Gruppen anschliessen, wenn sie selber in einer Partnerschaft leben?

Gehen Männer lieber alleine auf Wanderschaft, statt Gefahr zu laufen, neue Leute kennen zu lernen, die vielleicht sogar nett sein könnten?

Einer einzigen Ausnahme in Sachen Missverhältnis von Frauen- und Männeranteil bin ich begegnet. Da waren anstelle von Wanderschuhen Skischuhe involviert. Und wir Frauen krass in der Minderzahl. Doch wer denkt schon mitten im Sommer ans Skifahren? Ausser mir.

DSC09975

Hey Männer – und auch Frauen – unsere Wandergruppe steht grundsätzlich allen offen. Probiert uns doch mal aus!

Resümierendes Madeira

Tja, Madeira ist Geschichte. Lange drauf gefreut, war die Woche nur allzu schnell vorbei. Eigentlich habe ich alles Wesentliche schon in den vorangegangenen Blog-Beiträgen geschrieben. Drum hier nur noch so etwas wie ein Best-of.

Die schroffen Gebirge:

IMG_0807

Die wahnsinnige Vielfalt an Pflanzen am Wegesrand:

IMG_0798IMG_0832IMG_0933IMG_0981IMG_0999IMG_1269IMG_1285IMG_1358IMG_1366IMG_1367IMG_0894

Die spektakulären Ausblicke:

IMG_0763IMG_0871IMG_1264IMG_1376

Das üppige Pflanzenwachstum in den Gartenanlagen:

IMG_0776IMG_1177IMG_1180IMG_1182IMG_1183IMG_1187IMG_1189IMG_1194IMG_1197IMG_1202

Die feuchten Wanderungen:

IMG_0949IMG_1032IMG_1039

Das Ganze hat einen kleinen Haken. Das Wetter auf Madeira ist etwas launig. Gemäss unserer Leiterin war die Woche punkto Wetter durchschnittlich und eher kühl. So mussten wir am letzten Wandertag auch auf den höchsten Gipfel, den 1’862 m hohen Pico Ruivo, verzichten. Kein Mensch hätte bei so garstigem Wetter wandern wollen! Aber unser Goldschatz hatte noch einen Trumpf im Ärmel und so vermisste niemand den windumtosten, wolkenverhangenen Gipfel.

Ich kann jetzt nicht sagen: “Madeira, ich komme wieder!” Denn dazu gibt es noch zu viele Wander-Destinationen, die mich auch reizen. Aber jeder bergtüchtige Wanderer sollte sich diese gebirgige Insel einmal vornehmen.

Wandern auf dem schwimmenden Blumentopf

Es gibt diverse Bezeichnungen für diese Insel weit draussen im Atlantik. “Blumeninsel” wird sie oft genant, auch “Garteninsel” oder „Insel des ewigen Frühlings“. Am besten gefällt mir “Schwimmender Blumentopf”.

Und fürwahr, Madeira verfügt besonders jetzt im Frühling über eine immense Blütenpracht. Einerseits als Pflanzungen in den Gärten. Was da nicht alles blüht, was bei uns teilweise mit grösster Sorgfalt meist nur eine Saison hält. Ganze Hecken von Hibiskus, Beete von Rittersternen (Amaryllis), regelrechte Geranien-Bäume. Umwerfend! Sehr eindrucksvoll, und leider schon fast vorbei, blühen die violetten Jacaranda (Palisanderbäume).

IMG_0781

IMG_0784IMG_0785

So schön all diese Bepflanzungen sein mögen, viel mehr interessieren mich die wild wachsenden Pflanzen. An diesen kann ich ich kaum satt sehen.

IMG_0796IMG_0799IMG_0805IMG_0815

Dieser Hahnenfuss ist übrigens mindestens doppelt so gross wie bei uns daheim.

IMG_0822IMG_0834

Der Natternkopf gilt als die Blume Madeiras schlechthin.

IMG_0817IMG_0809

IMG_0843IMG_0848IMG_0856

Und wie findet man all diese begeisternd schönen Blumen? Klar doch: auf Wanderungen. Und das sieht dann beispielsweise so aus:

IMG_0801IMG_0802IMG_0823IMG_0825

Frau Flohnmobil, frisch behutet, hat allen Grund zum Strahlen.

IMG_0827IMG_0830IMG_0858IMG_0865IMG_0866IMG_0869

Dieses Madeira ist so traumhaft schön, ich könnte heulen vor Freude.