Kulinarische Sympathien

Es gibt gute Kuchen. Aber keine schlechten. Vielleicht missratene, oder solche die einem nicht schmecken. Daneben gibt es feuchte Kuchen, staubtrockene Kuchen. Längliche oder runde. Solche mit Früchten, Nüssen, Schokolade, Quark. Ohne Mehl, ohne Eier, ohne Zucker (…ohne Geschmack). Es gibt alte Familienrezepte und Neukreationen. Aufwändige Rezepte oder kinderleichte. Die Auswahl an Kuchen ist schier unendlich.

Nebst der ganzen Vielfalt an Rezepten gibt es eine Kategorie an Kuchen, die nur und ausschliesslich im Hause Flohnmobil vorkommt: sympathische Kuchen. Zu dieser Kategorie gehört dieses Werk aus Mürbeteig, einer Füllung aus Eier, Mandeln und Zucker und den in einem Weisswein-Sud vorgekochten Birnen. Als Krönung erhält der Kuchen einen Anstrich aus dem sirupartig eingekochten Birnen-Wein-Sud.

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Es ist jedoch nicht dieser Finish, der diesem Kuchen derartige Sympathien verleiht, sondern die Tatsache, dass man den Kuchen noch lauwarm essen kann. Solche Kuchen mag mein innig geliebter Mitbewohner! Nichts schlimmer, als wenn ich einen Kuchen backe, der zuerst noch ein, zwei oder gar mehr Tage lagern muss. So wie der Kartoffelkuchen, der noch bis zu seiner Verköstigung im Kühlschrank ausharren muss.

Ich wünsche euch ein Wochenende voller sympathischer Begegnungen. Sei es nun mit lieben Mitmenschen (das steht mir bevor, *freu*), einem schönen Ort oder einem genussbereiten Kuchen, der mit Liebe und Freude gebacken wurde.

Rot/weisses Rätselraten

Mögt ihr Radiesli? Ich mag sie sehr. Egal ob rund, länglich, rot, gelb, weiss oder, wie hier in Frankreich fast ausschliesslich erhältlich, rot/weiss. Sie sind so herrlich knackig, manchmal etwas scharf. Immer ein schöner Farbtupfer im Salat. Oder einfach mal so zwischendurch geknabbert.

Wenn ich in der Schweiz einen Bund Radiesli kaufe, erhalte ich für etwa Fr. 1.50 zehn Radieschen. Nie neun oder elf, immer exakt zehn Radiesli. Meist von schmächtiger Statur.

Kaufe ich Radiesli in Österreich, so scheinen sie auch abgezählt zu sein. Jedenfalls mute ich es unseren östlichen Nachbarn zu, auf mehr als zehn zählen zu können. Deren Radiesli sind aber doppelt so gross wie die eidgenössischen.

Erstehe ich in Frankreich einen Bund Radiesli, ist es einfach ein Bund Radiesli. Niemand zählt sie ab, da bin ich mir ganz sicher. Und viel günstiger als bei uns sind sie selbstverständlich auch. Den abgebildeten Bund habe ich im Supermarkt für € 1.30 gekauft.

Und was meint ihr, wie viele Radiesli waren da dran?

Wer richtig rät, kriegt ein Radiesli nach Wahl. 😉

Vergesst sämtliche Empfehlungen von wegen Kraut ins Wasser stellen, damit die Radiesli länger frisch bleiben. Am besten halten sie sich nämlich, wenn man das Kraut abschneidet und die Radiesli in einem Plastiksack im Kühlschrank aufbewahrt. Alte Weisheit einer Womi-Fahrerin mit notorisch zu wenig Platz im Kühlschrank.