Es war einmal ein Ei

Die Idee war bestechend. Man kocht ein Ei, lässt es abkühlen, schält es, quetscht es in eine Form, legt diese zehn Minuten ins kalte Wasser und – schwupps – hat das Ei die Form angenommen. Soweit die Theorie.

Hinter dem durchaus originellen Namen Eggspress verbirgt sich ein zusammenklappbares Plastikförmchen, in das man ein hartgekochtes Ei legt, welches dank oben beschriebenem Prozedere letztlich eine andere Form annimmt. Auf der Verpackung sieht das Ergebnis toll aus. Schön gleichmässig mit artig zentriertem Dotter. Eine Augenweide!

Ich war leicht skeptisch und das erging offenbar der Person, die mir dieses Küchen-Spielzeug zum Geburtstag schenkte, genauso. Sie bedachte mich nämlich mit der Aufforderung, sie doch bitte schonungslos darüber zu informieren, ob das Spielzeug praxistauglich sei.

Problem Nummer eins: Es ist nur für kleine bis mittelgrosse Eier geeignet. Im Laden werden eher nur mittlere bis grosse oder sehr grosse Eier angeboten. Ich suchte mir das kleinste unter meinen helvetischen Durchschnittseiern heraus, kochte es und quetschte es in die Form, die kein Bisschen zu gross schien. Nach zehn Minuten – die Spannung war unerträglich – schälte ich folgendes Gebilde aus der Form:

DSC00864

Problem Nummer zwei offenbarte sich erst nach einem gezielten Schnitt:
Wie bringe ich einem Huhn bei, dass es nur Eier legen soll, die das Dotter exakt in der Mitte haben?

DSC00867

Meine Begeisterung für das rote Förmchen hält sich in Grenzen. Ich werde wohl weiterhin ovale hartgekochte Eier essen.

Meine liebe Freundin, wie du siehst, ist das Gschänkli ein Flop. Was eigentlich nicht weiter verwunderlich ist, denn wie wir beide wissen, lassen sich Herzensangelegenheiten beim besten Willen nicht in ein Schema pressen.