Regen für Anfänger

Dieser Endlos-Sommer mit seinen seit Wochen viel zu hohen Temperaturen wird  – wir wissen es alle und verdrängen es höchst erfolgreich – früher oder später zu Ende sein. Irgendwann wird sich nicht mehr ein Hoch ans nächste reihen und milde Mittelmeerluft heranführen, sondern kühle Luft aus nördlicher Richtung zu uns fliessen.

Und dann? Um das voraussagen zu können, bedarf es keiner Kristallkugel. Es wird ein grosses Gejammer folgen, denn das Wetter hierzulande wird kalt, unfreundlich, neblig und feucht werden. Parallel dazu die Tage kürzer. Der Novemberblues wird einsetzen. Schlagartig werden die meisten Langzeit-Gedächtnisse ausgeblendet haben, wie ewig dieser Sommer 2018 gedauert hat.

Und es wird etwas gänzlich Ungewohntes passieren: Wir werden uns wieder mal mit einem leicht angestaubten Gebrauchsgegenstand auseinandersetzen müssen. Wisst ihr überhaupt noch, wie ein Regenschirm funktioniert?

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Immer wieder ein dankbares Sujet, dieses Kunstwerk in der Innenstadt von Trelleborg/Schweden.

Ausgepfiffen

Kaum der achtplätzigen Luftseilbahn Emmetten – Niederbauen entstiegen, hat Frau Flohnmobil schon eine neue Frisur. Der Föhn pfeift unserem heute sehr übersichtlichen Wandergrüppchen ganz schön um die Ohren.

Der einstündige Aufstieg auf den Niederbauen Kulm verläuft fast ausschliesslich im Gegenwind. Kaum zu glauben, dass es auf dem Gipfel nahezu windstill ist. Was für eine Aussicht!

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Nach ausgiebiger Rast und Umeluege machen wir uns an den Abstieg. Der Niederbauen Chulm ist zwar der Höhepunkt, jedoch erst das Zwischenziel des Tages.

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Etwas nervig im Abstieg sind die demontierten Stacheldrähte. Stets drei neben einander liegen mitten auf dem Weg! Natürlich bringe ich den Älplern Verständnis entgegen, dass sie diese Arbeit nicht erst machen können, wenn der hinterletzte Wanderer vom Berg verschwunden ist.

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Der weitere Weg verläuft mal in der Sonne, mal im Schatten. Es aussichtet gewaltig!

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Blick zurück zum Niederbauen Chulm.

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Der zunehmende Gegenverkehr an Wanderern könnte zwei Gründe haben, a) da ist irgendwo ein Nest oder b) eine Bergbahn.

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Auf der Wanderer-Autobahn kommt man uns mit Kinderwägen, Turnschuhen, Handtäschli, Kind und Kegel entgegen.

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Wir haben es bald geschafft.

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Die Klewenalp kommt in Sicht.

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Plötzlich geht alles rassig. Kaum haben wir die Bergstation der Luftseilbahn erreicht, schweben wir schon zu Tale. In Beckenried stehen wir vor der Wahl: mit Postauto und Bahn nach Luzern oder mit dem Schiff. Ersteres scheint weniger kompliziert. Schlanke Anschlüsse in Stans, Luzern und Zürich, dafür ein Kafi ohne Aussicht, bescheren uns eine rekordverdächtig frühe Heimkehr aus der Innerschweiz.

Danke, Beat, für diese gelungene Herbstwanderung.

Mehr Infos und Fotos gibt es HIER.

Karte

Auf einem der vielen roten Hörner

Es gibt Rothörner, die kann man bequem mit der Bahn erreichen. Das Brienzer Rothorn (2’350 m) beispielsweise. Ebenso das Parpaner Rothorn (2’899 m). Dann gibt es das Zinal Rothorn (4’221 m), das ich vor wenigen Tagen in natura, wenn auch nur aus der Ferne, sah. Und dann gibt es Rothörner, von denen weiss ich nichts. Gestern habe ich so einen roten Hoger bestiegen, von dem ich bis vor kurzem noch nicht mal wusste, dass es ihn gibt.

In Sigriswil ist erst Zwischenstation. Noch wartet eine weitere kurze Postauto-Fahrt, bevor wir den Gipfelsturm aufs Sigriswiler Rothorn (2’051 m) in Angriff nehmen können.

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Der grösste Teil des Anstiegs liegt der Weg im Schatten. Wir sehen den ganzen Sigriswiler Grat, doch wo führt der Weg durch? Welches ist der Gipfel?

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Blick über den unteren Thunersee. Mit Niesen und Stockhorn sehen wir grad zwei Gipfel, auf denen wir innerhalb der letzten 12 Monate waren. Und weiter hinten waren wir dieses Jahr auch mehrmals.

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Das gesamte Mittelland liegt unter einer Nebeldecke.

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Wir kämpfen uns im steilen Gelände bergan.

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Die Landesverteidigung war schon vor uns zur Stelle.

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Wow, solche Wege mag ich!

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Endlich an der Sonne!

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Föhnwalze über dem Berner Oberland. Sie ist uns den ganzen Tag erhalten geblieben.

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Der weitere Wegverlauf ist ganz nach meinem Geschmack.

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Was für ein umwerfend schönes Panorama!

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Die letzten Meter vor dem Gipfel.

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Dies ist der ultimative Beweis, dass man den Gipfel von Sigriswil aus nicht sehen kann, denn wir sehen den Ort vom Gipfel aus auch nicht.

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Der Gipfel-Gueni.

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Frau Flohnmobil übt mal wieder mit PeakFinder.

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Und das ist dabei rausgekommen:

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Uns stehen 1’300 Höhenmeter Abstieg in unterschiedlich anspruchsvollem Gelände bevor.

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Ich hab sie erwischt: Die einzige Wolke am Himmel!!!

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Auf den letzten Metern runter nach Sigriswil.

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Eine prächtige Herbstwanderung! Vielen Dank, Barbara, für die tolle Idee und die Durchführung dieser Wanderung.

Etwas getrübt wird der Genuss auf dem Heimweg. Der Bus von Sigriswil nach Thun bleibt im Stau stecken (was wohl dem Normalfall entspricht), und wir verpassen den anvisierten Zug um mehr als 20 Minuten. Zusätzlich hat der Zug in Zürich einige Minuten Verspätung, sodass ich erneut fast eine halbe Stunde auf meine S-Bahn warten muss.

Mehr Fotos und Informationen zur Wanderung gibt es unter diesem Link.

Karte

Spätzünder

Das habe ich noch nie erlebt! In all den Jahren, und das dürften mittlerweile an die 15 sein, konnte sich mein schöner grosser Kaktus noch nie aufraffen, im Herbst erneut zu blühen.

Da es nun nicht mehr so warm ist und höchstens noch eine Stunde Sonnenlicht die Pflanze erreicht, dauerte es mehrere Wochen, bis sich aus den Knospen die prächtigen Blüten entwickelten. Ich bin gespannt, ob noch alle aufgehen.

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Wie jeweils im Mai sondert die Pflanze eine klebrig-süsse Flüssigkeit ab, die auf den Boden tropft. Das Tröpfchen ist unterhalb des Blütenstempels auszumachen. Anders als im Frühling sind jetzt keine Ameisen mehr zur Stelle, um sich daran gütlich zu tun.

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Frau Flohnmobil ist entzückt!

Mehr Wasser und weniger Wanderer

Dies ist die Fortsetzung unserer Wanderung auf dem Chemin des Bisses vom 1. bis 4. Oktober.

Hier der morgendliche Blick aus dem alten Pfarrhaus, wo wir übernachtet haben:

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Es ist so kalt am Morgen, dass ich doch tatsächlich für eine knappe halbe Stunde meine dünnen Handschuhe anziehe.

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Spätestens nach dem Besuch in der Bäckerei von Nax wird es uns Allen warm ums Herz.

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Ab Nax verläuft der Weg wieder grösstenteils im Schatten. Von einer Bisse ist weit und breit nichts zu sehen.

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An Aussicht fehlt es nicht.

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Ein Versuch mit Peak Finder.

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Der Blick zurück aus dem tief eingeschnittenen Val de Réchy.

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Nach einem steilen Aufstieg, grösstenteils in der Diretissima, erreichen wir

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die Alpage de La Lé.

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Hier, zuhinterst im Tal, wird die Bisse de Vercorin gefasst.

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Endlich mal eine Bisse, die Wasser führt!

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Mal gurgelnd als nahezu natürliches Bächlein,

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auf kurzen Strecken eingedolt geführt,

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mit Schiebern, um das Wasser abzuleiten,

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als schnell fliessendes Gewässer in Metall-Kanälen.

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Die Bisse de Vercorin hat viele Gesichter und ist sehr unterhaltsam zu begehen.

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Am Ende erwartet uns das Glöckchen, dessen Geläut dem früheren Bisse-Wächter anzeigte, dass alles in Ordnung war.

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Vercorin kommt in Sicht. Noch wissen wir nicht, was uns im Hotel alles bevorsteht. Dieses Erlebnis ist mir einen eigenen Blog-Beitrag wert (hier nachzulesen).

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Auch das touristische Vercorin hat einen gut erhaltenen, alten Ortskern.

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Wir schätzen es, dass unser Weg am Morgen schon in der Sonne liegt.

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Bald wird sich herausstellen, dass die Bisse des Sarrasins seit ein paar Tagen (genauer seit 1830…) nicht mehr in Betrieb ist. Der Weg entlang der alten Bisse wurde vor wenigen Jahren wieder instand gestellt.

Was folgt, ist Wandergenuss der Sonderklasse!

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Hier oben ist etwas vom ganz alten Weg erhalten. Keine Panik, der heutige Weg führt unten durch.

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Insgesamt 17 Infotafeln vermitteln dem Wanderer Eindrücke der früheren Zeit.

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Und uf einisch wird’s besonders kurzweilig!

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Mit viel Gelächter robben wir unter dem Fels durch.

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Der Blick ins hintere Val d’Anniviers mit dem Zinal Rothorn. Was sind wir doch für Glückspilze, bei solchem Wetter in solch toller Umgebung wandern zu können!

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Der Unterhalt des Weges ist ein ewiges Werk. Die Treppe scheint ziemlich neu.

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Weit unterhalb von Pinsec befindet sich die alte Wasserfassung und damit der Anfang der seinerzeitigen Bisse.

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Nach einem schweisstreibenden Aufstieg gibt es Mittagspause und Tenue-Erleichterung.

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Unser Ziel ist noch immer zwei Stunden entfernt. Der Weg bleibt einigermassen abwechslungsreich.

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Entlang der Grand Bisse de St. Jean erreichen wir Grimentz.

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Von diesem Dorf hatte ich schon viel gehört, entsprechend hoch waren meine Erwartungen. Ich sollte nicht enttäuscht werden. Grimentz verfügt über einen gut erhaltenen, schmucken Ortskern.

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Es gibt noch viel Arbeit. Val d’Anniviers, je reviendrai!

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Fazit dieser viertägigen Tour: Ich habe mich an der Routenführung von Schweiz Mobil orientiert. Da die dort vorgeschlagenen Tagesetappen etwas unausgeglichen sind (zwischen drei und acht Stunden!), habe ich mich bemüht, Etappen von etwa gleicher Länge zu planen. Wir haben rund zwei Drittel (64 km, 3’273 m Aufstieg, 3’015 m Abstieg) der Original-Route gewandert. Ich ging davon aus, dass man mehr entlang der alten Wasserwege wandert. Insgesamt ist es aber eine sehr lohnende Weitwanderung, auch wenn wir den Anfang aus organisatorischen Gründen ausgelassen hatten. Die letzte Etappe ist absolut sensationell!

Ich danke meinen drei Mitwanderern für die Kameradschaft und stets gute Stimmung, auch wenn es mal nicht so rund lief.

Hier noch der Link zur aufgezeichneten Route von Etappe drei und Etappe vier.

Der Anfang der Route mit der ersten und zweiten Etappe ist HIER beschrieben.

Ich habe noch ein paar sehr aufschlussreiche Informationen zur Bisse des Sarrasins gefunden. Malheuresement seulement en français.

Mein uBu-Tag

Eigentlich wollte ich gar nichts über meine heutige Velotour schreiben.

Ich wollte weder schreiben, dass es ziemlich viele Velofahrer unterwegs hatte, noch, dass es ziemlich wenige waren, die mit reiner Muskelkraft vorwärts kamen.

Ebenso wenig wollte ich hier verlauten lassen, dass ich mich masslos darüber geärgert hatte, wie viel Unrat an den Strassenrändern und in den angrenzenden Wiesen herumliegt.

Es sollte hier auch nicht breitgeschlagen werden, dass es offenbar der Tag der Testosteron geschwängerten Boliden mit Harry-Hasler-Fahrern am Steuer war.

Und wen interessiert schon, dass ich Pilze vom Velo aus sah?

Nein, eigentlich wollte ich nur schreiben, dass ich mit mir und meiner kleinen Welt nach der heutigen Velotour um de Bachtel ume ganz zufrieden bin. Und dir DANKE sagen, dass du im Flohnmobil mitliest.

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Diese Pilze waren es zwar nicht. Aber das merkt ja hier keiner.

Auf Umwegen in den Nebel

Es hätte eine wunderbare Wanderung auf den Höhen des Berner Juras werden sollen. So jedenfalls hatte ich mir das vorgestellt, als ich im Frühling die Tour vorschlug. Nun, die Tour musste Woche für Woche genauso schönen Wanderungen Platz machen, bis sie schliesslich – mitten im Sommer – definitiv fehl am Platze gewesen wäre. Für mich ist der Jura ein Klassiker, wenn es im Osten regnet und vom Westen her schon wieder schönes Wetter nachrückt. Soviel zur Theorie.

Die Praxis begann gestern damit, dass die SBB-Strecke bei Aarau wegen eines Personenunfalls unterbrochen war. Viele ratlose Gesichter, wenig Lautsprecher-Durchsagen. Reorganisation war das Zauberwort der Stunde. Wir stiegen in den Zug nach Basel, von dort fuhren wir weiter nach Moutier. Mit einer Stunde Verspätung konnten wir die – reorganisierte – Wanderung antreten.

Kurz durch ein Wohnquartier am Rande Moutiers (das noch nie eine Augenweide war), schon verschwinden wir im von Felsen durchsetzten Wald.

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In angenehmer Steigung geht es bergan. Der Mont Raimeux ist auch mit Fahrstrassen erschlossen, wie man unschwer erkennen kann. Typisch für die Gegend: die gelbliche Färbung des Kalkstein-Schotters.

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Tankstelle am Weg.

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Die gwundrige Frau Flohnmobil muss es mal wieder genau wissen.

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Aha, so sieht das aus.

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Der Nebel kommt näher.

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Und schon bald verschluckt er uns.

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Bei der SAC-Hütte Cabane de Raimeux knabbern wir an unserem Picknick. Dann wollen wir drinnen einen Kaffee trinken. “Complet”, tönt es von verschiedener Seite, als wir die Hütte betreten. Da ist wohl so etwas wie eine geschlossene Gesellschaft im Gang. Der Wirt winkt uns durch die Küche. Wir denken zuerst, er wolle uns in ein Chambre séparée führen, doch er geht mit uns durch die Hintertüre und weist uns einen Tisch bei einem Unterstand zu. Non, merci.

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Weil wir nicht damit rechnen, hier oben dem Nebel zu entkommen, kürzen wir die Wanderung ab und verlassen das (ansonsten garantiert aussichtsreiche!!!) Plateau.

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Einen gewissen Lichtblick bieten diese Wiesen-Champignons. Es hätte genügend für einen Znacht gehabt.

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Auf dem feuchten Weg ist im Abstieg etwas Vorsicht angebracht.

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Wow, so viele Pilze! Dummerweise Schönfuss-Röhrlinge. Giftig!

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Unter dem Nebel wird es wieder etwas gemütlicher.

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In Moutier schliesst sich der Kreis. Es sind trotz allem noch 17 Wanderkilometer und 700 Höhenmeter zusammengekommen.

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Auf der Suche nach einem netten Beizli führt uns eine Zusatzschlaufe nochmals etliche hundert Meter ins Städtchen. Das einigermassen nette Café finden wir dann auch, aber – passend zum Tag – ist die Auslage in der Konditorei leer.

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Damit dieser etwas vermurxte Tag einen würdigen Abschluss findet, hat der Zug in Solothurn eine Viertelstunde Verspätung. So muss ich mir wenigstens keine Gedanken machen, ob ich meinen Anschlusszug in Zürich mit dem kurzen Übergang noch erwische.

Trotz aller –verkraftbaren – Widrigkeiten, es war einmal mehr eine Wanderung mit Freunden. Und die machen immer Spass. Danke an Alle!

Mehr Infos und Bilder zur Wanderung gibt es HIER.

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Zeit für den Herbst

An einem der letzten offiziellen Sommertage dieses Jahres erblickte ich diese Wiese, in der es vor Herbstzeitlosen regelrecht wimmelte.

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Nun kann man zu diesem Blüemli eine durchaus zwiespältige Beziehung haben.  Einerseits stimmt sein Anblick wehmütig, weil es unweigerlich das Ende des Sommers einläutet. Andererseits sind Herbstzeitlosen stark giftig. Für Mensch und Tier.

Mir jedoch hat in der damaligen Hochstimmung schlicht und einfach der Anblick gefallen. Denn wie heisst es doch so treffend:

Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters.

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Und schliesslich esse ich längst nicht alles, was ich schön finde.

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Tschalperei durch die Kastanien

Ich komme gleich ohne Umschweife zur Sache, denn die gestrige Wanderung tat es mit uns auch. Kaum dem Postauto in Brissago entstiegen, ging es obsi. Über x Treppenstufen arbeiteten wir uns das Tessiner Dorf hoch.

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Die Aussicht auf Aussicht steigerte sich mit jeder einzelnen Treppenstufe.

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Nach dem Treppen- und Gassen-Wirrwarr Brissagos folgten die nicht immer schaurig aufdringlich angeschriebenen Wanderwege durch die Kastanienwälder.

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Es raschelte und knisterte unter unseren Füssen.

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Mitunter lag so viel Laub, dass wir uns den Weg zwischen den Wurzeln, Treppenstufen und Steinen regelrecht mit den Füssen ertasten mussten.

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Bei den Rustici von Piano fand sich ein geeignetes Plätzchen für den Mittagshalt. Dies war mit knapp 900 m gleichzeitig der höchste Punkt der Wanderung.

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Hier gibt’s noch Ausbau-Potential.

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Selbst hier oben ist man offenbar nicht vor Dieben sicher. Man beachte die Veloschlösser, mit denen die Solarpaneele gesichert sind.

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Es war so schön, mir fehlen grad die Worte.

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Wir durchtschalpten sie zuhauf, die für diesen Blogbeitrag namensgebenden – ähm – Kastanien.

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Auf dem Felsgupf Balladrum (483 m)

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Unser Ziel Ascona kommt immer näher.

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Gezählt hat sie niemand, aber das sind die letzten von wahrscheinlich über 1’000 Treppenstufen, die wir am heutigen Tag bewältigt haben.

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Dort unten wartet irgendwo ein Tisch an der Sonne für unsere Einkehr.

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Zu meinem Schreck ist in den Gassen Asconas nicht nur die Weihnachtsbeleuchtung schon aufgehängt, in gewissen Läden treibt sie mit blinkenden Sternen auch schon ihr Unwesen. Hilfe!!!

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Die Schatten auf der berühmten Promenade von Ascona werden schon länger. Aber zumindest für die erste Hälfte unserer Einkehr geniessen wir noch einige Sonnenstrahlen.

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War das wieder eine schöne Wanderung! Mit allen Fotohalts und der Mittagspause sind wir fünf Stunden unterwegs gewesen. Vielen Dank an Beat für die Organisation und allen Mitwanderern für die nette Begleitung.

Auf dass Beat die guten Ideen noch lange nicht ausgehen!

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Meine Souvenirs sind meist kulinarischer Art. Diesen kleinen Panettone konnte ich nicht widerstehen. Heute Sonntag wird es dem linken an den Kragen gehen. Dem mit Kastanien. Aus Marroni. Also Marron glacé. Sorry, Barbara…

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