Spätzünder

Das habe ich noch nie erlebt! In all den Jahren, und das dürften mittlerweile an die 15 sein, konnte sich mein schöner grosser Kaktus noch nie aufraffen, im Herbst erneut zu blühen.

Da es nun nicht mehr so warm ist und höchstens noch eine Stunde Sonnenlicht die Pflanze erreicht, dauerte es mehrere Wochen, bis sich aus den Knospen die prächtigen Blüten entwickelten. Ich bin gespannt, ob noch alle aufgehen.

IMG_4094

Wie jeweils im Mai sondert die Pflanze eine klebrig-süsse Flüssigkeit ab, die auf den Boden tropft. Das Tröpfchen ist unterhalb des Blütenstempels auszumachen. Anders als im Frühling sind jetzt keine Ameisen mehr zur Stelle, um sich daran gütlich zu tun.

IMG_4098

Frau Flohnmobil ist entzückt!

Mehr Wasser und weniger Wanderer

Dies ist die Fortsetzung unserer Wanderung auf dem Chemin des Bisses vom 1. bis 4. Oktober.

Hier der morgendliche Blick aus dem alten Pfarrhaus, wo wir übernachtet haben:

IMG_3862

Es ist so kalt am Morgen, dass ich doch tatsächlich für eine knappe halbe Stunde meine dünnen Handschuhe anziehe.

IMG_3869

Spätestens nach dem Besuch in der Bäckerei von Nax wird es uns Allen warm ums Herz.

IMG_3871IMG_3872

Ab Nax verläuft der Weg wieder grösstenteils im Schatten. Von einer Bisse ist weit und breit nichts zu sehen.

IMG_3878IMG_3879

An Aussicht fehlt es nicht.

IMG_3881

Ein Versuch mit Peak Finder.

1538899099911

Der Blick zurück aus dem tief eingeschnittenen Val de Réchy.

IMG_3886

Nach einem steilen Aufstieg, grösstenteils in der Diretissima, erreichen wir

IMG_3891

die Alpage de La Lé.

IMG_3898

Hier, zuhinterst im Tal, wird die Bisse de Vercorin gefasst.

IMG_3895IMG_3894

Endlich mal eine Bisse, die Wasser führt!

IMG_3900

Mal gurgelnd als nahezu natürliches Bächlein,

IMG_3907

auf kurzen Strecken eingedolt geführt,

IMG_3904

mit Schiebern, um das Wasser abzuleiten,

IMG_3905

als schnell fliessendes Gewässer in Metall-Kanälen.

IMG_3908

Die Bisse de Vercorin hat viele Gesichter und ist sehr unterhaltsam zu begehen.

IMG_3910IMG_3912

Am Ende erwartet uns das Glöckchen, dessen Geläut dem früheren Bisse-Wächter anzeigte, dass alles in Ordnung war.

IMG_3917IMG_3922

Vercorin kommt in Sicht. Noch wissen wir nicht, was uns im Hotel alles bevorsteht. Dieses Erlebnis ist mir einen eigenen Blog-Beitrag wert (hier nachzulesen).

IMG_3927

Auch das touristische Vercorin hat einen gut erhaltenen, alten Ortskern.

IMG_3929IMG_3933IMG_3931

Wir schätzen es, dass unser Weg am Morgen schon in der Sonne liegt.

IMG_3938IMG_3934IMG_3939

Bald wird sich herausstellen, dass die Bisse des Sarrasins seit ein paar Tagen (genauer seit 1830…) nicht mehr in Betrieb ist. Der Weg entlang der alten Bisse wurde vor wenigen Jahren wieder instand gestellt.

Was folgt, ist Wandergenuss der Sonderklasse!

IMG_3949IMG_3963IMG_3967

Hier oben ist etwas vom ganz alten Weg erhalten. Keine Panik, der heutige Weg führt unten durch.

IMG_3971

Insgesamt 17 Infotafeln vermitteln dem Wanderer Eindrücke der früheren Zeit.

IMG_3973

Und uf einisch wird’s besonders kurzweilig!

IMG_3977IMG_3975IMG_3978

Mit viel Gelächter robben wir unter dem Fels durch.

IMG-20181004-WA0003

Der Blick ins hintere Val d’Anniviers mit dem Zinal Rothorn. Was sind wir doch für Glückspilze, bei solchem Wetter in solch toller Umgebung wandern zu können!

IMG_3989

Der Unterhalt des Weges ist ein ewiges Werk. Die Treppe scheint ziemlich neu.

IMG-20181005-WA0008

Weit unterhalb von Pinsec befindet sich die alte Wasserfassung und damit der Anfang der seinerzeitigen Bisse.

IMG_3991

Nach einem schweisstreibenden Aufstieg gibt es Mittagspause und Tenue-Erleichterung.

IMG_3990

Unser Ziel ist noch immer zwei Stunden entfernt. Der Weg bleibt einigermassen abwechslungsreich.

IMG_3992IMG_3993IMG_3996IMG_3997IMG_4000

Entlang der Grand Bisse de St. Jean erreichen wir Grimentz.

IMG_4004

Von diesem Dorf hatte ich schon viel gehört, entsprechend hoch waren meine Erwartungen. Ich sollte nicht enttäuscht werden. Grimentz verfügt über einen gut erhaltenen, schmucken Ortskern.

IMG_4006IMG_4008IMG_4009IMG_4010

Es gibt noch viel Arbeit. Val d’Anniviers, je reviendrai!

IMG_4012

Fazit dieser viertägigen Tour: Ich habe mich an der Routenführung von Schweiz Mobil orientiert. Da die dort vorgeschlagenen Tagesetappen etwas unausgeglichen sind (zwischen drei und acht Stunden!), habe ich mich bemüht, Etappen von etwa gleicher Länge zu planen. Wir haben rund zwei Drittel (64 km, 3’273 m Aufstieg, 3’015 m Abstieg) der Original-Route gewandert. Ich ging davon aus, dass man mehr entlang der alten Wasserwege wandert. Insgesamt ist es aber eine sehr lohnende Weitwanderung, auch wenn wir den Anfang aus organisatorischen Gründen ausgelassen hatten. Die letzte Etappe ist absolut sensationell!

Ich danke meinen drei Mitwanderern für die Kameradschaft und stets gute Stimmung, auch wenn es mal nicht so rund lief.

Hier noch der Link zur aufgezeichneten Route von Etappe drei und Etappe vier.

Der Anfang der Route mit der ersten und zweiten Etappe ist HIER beschrieben.

Ich habe noch ein paar sehr aufschlussreiche Informationen zur Bisse des Sarrasins gefunden. Malheuresement seulement en français.

Mein uBu-Tag

Eigentlich wollte ich gar nichts über meine heutige Velotour schreiben.

Ich wollte weder schreiben, dass es ziemlich viele Velofahrer unterwegs hatte, noch, dass es ziemlich wenige waren, die mit reiner Muskelkraft vorwärts kamen.

Ebenso wenig wollte ich hier verlauten lassen, dass ich mich masslos darüber geärgert hatte, wie viel Unrat an den Strassenrändern und in den angrenzenden Wiesen herumliegt.

Es sollte hier auch nicht breitgeschlagen werden, dass es offenbar der Tag der Testosteron geschwängerten Boliden mit Harry-Hasler-Fahrern am Steuer war.

Und wen interessiert schon, dass ich Pilze vom Velo aus sah?

Nein, eigentlich wollte ich nur schreiben, dass ich mit mir und meiner kleinen Welt nach der heutigen Velotour um de Bachtel ume ganz zufrieden bin. Und dir DANKE sagen, dass du im Flohnmobil mitliest.

IMG_3374

Diese Pilze waren es zwar nicht. Aber das merkt ja hier keiner.

Auf Umwegen in den Nebel

Es hätte eine wunderbare Wanderung auf den Höhen des Berner Juras werden sollen. So jedenfalls hatte ich mir das vorgestellt, als ich im Frühling die Tour vorschlug. Nun, die Tour musste Woche für Woche genauso schönen Wanderungen Platz machen, bis sie schliesslich – mitten im Sommer – definitiv fehl am Platze gewesen wäre. Für mich ist der Jura ein Klassiker, wenn es im Osten regnet und vom Westen her schon wieder schönes Wetter nachrückt. Soviel zur Theorie.

Die Praxis begann gestern damit, dass die SBB-Strecke bei Aarau wegen eines Personenunfalls unterbrochen war. Viele ratlose Gesichter, wenig Lautsprecher-Durchsagen. Reorganisation war das Zauberwort der Stunde. Wir stiegen in den Zug nach Basel, von dort fuhren wir weiter nach Moutier. Mit einer Stunde Verspätung konnten wir die – reorganisierte – Wanderung antreten.

Kurz durch ein Wohnquartier am Rande Moutiers (das noch nie eine Augenweide war), schon verschwinden wir im von Felsen durchsetzten Wald.

IMG_3244P1060366IMG_3246

In angenehmer Steigung geht es bergan. Der Mont Raimeux ist auch mit Fahrstrassen erschlossen, wie man unschwer erkennen kann. Typisch für die Gegend: die gelbliche Färbung des Kalkstein-Schotters.

IMG_3247

IMG_3250IMG_3251

Tankstelle am Weg.

IMG_3255

Die gwundrige Frau Flohnmobil muss es mal wieder genau wissen.

P1060391

Aha, so sieht das aus.

IMG_3257

Der Nebel kommt näher.

IMG_3256

Und schon bald verschluckt er uns.

IMG_3258

Bei der SAC-Hütte Cabane de Raimeux knabbern wir an unserem Picknick. Dann wollen wir drinnen einen Kaffee trinken. “Complet”, tönt es von verschiedener Seite, als wir die Hütte betreten. Da ist wohl so etwas wie eine geschlossene Gesellschaft im Gang. Der Wirt winkt uns durch die Küche. Wir denken zuerst, er wolle uns in ein Chambre séparée führen, doch er geht mit uns durch die Hintertüre und weist uns einen Tisch bei einem Unterstand zu. Non, merci.

IMG_3262IMG_3260

Weil wir nicht damit rechnen, hier oben dem Nebel zu entkommen, kürzen wir die Wanderung ab und verlassen das (ansonsten garantiert aussichtsreiche!!!) Plateau.

IMG_3264

Einen gewissen Lichtblick bieten diese Wiesen-Champignons. Es hätte genügend für einen Znacht gehabt.

IMG_3263IMG_3265

Auf dem feuchten Weg ist im Abstieg etwas Vorsicht angebracht.

IMG_3267IMG_3268

Wow, so viele Pilze! Dummerweise Schönfuss-Röhrlinge. Giftig!

P1060424IMG_3272

Unter dem Nebel wird es wieder etwas gemütlicher.

IMG_3273IMG_3275

In Moutier schliesst sich der Kreis. Es sind trotz allem noch 17 Wanderkilometer und 700 Höhenmeter zusammengekommen.

IMG_3278

Auf der Suche nach einem netten Beizli führt uns eine Zusatzschlaufe nochmals etliche hundert Meter ins Städtchen. Das einigermassen nette Café finden wir dann auch, aber – passend zum Tag – ist die Auslage in der Konditorei leer.

P1060465

Damit dieser etwas vermurxte Tag einen würdigen Abschluss findet, hat der Zug in Solothurn eine Viertelstunde Verspätung. So muss ich mir wenigstens keine Gedanken machen, ob ich meinen Anschlusszug in Zürich mit dem kurzen Übergang noch erwische.

Trotz aller –verkraftbaren – Widrigkeiten, es war einmal mehr eine Wanderung mit Freunden. Und die machen immer Spass. Danke an Alle!

Mehr Infos und Bilder zur Wanderung gibt es HIER.

Karte

Zeit für den Herbst

An einem der letzten offiziellen Sommertage dieses Jahres erblickte ich diese Wiese, in der es vor Herbstzeitlosen regelrecht wimmelte.

IMG_3205

Nun kann man zu diesem Blüemli eine durchaus zwiespältige Beziehung haben.  Einerseits stimmt sein Anblick wehmütig, weil es unweigerlich das Ende des Sommers einläutet. Andererseits sind Herbstzeitlosen stark giftig. Für Mensch und Tier.

Mir jedoch hat in der damaligen Hochstimmung schlicht und einfach der Anblick gefallen. Denn wie heisst es doch so treffend:

Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters.

IMG_3208

Und schliesslich esse ich längst nicht alles, was ich schön finde.

IMG_3213

 

Tschalperei durch die Kastanien

Ich komme gleich ohne Umschweife zur Sache, denn die gestrige Wanderung tat es mit uns auch. Kaum dem Postauto in Brissago entstiegen, ging es obsi. Über x Treppenstufen arbeiteten wir uns das Tessiner Dorf hoch.

DSC08583

Die Aussicht auf Aussicht steigerte sich mit jeder einzelnen Treppenstufe.

DSC08585

DSC08591

Nach dem Treppen- und Gassen-Wirrwarr Brissagos folgten die nicht immer schaurig aufdringlich angeschriebenen Wanderwege durch die Kastanienwälder.

DSC08587

DSC08589

DSC08592

DSC08594

DSC08596

Es raschelte und knisterte unter unseren Füssen.

DSC08599

Mitunter lag so viel Laub, dass wir uns den Weg zwischen den Wurzeln, Treppenstufen und Steinen regelrecht mit den Füssen ertasten mussten.

DSC07592

Bei den Rustici von Piano fand sich ein geeignetes Plätzchen für den Mittagshalt. Dies war mit knapp 900 m gleichzeitig der höchste Punkt der Wanderung.

DSC08601

Hier gibt’s noch Ausbau-Potential.

DSC08604

Selbst hier oben ist man offenbar nicht vor Dieben sicher. Man beachte die Veloschlösser, mit denen die Solarpaneele gesichert sind.

DSC08605

Es war so schön, mir fehlen grad die Worte.

DSC08606

DSC08609

Wir durchtschalpten sie zuhauf, die für diesen Blogbeitrag namensgebenden – ähm – Kastanien.

DSC08612

Auf dem Felsgupf Balladrum (483 m)

DSC08615

DSC07633

Unser Ziel Ascona kommt immer näher.

DSC08619

Gezählt hat sie niemand, aber das sind die letzten von wahrscheinlich über 1’000 Treppenstufen, die wir am heutigen Tag bewältigt haben.

DSC08622

Dort unten wartet irgendwo ein Tisch an der Sonne für unsere Einkehr.

DSC08623

Zu meinem Schreck ist in den Gassen Asconas nicht nur die Weihnachtsbeleuchtung schon aufgehängt, in gewissen Läden treibt sie mit blinkenden Sternen auch schon ihr Unwesen. Hilfe!!!

DSC08624

Die Schatten auf der berühmten Promenade von Ascona werden schon länger. Aber zumindest für die erste Hälfte unserer Einkehr geniessen wir noch einige Sonnenstrahlen.

DSC08625

War das wieder eine schöne Wanderung! Mit allen Fotohalts und der Mittagspause sind wir fünf Stunden unterwegs gewesen. Vielen Dank an Beat für die Organisation und allen Mitwanderern für die nette Begleitung.

Auf dass Beat die guten Ideen noch lange nicht ausgehen!

Karte

Meine Souvenirs sind meist kulinarischer Art. Diesen kleinen Panettone konnte ich nicht widerstehen. Heute Sonntag wird es dem linken an den Kragen gehen. Dem mit Kastanien. Aus Marroni. Also Marron glacé. Sorry, Barbara…

DSC08627

Ab durchs Loch

Dauerrrrrrrregen im Norden, Sonne im Süden. Nichts wie ab durchs längste Eisenbahntunnel der Welt (für mich die Premiere notabene). Der Einstieg gestaltete sich allerdings etwas harzig, forderte uns doch der Zugsbegleiter während der Fahrt auf, den Waggon zu wechseln. Grund dafür war, dass die Lautsprecherdurchsagen nicht funktionierten und sich deshalb aus Sicherheitsgründen im 57 km langen Tunnel niemand aufhalten durfte. Murrend und schnödend stiegen wir in Arth Goldau in die vordere Zugskomposition um. Und machten uns gänzlich ungeniert in der 1. Klasse breit. Dass wir während der ganzen nachfolgenden Fahrt bis Lugano nicht einen Pieps aus den Lautsprechern hörten, ist eine andere Geschichte.

DSC08519

Die Wanderung startete in Arzo, wir überquerten nach wenigen Metern den Zoll, mussten uns mehrere Male vor den flott fahrenden Italos an den Strassenrand retten und folgten dem vorauseilenden Beat, der eine möglichst verkehrsarmte Route durch Saltrio und Viggiù herausgesucht hatte.

DSC08521

Am Ortsrand kamen wir an prächtigen und prächtig verlotterten Anwesen vorbei.

DSC08522

DSC08524

Und endlich der erlösende Wegweiser, der uns auf den Wanderweg lotste.

DSC08525

Die wahre Wanderung konnte beginnen!

DSC08528DSC08529DSC08531

Irgendwo dort hinten muss wohl Milano sein.

DSC08533

Grundsätzlich ist die Strasse auf den Monte Orsa befahrbar, weil dort oben zwei riesige Sendetürme stehen. Aber unser Weg führte uns glücklicherweise nicht die ganze Zeit über Asphalt.

DSC08534

DSC08536

Boah, Panorama!!!! 360-Grad-Rundsicht vom 998 m hohen Monte Orsa

DSC08537

DSC08541 - Kopie

DSC08543 - Kopie

Das Tor zur Vergangenheit. Die Schützengräben und Kavernen aus dem 1. Weltkrieg.

DSC08544

DSC08545 - Kopie

Wir laufen – mehr oder auch weniger beeindruckt – durch die alten Stellungen, vorbei am Labyrinth aus Gräben, Beobachtungsposten und Schiessscharten.

DSC08546 - Kopie

DSC08548 - Kopie

DSC08550 - Kopie

DSC08554 - Kopie

DSC08555 - Kopie

Wieder zurück daheim. Altvertraute Wegweiser.

DSC08556 - Kopie

DSC08557 - Kopie

DSC08558 - Kopie

Allgemeines Schmetterlings-Fotografieren.

DSC08559 - Kopie

DSC08562 - Kopie

Und selbst ein Blümchen fand sich noch im trockenen Herbstwald. Eine winzige Zyklame.

DSC08565 - Kopie

“Prähistorische” Felszeichnungen im alten Steinbruch oberhalb Arzo.

DSC08567 - Kopie

Witzige Wandmalereien in Besazio mit täuschend echter Dreidimensionalität.

DSC08570DSC08571DSC08572

Zurück am Bahnhof von Mendrisio blieb keine Zeit zur Einkehr. Aber so kurz vor dem Wintereinbruch mussten die Glacés am Kiosk offenbar weg. Wir haben tatkräftige Unterstützung geboten, die alten Bestände abzubauen.

DSC08575

Einmal mehr eine ganz tolle Wanderung. Und noch immer ohne Handschuhe und Mütze. Beat hat für uns das bestmögliche aus diesem Tag herausgeholt. Vielen Dank für die nimmermüde Wanderleitung und die tolle Begleitung. Ich fand es eine sehr sypmathische Wanderung. Nicht zuletzt, weil meine Schuhe total sauber geblieben sind.

Mehr Informationen und Bilder gibt es HIER.

Karte

Lücke geschlossen

Zusammen mit meinem Mann hatte ich schon etliche Etappen des Jura Höhenwegs gewandert. Der Abschnitt zwischen dem Col de la Tourne und der Vue des Alpes fehlte mir noch in der Sammlung. Diese Lücke wurde gestern geschlossen.

Geschlossen war auch das Restaurant am Ausgangspunkt unserer Wanderung am Col de la Tourne. Das beeinträchtigte uns nicht im Geringsten, hatten wir doch in Neuchâtel genügend Zeit für einen Startkafi gehabt.

DSC08460

Er hätte wahrscheinlich lieber einen Fisch als einen Kafi gehabt.

DSC08462

Am Schatten war der Boden teilweise gefroren. Und wer es nicht glaubt, dem sei hier dieses Bild mit dem ersten Eis des kommenden Winters verabreicht.

DSC08465

Die Höhenwanderung führte über grossflächige Weiden,

DSC08466

vorbei an einer weiteren geschlossenen Beiz.

DSC08468

DSC08469

Typisch für den Jura sind solche Mauern aus Natursteinen.

DSC08474

Beim Laufen war es bei meist leichtem Wind gerade so warm genug ohne eine Jacke. Still stehen lag nicht drin. So wurde es den ganzen Tag ein immerwährendes An- und Abziehen einer oder mehrerer Schichten.

DSC08476

Mit scharfen Augen liess sich das Panorama in diverse Gipfel unterteilen. Woher der blaue Strich am Horizont kommt, bleibt sein Geheimnis.

DSC08475

DSC08478

Nein, dieses Haus ist nicht 1373 Jahre alt. In den Ziegeln ist die Höhe über Meeresspiegel (Altitude) verewigt.

DSC08479

Hinter den leicht schepsen Lärchen ist der Gipfel des Chasserals auszumachen.

DSC08481

Auf solchen Wegen macht das Wandern Freude.

DSC08482

Was würden wohl die Muotataler Wetterfrösche in die zahlreichen Maushaufen der Gegend interpretieren?

DSC08485

Auf der Vue des Alpes war es mit der Beschaulichkeit vorerst vorbei. Aber was nimmt man nicht alles in Kauf für eine Tasse Kaffee, ein Bier oder ein Glas Cola.

DSC08486

Prächtige Ahornbäume mit viel Moos standen am Wegesrand und wollten gebührend bewundert werden.

DSC08489

Am Bahnhof von Les Hauts-Geneveys endete unsere Wanderung nach 4 1/2 Stunden.

DSC08491

Trotz anderslautender Befürchtungen: Auch heute war das Matterhorn zu sehen.

DSC08492

Keiner unserer elfköpfigen Truppe kam mit total sauberen Hosen über die Runde. Wie praktisch, dass am Bahnhof von Neuchâtel mit einer gross angelegten Verteilaktion gleich Gegensteuer gegeben wurde. Ein Wink mit dem Zaunpfahl oder doch ein ökologischer Blödsinn? Die meisten von uns jedenfalls sagten, sie hätten keine Verwendung für den Weichspüler, der zusammen mit einem Beutel Flüssigwaschmittel abgegeben wurde.

DSC08496

Und schon wieder eine tolle, den aktuellen Wetterverhältnissen angepasste Wanderung in fröhlicher Begleitung.

Vielen Dank euch Allen und insbesondere an den allseits geschätzten Beat als Organisator.

Mehr Infos und bessere Fotos zur Wanderung gibt es HIER.

image

Auf schwindelerregenden Pfaden

Im Wallis heissen sie “Suonen”, der deutsche Begriff lautet gänzlich nüchtern “Wasserleiten” und auf französisch sind sie “Bisses”. Egal wie man sie nennt, die heute noch bestehenden Bisses sind Garant für tolle, teils sogar spektakuläre Wanderungen. Erstellt wurden die Wahrzeichen der Walliser Landschaft ab dem 13. Jahrhundert, um das Wasser aus den Seitentälern ins niederschlagsarme Haupttal zu leiten.

Schon lange wollte ich mal so eine Suonen-Wanderung machen. Leider liegt das Wallis nicht gerade vor meiner Haustüre, so dass es bis anhin nie dazu gekommen ist. Das hat sich gestern geändert. Ausgangspunkt für meine Premiere war St. Léonard. Sollte man es nicht schon während der Anfahrt bemerkt haben, so weist einem spätestens dieses Schild darauf hin, dass wir mitten im Walliser Weinbaugebiet sind.

DSC08320

Durch dieses Weinbaugebiet führt auch der Anfang der Wanderung.

DSC08324

DSC08325

Die Trauben sind zwar grösstenteils schon gelesen, doch die Winzer haben für mich noch ein Trauben-Blüemli stehen gelassen.

DSC08330

Und endlich die erste Suone. Leider trockengelegt, da die Rebstöcke an den Flanken des Tales Mitte Oktober offenbar nicht mehr bewässert werden.

DSC08334

DSC08335

Die Spannung steigt! Bald sollte der spektakulärste, ausgesetzte Teil der Bisse de Sillonin folgen. Der Automobilist tut gut daran, das Fahrverbotsschild zu beachten.

DSC08337

DSC08338

Spätestens hier wird klar: Das ist ein reiner Fussweg.

DSC08341

Ich flippe aus! So wunderbar ausgesetzt. Ich will jetzt ja nicht überheblich sein, aber für mich als ehemalige Klettergeiss sind solche Strecken der reinste Spaziergang.

DSC08342

Das Filetstück der Strecke, die übrigens durchgehend mit soliden Seilen oder Geländern versehen ist.

DSC08346

Wir sind alle kurzärmlig unterwegs, die ganz Mutigen zeigen sogar Bein. Nach einer längeren Strecke am Schatten sind wir aber alle froh, wieder die Sonne zu sehen.

DSC08349

Am Wald, so scheint es mir, wird grad nur noch so viel gemacht, dass der Weg begehbar bleibt. Viel dürres Holz liegt ungenutzt herum. Vor wenigen Jahrzehnten noch hätte man das gesammelt und damit den Ofen beheizt.

DSC08351

Und dann, am oberen Teil der Grand Bisse de Lens, doch noch die eine oder andere Pfütze. Aber auch hier fliesst kein Wasser mehr.

DSC08352

Am Lac Louché in Lens gibt es Mittagshalt vor verschwenderischem Panorama, bevor wir uns “Chez Valérie et Karin” ein Dessert genehmigen.

DSC08358DSC08360

Lens ist der Wendepunkt unserer Wanderung. Nun geht es wieder runter ins Tal. Wir folgen der Grand Bisse de Lens.

DSC08364

DSC08365

Und wieder beginnt mein Herz vor Freude zu hüpfen.

DSC08369

DSC08370

DSC08372

Viel zu schnell sind die spektakulären Abschnitte hinter uns. Von mir aus könnte es noch lange so weitergehen.

DSC08379

Nach einem steilen Abstieg durch den knochentrockenen Wald sind wir wieder zurück in den Weinbergen.

DSC08382

DSC08383

Seit jeher haben mich die geometrischen Strukturen, die die Rebstöcke einer Landschaft verleihen, fasziniert.

DSC08386

DSC08384

Die alten Rebstöcke wetteifern um die  skurrilste Form.

DSC08385

Und schon bald sind wir wieder an unserem Ausgangspunkt.

DSC08387

Rund viereinhalb Stunden sind wir gewandert. Haben geschwitzt, gekeucht, gelacht, uns gefreut an den prächtigen Herbstfarben, dem bombastischen Panorama.

Vielen Dank an Barbara für die gute Idee und Durchführung der Wanderung und ein herzliches Dankeschön an alle Mitwanderer für die tolle Kameradschaft.

Mehr Informationen und eine weitere Auswahl der mehreren hundert Fotos, die unterwegs geschossen wurden, gibt es hier.

Wer mehr über Suonen wissen will, dem sei diese Website wärmstens empfohlen. Hier gibt es nicht nur Informationen über die Geschichte der Wasserkännel, sondern auch zahlreiche Wandervorschläge. Ich sage nur: Da wartet noch viel Arbeit.

content_sillonin_lens-2