Am Ende des Winters

IMG

IMG

Quelle: “Die Alpen” 04.2018

Mit dem vielen Schnee, der noch in den Bergen liegt, bin ich mir zwar noch nicht so ganz sicher, ob die Zeit schon reif ist, die Lawinenhunde einzumotten. Aber ein frühlingshaft warmes, sonniges Wochenende steht uns mal sicher bevor. Geniesst es!

Der Scheiss-Kalender

Als Bloggerin sitzt man ja gewissermassen in einem Glashaus. Gut, man kann selber entscheiden, ob man die Vorhänge ziehen will oder gleich die Jalousien schliessen. Aber selbst dann gibt man immer mal wieder etwas von sich Preis. Leute, die hier also schon lange mitlesen, müssten mich demzufolge fast besser kennen als meine eigene Mutter…

Als Bloggerin gibt man auch eine Mail-Adresse an, für den Fall, dass jemand ausserhalb der Kommentar-Funktion mit einem in Kontakt treten möchte. Das ist kürzlich auch wieder mal passiert. Und was ich da las, hielt ich zuerst für einen verfrühten 1.-April-Scherz.

Da sprach mich jemand auf ein Bild an, das ich hier im Flohnmobil mal veröffentlicht hatte, weil ich mich über Hundehalter ärgerte, die im Winter bei Schnee die Scheisshaufen ihrer Lieblinge einfach mit einer lockeren Bewegung aus dem Fussgelenk zum vorläufigen Verschwinden bringen. Der Inhalt des Mails:

Ich heiße ….. und bin aus dem kleinen Harzdörfchen ……

Im hiesigen Ort bin ich als Ortschaftsrat tätig und habe auch dem Hundekot den Kampf angesagt.

Leider steht unser Ort finanziell nicht sehr gut da, weshalb es schwer ist, überhaut Hundetoiletten zu installieren. Hierzu starte ich eine Aktion und erstelle einen Hunde“Scheiße“Kalender…a´la Hundescheiße in der Sonne, im Grünen, auf dem Spielplatz usw. her, um mit dem Verkauf Geld für eine oder mehrere Hundetoiletten zu erhaschen. Leider fehlt mir aber ein Bild mit Schnee…und da hab ich Ihrs gefunden und wollte fragen ob sie es mir zur Verfügung stellen würden…gern in der originalen Auflösung!

Kann hier jemand nachvollziehen, dass ich mir zuerst veräppelt vorkam? Der anschliessende Mailverkehr schaffte Klärung. Jedoch hatte ich das besagte Bild (der Blogbeitrag ist schon mehrere Jahre alt) längst gelöscht. Jeden Scheiss behalte ich schliesslich nicht. Ich konnte dem Menschen, nennen wir ihn K, anbieten, bei einer meiner nächsten Unternehmungen mit Schneekontakt nach einem adretten Hundehaufen Ausschau zu halten. Dieses Angebot nahm K dankend an.

Und so ergab es sich, dass nicht nur ich, sondern der ganze Rest der Wandertruppe auf dieser Wanderung unsere Augen nach braunen Hinterlassenschaften offen hielten. Und ich kann euch sagen, es hat sich gelohnt! Das Bild erspare ich euch (vielleicht wollt ihr ja den Hunde-Scheisse-Kalender dereinst von Herrn K käuflich erwerben). Dafür habe ich eine leicht abverreckte Schokolade-Kreation aus dem Hause Migros, die grosse Ähnlichkeit mit dem Fotografierten hat.

DSC08448

Natürlich habe ich mich gefragt, wie Herr K ausgerechnet auf mich und meinen Blog kam. Die Antwort ist relativ simpel. Googelt mal nach einem Bild “Hundescheisse und Schnee”…

Wenn es aus dem Rucksack bellt

 

… muss wohl ein Hund drin sein.

 

DSC08314

Tierliebe kann wirklich groteske Formen annehmen. Diese Hundebesitzer waren mit drei Hunden am Niesen unterwegs, zwei davon je in einem Rucksack.

In so einem Behältnis könnte man natürlich auch ein panoramageiles Büsi mitnehmen. Oder den weitgewanderten Wellensittich, die unternehmungsfreudige Schildkröte, weltoffene Meerschweinchen. Einzig mit dem Goldfisch sehe ich gewisse Probleme.

Beschildert geschildert (74)

Er ist viel unterwegs, dieser Werner. Immer mit dabei sein Hund Timi. Und er fotografiert fleissig Schilder für mich, dieser Werner.

Dieses Schild muss ihm besonders gefallen haben, diesem Werner.

Freilaufend

Und wer es nicht glaubt, der gucke hier.

Denn er ist nicht nur viel unterwegs, dieser Werner, sondern weiss daheim auch mit seinem Compi umzugehen.

Dieser Werner…

Dekadenz auf leisen Pfoten

Bei Aldi gibt es ab heute Adventskalender für Hunde und Katzen.

“zum Verwöhnen und Belohnen Ihres Lieblings, mit 6 verschiedenen Snacks befüllt”

image

Momentan kann ich grad nicht beurteilen, ob es an meiner Einstellung gegenüber Essen im besonderen oder an Weihnachten generell liegt. Aber total dekadent finde ich so etwas ohnehin.

Die etwas komplizierte Fütterung der Raubtiere

DSC03824

Da standen wir und schauten. Schauten und staunten. Und waren alles andere als frei von jeglichem Zweifel. Und weil diesem zweifelhaften Schauen und Staunen einiges vorausging, beginne ich von vorne. Mit einer letzten Episode von unserem neusten Housesitting Abenteuer in Frankreich.

Zentraler Punkt im Tagesablauf war die Fütterung der drei Hunde. Da diese, wie früher mal erwähnt, nicht zusammen gehalten werden durften, waren das zwei Fütterungen. Immerhin mit dem gleichen Futter für alle drei Hunde. Zuerst erhielten in der Regel Olly und Lekoff ihren Napf, dann die Chasperli-Diva. Lolly und Chasperli musste ein Medikament, versteckt in etwas Fleischpaste, verabreicht werden. Das war relativ problemlos, ausser dass Chasperli einmal kotzte, weil er nur das Medikament frass, nicht aber seine Mahlzeit.

Eines Tages liess Lekoff, der robusteste der drei Hunde, sein Futter zur Hälfte stehen. Kann ja mal vorkommen, dachten wir uns, schliesslich verfügte er über genügend Reserven. Am Abend jedoch frass er praktisch nichts. Wir mussten das übrig gebliebene Futter evakuieren, sonst hätte Olly alles weggeputzt, was ihrer schlanken Taille etwas abträglich gewesen wäre.

Als Lekoff am nächsten Tag sein Futter nicht anrührte, begannen wir uns Sorgen zu machen. An seinen Zähnen konnte es nicht liegen, steinharte Hundebisquits zerlegte er ohne mit der Wimper zu zucken. Auch sonst wirkte er gesund. Wir versuchten, ihm das Futter mit etwas beigemischten Sardinen zu machen. Ein Trick, den wir schon bei der Diva gelegentlich anwenden mussten. Lekoff zeigte hellste Begeisterung für die Sardinen und spuckte das andere Futter, dies wiederum zur Begeisterung von Olly, in der Küche rum. Da wir nun sicher waren, dass es nicht an Lekoffs Appetit lag, sahen wir uns zumindest nicht im Wartezimmer eines Tierarzts.

Anderntags gingen wir ohnehin zum Einkaufen und nun komme ich wieder an den Anfang der Geschichte zurück. Das Angebot an Hundefutter im Supermarkt raubte uns beinahe den Verstand! Wir standen vor einem Regal, mindestens zehn Meter lang, das von oben bis unten vollgestopft war mit Trockenfutter für Hunde. Für kleine Hunde. Für grosse Hunde. Für alte Hunde, für Welpen, für übergewichtige Hunde. Für Schäferhunde, Chihuahuas, Möpse, Boxer, Huskies. In den Varianten Huhn, Hase, Rind, Schildkröte, Springbock. Auf der anderen Seite des Regals fand das gleiche Programm in der Version “Büchsenfutter” statt.

Wir hatten keine Ahnung, welches Futter Lekoff wohl genehm sein würde, und entschieden uns für ein Trockenfutter von Purina. Es bestand aus kleinen, eher weichen Häppchen aus Fleisch (Farbe braun) und dreierlei Gemüse-Häppchen in rot, grün und hellbraun, letztere in der Form eines Kleeblatts. Wir hätten bestimmt auch ein getüpfeltes Futter gefunden. Oder etwas in modischen Streifen. In Klötzchen- oder Würstchen-Form. Schliesslich kauft ja der Mensch, der Hund frisst nur. Und dem dürfte es ziemlich egal sein, welche Farbe und Form sein Futter hat.

Lekoff jedenfalls fand, das neue Futter schmecke ganz ordentlich. Unser Trick, das neue Futter zur Hälfte mit dem verschmähten zu mischen, funktionierte nicht. Und leider funktionierte auch der Trick nicht, das restliche des alten Futters an Chasperli und Olly zu verfüttern, denn diese waren mittlerweile auch auf den Geschmack des farblich adretten Purina-Futters gekommen. Glücklicherweise waren die Housesitters da längst wieder auf dem Heimweg.

Housesittende Spassbremsen

Diese Housesitter, ich kann euch sagen, die gehen einem Hund wie mir ganz schön auf die Nerven. Die mögen mir nicht mal das kleinste Vergnügen gönnen. Da habe ich ein so schönes Loch unter dem Zaun gegraben und nun schaut euch an, was die zwei Spassbremsen daraus gemacht haben:

DSC00337

Doch ich hab mich nicht unterkriegen lassen. Ich nicht! Da haben die Zwei vielleicht komisch aus der Wäsche geguckt, als ich eines Tages ausserhalb des Zauns von meinem Morgenrundgang Einlass begehrte!

DSC00373

Dann ist denen nichts Gescheiteres eingefallen als einen dicken, fetten Stein aufzufahren.

DSC00368

Und so sah die Misere nach dem Eingriff aus:

DSC00375

Wenn ihr nun meint, das sei es gewesen, muss ich euch enttäuschen. So leicht lässt sich ein stattlicher Hund wie ich nicht unterkriegen. Der dicke, fette Stein ist zwar schrecklich im Weg. Aber ich grabe nebenan weiter. Irgendwann werde ich es wieder schaffen. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Und irgendwie muss ich mich ja beschäftigen als Vorsteher der Villa Hundebrunz.

DSC00405

Es gibt noch mehr andere Hunde in Frankreich

Als meine Mutter erfuhr, dass wir wieder zum Housesitting nach Frankreich fahren, fand sie das ganz toll. Aber nur so lange, bis sie erfuhr, dass wir diesmal nicht einen Hund hüten. Auch nicht zwei. Nein, ganze drei Hunde sind unter unserer temporären Obhut.

Darf ich vorstellen, Chasperli:

DSC00261

Olly:

DSC00270

und Lekoff:

DSC00287

Okay, so heissen sie eigentlich nicht, aber wir nennen sie so. Sie sind etwas schwieriger zu halten, als wir uns das vorgestellt hatten. Die beiden Rüden Chasperli und Lekoff vertragen sich nämlich nicht und sind räumlich zu trennen. Das hatten wir zwar gewusst, wussten aber nicht, wie umständlich das in der Realität werden würde. Olly ist die Schwester von Lekoff und immer mit ihm zusammen. Aber unter was für Umständen! Ausser wenn wir sie raus in den umzäunten Garten lassen oder mit ihnen spazieren gehen, sind sie in einem Zimmer eingesperrt (auf Anweisung der Besitzer!). Sind sie mal draussen, sind sie relativ ungestüm (wen wundert’s!) und auch nicht ganz zimperlich mit ihren Krallen. Festes Schuhwerk ist in Anwesenheit von Olly und Lekoff wärmstens empfohlen.

Der Dritte im Bunde, Chasperli, ist der Schwierigste der drei. Und mit neun Jahren der Älteste. Er wohnt zusammen mit uns im Ferienhaus. Er ist sackverwöhnt und verhätschelt, gehorcht keinen Dreck. Mit uns muss sich der Zögling etwas umstellen. Ich finde nämlich, dass Hunde grundsätzlich nichts in einem Bett verloren haben. Und in meinem schon gar nicht!