Der Umweg über die Abkürzung

Wer erinnert sich noch, wie die Kassenzettel früher ausgesehen haben? Nackte Zahlen in Reih und Glied, darunter das Total. Bestenfalls noch ein Datum, vielleicht die Adresse des Ladens. Das war’s. Man hatte keine Ahnung, wofür man sein Geld hinblätterte.

Heute ist das anders. Dank neusten Technologien ist der Kassenzettel längst zum Werbeträger mutiert, dient gleichzeitig als Garantieschein, veranschaulicht einem, wie viel Kohle man durch Aktionen gespart hat und lässt sich ohnehin mit sämtlichen gewünschten Angaben seitens des Anbieters bedrucken. Es gibt allerdings Ausnahmen…

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RAM A’SCH NT 50CL – irgend eine Ahnung, was das sein könnte?

oder FLOR VZ BU BE 200G

EDELWYSS WEICHK 160G lässt sich noch einigermassen nachvollziehen.

Aber was bitte ist WALD. FELS SU P 180G

Mit der GEMÜ/SALA/FRÜ WAAGE übrigens habe ich weder Gemüse noch Salat, sondern Aprikosen gekauft.

Wer mag miträtseln, was ich da für Produkte gekauft habe?

Papierlos einkaufen

Wenn ich bei Coop einkaufe – und das kommt bei einem Migros-Kind wie mir ausgesprochen selten vor – werde ich an der Kasse neuerdings gefragt, ob ich die Quittung wolle. Soll ich nun Gewissensbisse haben, weil ich diese Frage stets bejahe? Soll ich der Umwelt zuliebe auf diesen Streifen Papier verzichten?

Coop verschickt in praktisch jeden Schweizer Haushalt jede Woche eine Zeitschrift, die mittlerweile mehr Beilagen in Form von Prospekten enthält, als die Zeitung selber dick ist. Schon lange rege ich mich über diese Papierflut auf. Letzte Woche kam mit dem Versand ein idiotisches Büchlein mit Rabatt-Gutscheinen. Pampers fünf Franken billiger. Zwei Kilo Spaghetti einen Franken billiger. Ein Rasenroboter 50 Franken billiger. Ein Sechserkarton Wein neun Franken billiger. Spülmittel, Kindersocken, Kosmetika, Charcuterie – alles ein Hauch billiger und in einer nicht nachvollziehbaren Logik angeordnet, damit man möglichst das ganze Büchlein von vorne bis hinten durchblättert.

Dieses Gutschein-Büchlein hat mir den Gong gegeben! Ich habe mich per Mail an den Abo-Service der Coop-Zeitung gewandt und in netten Worten erklärt, dass ich zukünftig auf dieses Druckerzeugnis verzichten werde.

Mit dem eingesparten Papier nur einer einzigen Ausgabe kann ich mir bis an mein Lebensende Quittungen aushändigen lassen.

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