Maria lässt es krachen

Kirchliche Feiertage verfehlen heutzutage meist ihre eigentliche Bestimmung. Vielmehr mutieren die zusätzlichen Feiertage zu allerlei Aktivitäten. Sei es zum Einkaufen in Regionen, wo kein Feiertag ist. Sei es zum Verreisen oder Sport treiben.

Den heutigen Feiertag – Maria Empfängnis – gibt es nur in katholischen Gegenden. Bis vor wenigen Jahren kannte ich ihn nicht mal, sah vielleicht einen Eintrag im Kalender, der mich ohnehin nicht betraf.

Ich konnte mich aber davon überzeugen, dass Maria die Katholiken es heute ganz schön haben krachen lassen. So ein zusätzlicher Freitag mitten in der vorweihnachtlichen Hektik kommt manchem wie gerufen.

Wer von euch hat heute frei? Und was habt ihr mit den 24 Stunden Auszeit angefangen?

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Let’s party!

Halloween – das Fest hat sich ja gottseidank nicht so etabliert bei uns, wie es die Anbieter von Fledermauskostümen und Kürbisfratzen gerne gehabt hätten.

Ganz anders in Amerika, dort wird heute gefeiert was das Zeug hergibt. Jedenfalls dort, wo Sandy nicht ihr Unwesen trieb.

Als wir in den Tagen vor dem ominösen Fest durch den Osten der USA kurvten, waren an allen Ecken und Enden Hinweise für Halloween-Parties angebracht. Nicht, dass wir uns davon angesprochen gefühlt hätten. Aber man konnte das Fest schlicht nicht ignorieren.

Ein Schmunzeln löste deshalb auch eine Tafel aus, die von einer der in Amerika zahlreich vorhandenen Kirchen (denen man die „Kirche“ nach unserem Verständnis allerdings selten ansieht) prangte und mit folgenden Worten geschmückt war:

Ohne Zweifel, hier handelt es sich um einen Fake.
Dieses Gotteshaus steht selbstverständlich nicht in Amerika, sondern in Italien.

Internet in Gottes Schoss

Ich habe es wieder hingekriegt! Ich habe meine Datenmenge überzogen und dadurch mein mobiles Internet an die Wand gefahren. Nichts geht mehr.

In meiner Not und meinem akuten Bedürfnis, zu erfahren, was sich in meiner kleinen Internet-Welt zugetragen hat, nahm ich das Notebook unter den Arm und wandte mich ans Tourist-Info von Montepulciano. Dort beschied man mir, es habe eine WiFi-Zone bei einem Restaurant und eine weitere vor der Kirche. Vor der Kirche? Huch! Entschlossen schritt ich auf das Gotteshaus, das von parkierten Autos flankiert war, zu und setzte mich auf die Treppe. Eine andere Sitzgelegenheit war nicht auszumachen und im Inneren der Kirche computern – also bitte!!! Etwas doof, nein, etwas sehr doof kam ich mir dabei ja schon vor. Aber sobald der Computer hochgefahren war, nahm ich die Welt um mich herum nicht mehr wahr. Unbequem wie es war und mit meinem schitteren Monitor bei Tageslicht gelangte ich allerdings nicht ganz in den Internet-Himmel.

Und noch immer hadere ich mit meinem Internet-Anbieter, der mir einfach das Konto gekappt hat und mich zwingt, etwas zu tun, das ich zutiefst verachte: Mein Notebook unter den Arm zu klemmen und in der freien Wildbahn ein Netz zu suchen.

Es wundert mich, welcher Teufel die Stadtväter von Montepulciano geritten hat, als sie den Standort für den drahtlosen Internet-Zugang festlegten. Ich werde es wohl nie erfahren. Aber immerhin hoffe ich, dass sich mir früher oder später das Rätsel meines eigenen mobilen Internet-Anschlusses entschlüsseln wird. Ich hätte nämlich noch viel zu berichten. Aus der Toskana. Und überhaupt.

 

Für alle Klugscheisser: Es geschah nicht vor dieser Kirche, hier hätte es ja weiss Gott genügend Sitzplätze gehabt.