Wie viele T-Shirts braucht der Mensch?

Ich konnte nicht widerstehen. Sie gefielen mir, auch wenn sie für das gegenwärtige Wetter absolut untauglich waren. Aber sie waren nicht nur schön, sondern auch noch günstig. SALE!

Drei neue T-Shirts, vor dem ersten Tragen gewaschen, gebügelt und im Schrank versenkt, sorgten dort für Aufregung. Weil… mein Schrank oder zumindest das Tablar mit den T-Shirts, war am Anschlag. Getreu dem Spruch, den ich so oft von meinem Mann zu hören gekriegt hatte: “Wenn du etwas Neues kaufst, muss etwas raus”, begann ich notgedrungen, einen Teil meines Schranks auszumisten.

Ich trennte mich gleich von sechs T-Shirts (Merke: Rein mathematisch dürfte ich nun nochmals drei Neue kaufen!). Und geriet schon etwas ins Grübeln. Wie viele T-Shirts braucht der Mensch? Ich zählte mal ganz kurz durch. Neunundzwanzig. Neunundzwanzig T-Shirts, die ärmellosen und die Funktions-Shirts fürs Wandern und Sport treiben noch gar nicht mitgerechnet.

Total irre! Aber immerhin, ich trage meine Wäsche über Jahre. Unter den ausrangierten T-Shirts befanden sich Exemplare, die weit über 10 Jahre alt waren. Einfach, damit auch das mal schöngeredet ist.

Wie viele T-Shirts lagern in euren Schränken?

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Meine persönliche Farb-Präferenz ist wohl unverkennbar.

Hilfe – ich schrumpfe!

Ich habe mir ein Pyjama gekauft. Grösse S. Ohne Anprobe im Laden. Zuhause die Erkenntnis: Oben schlottert die Hose; unten stehe ich auf ihre Beine.

Ja was denn nun? Bin ich etwa eingegangen! Früher trug ich Grösse M oder 38. Seither bin ich weder kleiner geworden noch dünner. Und trotzdem muss ich zur kleineren Konfektionsgrösse greifen, wahrscheinlich bald in der Kinderabteilung einkaufen. Und das alles, weil die Menschheit immer fetter wird und ihr so vorgegaukelt wird, so schlimm könne es ja nicht sein, wenn die Kleidergrösse seit Jahren die gleiche bleibe. Haha!

Ich bin noch immer 1,68 m gross. Und mein Gewicht halte ich seit Jahren. Nicht aufgrund familiärer Veranlagung und guter Gene, sondern dank Disziplin.

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Gesammelte Werke fürs Knopfloch

Das Sammelsurium kann sich mittlerweile sehen lassen, auch wenn ich dafür keinerlei Verwendung habe.

Praktisch jedes Mal, wenn ich eine neue Jeans kaufe, eine Jacke mit Druckknöpfen oder eine Bluse, hängt irgendwo noch so ein Reserve-Knopf dran. Und was macht Frau Flohnmobil damit? Sie schneidet die Dinger – zusammen mit den zwanzig Etiketten, die gleichermassen vom Kleidungsstück baumeln – ab und bewahrt sie auf. Versenkt sie richtiggehend, denn die Nähschatulle gehört nicht gerade zu den Lieblingsobjekten von Frau Flohnmobils Haushalt. Dort fristen die Knöpfe ihr Dasein zwischen uralten Fadenspülchen, rostigen Nähnadeln und wahnwitzigen Resten an Elast, die niemals mehr Jemand brauchen wird.

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Als ob ich schon jemals einen Knopf an einer Jeans verloren hätte! Und wenn, wüsste ich garantiert nicht mehr, dass es in der Nähschatulle noch Reserve gibt.

PS: Falls jemand Gefallen an dem einen oder anderen Knopf findet, bitte melden…

Auf-räumen

Es gibt Sachen, die meinem Mann gehört haben, von denen konnte ich mich ziemlich schnell trennen. Mit anderen tue ich mich noch schwer, auch wenn sie mir nichts mehr nützen und höchstens schmerzhafte Erinnerungen auslösen.

Etwas vom Ersten, das im Abfall landete, war seine Zahnbürste. Da kam keinerlei Sentimentalität auf. Für den Rasierschaum hatte ich einen dankbaren Abnehmer, dem – Zufall oder was auch immer – just in dem Moment der Rasierschaum ausging, als ich überlegte, wem ich die diversen Büchsli abtreten könnte. Das Allererste aber, das verschwand, waren all die Medikamente, die mein Mann in den letzten Wochen und Monaten einnehmen musste. Und das waren nicht wenige. Ich konnte sie nicht mehr sehen! Schon am Tag nach seinem Tod ramüsierte ich alle Medis zusammen und in einem Anflug von Pragmatismus durchkämmte ich gleich noch den restlichen Medikamenten-Schrank. Einen ganzen Migros-Sack voller Tabletten, Tropfen und Salben deponierte ich in der Apotheke.

An seinen Kleidern und Schuhen rührte ich mehrere Wochen nicht. Das wäre mir zu nahe gegangen. Aber auch hier drückte die nüchtern denkende Pragmatikerin wieder durch. Und so schrieb ich diverse seiner Ausrüstungs-Gegenstände zum Verkauf aus. Wanderschuhe und Rennrad zu verkaufen hätte ja im November wenig Sinn gemacht!

Mittlerweile haben 90 Prozent der Kleider und Schuhe einen neuen Besitzer gefunden oder sind im Kleidersack gelandet. Noch kann ich mich nicht dazu überwinden, den frei gewordenen Platz im Schrank für mich zu beanspruchen. Das erschiene mir zu invasiv. Und schliesslich habe ich in den vergangenen 19 Jahren auch genügend Platz in meiner Schrankhälfte gehabt.

Es sind sachte Veränderungen, die in meinen vier Wänden vonstatten gehen. Mein Mann ist überall präsent, auch wenn einige seiner Sportpokale, die er vor meiner Zeit gewonnen hat, im Altmetall gelandet sind.

Wenig bis gar nichts ist im Werkraum gegangen. Das war das Reich meines Mannes. Früher oder später werde ich wohl finden, dass ich auch mit weniger als zwanzig verschiedenen Schraubenziehern auskomme. Oder vier Hämmern. Einer reicht vollends, um mir damit auf den Daumen zu hauen. Überhaupt gibt es Werkzeug, da habe ich keinen blassen Dunst, wozu es gut sein könnte.

Und dann sind da noch so gewisse Ecken und Ablagen in der Wohnung, die mein Mann für sich beansprucht hatte. Dort sieht es fast noch aus wie früher. Den Lottozettel, der seither nie mehr eingezahlt wurde, staube ich vierzehntäglich ab und denke jedes Mal: Was mache ich nur mit dir? Die zahlreichen Hüetli – mein Mann ging fast nie ohne Tschäppel aus dem Haus – sind noch immer auf der Garderobe aufgetürmt. Ich nehme sie nicht bewusst wahr. Aber bewusst wegschmeissen mag ich sie auch nicht. Noch nicht. Denn für jedes Ding braucht es den richtigen Zeitpunkt.

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Das Leben schwer gemacht

Ein flüchtiger Blick reichte, und die Misere war entdeckt. Du meine Güte, was war denn da in die Waschmaschine geraten! “Von mir kann es nicht sein”, beeilte sich mein innig geliebter Mitbewohner zu sagen, “von mir waren keine Hosen in der Wäsche, also auch keine Taschentücher.” Die Schuld schien bei mir zu sein. Fluchend und ahnungslos begannen wir, die feuchte Wäsche aufzuhängen. Da war nicht bloss ein Fitzelchen Papier. Was da an unseren Kleidern hing, war gröberes Geschütz. Aber was?

Die ganze Wäsche war versaut. Gründlich versaut. Im ersten Effekt wollte ich gleich nochmals alles in die Waschmaschine schmeissen. Aber da war bereits die geschlechtertypische Sorgen- und Aufgabenteilung im Gang. Während ich mir nämlich Gedanken machte, wie ich die ganzen Papierfasern jemals wieder aus der Wäsche bringen sollte, machte sich der Mitbewohner Sorge um die Waschmaschine. Verstopfter Filter und so. Dort drin, das sollte sich bald herausstellen, war aber nichts. Lediglich in der Wäschetrommel klebten noch einige Papierfasern. Um Abhilfe zu schaffen, liessen wir die Maschine im Kurzprogramm einmal durchlaufen.

Das Problem Waschmaschine schien damit behoben zu sein, nicht so das Problem Wäsche. Die Papierfasern liessen sich nicht einfach so ausschütteln. Weder von den feuchten noch trockenen Kleidern. Und glaubt mir, jedes aufgelöste Papiertaschentuch wäre mir in dem Moment als Bagatelle vorgekommen! Ich schöpfte mein gesamtes Repertoire an Reinigungs-Möglichkeiten aus. Kleiderbürste? Wirkungslos. Kleiderroller? Zu wenig effizient. Ich endete beim Staubsauger mit Bürstenaufsatz.

Und so saugte ich die gesamte Wäsche, bestehend aus 10 T-Shirts, einer Trainingshose, diverser Sportwäsche und etwa 6 Paar Socken ab. Nicht nur hinten und vorne, sondern auch auf der Innenseite, denn auch dort hatten sich die Papierfasern regelrecht festgekrallt. Während ich also staubsaugend und mit meinem Schicksal hadernd am Bügelbrett stand, hatte ich ausreichend Zeit, um im Geiste schon mal diesen Blogbeitrag zu verfassen. Zwei Stunden, um genau zu sein.

Zu guter Letzt landete die ganze Wäsche nochmals in der Maschine, denn irgendwie fühlte sie sich noch nicht so richtig sauber an. Wirklich edle Stücke waren zum Glück nicht darunter. Mit Ausnahme meiner schwarzen Trainings-Hose aus Polywasweissich-Fasern, die offenbar besonders empfänglich für Fremdstoffe ist, sieht man unserer Garderobe nach dem arbeitsbeschaffenden Prozedere nichts mehr an.

Was lernen wir daraus?

Denke nie, du sparst Zeit, wenn du mitsamt der Wäsche Material zum Entsorgen in die Waschküche trägst.

Versuche dich nicht in Multi-Tasking, wenn es dich überfordert.

Halte dir vor Augen, dass es mit eigenen Hühnern nie so weit gekommen wäre.

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Wie die Kleider fliegen lernten

Meine Mutter legt wert darauf, dass ich “endlich mal” die folgende Episode verblogge. Und weil ich schon früh gelernt habe, dass man der Mutter nicht widerspricht, füge ich mich.

Es war nicht immer so, dass ich ein ordentlicher Mensch bin. Genau genommen brauche ich bis heute irgendwo in der Wohnung eine “Puff-Ecke”. Oder mehrere. Nicht immer und nicht sofort einsehbar, aber vorhanden.

Früher muss das, will  man den Ausführungen meiner Mutter Glauben schenken, schlimmer gewesen sein. Dazu muss man wissen, dass meine Mutter zu der Gattung Mensch, Untergattung Hausfrau, gehört,  die bis heute morgens nie aus dem Haus geht, ohne den Haushalt gemacht zu haben. “Man weiss ja nie…” Sie geht auch nicht ins Bett, solange noch etwas Geschirr im Spültrog liegt. Ganz zu schweigen von allfälligen Ferien – da habe ich mich früher immer gewundert, was es denn bringt, wenn zu Hause alles pico-bello aufgeräumt ist, während man selber drei Flugstunden entfernt ist. Sieht ja keiner.

Unter den erwähnten Gesichtspunkten kann vermutlich auch ein Aussenstehender nachvollziehen, wie sehr es meine Mutter genervt hat, wenn mein Zimmer nicht aufgeräumt war. Der Schandfleck der ganzen Wohnung! Als Teenager fand ich damals, das sei meine Sache. Es war mir auch egal, wenn der Staubsauger und ähnliche Putzutensilien von meinem Zimmer fern blieben. Ganz schlimm wurde es erst, als meine Mutter in einem Anflug von Hoffnungslosigkeit jeweils mein Zimmer aufräumte. Dann fand ich nämlich nichts mehr.

Es war das übliche Mutter-Tochter-Duell, das zwischen uns stattfand. Ich hielt es nicht für nötig aufzuräumen, trotz regelmässiger, vermutlich nahezu täglich wiederkehrender Ermahnungen.

Eines Abends kam ich von der Schule nach Hause und in meinem Zimmer war … Ordnung. Dort, wo noch am Morgen ein Haufen Kleider gelegen hatte, war plötzlich wieder ein Sessel zum Vorschein gekommen. Triumphierend blickte ich um mich! Meine Mutter, die in meinen Augen ohnehin mehr Zeit dazu hatte als ich, hatte mein Zimmer aufgeräumt. Die Kleider offensichtlich entweder gewaschen oder ordentlich im Schrank verstaut.

“Wow Mami, hast du mein Zimmer aufgeräumt?” Es war mehr eine Feststellung als eine Frage, denn die Veränderung, die im Raum vorgegangen war, war ziemlich offensichtlich. “Nein, habe ich nicht”, entgegnete meine Mutter, “aber schau mal zum Balkon raus.” Ich tat wie mir geheissen und traute meinen Augen nicht. Da lagen sie, all meine Kleider. Meine Mutter hatte das ganze Puff kurzerhand aufgegriffen und übers Balkongeländer geschwungen. Socken, Pullis, Jeans, Schuhe, alles lag verstreut im Hof! Wir wohnten im 4. Stock eines Mehrfamilienhauses und es muss ein Bild für die Ewigkeit gewesen sein, als damals meine Klamotten zu Boden schwebten.

Noch heute lacht meine Mutter schelmisch, wenn wieder mal die Rede von dieser Begebenheit ist. Sie findet, sie sei damals noch human mit mir umgegangen, und hätte die Kleider erst unmittelbar vor meiner Heimkehr über Bord geworfen. Für mich dagegen spielte es keine Rolle, wie lange die textilen Peinlichkeiten schon im Hof lagen. Kleinlaut stieg ich die vier Etagen runter, sammelte alles ein und bemühte mich fortan, in meinem Zimmer so viel Ordnung zu halten, dass mir eine Wiederholung der Episode erspart blieb.

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Der Grössen-Wahn

Mit der eigenen Wahrnehmung ist das ja so eine Sache. Als Kind fand ich mich immer dick und war wohl auch zumindest etwas pummelig. Ein elfenmässiges Dasein lag nie in meinen Genen. Dafür bin ich zu robust verarbeitet.

Mittlerweile darf ich mich aber getrost als schlank bezeichnen. Das hat einerseits damit zu tun, dass ich mich über fast zwei Jahrzehnte hinweg drei Konfektionsgrössen runter gearbeitet habe. Seit geraumer Zeit werde ich weder in der Länge noch in der Breite mehr. Es hat aber auch mit meinen Mitmenschen zu tun. Diese, so meine Beobachtung, werden immer dicker. Kleider in Grösse XXXL sind keine Seltenheit mehr.  Mir dagegen schlottert manchmal schon Grösse 38, obschon ich wie erwähnt seit Jahren gleich viel Kilos auf die Waage bringe. Da ist doch etwas faul im Staate Dänemark! Die Schneider sind meiner Meinung nach am Schummeln. Natürlich ist es neckisch, sagen zu können, man passe seit Jahren in die gleiche Grösse rein, obschon man insgeheim weiss, dass man nicht mehr mit gleich wenig Stoff wie früher auskommt.

Wo führt das noch hin? Werde ich meine Kleider in absehbarer Zeit in der Kinderabteilung kaufen müssen? So ganz ohne Enkel im Schlepptau dürfte das etwas komisch wirken.

Clementine, an die Arbeit!

Er wollte unbedingt. Hatte mich bei jeder sich bietenden Gelegenheit daran erinnert. Wenn Eine in Einer vorbei lief, oder Eine in Einer im Fernseher zu sehen war, oder Eine in Einer in einem Heft abgebildet war. Immer wieder.

Ich? Ich hatte mich lange geweigert. Fand es nicht nötig. Fand es im Gegenteil unpraktisch. Jedenfalls ziemlich. Allerdings musste ich eingestehen, dass es gut aussah. Aber an mir? Und überhaupt, ich war schon immer mehr fürs Praktische, also kam so Eine schon mal nicht in Frage.

Und dann der Moment, wo er mich weichgeklopft hatte. Ich probierte Eine an. Dummerweise war sie nicht nur im Preis reduziert, sondern passte auch noch wie angegossen. Ich konnte irgendwie nicht mehr zurück, sah mich in meiner eigenen Eitelkeit gefangen.

Nun habe ich sie also. Er hatte Recht. Sie sieht schon gut aus. Selbst an mir. Aber nur, solange sie ihre ursprüngliche Farbe hat. Und die hat sie selten lange. Selbst wenn man höllisch aufpasst, wo man seine vier Buchstaben platziert.

Damit eine weisse Hose lange weiss bleibt, muss man nämlich tierisch aufpassen. Und braucht obendrein etwas Schwein.