Wasser sparen

Ich habe mir einen neuen Deo gekauft. Ein super Ding! Glaubt man der Aufschrift, hält dessen Wirkung 72 Stunden an. Das bedeutet also, dass ich ab sofort enorm viel Wasser sparen werde, weil ich nur noch jeden dritten Tag duschen muss.

Ich mache zur Zeit gerade einen Feldversuch. Mal schauen, wie viele Freunde ich in drei Tagen noch habe.

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Die Sorgenfalten

Der verhängnisvolle Tag hat sich mir richtiggehend ins Gedächtnis eingebrannt. Der damalige Redaktionsleiter der Zeitung, für die ich als Freie Mitarbeiterin tätig war, erwähnte gänzlich arglos, dass nebst mir noch weitere Frauen „mittleren Alters“ für ihn schrieben. Er hatte diese Bemerkung durchaus positiv gemeint im Sinne einer guten Durchmischung seines Teams, trotzdem kam ich mir vor, wie wenn ich ab sofort mit dem Stempel „Mittelalter“ auf der Stirn durchs Leben ginge.

An jenem Tag fiel der Blick in den Spiegel besonders kritisch aus. Es war nun also soweit, dass ich mich nur noch Jung nennen durfte, es aber nicht mehr war. Ein tapferer Blick in den Toilettenschrank brachte die schonungslose Wahrheit an den Tag: hier ein Antifalten Cremchen, dort ein Döschen mit ähnlich verheissungsvollem Inhalt. Ob die Ingredienzien den gewünschten Effekt erzielten?

Wer weiss das schon. Wie soll ich wissen, ob ich ohne all den Haut straffenden und Falten mindernden Kleister heute anders aussehen würde? „Schmieren und salben hilft allenthalben“, sagt der Volksmund. Wenn nicht mir, dann sicher den Herstellern. Und die gehen ja nicht gerade zimperlich vor, wenn es darum geht, ein neues Anti-Age Produkt an die Frau zu bringen. Mit Models, die ihre letzten pubertären Schübe kaum ausgelebt haben, wollen sie uns demonstrieren, wie glatt unsere „reife“ Haut mit dem neuen Schmierfink-Ultra-Performance-Gel wieder werden kann.

Pah! Seit ich selber lügen kann, glaube ich leider auch nicht mehr alles. Und weh dem, der jemals versuchen sollte, mir etwas gegen meine über die Jahre erworbenen Lach-Fältchen anzudrehen. Dem seine Fratze würde ziemlich schnell von Kummerfalten entstellt!

 

Die Familienwanne

Beim gestrigen Bade in der hauseigenen Pfütze habe ich mich an eine Begebenheit erinnert, die einige Jahre zurückliegt.

Wir waren im Südwesten Australiens unterwegs. Der Frühling zog ins Land – oder hätte es wenigstens tun sollen. Denn das Wetter gab sich ausgesprochen launig und wurde im Tagesverlauf immer nässer. So beschlossen wir, uns frühzeitig einen Campingplatz zu suchen, denn Weiterfahren wäre bei dem Hundewetter wenig sinnvoll gewesen. Bei einem Aufenthalt auf einem Campingplatz drängt sich – vor allem, wenn man mit einem Wohnmobil ohne Dusche unterwegs ist – stets Körperpflege auf. Mit Entzücken lasen wir, dass es ein „Family Bath“ geben sollte. Wenn das keine Einladung war!

Das Familienbad entpuppte sich als grosszügig konzipiertes Badezimmer, auf Hochglanz poliert, von oben bis unten gefliest und in der Mitte …. eine riesengrosse, freistehende Badewanne. Wir waren hin und weg, liessen die Wanne volllaufen, machten einen Chöpfler rein und schwammen kurzentschlossen ans andere Ufer. Herrlich. Genau das passende Wellness-Programm, das diesen miserablen Tag gerettet hatte.

Mag sein, dass solche Familienbadewannen in Fünfsternehotels zum Standard gehören. Auf einem mittelteuren Campingplatz jedenfalls hätten wir einen solchen Bottich nie erwartet. Doch es war nicht nur die schiere Grösse der ganzen Einrichtung, die uns Eindruck machte.

 Nachdem wir über ein Jahr in Australien umhergereist waren, war es einfach ein sensationelles Erlebnis, dem Ehepartner wieder einmal den Rücken waschen zu können.

Einem geschenkten Gaul …

Es steckte bestimmt keine böse Absicht dahinter, als mir eine Bekannte dieses Dusch-Gel schenkte. Gut erzogen, wie ich nun mal bin, bedankte ich mich artig und stellte das Fläschchen vorerst zu Hause in den Schrank.

Der Tag X nahte, das alte Duschgel wurde leer, ich griff zu dem ominösen Fläschchen. Hübsch sah es aus, mit seinem Mandeldekor. Eine aparte, schlanke Kunststoff-Flasche mit bräunlichem Inhalt.

Die Ernüchterung liess nicht lange auf sich warten und holte mich unter der Dusche ein. Schon während des Einseifens wurde mir klar: Mit dieser Duftnote konnte ich wirklich nichts anfangen. Mandeln! So was verwende ich in Kuchen, mache Desserts oder knabbere sie in leicht gesalzener Form. Aber an mir!!! Nein, definitiv nicht meine Wellenlänge. Mögen die Mandeln auch noch so schnell verduften.

Ich hab das Duschgel einer Freundin verschenkt. Natürlich habe ich es nicht unterlassen, sie mit zahlreichen Warnungen bezüglich der Duftnote einzudecken. Aber sie hat mir glaubhaft versichert, dass sie nichts Negatives daran findet, als Marzipan durch die Gegend zu wandeln.