Du Fress-Sack, du!

Ich glaube, von mir behaupten zu dürfen, dass ich über ein gewisses Mass an Kreativität verfüge. Allerdings kommt diese Kreativität überwiegend in der Küche oder an der PC-Tastatur zum Tragen.

Beim Nähen dagegen, da hält sie sich in engen Grenzen, diese Kreativität. Wenn sie ausnahmsweise mal aufflackert, gilt es, sie sofort umzusetzen. Oder zu warten, bis der Anfall sich von alleine wieder legt.

Kürzlich hätte ich mich beinahe selber übertroffen. Aus einem alten Chuchitüechli nähte ich einen Fress-Sack. Und nicht nur das, ich hatte sogar die Musse, ihn zu “besticken”.

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Seine Feuertaufe wird der Fress-Sack über Ostern haben. Er ist aus einem Tüechli gefertigt, das noch aus den Beständen meiner Grossmutter stammt. Da ich die Liebe zu den Bergen von ihr geerbt habe, schliesst sich der Kreis auf wundersame Weise.

Flüssigpizza

Der letzte Beitrag zu dieser seltsamen Joghurt-Kreation mit Linzertorten-Aroma hat meine Fantasie beflügelt, um nicht zu sagen, ich bin wahnsinnig kreativ geworden. Wobei man das “wahnsinnig” durchaus wahnsinnig ernst nehmen darf.

Was für Joghurts könnte die Lebensmittel-Industrie sonst noch kreieren? Es ging schon mal ein ganz passabler Vorschlag für ein Bündner-Nusstorten-Joghurt ein. Ich schrieb es mir auf die Fahne, dieser Frage seriös auf den Grund zu gehen. Und ich stiess auf das ultimative Joghurt, auf das die Menschheit garantiert sehnlichst gewartet hat.

Wie wär’s mal mit einem Pizza-Margherita-Joghurt? Bei der grossen Beliebtheit, die Pizzen geniessen, müsste das der absolute kulinarische Knaller werden. Stellt euch vor, kein kräfteraubendes Herumsägen auf dem Pizzarund mehr. Die Joghurt-Margherita würde in leicht flüssiger Form im Plastik-Quetschbeutel daher kommen. WEISCH WIE PRAKTISCH! Viel faster kann Fast Food nicht sein.

Und ausserdem: die ultimative Wanderer-Verpflegung! Dank grosszügiger Bestückung mit Konservierungsstoffen und E-Nummern ist so eine Flüssigpizza monatelang haltbar. Und sie wäre auch in veganer Version absolut denkbar, denn Givaudan hat bestimmt schon Mozzarella im Sortiment.

Ich bin mir ganz sicher, ein solches Pizza-Margherita-Joghurt hat gewaltiges Potential….

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… fragt sich nur, für was…!

Mit und ohne

Eigentlich habe ich es schon seit längerem geahnt, doch nun habe ich die Gewissheit erlangt: Es gibt zweierlei Menschen. Die MIT und die OHNE.

Die MIT – hm – die scheinen nebst anderen Tugenden offenbar über einen mehr oder weniger ausgeprägten Ordnungssinn zu verfügen. Man könnte versucht sein, daraus eine gewisse Fantasielosigkeit abzuleiten. Vielleicht auch Bequemlichkeit in gewissen Dingen, gar Faulheit? Tatsache ist, dass sie gerne geordnete Verhältnisse haben und dies tagtäglich zum Ausdruck bringen.

Mit meinem leichten Hang zum Chaotentum gehöre ich ganz klar der Gattung OHNE an. Ich mag spontane Aktionen und verspüre wenig Bock, mich in Schemata einzufügen. Solchen wie mir sagt man einen Freiheitsdrang nach. Und viel Kreativität.

Menschen OHNE sind bestimmt nicht schlechter, also solche MIT. Sie setzen nur Prioritäten im Leben anders. Deshalb würden sie nie und nimmer einen Geschirrspüler mit Besteck-Schublade kaufen. Dieses fein säuberliche Einordnen der dreckigen Gabeln und Messer finde ich absolute Nötigung! Hampfleweise Besteck ins entsprechende Körbchen donnern geht in jedem Fall schneller und einfacher.

Drum sieht es, wenn ich mal, wie bei unserem letzten Housesitting in Frankreich, einen Geschirrspüler MIT habe, so aus:

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Und zu welcher Gattung gehört ihr?

MIT oder OHNE?

Was habe ich da wieder angerichtet!

Kochen und bloggen haben eines gemeinsam: Das Zubereiten dauert in aller Regel wesentlich länger als das Konsumieren.

Während die Einen ausschliesslich konsumieren, macht es den Anderen mehr Spass, produktiv zu sein. Als Köchin wie als Bloggerin komme ich durchaus in den Genuss fremder Kreationen. Heute allerdings ist die Reihe zum Kochen an mir. Und heute dauert das Zubereiten des Gästemenüs auf jeden Fall viel länger, als es brauchen wird, selbiges zu verspeisen. Auch wenn die erwarteten Gäste bekannter weise über ein sehr solides Sitzpolster verfügen.

Dem Bloggen wie dem Kochen geht immer eine gewisse Vorbereitungsphase voraus. Selten setze ich mich an den PC ohne nicht schon gewisse Vorstellungen des zu schreibenden Blogbeitrags zu haben. Selten allerdings auch die Fälle, wo ich nur schreibe, nicht aber auch in anderen Blogs lese.

Wie beim Kochen weiss ich auch beim Bloggen nicht immer so genau, was dabei herauskommt, wie euch mein Menü schmeckt. Beiträge, die ich selber als besonders gelungen einstufe, lösen kein Echo aus, während unter Umständen ein einziges Bild mehrere Kommentare hervorbringt.

Bei aller Liebe zum Kochen, wenn ich nur für meinen innig geliebten Mitbewohner und mich koche, veranstalte ich nicht so einen grossen Aufwand (es „Gköch“, wie das bei uns heisst). Da gibt es meist keine Vorspeise, und wenn, so besteht sie nicht aus drei verschiedenen Panna Cottas.

Und einen gewichtigen Vorteil hat bloggen gegenüber kochen auf jeden Fall: Bloggen hat keine Kalorien.

Dieser Blog ist im Verlauf des Samstag Nachmittags entstanden. Zur Veröffentlichung geplant habe ich ihn erst Stunden später. Feind liest mit! Welche Köchin gibt den Gästen schon im Voraus preis, was auf den Teller kommt. Ich jedenfalls nicht!