Der Tausendsassa

Ich will auch so ein Ding!

Unbedingt und sofort, bevor alle ausverkauft sind!

Was könnte ich nicht alles machen damit! Es würde mir so viel Arbeit abnehmen. Mein Haushalt würde schlank und rank, denn dieser Tausendsassa geht für so vieles, würde mir gleich mehrere Geräte ersetzen.

Staub wischen? Denkste, einfach IHN einschalten.

Eischnee steif schlagen. ER wird’s richten.

Brösmeli, Tannnadeln, Dreck im Auto. Ein Klacks für IHN.

Haare föhnen. Aber gerne doch, Madame, welche Frisur darf es heute sein?

Dezente Hintergrundmusik. ER lässt sich nicht lumpen.

Brot toasten, abwaschen, Gefrierschrank abtauen. ER schreckt vor nichts zurück.

Wäsche trocknen. SEINE Spezialität.

Ungebetene Gäste in die Wüste schicken. Fliegen und Mücken in die Flucht schlagen. ER scheint wie geschaffen dafür.

Und so ganz nebenbei könne ER auch noch das machen, wozu er ursprünglich gedacht war: Blätter durch die Gegend jagen.

DSC09622

Konkurrenz für Versailles

Um Sieben war ich das erste Mal auf. Ein herrlicher Tag begrüsste mich, als ich im Pyjama einen ersten Rundgang durch den Garten machte. Vogelgezwitscher, das sanfte Säuseln eines Windes, stahlblauer Himmel. Herrlich, aber zum aufstehen noch zu früh.

Just in dem Moment, als mein innig geliebter Mitbewohner und ich uns noch einmal im Bett räkelten und danach trachteten, gewisse zwischenmenschliche Beziehungen zu vertiefen, machte sich das Goldschätzchen bemerkbar. Es bellte lautstark und zwar so lange, dass wir nicht davon ausgehen konnten, dass einzig eine Kröte draussen gefurzt hatte. Da musste mehr los sein. Ein Ernstfall.

DSC09169

Dieser schien tatsächlich eingetroffen zu sein. Zwei Fahrzeuge waren vorgefahren, ihr entsprang eine kleinere Armee. Und diese machte sich dran, den Garten auf Vordermann zu bringen. Ausgerüstet mit den neusten technischen Errungenschaften der Mechanik wurde sämtlichen Grashalmen, losen Blättern und hervorstehenden Ästchen auf den Zahn gefühlt. Fünf Mann widmeten sich unter grossem Getöse dem Garten, der nachher – so die Vermutung – den Gärten von Versailles Konkurrenz machen kann.

Unser erstes Frühstück draussen werden wir wohl auf einen anderen Tag verschieben müssen.

Lautstark

Besonders musikalisch war ich noch nie. Sieht man mal davon ab, dass ich – wie so mancher Teenager – seinerzeit meine Eltern mit der immer gleichen Musik aus dem Plattenspieler in den Wahnsinn trieb. Auch im persönlichen Mittelalter brauche ich keine Dauerbeschallung, um mich wohl zu fühlen. Ein Instrument zu erlernen, das war mir aus verschiedenen Gründen nicht vergönnt. Übers Xylophon mit den knallbunten blechernen Plättchen hinaus habe ich es nie gebracht.

Wenn ich nun aber sehe was in unserem Wohnhaus zwei Stockwerke über unseren geplagten Ohren abgeht, bin ich vielleicht ganz froh, dass ich nie ein Musiknstrument erlernt habe. Welches Instrument dort oben gespielt wird, kann ich nicht schlüssig sagen, irgend eine Guge muss es sein. Und mag diese Guge auch auf einem recht anständigen Niveau bepustet werden, so bleibt sie in erster Linie einfach nur ein Ärgernis. Ob Trompete, Posaune oder was auch immer, ich kann dieser Tuterei nur einen Vorteil abringen: Mäuse und ähnliche Plagegeister wird es in unserem Haus nicht mehr geben, solange dieser Musiker an der gleichen Adresse wohnt.

Vielleicht wäre das die Lösung für Frau Müller, die sich mit ähnlichen Problemen herumschlägt: Einfach neue Nachbarn organisieren.

Baustelle!

Bauen. Umbauen. Sanieren. Renovieren. Egal, welche der Bezeichnungen zutrifft, es ist immer mit viel Lärm, Dreck und Aufwand verbunden. Und als Belohnung gibt’s eine grosse Rechnung.

Im Hause Flohnmobil werden derzeit die Fenster ersetzt. Das Wohnen ist momentan nicht wirklich gemütlich, aber das Ende der Baustelle absehbar. Und mit dem Ende der Baustelle beginnt das, was ich lange und mit gutem Grund vor mich hergeschoben habe: Der Frühlingsputz.

Zu spät bin ich trotzdem nicht dran, finde ich. Denn der Frühling ist noch immer nicht richtig ins Land gezogen. Und wenn, dann wurde er nur in kleinen Häppchen serviert. Mir gelüstet nach mehr! Nicht mehr Baustelle, Lärm und Dreck, sondern mehr Frühling!

Eine Überdosis Narren

Als ob es auf dieser Welt nicht schon genug Narren geben würde, gibt es dieser Tage auch noch Leute, die sich freiwillig und mit Freuden zum Narren machen. Es ist Fasnacht. Und mit der 5. Jahreszeit, wie sie häufig und mir völlig unverständlicherweise, genannt wird, habe ich nun wirklich nichts, gar nichts am Hut. Übrigens auch nicht am Skihelm, um irgendwelchen Spekulationen vorzubeugen.

Trotzdem lassen sich gewisse Berührungspunkte nicht vermeiden. So wie gestern. Mitten auf der Skipiste, weder zu übersehen noch zu überhören, schmetterte eine Guggenmusik. Ich konnte gerade noch so viel Sympathie aufbringen, um den Fotoapparat zu zücken, denn ich erkannte sofort: Diese Menschenansammlung hat das Potential zu einem Blog-Beitrag. Und wenn es nur ist, um meiner Abscheu ein Bild hinzuzufügen. Damit wäre mein Bedarf an Fasnacht bereits mehr als gedeckt gewesen. Wären da nicht noch diese verd… Konfetti auf dem Parkplatz gewesen, denen via unsern nassen Schuhsolen auch den Einzug in den Subaru geglückt ist.

Mögen die närrischen Tage so schnell wie möglich vorbei gehen!!!

Staubsauger, du nervst!

Zusammen mit meinem innig geliebten Mitbewohner habe ich über einem Text für eine Publikation gebrütet. Wie beschreibt man das Geräusch eines Staubsaugers? Er saugt, ja okay. Aber saugen ist kein Geräusch. In der ursprünglichen Version hatte der Staubsauger gerumpelt und gerattert. Das gefiel dem Mitbewohner nicht. Begründung: „Da denken ja die Leser, wir hätten einen alten Staubsauger.“

Der Mitbewohner fand, ein Staubsauger dröhne. Für mich dröhnt vielleicht der voll aufgedrehte Bass in einem tiefergelegten Opel Manta, aber sicher nicht ein Staubsauger. Knattern tut ein Staubsauger auch nicht, denn in so einem Falle ginge es ihm wirklich nicht gut. Was macht er dann also? Röhren, rumoren, tosen? Der Griff zum Duden erwies sich als nutzlos.

Schnell die Bedienungsanleitung hervorgeholt. Fehlanzeige. Dort steht zwar auf geschlagenen 20 Seiten, wozu der Staubsauger vorgesehen ist, was er kann und was man ihm nicht antun soll (Stichwort „Staubsauger nicht unter Wasser tauchen“), aber nicht, wie er tönt, wenn er seinen Dienst ordnungsgemäss verrichtet.

„Das Geräusch eines Staubsaugers nervt. Ja genau, es nervt“, verkündete der Mitbewohner aus voller Brust. Mit dieser Feststellung mag er zwar ins Schwarze treffen, aber deswegen fehlen mir immer noch die richtigen Töne, den Staubsaugerlärm zu beschreiben.

Nun habe ich zwei Möglichkeiten:

  1. Ich furze mit dem Staubsauger so lange in der Wohnung herum, bis mir ein geeigneter Begriff einfällt.
  2. Ich warte, bis mir jemand von euch aus der Patsche hilft.

Aus Gründen der Energieeffizienz habe ich mich ohne langes Zögern für Version 2 entschieden.