Das Auto-Auto

All diese Assistenz-Systeme an den modernen Autos sind ja toll. Der Tag kommt, da kann unsereins nur noch einsteigen, das Ziel bekanntgeben und los düst die High-Tech-Büchse. Bis es soweit ist, dauert es allerdings noch ein wenig und vom Automobilisten wird einiges an Können und Eigeninititative erwartet – Assistenz-Systeme hin oder her.

Ich war heute bei trüben Lichtverhältnissen unterwegs. Die Meisten fuhren nur mit Tagfahrlicht. Auf der Autobahn geradezu fahrlässig, denn diese Funzeln reichen in derartigen Sicht- und Lichtverhältnissen einfach nicht aus. Aber im Zeitalter all dieser “Auto”-Auto-Funktionen verkümmert das Hirn des gemeinen Automobilisten offenbar mehr und mehr. Es scheint sich noch immer nicht herumgesprochen zu haben, dass Tagfahrlichter nur nach vorne leuchten.

Und solange selbst Berufs-Chauffeure nur mit Standlicht unterwegs sind, ist wohl für Otto-Normal-Verfahrer Hopfen und Malz verloren.

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Fahrer des Grauens

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Es sind tolle Errungenschaften der Technik, die da an unseren Automobilen eingebaut werden. Wirklich!

Der Regensensor lässt den Scheibenwischer in unterschiedlicher Intensität über die Scheibe wischen. Parksensoren piepsen wie von Sinnen, wenn wir zu nahe auf ein Hindernis auffahren. Das Navi führt uns – mehr oder weniger – direkt zum gewünschten Ziel. Eine der grössten Errungenschaften seit der Erfindung des Automobils ist sicherlich das Automatik-Getriebe. So sehe ich das zumindest.

All diese technischen Errungenschaften, die letztlich auf unseren Komfort und Sicherheit hinzielen, setzen dennoch voraus, dass der Automobilist vor dem Einstieg ins Auto sein Hirn in Betrieb nimmt. Was, wie ich immer wieder mit Erstaunen zur Kenntnis nehme, keinesfalls selbstverständlich ist.

Die Licht-Automatik am Fahrzeug ist an sich eine gute Sache. Nie mehr muss ich bei der Einfahrt ins Tunnel das Abblendlicht einschalten. Und nie mehr ist die Batterie leer, weil ich das Licht über Nacht hab brennen lassen. Allerdings merken die Sensoren nicht, wenn stockdicker Nebel herrscht. Und so fährt manch einer dieser Tage quietschfidel nur mit dem Tagfahrlicht, gerne auch nur mit Standlicht oder überhaupt keiner Beleuchtung, durch die Gegend.

Ein derartiges Mass an Nachlässigkeit kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen, geht es doch um die eigene Sicherheit. Aber vielleicht merken es die Betroffenen ja erst, wenn es ihnen die Polizei erklärt. Und solche Erläuterungen gibt es in der Regel nicht umsonst.

Die Erleuchtung

Ihren Anfang nahm die Entwicklung in Frankreich. In dem Haus, das wir im September zusammen mit den drei Hunden gehütet hatten, waren überall Stromspar- oder LED-Lampen montiert. Wieder daheim sahen wir bei LIDL bezahlbare LED-Spots, die unsere Niedervolt-Halogenspots ersetzen würden. Nun begannen wir ernsthaft, unser Beleuchtungskonzept zu überdenken. Und sahen Handlungsbedarf.

Es dauerte nicht lange, da stand mein innig geliebter Mitbewohner wie ein Wetterfrosch auf der Leiter und schraubte an den Lampen rum. So förderten wir die Stromfresser zu Tage, die wir baldmöglichst ersetzen wollten. Da heutzutage bald nichts mehr in “alten” Wattzahlen angeben ist, machten wir uns schlau, mit wie viel Lumen wir uns erleuchten lassen wollten.

Und dann das grosse Suchen! Dank dem unübersichtlichen Leuchtmittel-Sortiment verbrachten wir einen halben Vormittag bei Obi, bis wir alle LED-Pfunzeln beisammen hatten. Und das Resultat: Wir haben unsere Beleuchtung um mehrere hundert Watt reduziert. Dennoch ist es beispielsweise in meiner Küche viel heller geworden. Allerdings haben sich damit auch meine schlimmsten Befürchtungen bewahrheitet: Ich sehe nun nicht nur viel besser, wen was ich in die Pfanne haue, sondern auch gewisse hygienische Unzulänglichkeiten stehen plötzlich im grellerem Licht da.

Wenn ich nun noch im gleichen Stil meinen Backofen mit LEDs beheizen kann und die Waschmaschine mit diesen gelben Pünktchen funktioniert, werden wir zusammen mit der nächsten Stromrechnung einen Stromspar-Orden erhalten. Oder habe ich da etwas falsch verstanden?

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Abgelöscht

Wäre ich abergläubisch, würde ich mir nun einreden, dass uns ein finsteres Jahr bevorsteht. Denn bereits am Neujahrstag hat es uns abgelöscht. Im Hause Flohnmobil hockt man seit gestern im Dunkeln. Die Ständerlampe, die mit ihrem geschwungenen Fuss so wunderbar in unser Wohnzimmer passt, hat den Geist aufgegeben. Okay, energietechnisch ist sie seit einiger Zeit nicht mehr auf dem Zenit der Dinge – höchstens was den Stromverbrauch betrifft. Aber ich mag mich so ungern von diesem Schmuckstück trennen.

Nun ist mein innig geliebter Mitbewohner daran, sich an den Eingeweiden der Lampe zu schaffen zu machen. In so einem Fall kann ich höchstens durch stilles Beobachten glänzen. Dämliche Fragen sind gänzlich unangebracht. Am besten also, ich schaue dem Ganzen aus sicherer Distanz zu.

Denn ich weiss: Der Mitbewohner wird das wieder hinkriegen. Er ist ein Genie, mein persönlicher Reparatur- und Werkstattchef. Man müsste ihm eigentlich den Titel „Handwerker des Jahres“ verleihen, doch erscheint mir das angesichts des Datums etwas übereilt. So lasse ich den Mitbewohner einfach noch etwas rumwerkeln; kann gut sein, dass wir morgen das eine oder andere Ersatzteil käuflich erwerben müssen. Im Dunkeln werden wir trotzdem nicht sitzen müssen, schliesslich verfüge ich über einen stattlichen Vorrat an Kerzen. Und wenn es nicht ganz so 150-W-hell ist, sieht man wenigstens nicht, wie die Wände ab dem Kerzenruss immer schwärzer werden.