Frau Flohnmobil spielt Lego

Legosteine. Wer würde sie nicht kennen! Auch ich habe als Kind damit gespielt. Damals gab es noch keine Offroader und keine Kriegsmaschinen, die man aus hunderten von Teilchen zusammensetzen konnte. Rädchen gab es. Und das war bereits ziemlich das Höchste der Gefühle in Sachen Technik. Beim Lego spielen konnte ich meiner Fantasie immer Lauf lassen und ich erinnere mich bestens, wie ich schon als Kind aus Legos Wohnwagen-Grundrisse konstruiert habe.

An Legosteine erinnert mich auch das neuste Werk aus meiner Backstube. Zuerst deutete jedoch noch nichts darauf hin, als ich aus Mehl, Zucker, Backpulver, Gewürzen, Wasser, Rahm und Kirsch eine Teigplatte buk.

Diese schnitt mein innig geliebter Mitbewohner in Würfel. “Ziemlich hart, meinst du, daraus wird etwas?” Die Skepsis war nicht zu überhören. Mein lieber Mann, wenn ich immer nur das backen würde, was ich schon immer gebacken habe, würden wir jahraus jahrein nur Gugelhopf und Rüeblitorte essen. Mit etwas kulinarischem Risiko muss man schon leben.

Die Würfel wurden mit einer Schokolade-Glasur überzogen und zum Trocknen über Nacht auf Gitter ausgelegt. Das Resultat kann sich durchaus sehen lassen. Und mein Spieltrieb ist mal wieder befriedigt worden.

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Betty Bossi, die allgegenwärtige Institution Schweizerischer Kochkunst, nennt das Konstrukt übrigens “Vanille-Magenbrot”. Wer es nachbacken will, findet das Rezept hier. Ist narrensicher!

Des Dramas dritter Akt

Magenbrot. Wenn das Wort fällt, kriege ich langsam aber sicher Magenweh. Gewiefte Flohnmobil-Leser werden sofort wissen, worum es geht. Alle anderen dürfen sich gerne hier (1. Akt des Drama) und hier (2. Akt) kundig machen.

Eigentlich dachte ich, dass mit dem Ändern des Textes und der Fotos die Sache langsam gegessen sei. Doch als ich aus den Ferien zurückkam, wurde ich eines Besseren belehrt. Auf dem Telefon konnte ich mehrere Anrufe von Herrn Hmhm (ich werde mich hüten, den Namen hier nochmals zu publizieren) ablesen. Das liess nichts Gutes erahnen. Herr Hmhm hatte mir gesagt, er werde mir nochmals Magenbrot schicken, wenn ich das verheerende Bild entferne. Das mit der neuerlichen Lieferung hatte ich zwar abgelehnt, weil ich mich ja auch etwas in der Schuld fühlte. Nichts desto trotz wurde unser Haushalt in der Zwischenzeit um ein paar weitere Einheiten Magenbrot bereichert.

Gestern Abend dann der Anruf von Herrn Hmhm. Er habe meine gute Absicht mit dem Beschneiden des Bildes im Blog-Beitrag durchaus erkannt, aber leider sei das Bild, wenn man bei Google Image unter dem richtigen Begriff suche, immer noch vorhanden. Das, mein lieber Herr Hmhm, sagte ich ihm, nachdem ich endlich auch mal zu Worte kam, ist leider ausserhalb meiner Reichweite. Das Internet vergisst nie. Was ich bis Anhin nur als Floskel kannte, muss ich nun selber erleben. Herr Hmhm beeilte sich daraufhin, zu sagen, er habe mit einem Computerspezialisten gesprochen. Dieser meinte, solange ich nur das Bild ändere, würde bei einem Suchergebnis stets das alte Bild erscheinen. Erst wenn ich den Beitrag ganz lösche, werde „in ein paar Tagen“ auch das Bild bei den Suchbegriffen nicht mehr auftauchen. Diese verheerende Bild also, das nicht nur den Magenbrot-Klumpen zeigt, sondern auch verrät, wer dieses kulinarische Verbrechen begangen hat. Herr Hmhm gab sich zu Tode betrübt, dass dieses Bild immer wieder auf seinem Bildschirm auftauche. Als es mir kurz gelang, seinen Redeschwall zu unterbrechen, versuchte ich ihm weiszumachen, dass die paar Klicks täglich auf meinem Blog denn derart geschäftsschädigend auch wieder nicht sein könnten.

Ich will euch nicht mehr länger mit den Details dieses Gesprächs langweilen. Als neuste Massnahme habe ich den gesamten geänderten Blog-Beitrag (Drama 1. Akt) unter einem leicht modifizierten Titel neu am gleichen Datum veröffentlicht. So blieben mir nämlich eure Kommentare erhalten, auf die ich grossen Wert lege. Ob damit nun dieses verd… Bild wirklich und definitiv von der Bildfläche verschwindet, darauf bin ich wirklich gespannt.

Mein innig geliebter Mitbewohner, der sich ansonsten aus meinen Blogangelegenheiten weitestgehend raushält, hatte dazu lediglich den einen Kommentar: „Magenbrot haben wir langsam genug. Gebrannte Mandeln wären auch mal gut.“

Ich hoffe doch sehr, dass dieses Bild unverfänglich genug ist.

Nur gut gemeint

Vor einigen Tagen habe ich einen Beitrag über Magenbrot veröffentlicht. Magenbrot, das nicht so war, wie es sein sollte. Magenbrot, das ich nach einem entsprechenden Vorstoss beim Firmeninhaber ersetzt erhielt. Magenbrot, das ich an dieser Stelle lobte und verdankte.

Im betreffenden Beitrag hatte ich Bilder von dem Magenbrotklotz und dem Ersatzprodukt veröffentlicht. Ohne etwas Böses zu denken. Ohne jemandem schaden zu wollen.

Das sah offenbar der Jurist des betreffenden Herstellers anders, denn heute erhielt ich einen Anruf des Firmeninhabers. Angeblich soll beim Googeln des entsprechenden Suchbegriffs der Magenbrotsack (der notabene die Aufschrift des Herstellers enthielt) samt des missratenen Magenbrots zuoberst, zualleroberst bei den gefundenen Beiträgen erscheinen. Er wisse, erklärte mir der Firmeninhaber, dass ich es nur gut gemeint hätte, denn schliesslich hätte ich mich am Ende des Beitrags bei ihm bedankt. Trotzdem sei er der Meinung, dass das geschäftsschädigend und ein gefundenes Fressen für die Konkurrenz sei. Er bat mich, den Beitrag zu entfernen.

Ich habe zwar beim Googeln den Sündenbock, also mein eigenes Bild, nicht an oberster Stelle gefunden. Da sich das Flohnmobil keinen Maulkorb anlegen lassen will, aber noch weniger Ambitionen hat, wegen einem Sack abverreckten Magenbrots als Juristenfutter aufbereitet zu werden, habe ich den Beitrag abgeändert.

Wie konnte ich denn ahnen, dass Juristen ihr Geld damit verdienen, im Internet nach möglichen Patent- und andern Verletzungen zu suchen?

Er bzw. sie ist zwar nicht der Sündenbock. Aber sie hätte das Magenbrot bestimmt gefressen.

Das Brot des Magens

Dass Vorfreude die schönste Freude ist, mussten wir kürzlich auch wieder einmal erfahren, als wir an einem Stand an der Olma einen Sack Magenbrot kauften. Als mein innig geliebter Mitbewohner und ich uns am Abend zum Kaffee ein paar süsse Bauklötze genehmigen wollten (so ein Messebesuch ist schliesslich anstrengend und verbraucht etliche Kalorien, die mit einer lumpigen Olma-Bratwurst nicht gedeckt werden, zumal traditionellerweise kein Senf verabreicht wird), kam das Magenbrot folgendermassen daher:

Und ich schwöre, ich hab mich im Heimweg im Zug nicht draufgesetzt!

Die Magenbrötli waren nicht nur sehr klebrig, sondern auch in der Konsistenz eher teigig. Von diesem traditionellen Chilbi-Gebäck, das mit Fr. 9.50 pro 500 Gramm zu Buche schlägt, hatten wir definitiv etwas anders erwartet.

Unsere Enttäuschung tat ich anderntags in einem Mail an die Herstellerfirma Kund. Keine halbe Stunde später rief mich der Firmenchef persönlich an, stellte mir einige Fragen, erklärte, wie es soweit kommen konnte und entschuldigte sich für seine Mitarbeiter. Das Magenbrot muss von einem damals gerade etwas unterbeschäftigten Standverkäufer auf Vorrat abgepackt und gestapelt worden sein. Diese Tortur goutierte das druckempfindliche Gebäck nicht und revanchierte sich, indem es sich in einen einzigen Klumpen verwandelte.

Der Firmenchef bot uns eine Entschädigung an, welche vor einigen Tagen bei uns eingetroffen ist. Ihr Inhalt hat die bekanntermassen unzimperliche Behandlung bei der Post tadellos überstanden.

So stelle ich mir nicht nur Magenbrot, sondern auch die Behandlung von Kundenreklamationen vor.

Süsse Bauklötze

Jede negative Sache hat auch ihre positiven Seiten. Zucker beispielsweise soll ja nicht gut für unsere Zähne sein. In Form von Schokolade aber verbreiten sich – man konnte es schon verschiedentlich lesen – Glückshormone in unserem Hirn. Also bei mir wird zwar in erster Linie der Gaumen glücklich, aber lassen wir das.

So hat auch die Kalorienbombe „Magenbrot“ eine ziemlich schweizerische Erfindung, die auf jedem Jahrmarkt angeboten wird, eben nicht nur Fettpölsterchern fördernde Seiten. Nein, Magenbrot tut dank verschiedener magenfreundlicher Gewürze dem Magen gut. Sagt man.

Die Herstellung ist übrigens ziemlich aufwändig und ich überlasse sie lieber den Profis. Denn die, denen ich gestern ein Säckli abgekauft habe, verstehen ihr Handwerk wirklich. Wenn es jemand doch versuchen will, er/sie soll nicht sagen, ich hätte ihn/sie nicht gewarnt! Hier das Rezept.