Cumulus auf dem Rasen

Ich wäre heute ohnehin einkaufen gegangen. Ehrlich. Der Donnerstag ist mein Einkaufstag. Ich wäre auch zur Migros gegangen, wenn unsere Nati gestern verloren hätte. Ganz sicher.

Die Migros hatte versprochen, sie würde heute mit Cumulus-Punkten um sich werfen. Auch wenn die Schweiz gegen Honduras aufs Dach gekriegt hätte. Hat sie aber nicht, und so sind alle Kundinnen und Kunden der Migros heute nicht in den Genuss doppelter (im Falle einer Niederlage) oder fünffacher (bei einem Unentschieden), sondern zehnfacher Cumulus-Punkte geworden.

In solchen Fällen kämpfe ich immer gegen ein altbekanntes Problem an: Zehnfache Cumulus-Punkte sind zwar schön (und entsprechen einem Rabatt von 10 Prozent), wenn ich aber etwas kaufe, das ohnehin reduziert ist, erhalten ich dafür auch entsprechend weniger Punkte.

Daran hat der Xherdan Shaqiri natürlich wieder nicht gedacht hat, als er gestern seine drei Töpfe geschossen hat!

Sotschi auf dem Teller

Wieso ich mich ausgerechnet heute an dieses Gericht erinnert habe, dem ich nie viel abgewinnen konnte??? Ich habe nicht die blasseste Ahnung.

Trotzdem musste ich sofort wissen, ob sich dieses kulinarische „Highlight“ noch immer in den Gestellen der Supermärkte herumtreibt.

Es tut!

Sogar in drei verschiedenen Grössen. Wer um Himmels Willen kauft sowas???

Der Duft der grossen weiten Welt

WC-Sticks Fresh oder Lemon.
Staubsauger-Deo ebenfalls Lemon.
Zitronengras-Seife, Brennessel-Shampoo, Pfefferminz-Zahnpasta, Lavendel-Bodylotion
Eukalyptus, Kaminfeuer, Orange, Granatapfel, Nelken, Fichte, Palmarosa und Vanille als Duftöl.
Ein Rhabarber/Pfefferminz-Gebräu in der Spülmittelflasche.
Aloe-Vera an der Wäsche.

Ich glaube, ich bin für den nächsten Güllen-Angriff unserer Bauern gewappnet.

Wenn nicht, zücke ich die neuste Waffe aus der Migros und betöre meine Umwelt mit Himbeer-Duschgel.

Als Linzertorte durch die Gegend wandeln, mal was ganz Neues!

Motzig fruchtig

Es sieht ganz so aus, als ob ich mich zu einer regelrechten Motztante entwickle. Und wisst ihr was? Es macht Spass! Ja, es macht Spass, beispielsweise den Sportbekleidungs-Hersteller darauf aufmerksam zu machen, dass sein Shirt von schitterer Qualität ist oder dem Grossverteiler auf den Zahn zu fühlen. Jüngstes Beispiel:

Im Migros-Magazin dieser Woche wird ein Oster-Dessert mit Heidelbeeren veröffentlicht. Zwar lautet das Rezept auf „tiefgekühlte Heidelbeeren“, aber rein zufällig werden unten rechts Bio-Heidelbeeren aus Spanien angeboten. Der sofortige Blick auf den Kalender hat mir bestätigt, dass eher die Migros verrutscht ist, als ich. Drum habe ich flugs einen Leserbrief geschrieben mit folgendem Inhalt:

Am Anfang des Hefts wird einmal mehr das Migros-Versprechen an die Generation M ausführlich beschrieben, ein paar Seiten weiter wird dem Leser ein Oster-Dessert mit Heidelbeeren schmackhaft gemacht. Die Beeren sind zwar angeblich in Bio-Qualität, aber aus Spanien. Im März!!!! Das passt für mich nicht im geringsten zusammen. Es wäre auch ein Versprechen an die Generation M, in den Rezepten saisongerechte Produkte zu verwenden.

Die Antwort, das muss man dem grossen M lassen, kam postwendend:

Sehr geehrte Frau Flohnmobil

Vielen Dank für Ihre Nachricht.

Die Migros sieht es als ihre Aufgabe, die Bedürfnisse und Wünsche eines breiten Kundenkreises abzudecken.

Zum Frühlingsbeginn und an Ostern bieten beispielsweise frische Heidelbeeren oder auch Erdbeeren eine willkommene Abwechslung zum übrigen Importsortiment aus Südeuropa. Die Migros bemüht sich aber, wie bereits erwähnt, auch hier wie gewohnt, diesen Wünschen in möglichst nachhaltiger Weise nachzukommen.

Die Heidelbeeren aus Spanien wurden gezielt auf diesen Zeitpunkt hin produziert. Sie profitieren vom „früheren“ Frühling, respektive den höheren Temperaturen in Spanien. Die Kundinnen und Kunden sollen persönlich entscheiden können, welche Produkte sie kaufen wollen und welche nicht. Für diesen Entscheid stellen wir die nötigen Informationen zur Verfügung.

So ist auf den Produkten oder an den Regalen und Gestellen die Herkunft jedes einzelnen Produktes aufgeführt. Wir können Ihnen versichern, dass ein Produkt, das von Konsumentinnen und Konsumenten nicht gekauft wird, aus dem Verkauf genommen wird.

Wir wünschen Ihnen frohe Ostern und sind bei weiteren Fragen oder Anregungen gerne für Sie da!

Dazu sage ich nur noch so viel: Bei uns gibt es bestimmt keine Heidelbeeren zum Dessert an Ostern. Auch noch nicht an Pfingsten. Ich hole mir meine Bio-Heidelbeeren dann im August – anlässlich einer gediegenen Wanderung irgendwo in den Bergen.

Schnarchen für Migros

Wir standen an der Kasse, mein innig geliebter Mitbewohner und ich. Nach hartem Feilschen hatten wir uns einigen können: Diese Bettdecke sollte es sein. Dass sich die Auswahl eines geeigneten Federbetts noch als das kleinste aller Übel herausstellen sollte, hatten wir nicht geahnt.

Die Kassiererin verdrehte schon leicht die Augen, als sie meinen Stapel an Cumulus-Bons sah, die ich in den letzten zwei Jahren gehortet hatte, um sie für einen besonderen Zweck auszugeben. Dieser besondere Zweck war hiermit gekommen.

Die Bons, alle im Wert zwischen 5 und 20 Franken, musste die Kassiererin einzeln einscannen. Sie tat das mit stoischer Gelassenheit, was ich ihr hoch anrechnete. Noch bevor sie das jedoch tat, verlangte sie von mir die Cumulus-Karte, denn ohne die geht bekanntlich in der eidgenössischen Einkaufslandschaft nicht viel. Dann hielt ich ihr den Gutschein über 30 Franken hin, den ich kürzlich in der Post hatte. „Dann müssen Sie aber mit der M-Cumulus Kreditkarte bezahlen“, beschied mir das nette Ding hinter der Kasse. Kein Problem, Frau Flohnmobil ist mit allem ausgerüstet, was den täglichen Einkauf in der Migros erträglich macht. Da derzeit alle Bettwaren bei der Migros 20 % günstiger sind (sofern man die ominöse Karte im Portemonnaie mitführt), hätten der Mitbewohner und ich auf die Decke am Ende beinahe noch Herausgeld gekriegt.

Nach so viel Gutscheinen und Sonderangeboten waren wir zu erschöpft, um direkt zum Auto zu gehen. Wir mussten bei einem Espresso erst neue Kräfte mobilisieren. Ich kaufte die zwei Tässchen brauner Brühe und hielt schon das Zehnernötli in der Hand, da fragte mich die Bedienung: „Händsicumuluscharte?“

Die ersten paar Pünktli für die nächste Bettdecke waren bereits wieder auf dem Konto.

Generation Konsumroboter

Mich bringt ja beim Einkaufen so schnell nichts mehr aus der Fassung. Weder, dass jetzt Fasnachtschüechli – einfach unter einem anderen Namen – ganzjährig erhältlich sind, noch die Tatsache, dass man sich in den Läden seit Wochen schon seinen Weg durch Lametta und Zimtsterne bahnen muss.

Aber ehrlich, gibt es denn nichts, aber wirklich gar nichts mehr, das man sich für den eigentlichen Anlass aufsparen kann? Grittibänzen gab und gibt es bei uns einzig und ausschliesslich am Samichlaustag. Und der fand noch jedes Jahr am 6. Dezember und nicht am 7. November statt.

Die Lilibiggs Akademie verfolgt offenbar nur ein Ziel: ihre zukünftigen Konsumenten zu saison- und datumsunabhängigen, bedingungslosen Einkaufsroboter heranzuzüchten. Pfui Migros!

Marktfrisch auf den Komposthaufen

Für das Fenchel-Carpaccio, das ich machen wollte, brauchte ich zwei frische Fenchelknollen. Was sich mir heute in der Migros unter dem Label

marktfrisch
bot, war allerdings alles andere als frisch. Die Knollen waren schrumpelig und halb vertrocknet. Solchen Fenchel hätte ich selbst dann nicht gekauft, wenn er kochenderweise in einer Suppe verschwunden wäre. Ich machte die Angestellte, die gerade damit beschäftigt war, Gemüse aufzufüllen, mit netten Worten (à Ehrlich, ich gab mir alle Mühe. Das kann ich, wenn ich ganz fest will! ß) darauf aufmerksam, dass die traurigen Gemüse in der Kartonkiste mit

marktfrisch
absolut nichts zu tun hätten. Sie zuckte nur mit den Schultern und erklärte mir, dass sie im Begriff sei, frische Fenchel aufzufüllen.

So kehrte ich nach meiner Einkaufstour durch die Migros nochmals zum Gemüse zurück, wo in der Zwischenzeit tatsächlich knackige Fenchel auf Käufer warteten. Säuberlich drauf gelegt die alten Fenchel, die schätzungsweise von vorgestern sein mussten.

Aber doch nicht so, Frau Migros!

Von Würsten und anderen Pfeifen

Eigentlich hatte ich mir für heute einen blogfreien Tag verordnet. Nicht dass es an Ideen fehlen würde, aber ich dachte, ich wollte euch auch wieder mal etwas verschnaufen lassen.

Dummerweise aber ging bin ich heute einkaufen und da nahm das Schicksal seinen Lauf. Ich schritt zügig in die Migros Filiale im Nachbardorf. Denkt nun nicht, ihr wohnt weit weg und seid befreit von dem, was gleich folgen wird, denn das könnte euch in jeder beliebigen Migros-Filiale der Deutschschweiz passieren!

Ich habe mich einfach wieder einmal geärgert gewundert über die Migros-Werber. Es ist schlimm genug, dass nun offensichtlich alle Werbeplakate mit der Überschrift „Die Spannung steigt“ versehen sind. Denn meine Spannung steigt bestimmt nicht, wenn Weihnachten bedrohlich näher rückt. Hingegen kann ich beim allerbesten Willen nicht nachvollziehen, was steigende Spannung mit Wienerli zu tun haben, die derzeit grad etwas günstiger zu haben sind. Was für Würste waren da am Werk?

Na wo isses denn…

Die Migros-Filiale, wo ich meist einkaufe, musste in den vergangenen Monaten einen happigen Umbau über sich ergehen lassen. In der Zeit war das Einkaufen nicht immer ganz einfach. Konnte ich früher meinen Einkaufszettel (ja, ich bin so eine disziplinierte Konsumentin, die eine Liste erstellt und sich fast immer dran hält) gemäss den Gestellen im Migros sortieren, funktionierte das lange Zeit nicht mehr. Mal waren die Windeln neben dem Kopfsalat, dann wieder die Milch beim Abwaschmittel.

Mittlerweile ist der Umbau fertig, die Filiale erstrahlt in neuem Glanz, hat die Preise nur noch am Regal angeschrieben und entspricht wohl auch sonst den heutzutage üblichen Standards, damit die Kunden sich wohl fühlen und möglichst viel in ihren Einkaufswagen laden. So ganz nebenbei, ICH hab schon gemerkt, dass die neuen Einkaufswagen grösser sind!

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Dennoch geht es offenbar nicht nur mir so, dass der Einkauf mehr Zeit benötigt als in den guten alten Zeiten vor dem Umbau. Man findet einfach das Zeugs nicht. Das erlebte wohl auch eine Mutter, die mit ihren zwei Sprösslingen suchend durch die Regale irrte. Ich habe mich göttlich amüsiert, als ich plötzlich vom anderen Ende des Gestells eine Kinderstimme hörte: „Nuuuu-tell-aaa wo bi-iiiisch?“

Und wo bleiben meine Gefühle?

Bis anhin war ich immer sehr angetan von den Werbekampagnen der Migros. Unübertroffen finde ich das Huhn, das so zielgerichtet bei Grün über den Fussgängerstreifen läuft. Aber auch andere Werbespots, wie den von der Familie, der an Weihnachten lief, fand ich nicht wie andere Mitmenschen nur dooooof, sondern originell.

Seit meinem heutigen Einkauf im Lande des grossen M bin ich allerdings geneigt, den Migros-Werbern meine Liebe zu kündigen. Mit den neusten Plakaten treiben es die selbst für meinen Geschmack etwas zu bunt.

„Ostervorfreude“ prangt in grossen Lettern von mächtigen Plakatwänden bereits unten in der Tiefgarage. Ostervorfreude soll auch im Treppenhaus und vor dem Eingang aufkommen. Die Wortschöpfung an sich schon bleibt mir im Hals stecken. Und was unter diesem komischen Wort abgebildet ist, erst recht. Eine GURKE. Ostern und eine Gurke, das hat etwa so viel gemeinsam wie die Fasnacht und ich. Nämlich gar rein nichts!

Sorry, liebe Migros-Werber, aber österliche Vorfreude kommt mir beim Anblick eines Treibhaus-Wasserschlauchs aus Spanien nicht auf. Lasst euch doch etwas anderes einfallen. Denn die Erdbeeren, die sich plakatmässig zu der Gugummere gesellen, mag ich um die Jahreszeit auch noch nicht.

Also liebe Werber, wenn ihr die Meinung einer treuen Kundin hören wollt: So etwas wie österliche Vorfreude kommt bei mir allerallerhöchstens beim Anblick von Osterhasen auf. Aber nur, wenn sie Mandelsplitter drin haben. Kapiert?