Wellness fürs Rindvieh

Als ob wir nicht schon genügend Labels für Milch hätten, wird nun in diesem Land im September noch “grüne Milch” eingeführt. Damit die Milch so deklariert werden darf, braucht es einige Voraussetzungen, wie ich in diesem Artikel von 20 Minuten gelesen habe.

Unter anderem – ich zitiere – müssen Kühe an einem der beiden Tierwohlprogramme des Bundes teilnehmen.

Und wenn eine Kuh nicht will?

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Die Schokolade-Kuh

Ihr kenne sicher alle diese lilafarbene Kuh, die von der Milka-Schokolade.

Schon lange habe ich mir die Frage gestellt, welcher Kuh wir wohl die schwarze Schoggi zu verdanken haben. Die Erleuchtung erfolgte vor kurzem, als ich im Wallis beim Wandern an einer Kuhherde vorbeikam.

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Logo, die Milch muss von den schwarzen Eringer-Kühen stammen, dieser kampflustigen, stämmigen Rinderrasse, die so typisch fürs Wallis ist.

Oder habe ich da etwas falsch verstanden….?

Frisch ab Kuh

Zum heutigen Tag der Milch kann ich eigentlich nicht viel beitragen. Ich bin nämlich keine Milch-Trinkerin. Trotzdem möchte auch ich es nicht unterlassen, Milch gebührend zu würdigen.

Wenn ich Milch konsumiere, dann ausschliesslich in veredelter Form. Also beispielsweise als Butter, Glacé, Quarktorte und natürlich Käse. Das war nicht immer so. Auf dem Bauernhof meiner Grosseltern gab es naturgemäss immer Milch zu trinken. Wenn ich als Kind dort war, was nicht sehr häufig vorkam, konnte ich mich nicht immer drücken, wenn es ums Milch trinken ging. Am ehesten flutschte das unverfälschte Naturprodukt frisch ab Kuh noch runter, wenn etwas Banago, Ovomaltine, Nesquick oder dergleichen drin war. Dann schmeckte die Milch nicht mehr allzu sehr nach Milch. Sofern ich denn so viele Löffel des zuckerhaltigen Schokopulvers untermischen konnte, wie ich wollte.

Echt schlimm wurde es aber, wenn es ums Kaffee trinken ging. Bei den früheren Bauern – und da machten meine Grosseltern keine Ausnahme – wurde Milch mit Kaffee und nicht Kaffee mit Milch getrunken. Milch war damals billiger zu haben als Kaffeebohnen. Also musste man den schwarzen Teil des Milchkaffees so weit strecken, dass nur noch ein zarter Hauch von Braun in der Tasse war. Als ob das nicht schon übel genug gewesen wäre, wurde die Milch noch erwärmt. Und durchs Erwärmen der Milch wurde alles nur noch schlimmer. Denn nun hatte es Schlämpe in der Milch! Nur heftiges Rühren war einigermassen heilsam. Mit welcher Todesverachtung habe ich seinerzeit den Kaffee am grossen Tisch in der Stube meiner Grosseltern getrunken und die Milchschlämpe oben auf dem Kaffee tapfer ignoriert!

Wer kann es mir übel nehmen, dass ich schon als Teenager angefangen habe, meinen Kaffee schwarz zu trinken?

Wie trinkt ihr euren Kaffee?