Über sieben Brücken musst du gehen

Wir hätten uns heute über den heftigen Wind aufregen können. Oder darüber, dass es alle paar Minuten anderes Wetter war, dass sich Sonnenschein mit heftigen Schneeschauern abwechselten. Was wir ganz sicher nicht gemacht haben: Uns darüber aufgeregt, dass wir während der gut zweistündigen sonnigen Phase nicht auf der Skipiste waren. Stattdessen unternahmen wir nochmals einen Spaziergang ins Vallon de They dem gurgelnden Bach entlang.

Dabei kamen wir wieder am gleichen verschneiten Unterstand wie gestern vorbei. Da nur unwesentlich mehr Schnee auf dem Dach lag, habe ich ihn nicht nochmals fotografiert. Genauso wenig wie die anderen Unterstände, die in geradezu inflationärer Anzahl entlang diesem Weg anzutreffen sind.

Es schneite die ganze Zeit und ich musste bald meine Hoffnungen begraben, den Chemin des Ponts, den Weg der Brücken, auch mal bei Sonnenschein zu begehen. Ach herjeh, wie viel schöner würden die Bilder vom Bachbett und den verschneiten Pudelmützen doch aussehen!

Aber man kann ja auch ohne Sonne strahlen.

Der Weg ist zwar als Schneeschuh-Tour markiert, wird jedoch so oft begangen, dass man ihn problemlos auch ohne Bratpfannen an den Füssen abtippeln kann.

Und am Ende des dreiviertelstündigen Wegs wartet die Cantine de They, wo es etwas zu trinken gibt. Der Weg führt zwar noch weiter auf den für die ganze Region namensgebenden Col des Portes du Soleil, aber: „Sie verlassen das gesicherte und markierte Gelände.“

Aufgefangen

Ganz unerwartet kam sie nicht daher. Dennoch war die Freude riesig, als sie gestern endlich da war.

Ich fing sie sanft mit meinem Handschuh auf und bewunderte sie von allen Seiten. Wie schön sie war, was für ein Wunderwerk der Natur!

Mein Entschluss stand fest: Ich würde sie aufbewahren. Ins Album kleben, damit ich sie bei Bedarf hervorholen und immer wieder bewundern konnte. Man wusste ja nie, vielleicht war es genau diese Schneeflocke, die diesem seltsamen Winter eines Tages noch zu Hilfe kam.

Skilift Recycling

Da wurden wir vor ein paar Tagen doch tatsächlich Zeugen, wie ein alt-ehrwürdiger Skilift, der mindestens 40 Jahre auf dem Buckel gehabt haben dürfte, abgebrochen wurde. Zuerst wurden die Drahtseile runtergelassen und aufgerollt, danach die zehn Masten Stück für Stück flachgelegt, in drei Teile zerlegt und mit dem Heli ausgeflogen. Das Manöver mit dem Heli dauerte übrigens keinen halben Tag. Trotzdem haben wir uns gefragt, weshalb man so etwas im Winter macht. Wäre mehr Schnee gelegen, wären die starken Mannen kaum an das Fundament der Masten ran gekommen. Nun aber haben sie es geschafft, ihr Werk gerade noch vor dem erneuten Schneefall zu vollbringen.

Und was geschieht mit dem Skilift-Veteranen? Wird er verschrottet und erlebt seine Wiedergeburt als Blechtafel, Wasserleitungsrohr oder Treppengeländer? Denkste! Wir haben uns erkundigt und herausgefunden, dass der Skilift nach Holland verkauft wurde. Innert weniger Wochen schon wird er als neue Attraktion in Amsterdam stehen. Mein innig geliebter Mitbewohner und ich haben zuerst den Kopf geschüttelt ab einer solchen Aktion, finden sie aber je länger je sympathischer. Ja wir sind zum Schluss gekommen, dass es eine geradezu klassische Win-Win-Situation ist. Die Holländer müssen nicht mehr so weit in den Skiurlaub reisen und hierzulande gurken ein paar weniger von ihnen auf den Skipisten rum.

Finde den Unterschied

Skigebiet Morgins, Aufnahme vom 8. Januar 2013.

 

Aufgenommen vier Tage später.

Na, findet ihr den Unterschied? Also den wirklich grossen Unterschied?

Und zählt mir jetzt bitte nicht jede Schneeflocke einzeln auf, dass es in der Zwischenzeit geschneit hat sieht schliesslich jedes Kind!

Schnee, ganz kaputt

Jesses, du armer Berg, was haben sie di-i-i-i-r denn angetan?

Mit diesen Bauklötzen möchte ich keine nähere Bekanntschaft schliessen.

Auch dieses Kunstwerk der Natur schaue ich mir lieber aus der Ferne an – und düse nach dem Abdrücken ganz, ganz schnell davon.

Vor der Ferienwohnungs-Tür schaut es seit heute so aus. Die Natur flickt ihre Narben also grad mal wieder selber. Seit gestern Abend hat es rund 30 cm geschneit. Und es schneit weiterhin.