Chronik einer Abgeschriebenen

Die Geschichte begann am 25.11.2014. Das weiss ich so genau, weil ich die Quittung aufgehoben habe. Man sagte mir damals, das solle ich tun, falls die Amaryllis wider Erwarten keine Blütenstängel entwickeln sollte,  dann bekäme ich mein Geld zurück. Das war nicht nötig, sie blühte wie auf Kommando. Verschwenderisch schön, wie das diese Pflanzen zu tun pflegen.

Ich trachtete danach, die Amaryllis weiter zu pflegen, um sie im folgenden Winter wieder zum Blühen zu bringen. Über meinen Erfolg gibt dieser Blogbeitrag bereitwillig Auskunft. Zwei Winter lang mühte ich mich vergebens ab. Wobei die “Mühe” sich darauf beschränkte, mehr oder weniger gar nichts zu machen. Ich war kurz davor, die Knolle zu entsorgen, da packte mich rechtzeitig ein gewisser gärtnerischer Ehrgeiz.

Den letzten Winter (und ich schwöre, es wäre nicht nur der letzte, sondern auch ihr letzter Winter gewesen!) verbrachte die undankbare Knolle in der Waschküche an einem einigermassen hellen Platz bei etwa 12 Grad. Auch dort machte sie keinen Wank. Auf der seinerzeitigen Verpackung las ich – nicht gänzlich ohne Aha-Erlebnis – dass die Knolle Mitte Winter wieder an die Wärme müsse. Das tat ich dann mit ziemlicher Verspätung. Keine drei Tage später sah die Blumenzwiebel schon so aus:

20180313_085753_resized
13. März 2018

Weitere drei Tage später so:

20180316_132405_resized
16. März 2018. Aufmerksamen Betrachtern dürfte aufgefallen sein, dass ich mit der Wassergabe begonnen hatte.

Nun hatte sie es richtig eilig.

20180323_190756_resized
23. März 2018

Sesam, öffne dich!

20180405_191118_resized
5. April 2018

Die acht Blüten gehen eine nach der anderen auf. Ich kann mich an deren Schönheit kaum satt sehen.

IMG_0016

Wenn ich noch etwas Kritik anbringen dürfte, dann höchstens diese, dass die Pflanze von mir aus auch gerne etwas mehr gestaffelt blühen dürfte.

IMG_0103

So, nun bilde ich mir ein, dass ich weiss, wie eine Amaryllis gehätschelt werden will. Der Schlüssel zum Glück war wohl, dass ich sie am Ende des Winters an einen wärmeren Ort gestellt habe. Ich stelle mir vor, dass man so relativ gezielt die Blüte fördern kann. Im Handel werden die Amaryllis vor Weihnachten angeboten. Für mich passt es aber ebenso gut, dass sie nun im Frühling blüht. So hat die Pflanze mehr Licht und dadurch stärkere Stängel.

Gedanklich schon im 3. Stock

Schiffli fahre scheint derzeit hoch im Kurs zu sein. Bevor wir lostippeln, überqueren wir das Schwäbische Meer mit der Autofähre.

IMG_0020

Friedrichshafen präsentiert uns seine Sonnenseite.

IMG_0025

Ebenso Markdorf, das wir nach einer knapp 20-minütigen Bahnfahrt erreichen.

IMG_0027IMG_0028

Ein paar hundert Meter und wir sind schon im Grünen.

IMG_0030IMG_0031

Der Weg zum Aussichtsturm Gehrenberg führt ziemlich kompromisslos bergan.

IMG_0034

IMG_0038

Und da ist er auch schon.

IMG_0039IMG_0040

Es aussichtet rundum. Zuerst natürlich in Richtung Heimat.

IMG_0044IMG_0048IMG_0045

Schon folgt das nächste Highlight.

IMG_0053

Na ja, da haben wir schon Dramatischeres gesehen. Grad wie am Bergsturz von Goldau sieht es hier nicht aus.

DSC01495

Wir wandern weiter durch Feld und Wald. Und schon naht der nächste Höhepunkt. Ein geradezu historischer Moment: Wir sind auf dem höchsten Punkt der Umgebung, der heutigen Wanderung und überhaupt. Wie wohl der Chemp hierher gekommen ist?

IMG_0055IMG_0056

Aller Höhepunkte zum Trotz, langsam reiben die Magenwände. Aber mitten im Wald mögen wir nicht picknicken. Wir stellen uns ein sonniges Plätzchen. So richtig gediegen halt.

IMG_0057

Wir werden den ganzen Tag begleitet vom Vogelkonzert, dessen Stimmen nicht alle zehn Ohren gleich gut einzuordnen vermögen.

IMG_0058

Wie wär’s damit?

IMG_0060

Das heutige Menu scheint überwiegend aus Bananen zu bestehen. Am Affenberg waren wir doch letzte Woche?!?

IMG_0061

Jedes Jahr bin ich von neuem begeistert, wenn ich miterleben darf, wie die Natur erwacht.

IMG_0066IMG_0067IMG_0068IMG_0070IMG_0071IMG_0073IMG_0074

Am Fünfländer-Eck müssen wir für etwas Ordnung sorgen. Kann ja nicht sein, dass die ehrwürdige Tafel einfach so im Gestrüpp vergammelt.

IMG_0080IMG_0082

Die Wanderung neigt sich dem Ende entgegen. In Markdorf, das in den österlichen Nachwehen liegt, träumen gewisse Leute immer noch von dreistöckigen Torten.

IMG_0090IMG_0093

Für einmal haben wir genügend Zeit, an der Station das Ticket zu lösen. Nun wissen wir es definitiv: In Deutschland kann man am Automaten nicht mehrere Tickets mit gleicher Destination aufs Mal lösen.

Etwa vier Stunden waren wir unterwegs durch Feld und Wald. Eine hübsche Wanderung in der erwachenden Natur.

Vielen Dank an Kurt für die Idee, an Beat für die Durchführung und an euch Alle für die nette Begleitung mitsamt der wie immer guten Unterhaltung.

Mehr Infos und Bilder zur Wanderung gibt es HIER.

Karte

Wahrscheinlich muss ich mal ohne Wanderschuhe nach Friedrichshafen, damit ich zu meiner dreistöckigen Torte komme.

torte

Geordnete Unordnung

Die hiesige Naturschutz-Organisation hat vor ein paar Jahren begonnen, hier eine Hecke einzurichten. Sie befindet sich an einem gut besonnten Hang, wo mich meine Spaziergänge oftmals durchführen. So auch heute.

20180327_141202

Es ist bekannt, dass aufgeschichtete Holzhaufen und Totholz aller Art Unterschlupf für zahlreiche Kleintiere und Insekten bieten. Deshalb hatten die Verantwortlichen des regelmässigen Pflegeeinsatzes auch allerlei altes Holz herangeschleppt.

20180327_141213

20180327_141222

So zufällig liegengelassen die Äste auch scheinen sollen, der helvetische Ordnungssinn drückt unverkennbar durch.

20180327_141235

Und damit alles seine Ordnung hat, wurde auf dem Baumstamm noch die Jahreszahl verewigt. Den Holzwürmern und Igeln wird’s egal sein.

20180327_141313

Im Schlotter-Modus

Ich habe mich nicht eingehender mit dem Wetterbericht befasst. Aber ich gehe schwer davon aus, dass es nicht nur in der Schweiz, sondern zumindest auch in den nördlich angrenzenden Ländern schweinekalt ist.

Es ist nicht einfach, dieser Kälte, die durch den Wind noch unerträglicher wird, etwas Positives abzugewinnen, wenn man ein Weichei wie ich ist. Ich bin mir sehr wohl bewusst, dass die Natur gerade in diesen Tagen vergängliche Schönheiten bereithalten würde, die ich ab meiner Stubenhockerei glatt verpasse. Das nehme ich weitestgehend in Kauf.

Immerhin, ich habe heute locker und entspannt den Gefrierschrank abgetaut. Und sooo kalt war es heute ja auch wieder nicht. Morgen wird’s nämlich noch eine Spur kälter! Der Schlotter-Modus hält noch weitere zwei Tage an.

DSC04879

Donald würde einmal mehr behaupten, es gäbe keine Klima-Erwärmung. Da lachen ja die Hühner. Oder in diesem Fall die Enten auf den Stockzähnen. Denn richtig kalt war es diesen Winter noch gar nie. Und vielleicht putzt es ab den sibirischen Temperaturen ja mal wieder die Holzböcke so richtig. Das wäre dann ein weiterer positiver Aspekt.

Kalt war es immer mal wieder, das beweist dieser Post aus meinen Bloggerinnen-Anfangszeiten. 

Finde die perfekte Christrose!

Einmal mehr trübes Wetter nördlich der Alpen, Sonnenschein verheissender Wetterbericht ennet dem Gotthard. Also: Ab durchs Loch!

DSC09209

Für einmal hat die Wanderung weniger ein Ziel denn ein Motto: Auf der Suche nach den Christrosen am Monte Brè. Doch bevor die erste Christrose auftaucht, erblickt mein Kennerblick Pilze. Gleich an mehreren der hölzernen Treppenstufen wachsen Austern-Seitlinge. Man hätte sie ernten und essen können.

DSC09211

Der eine oder andere Farbtupfer drängt sich durchs trockene Laub dem Licht entgegen.

DSC09215DSC09218

Wälder haben für mich um diese Jahreszeit eine spezielle Ausstrahlung. Nie sieht man ihre Strukturen besser. Diese Auswüchse hätte man angesichts eines üppigen Blätterwalds glatt übersehen.

DSC09217

Und endlich geben sich die ersten Christrosen die Ehre. Teilweise kommen sei erst gerade aus dem braunen Laub heraus. Allesamt sind sie noch grün. Wir sind doch nicht etwa zu früh dran?

DSC09219

Wir steigen weiter der Flanke des Monte Brè hoch, geniessen die warmen Sonnenstrahlen und die herrliche Aussicht.

DSC09220DSC09222DSC09225DSC09229

Es blüht, kommt hier zahlreich vor, aber keine Ahnung, was es ist.

DSC09223

Eine gelungene Bärli-Holz-Skulptur. Leider etwas schwierig zu fotografieren im Gegenlicht.

DSC09233

Herrlich gelegen, dieses Brè sopra Lugano.

DSC09237

Wir steigen noch ganz hoch bis zum Monte Brè und machen dort Mittagsrast.

DSC09240

Vom Hausberg Luganos aus haben wir eine prächtige Aussicht.

DSC09242

Der Blick reicht einmal mehr bis zum Monte-Rosa-Massiv.

DSC09244

Die Bloggerin an der Vorbereitung für diesen Eintrag.

image1

Über diese unsäglichen Treppen, die nie mit dem Schritt aufgehen, geht es zurück ins Dorf, wo leider alle Restaurants geschlossen sind. Kafi aufgeschoben!

DSC09245

Noch immer träumen gewisse Leute unserer Gruppe von “ganzen Wiesen von Christrosen”, während sich andere damit abgefunden haben, dass wir zu früh dran sind.

Als dann aber doch noch blühende Christrosen den Wegrand säumen, sind alle begeistert.

DSC09247DSC09248DSC09250DSC09251DSC09262DSC09257DSC09261

Auf der Suche nach der perfekten Christrose, die sich perfekt dem Betrachter entgegenstellt und in perfekter Farbe erstrahlt, hangeln sich die Fotografen das Bord rauf und runter.

DSC09263

Die Bloggerin macht da keine Ausnahme und geht vor Begeisterung sogar in die Knie.

IMG-20180210-WA0001

„Ich han gar kei Hand me frei zum abdrucke…!“

DSC09258

DSC09264

Wohl haben wir den schönsten Teil der Wanderung hinter uns, nicht aber die Treppen.

DSC09265

Wir ersparen uns den Marsch durch die Agglo von Lugano und nehmen den Bus “San Zurigo”.

DSC09268DSC09269

Blick zurück vom Bahnhof Lugano aus. Hier reicht es noch für einen Stehkaffee, bevor uns der Zug zurück in die Deutschschweiz bringt.

DSC09270

Einmal mehr eine super Idee von Beat, die neun Mitwanderer begeistert übernommen haben. Vielen Dank an alle für die tolle Wanderbegleitung.

Mehr Bilder gibt es  h i e r .

Karte

 

Kam, sah und fällte

Mir schwante, was kommen würde, als ich das Geräusch der Motorsäge vernahm. Die Föhre, so war es vor Monaten beschlossen worden, musste aus Sicherheitsgründen weichen. Wohl hatte sie eben erst Sturm Burglind schadlos überstanden, aber angeblich war sie krank, hatte zu viele vertrocknete Nadeln.

Mit einem Gemisch aus Neugierde und Wehmut beobachtete ich, was sich vor meinem Wohnzimmer-Fenster abspielte. Es dauerte keine Stunde, und der 30-jährige Baum war nur noch Holz. Einen Tag später zeugen bestenfalls noch ein paar Sägespäne davon, dass dort mal ein Baum der Sonne entgegen wuchs.

DSC09007

Ein bisschen mehr Sonne werde ich zu bestimmen Jahreszeiten haben. Insgesamt aber hat die Fäll-Aktion meiner Aussicht aus dem Wohnzimmer-Fenster nicht zum Vorteil gereicht.

DSC09017

Auf der Suche nach der Sonne und den Wanderkollegen

Der Start in den Wandertag – so entspannt er aufgrund der Tageszeit hätte sein können – gestaltete sich etwas harzig. Wieso müssen in Zürich auch gleich zwei Züge um 9.09 Uhr Richtung Zug fahren? Der eine als S-Bahn, der andere mit Endziel Monza. Ich hockte im falschen Zug. Und erreichte den Ausgangsort Aegeri mit einer halben Stunde Verspätung, wo ein fünfköpfiges Empfangs-Komitee auf mich wartete. Upps!

Unter einer zähen Nebeldecke ging es Richtung Aegerisee. Unterwegs diese flotte Lorze-Flotte.

DSC08780

Vom See sahen wir nicht viel. Das hatte weniger mit dem Nebel zu tun, als mit dem Weg.

DSC08781

Dieser führte uns eingezäunt im Zickzack durchs Gelände. Der Zaun galt eindeutig den Wanderern und nicht etwaigen weidenden Tieren.

DSC08782

Für einen ersten Lichtblick sorgte der Laternenweg, dem wir einige hundert Meter folgten.

DSC08789

Mal nachdenklich stimmend, mal fromm, mal lustig waren die Laternen am Wegesrand.

DSC08784

DSC08785

DSC08786

DSC08787

DSC08788

DSC08790

DSC08791

DSC08792

Noch immer stocherten wir durch den Nebel. Allerdings hatten wir auch noch kaum Höhe gemacht. Dennoch konnte man sich einbilden, es werde langsam heller.

DSC08796

DSC08798

Aber ja doch!

DSC08800

Zumindest sahen wir die Sonnenstrahlen bereits.

DSC08802

Und endlich – boah!

DSC08803

DSC08804

DSC08806

DSC08263

Beim Buschenchappeli machten wir Mittagshalt.

DSC08814

DSC08817

Knapp über dem Nebelmeer

DSC08818

DSC08820

DSC08823

Pulver gut – zehn Zentimeter. Die Wege im Wald waren gut zu begehen. Etwas schliferig war es auf den Strassen, wo die Autos den Schnee poliert hatten.

DSC08825

Kein Rauch auszumachen, der Samichlaus hatte an seinem Tag wohl besseres zu tun, als seine Hütte zu beheizen.

DSC08826

Immer noch über dem Nebel, aber wahrscheinlich nicht mehr lange.

DSC08827

DSC08829

DSC08830

DSC08831

Nochmals ein paar Meter aufwärts, das reichte bereits, um erneut eine zauberhafte Stimmung einzufangen.

DSC08835

DSC08837

DSC08839

DSC08840

Beinahe gespenstisch, all diese Stimmungen am heutigen Tag.

DSC08841

Die Wanderung endete, wie sie begonnen hatte: im Nebel. Aber dazwischen winterwanderte es auf höchst erfreuliche Art.

Einen herzlichen Dank an Beat für die Organisation und Durchführung dieser Tour. Und ein ebensolches Dankeschön allen Teilnehmern, dass ihr so lieb wart, auf die schusselige Bea zu warten. Ich werde in Zukunft den Fahrplan wieder etwas aufmerksamer studieren.

Weitere Informationen und Bilder zu dieser Wanderung gibt es HIER.

Karte

Mutter Natur auf Abwegen (17)

Der Anblick eines Speisepilzes im Wald freut mich grundsätzlich. Immer. Es hat Jahre gegeben, da wäre ich schon ab einem einzelnen Maronenröhrling entzückt gewesen.

Dieses Jahr ist es etwas anders. 2017 ist endlich mal wieder ein richtig gutes Pilzjahr. Deshalb ist es nicht mehr als recht, dass die Pilze gleich im Trio daherkommen. Oder….?

DSC08255

Nein, ganz ehrlich, so ein Maronenröhrlings-Trio hat trotz aller Pilzschwemme Seltenheitswert und mich über alle Massen entzückt. Dennoch sind auch diese Drillinge unweigerlich in der Pfanne gelandet.