Geburtenkontrolle

Sie hat einen grossen Vermehrungsdrang. Einen sehr grossen sogar. Es geht genau genommen um das Überleben ihrer Gattung. Aber ich muss sie in die Schranken weisen. Jahr für Jahr. Schliesslich bin ich der Chef.

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Würde ich ihr nicht jeden Frühsommer ein paar Ohren abzwicken, hätte sie schon lange keinen Platz mehr im ihr zugedachten Winterquartier.

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Und so musste der Star meiner Kakteen-Sammlung, meine Diva, einmal mehr unters Messer. Je früher im Sommer man das macht, desto besser verheilen die Narben.

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Sorry, liebe Santa Rita.

Wipfel statt Gipfel

Immer noch leicht lädiert wegen meinem vor einer Woche verstauchten Fuss, war ich froh, dass ich mich nach dem Highlight der gestrigen Wanderung vorzeitig ausklinken konnte.

Ein knapp halbstündiger Fussmarsch führt uns von der Station Mogelsberg zum neu eröffneten Baumwipfelpfad.

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Der Eingang scheint mir noch etwas dezent aufgemacht zu sein. Etwas selbstsicherer hätte man sich hier durchaus anpreisen können.

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Hingegen hat man beim und am Kassenhäuschen an alles Wichtige gedacht.

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Los geht’s über die (rollstuhl- und kinderwagengängige) Holzkonstruktion.

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An diversen Informationspunkten wird Wissen über den Wald, seine Bewohner, seine Nutzung und vor allem seinen Nutzen vermittelt.

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Der massive Holzsteg schlängelt sich durch die Wipfel…

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… und gibt durch die ungeahnte Perspektive so manches Geheimnis des Waldes preis.

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Von der Aussichtsplatform aus kann man entweder einen Blick durch den Glasboden wagen,

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auf sicherem Boden in die Ferne schweifen,

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oder seinen Blick statt auf Gipfel für einmal auf Wipfel richten.

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Von unten sieht die Konstruktion aus wie ein Brio-Bähnli.

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Auch auf dem unteren Stock, der übrigens ohne Eintritt zugänglich ist, haben sich die Macher so Manches einfallen lassen, um Besucher aller Altersklassen zu unterhalten.

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Für einmal gibt es nicht nur ein schnödes Sandwich aus dem Rucksack. Anzündwolle, Holzspähne, Feuerzeug und Grillzange werden gratis abgegeben. Sehr sympathisch!

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Mit vereinten Kräften wird die Feuerstelle in Betrieb genommen. Bald stellt sich heraus, dass wir eine begnadete Hobby-Pyromanin und einen versierten Grillierer unter uns haben.

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Und so steht dem urschweizerischen Genuss einer Wurst vom Grill bald nur noch die Wartezeit im Weg.

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Danach verabschiede ich mich von meinen Kollegen, die noch eine knapp dreistündige Wanderung unter die Füsse nehmen.

Mein Weg führt durch Mogelsberg zurück an den Bahnhof, wo ich nicht den direkten Heimweg wähle, sondern nach St. Gallen fahre. Denn dort…

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Vielen Dank Beat, für die tolle Idee, diesen erst vor kurzem eröffneten Pfad zu besuchen.

Es lohnt sich übrigens, eher zeitig dort aufzukreuzen. Diese neuste Attraktion der Ostschweiz scheint sich schon jetzt grosser Beliebtheit zu erfreuen und an schönen Sommertagen dürfte es dort ziemlich voll werden.

Mehr Infos zum Baumwipfelpfad gibt es HIER.

Und weitere Bilder und Informationen zum gestrigen Ausflug HIER.

Chronik einer Abgeschriebenen

Die Geschichte begann am 25.11.2014. Das weiss ich so genau, weil ich die Quittung aufgehoben habe. Man sagte mir damals, das solle ich tun, falls die Amaryllis wider Erwarten keine Blütenstängel entwickeln sollte,  dann bekäme ich mein Geld zurück. Das war nicht nötig, sie blühte wie auf Kommando. Verschwenderisch schön, wie das diese Pflanzen zu tun pflegen.

Ich trachtete danach, die Amaryllis weiter zu pflegen, um sie im folgenden Winter wieder zum Blühen zu bringen. Über meinen Erfolg gibt dieser Blogbeitrag bereitwillig Auskunft. Zwei Winter lang mühte ich mich vergebens ab. Wobei die “Mühe” sich darauf beschränkte, mehr oder weniger gar nichts zu machen. Ich war kurz davor, die Knolle zu entsorgen, da packte mich rechtzeitig ein gewisser gärtnerischer Ehrgeiz.

Den letzten Winter (und ich schwöre, es wäre nicht nur der letzte, sondern auch ihr letzter Winter gewesen!) verbrachte die undankbare Knolle in der Waschküche an einem einigermassen hellen Platz bei etwa 12 Grad. Auch dort machte sie keinen Wank. Auf der seinerzeitigen Verpackung las ich – nicht gänzlich ohne Aha-Erlebnis – dass die Knolle Mitte Winter wieder an die Wärme müsse. Das tat ich dann mit ziemlicher Verspätung. Keine drei Tage später sah die Blumenzwiebel schon so aus:

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13. März 2018

Weitere drei Tage später so:

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16. März 2018. Aufmerksamen Betrachtern dürfte aufgefallen sein, dass ich mit der Wassergabe begonnen hatte.

Nun hatte sie es richtig eilig.

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23. März 2018

Sesam, öffne dich!

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5. April 2018

Die acht Blüten gehen eine nach der anderen auf. Ich kann mich an deren Schönheit kaum satt sehen.

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Wenn ich noch etwas Kritik anbringen dürfte, dann höchstens diese, dass die Pflanze von mir aus auch gerne etwas mehr gestaffelt blühen dürfte.

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So, nun bilde ich mir ein, dass ich weiss, wie eine Amaryllis gehätschelt werden will. Der Schlüssel zum Glück war wohl, dass ich sie am Ende des Winters an einen wärmeren Ort gestellt habe. Ich stelle mir vor, dass man so relativ gezielt die Blüte fördern kann. Im Handel werden die Amaryllis vor Weihnachten angeboten. Für mich passt es aber ebenso gut, dass sie nun im Frühling blüht. So hat die Pflanze mehr Licht und dadurch stärkere Stängel.

Gedanklich schon im 3. Stock

Schiffli fahre scheint derzeit hoch im Kurs zu sein. Bevor wir lostippeln, überqueren wir das Schwäbische Meer mit der Autofähre.

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Friedrichshafen präsentiert uns seine Sonnenseite.

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Ebenso Markdorf, das wir nach einer knapp 20-minütigen Bahnfahrt erreichen.

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Ein paar hundert Meter und wir sind schon im Grünen.

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Der Weg zum Aussichtsturm Gehrenberg führt ziemlich kompromisslos bergan.

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Und da ist er auch schon.

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Es aussichtet rundum. Zuerst natürlich in Richtung Heimat.

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Schon folgt das nächste Highlight.

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Na ja, da haben wir schon Dramatischeres gesehen. Grad wie am Bergsturz von Goldau sieht es hier nicht aus.

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Wir wandern weiter durch Feld und Wald. Und schon naht der nächste Höhepunkt. Ein geradezu historischer Moment: Wir sind auf dem höchsten Punkt der Umgebung, der heutigen Wanderung und überhaupt. Wie wohl der Chemp hierher gekommen ist?

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Aller Höhepunkte zum Trotz, langsam reiben die Magenwände. Aber mitten im Wald mögen wir nicht picknicken. Wir stellen uns ein sonniges Plätzchen. So richtig gediegen halt.

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Wir werden den ganzen Tag begleitet vom Vogelkonzert, dessen Stimmen nicht alle zehn Ohren gleich gut einzuordnen vermögen.

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Wie wär’s damit?

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Das heutige Menu scheint überwiegend aus Bananen zu bestehen. Am Affenberg waren wir doch letzte Woche?!?

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Jedes Jahr bin ich von neuem begeistert, wenn ich miterleben darf, wie die Natur erwacht.

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Am Fünfländer-Eck müssen wir für etwas Ordnung sorgen. Kann ja nicht sein, dass die ehrwürdige Tafel einfach so im Gestrüpp vergammelt.

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Die Wanderung neigt sich dem Ende entgegen. In Markdorf, das in den österlichen Nachwehen liegt, träumen gewisse Leute immer noch von dreistöckigen Torten.

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Für einmal haben wir genügend Zeit, an der Station das Ticket zu lösen. Nun wissen wir es definitiv: In Deutschland kann man am Automaten nicht mehrere Tickets mit gleicher Destination aufs Mal lösen.

Etwa vier Stunden waren wir unterwegs durch Feld und Wald. Eine hübsche Wanderung in der erwachenden Natur.

Vielen Dank an Kurt für die Idee, an Beat für die Durchführung und an euch Alle für die nette Begleitung mitsamt der wie immer guten Unterhaltung.

Mehr Infos und Bilder zur Wanderung gibt es HIER.

Karte

Wahrscheinlich muss ich mal ohne Wanderschuhe nach Friedrichshafen, damit ich zu meiner dreistöckigen Torte komme.

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Geordnete Unordnung

Die hiesige Naturschutz-Organisation hat vor ein paar Jahren begonnen, hier eine Hecke einzurichten. Sie befindet sich an einem gut besonnten Hang, wo mich meine Spaziergänge oftmals durchführen. So auch heute.

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Es ist bekannt, dass aufgeschichtete Holzhaufen und Totholz aller Art Unterschlupf für zahlreiche Kleintiere und Insekten bieten. Deshalb hatten die Verantwortlichen des regelmässigen Pflegeeinsatzes auch allerlei altes Holz herangeschleppt.

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So zufällig liegengelassen die Äste auch scheinen sollen, der helvetische Ordnungssinn drückt unverkennbar durch.

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Und damit alles seine Ordnung hat, wurde auf dem Baumstamm noch die Jahreszahl verewigt. Den Holzwürmern und Igeln wird’s egal sein.

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Im Schlotter-Modus

Ich habe mich nicht eingehender mit dem Wetterbericht befasst. Aber ich gehe schwer davon aus, dass es nicht nur in der Schweiz, sondern zumindest auch in den nördlich angrenzenden Ländern schweinekalt ist.

Es ist nicht einfach, dieser Kälte, die durch den Wind noch unerträglicher wird, etwas Positives abzugewinnen, wenn man ein Weichei wie ich ist. Ich bin mir sehr wohl bewusst, dass die Natur gerade in diesen Tagen vergängliche Schönheiten bereithalten würde, die ich ab meiner Stubenhockerei glatt verpasse. Das nehme ich weitestgehend in Kauf.

Immerhin, ich habe heute locker und entspannt den Gefrierschrank abgetaut. Und sooo kalt war es heute ja auch wieder nicht. Morgen wird’s nämlich noch eine Spur kälter! Der Schlotter-Modus hält noch weitere zwei Tage an.

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Donald würde einmal mehr behaupten, es gäbe keine Klima-Erwärmung. Da lachen ja die Hühner. Oder in diesem Fall die Enten auf den Stockzähnen. Denn richtig kalt war es diesen Winter noch gar nie. Und vielleicht putzt es ab den sibirischen Temperaturen ja mal wieder die Holzböcke so richtig. Das wäre dann ein weiterer positiver Aspekt.

Kalt war es immer mal wieder, das beweist dieser Post aus meinen Bloggerinnen-Anfangszeiten.