Goldener Herbst im Unterengadin

… oder wie der Napf nach Scuol kam.

Die ursprüngliche Idee sah vor, drei Tage in der Napf-Region auf Wanderschaft zu gehen. Doch es sollte nicht sein, bei Dauerregen hält sich meine Lust am Wandern in Grenzen. Und bekanntlich schüttet es am Napf immer etwas länger und ausgiebiger als im Rest des Landes. Umdisponieren war angesagt und so wurde die ganze Tour um 24 Stunden und etliche Kilometer ostwärts verschoben.

Im Schellen-Ursli-Dorf Guarda geht es los.

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Das Wetter zwar etwas frisch, aber gar nicht mal so übel, der frisch gefallene Schnee in gebührendem Abstand.

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Der Weg führt uns durch Ardez

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vorbei an der Ruina Chanoua,

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durch Ftan,

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und schliesslich nach Scuol, wo wir in der Jugendherberge im absolut nobelsten Jugi-Zimmer residieren, das uns je untergekommen ist. Wie war noch mal die Nummer fürs nächste Mal?

Das war doch schon mal gar kein schlechter Anfang.

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Am nächsten Tag fahren wir mit dem Posti nach Vna. Ein sonniges, aber total abgelegenes Bergdorf. Wir versuchen vergebens, am Himmel etwas auszumachen, das den Namen “Wolke” verdient hätte. Einzig die Kondensstreifen, die mit unseren Steuergeldern an den Himmel gemalt wurden, sind am verblassen.

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Auf den schattigen Wegabschnitten warten derartige Kunstwerke der Natur auf uns.

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Dieses wunderbare, an Weihnacht erinnernde Gebilde, haben wir einer undichten Wasserleitung zu verdanken.

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Selbstverständlich wollen wir das alle im Bild festhalten.

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Im Hof Zuort wollen wir essen und sind ganz gespannt auf die angeblich so berühmten Cremeschnitten.

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Wir werden nicht enttäuscht.

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Wir wandern das Val Sinestra hinaus. Um diese Jahreszeit liegt der Weg am Nachmittag teilweise im Schatten

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Im etwas deplaziert anmutenden Kurhaus Val Sinestra machen wir nicht schon wieder Pause.

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Blick zurück nach Vna, wo heute Morgen alles begann.

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Was für ein fantastisches Herbstwetter! Dazu milde Temperaturen.

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Das war der zweite von drei Tagen. Voller positiver Gedanken und Vorfreude auf die dritte Etappe kehren wir in unsere Suite in der Jugi zurück.

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Der dritte Wandertag beginnt mit einer abenteuerlichen Postauto-Fahrt nach S-charl.

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Die Lärchen sind eigentlich noch nicht ganz so goldgelb wie erwünscht. Aber da kann man ja etwas nachhelfen.

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Die Wanderung durch das breite, abgelegene Hochtal ist fantastisch.

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Nach dem Passo di Costainas führt der Weg runter Richtung Lü und schliesslich nach Fuldera.

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Dort haben wir uns die Vermicelles ehr- und redlich verdient.

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Liebe Wandern-mit-Freunden-Wanderfreunde
Es hat mir riesig Spass gemacht, diese Wanderung für euch zu organisieren und mit euch zusammen unterwegs zu sein. Auch wenn ich nicht mehr ganz so viel mit von der Partie bin wie früher, so ist mir doch die Freundschaft mit euch sehr wichtig. Gerade in den vergangenen, für mich etwas schwierigen Tagen war wandern mit euch präzis die richtige Therapie.
Bea

Weitere Fotos und Angaben zu diesen drei Wandertagen gibt es HIER.

 

Gartenprojekte (2)

Pflanzen, die über mehrere Wochen aneinander sich selber überlassen sind, müssen robust und pflegeleicht sein. Alles andere geht ein, verkümmert, wird von den Vögeln ausgegraben oder von den Schnecken gefressen.

Ich dachte eigentlich, dass ein Thymian, mit dem die Natur in seiner Heimat auch nicht gerade zimperlich umgeht, über die nötigen Eigenschaften verfügen sollte, um sich selbst überlassen zu werden. Also hoben wir ein Pflanzloch aus, jäteten drum herum, gaben etwas frische Erde hinzu und buddelten das Gewürzkraut an einem sonnigen, eher trockenen Plätzchen ein.

Einen knappen Monat später…

…. war – wie schon bei den Kürbissen – nur noch das Pflanzengerippe zu sehen.

Ich begann mich zu fragen, ob in diesem Garten wirklich nur Berufskraut gedeiht.

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Wir liessen uns nicht entmutigen, kauften mitten im Sommer nochmals ein Thymian-Pflänzchen, rupften das alte, dörre Gewächs aus, redeten dem Neuen gut zu und hofften, dass es gut anwachse. Was es tatsächlich auch tat. Aber wir müssen es gut im Auge behalten, sonst wird es vom Gras überwachsen. Und somit besteht die latente Gefahr, dass er liebe Bergler es übersieht, wenn er mit dem Rasenmäher durch die Gegend eilt.

Die Pilz-Armee

Schopftintlinge sichtet man relativ häufig. Und relativ häufig haben sie ihre besten Zeiten schon hinter sich (was je nach Temperatur ziemlich rassig gehen kann).

Diese stattliche Ansammlung nahezu gleich grosser Pilze hat mich in Entzücken versetzt. Ich wollte euch die kleine Pilz-Armee am Wegesrand nicht vorenthalten.

Hübsch, gäll?

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Suchtpotential

Die Wälder um meinen Wohnort, sie bergen derzeit ein gewaltiges Suchtpotential. Ich gebe es zu, ich bin ihnen total verfallen, möchte am liebsten tagtäglich in ihnen umherstreifen. Auf der Suche nach Pilzen.

Momentan ist die Vielfalt an Pilzen kaum mehr zu übertreffen. Das macht gelegentliche “Mini-Ernten”  oder gar Null-Runden allemal wieder wett.

Schon nach wenigen Schritten traf ich gestern in einer Kuhweide diese frisch geschlüpften Riesen-Schirmlinge an, die ich aus der Ferne für Wiesen-Champignons hielt.

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Weiter ging der Pilzgang. Schnurstracks in den Wald. Zu sehen gab es auffällig Farbige (amethystfarbener Lacktrichterling)

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Hexenringe noch und nöcher

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Ungeniessbare

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Versteckte

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Unbekannte

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Auffällige

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Kleine Pilzsträusse

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Blendend Weisse (Waldchampignons bzw. Flaschenbovist)

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Grosse (Riesen-Schirmlinge)

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Solche mit “Jöööö-Effekt”

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Als Vogel getarnte (Habichts-Pilz)

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In Entzücken versetzende (Schweinsohr)

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Eigenartige (gewimperter Erdstern)

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Nicht ganz unerwartet fand ich auch Steinpilze und fünf weitere Röhrlings-Sorten. Sie landeten – im Gegensatz zu zu den meisten oben abgebildeten Pilzen – in meinem Pilzsack. Und von Steinpilzen muss ich nun wirklich keine Fotos machen, sie wurden schon zur Genüge in diesem Blog gehuldigt.